15.12.14 20:29

Berlinale 2015: Malicks KNIGHT OF CUPS im Wettbewerb

Die Berlinale hat die ersten Wettbewerbsfilme bekannt gegeben. Bären-Gewinner Terrence Malick zeigt seinen neusten Film KNIGHT OF CUPS. Die Hauptrolle spielt Christian Bale. In weiteren Rollen sind Cate Blanchett und Natalie Portman zu sehen. Die Produktionsfirma kündigt den Film mit der Tagline A man, temptations, celebrity, and excess an und gibt ansonsten nur preis, dass er im Movie Business spielt. Das macht Hoffnung, dass Malick nicht eine seiner versponnenen, pseudo-philosophischen Filmmeditationen in der Art von TREE OF LIFE vorlegt, sondern einen Film, der etwas mehr vom Hier und Jetzt handelt. Der KNIGHT OF CUPS ist eine Tarot-Karte, die den Ritter mit Pokal auf einem Schimmel zeigt. Ebenfalls im Wettbewerb starten die deutsch-französische Koproduktion ALS WIR TRÄUMTEN von Andreas Dresen und Peter Greenaways EINSTEIN IN GUANAJUATO.

28.09.14 15:12

Preise San Sebastian 2014

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Der Hauptpreis des Filmfestivals von San Sebastian, die Goldene Muschel, geht 2014 an den spanischen Film MAGICAL GIRL von Carlos Vermut. Vermut wurde ebenfalls mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Die Darstellerpreise gingen an Paprika Steen für ihre Rolle in Bille Augusts SILENT HEART und an Javier Gutiérréz für LA ISLA MINIMA (Regie Alberto Rodríguez).

Der deutsche Beitrag PHOENIX von Christian Petzold hat zwar keinen offiziellen Preis gewonnen, dafür aber den Preis der Filmkritikerinnen (Premio FIPRESCI).

26.09.14 13:34

SAN SEBASTIAN FILMFESTIVAL 2014: FELIX AND MEIRA von Maxime Giroux

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Meira ist eine junge Mutter und Ehefrau, die mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Montreal lebt. Trotz der sie umgebenden Millionenmetropole verläuft das Leben von Meira wie in einem abgeschotteten Paralleluniversum. Der Tagesablauf der Kleinfamilie ist von festgelegten Religionsvorschriften geprägt, die dem Individuum wenig Raum lassen. Es gibt genaue Verhaltensgebote und Kleidungsvorschriften für Männer und Frauen, die jeden Bereich des Lebens umfassen. Ein Kontakt mit außerhalb der Gemeinde stehenden Personen ist dabei ebenso verpönt, wie moderne Medien oder Unterhaltungsmusik. Meira wahrt zunächst den Schein, begehrt innerlich aber immer stärker gegen die sie umgebenden Zwänge auf. Ein kleiner Tabubruch reiht sich bald an den nächsten. Als sie durch Zufall auf den wohlhabenden Single Felix trifft, gerät eine Lawine ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Giroux unterlegt weite Teile seines Films mit einer Sepia-Färbung, die perfekt zu der archaischen Welt passt, in der sich Meira bewegt. Zusätzlich unterstützt wird diese Atmosphäre durch die klug ausgewählte Filmmusik, die zwischen strengen Klarinettenklängen und verschiedenen Spielarten moderner Popmusik hin und her pendelt. Als weiterer Kunstgriff dient der verwendete Sprachenmix aus Französisch, Englisch und Yiddish, der zu einer realistischen Anmutung des Gezeigten beiträgt.

FELIX AND MEIRA nimmt den Zuschauer mit in eine durch und durch von religiösen Vorschriften und Riten dominierte Welt, die für Außenstehende normalerweise verschlossen bleibt. Das für sich genommen ist schon interessant und faszinierend. Das der Film dabei aber in der Darstellung seiner Charaktere ohne jede Schwarz-Weiß-Malerei auskommt, ist seine größte Stärke. So wird Meiras Ehemann nicht als verblendeter Fanatiker verteufelt, sondern in erster Linie als Liebender gezeichnet, der verzweifelt versucht, seine Frau zurück zu gewinnen. Langsam und unaufhaltsam entfaltet sich ein Ehedrama, in dem es kein glückliches Ende für alle Beteiligten geben kann. Egal, welche Entscheidung Meira letztlich auch treffen wird, stets muss dafür jemand einen hohen Preis bezahlen.

25.09.14 11:23

SAN SEBASTIAN FILMFESTIVAL 2014: EDEN von Mia Hansen-Løve

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Der Film BERLIN CALLING ist ein Beispiel, wie ein Stück elektronische Musikgeschichte mitreißen kann. EDEN ist ein ähnlicher Versuch, aus dessen Sog gleichbleibender Langeweile man sich nach spätestens 60 Minuten hinweg wünscht, aber weitere 60 Minuten gefangen bleibt.

Sven Hansen-Løve war in den 90ger Jahren erfolgreicher Garage und House DJ. EDEN ist ein Film seiner Schwester Mia über seinen Werdegang. Er selbst hat an dem Drehbuch mitgeschrieben

Über einen Zeitraum von 20 Jahren folgen wir Svens Alter Ego Paul durch Clubs, ziehen unzählige Lines und sehen eine Beziehung nach der anderen scheitern.

Mag sein, dass man zu EDEN einen Draht bekommt, wenn man damals selbst dabei gewesen ist. Es kann auch sein, dass die Oberflächlichkeit des Films die Oberflächlichkeit der Szene wiedergibt. Als Außenstehender bleibt EDEN aber nur ein selbstverliebter Film, der nicht die notwendige Distanz aufbaut, um aus dem Stoff eine interessante Geschichte zu machen. Daran ändert auch der Gastauftritt von Indiestar Greta Gerwig nichts.

15.02.14 19:00

Bären 2014

Goldener Bär für den besten Film

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BAI RI YAN HUO (Black Coal, Thin Ice) von Diao Yinan (festivalblog-Kritik)


Großer Preis der Jury (Silberner Bär)


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THE GRAND BUDAPEST HOTEL von Wes Anderson (festivalblog-Kritik)

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MACONDO von Sudabeh Mortezai

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Ramasan (Ramasan Minkailov) ist elf Jahre alt. Vor sechs Jahren ist er mit seiner Mutter Aminat (Kheda Kazieva) und seinen beiden kleinen Schwestern aus Tschetschenien geflohen. Jetzt lebt er mit ihnen in einer Wohnanlage am Rand von Wien mit anderen Flüchtlingsfamilien. Ramasans Vater ist im Tschetschenienkrieg ums Leben gekommen. Fotos von ihm hängen wie in einer Art kleinem Schrein in der Wohnung der Familie, zusammen mit einem verzierten Krummsäbel. Dann taucht Isa (Aslan Elbiev) auf. Ein Freund des Vaters, der mit ihm im Krieg gekämpft hat. Bei sich hat er eine Uhr, die Ramasans Vater gehörte und ein Familienfoto.

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Die Bären-Prognose und die Problem-Bären-Vergabe

Alle Jahre wieder fragen wir uns, wem WIR, wären wir die Jury, die Bären in die Hand drücken wollen würden.

Hier meine Bären-Wunsch-Auswahl (inklusive der Vergabe einiger Problem-Bären):

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CHIISAI OUCHI (The Little House) von Yoji Yamada

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Yoji Yamada, japanischer Regisseur Jahrgang 1931, ist ein Meister der leisen Töne. In seinem Wettbewerbs-Beitrag CHIISAI OUCHI (The Little House) zeigt er einmal mehr, wie man eine Geschichte großer Gefühle mit kleinen Gesten erzählen kann. Leider verliert er sich diesmal allzu sehr in einer betont harmlosen und beschwichtigenden Erzählweise – und nimmt dem Film damit die in ihm steckende Brisanz. Was bleibt, ist eine Geschichte, die eigentlich höchst erwachsene Themen verhandelt, sich aber so gibt, als müsse sie für ein Kind erzählt werden.

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Panorama-Publikumspreise an DIFRET und DER KREIS

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Die Zuschauer haben entschieden: Der Panorama-Publikumspreis für den besten Spielfilm geht in diesem Jahr an DIFRET und der für die beste Dokumentation an DER KREIS. In DIFRET zeigt Regisseur Zeresenay Berhane Mehari die Geschichte der 14-jährigen Hirut. Sie wird, wie es Brauch ist, von der Familie ihres zukünftigen Bräutigams entführt. Sie wehrt sich und erschießt ihren zukünftigen Mann. Der Film hat vor einigen Wochen bereits den Publikumspreis beim Sundance Festival gewonnen. DER KREIS, die filmische Dokumentation von Stefan Haupt, blickt zurück auf die Geschichte der Schweizer Schwulenorganisation Der Kreis. Mitte der Fünfziger Jahre tritt der junge Lehrer Ernst Ostertag dem Interessenverband bei. Er lernt dort den Travestie-Star Röbi Rapp kennen und verliebt sich in ihn.

14.02.14 21:15

WU REN QU (No Man’s Land) von Ning Hao

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Staubige Straßen in der Wüste, wüste Gesellen mit dreckigen Visagen und klobige Knarren Marke Eigenbau: Ning Haos NO MAN’S LAND hat den Look und Feel eines Westerns mit chinesischem Flair. Ästhetisch bewegt er sich zwischen Sergio Leone und MadMax, er überzeugt durch seine Stilsicherheit und ein stringentes Erzähltempo, das einen bei der Stange hält. Nebenbei – wie es sich für einen Western gehört – werden hier Fragen von Gut und Böse, von Schuld und Sühne verhandelt. Über allem schwebt das Primat der Gier, der alle Figuren verpflichtet sind.

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AL DOILEA JOC (The Second Game) von Corneliu Poromboiu

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Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten. Außerdem schneit es während der kompletten Spielzeit. Nach einer Viertelstunde hat sich der Rasen in einen matschigen Dorfacker verwandelt. Und trotzdem schaut man anderthalb Stunden lang gebannt auf das grisselige Fernsehbild und lauscht mit großem Vergnügen dem Kommentar aus dem Off. Es handelt sich um ein Match aus längst vergangener Zeit: Am 3. Dezember 1988 traten die beiden Topmannschaften Rumäniens gegeneinander an: Steuau und Dinamo, die Equipe des Militärs gegen die von Polizei und Securitate. Der Vater des Filmemachers Corneliu Porumboiu war damals Schiedsrichter. Jetzt kommentiert er das Spiel gemeinsam mit seinem Sohn von der heimatlichen Couch aus. Alles, was man zu sehen bekommt, ist jedoch das Spiel selbst.

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BOYHOOD von Richard Linklater

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von Tiziana Zugaro und Steffen Wagner

BOYHOOD von Richard Linklater ist ein einzigartiger Versuch: Die Langzeitbeobachtung einer Familie. Nicht als Dokumentation, das hat es schon öfter gegeben, sondern als Spielfilm. Im Zentrum steht der sechsjährige Mason (Ellar Coltrane). Mit seiner Mutter Olivia (Patricia Arquette) und seiner Schwester Sam (Lorelei Linklater) lebt er in einer Kleinstadt in Texas. Wir lernen Mason als verträumten Jungen kennen, der von seiner älteren Schwester bevormundet wird, sich aber, wenn es sein muss, gut wehren kann. Die Mutter hat sich schon vor längerer Zeit vom Vater Mason sr. (Ethan Hawke) getrennt. Linklater hat den Film über einen Zeitraum von zwölf Jahren mit seinem festen Schauspielerensemble gedreht. Mason und Sam wachsen also auf der Leinwand auf. Die dabei notwendigen Zeitsprünge inszeniert Linklater so geschickt, dass sie nicht als Brüche wahrnehmbar sind. Es entsteht ein Handlungsstrom, der uns über 164 Minuten nicht mehr loslässt.


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13.02.14 13:15

THE AIRSTRIP - AUFBRUCH DER MODERNE, TEIL III von Heinz Emigholz

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Italienische Botschaft von Pier Luigi Nervi (1979) in Brasilia

Nach über 20 Jahren hat Heinz Emigholz mit THE AIRSTRIP seine Filmreihe PHOTOGRAPHIE UND JENSEITS beendet. Im Unterschied zu seinen letzten Filmen widmet er sich dieses Mal nicht den Bauten eines einzelnen Architekten. Als Ausbeute einer Weltreise stellt er verschiedene Bauten in einen geschichtlichen Zusammenhang und versucht eine Kategorisierung in Vorkriegs-, Kriegs-, Nachkriegs- und Schuldarchitekturen.

Wieder ermöglicht Emigholz es dem Zuschauer Gebäude auf eine Art und Weise zu erfassen, wie es einem selbst vor Ort kaum möglich wäre. Sein Film bietet eine außergewöhnliche Annäherung und Teilhabe an Architektur.

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ZEIT DER KANNIBALEN von Johannes Naber

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Die Kannibalen sind wir. Aber wir sind auch Romantiker, wie Öllers, cholerischer Unternehmensberater, der die Welt durch den Kapitalismus zerstören will, damit sie besser wird. Kollege Niederländer ist eher Typ kontrollsüchtig. Er will, dass es überall so aussieht wie er es von zu Hause kennt, er glaubt, wenn erstmal alles im Leben und auf der ganzen Welt Routine ist, Zeit bleibt, über echte Verbesserungen nachzudenken.
Seit Jahren ziehen sie beratend (Synonym für „Plündern, Brandschatzen, Vergewaltigen“ im 21. Jahrhundert scheint es) durch die Welt, um den Profithunger ihrer Kunden zu stillen. Die Realität, die Welt, das Leben sind im Film staubige Silhouette vor den Fenstern klimatisierter Luxushotels, das sie nie verlassen. Bis am Ende das Leben zu ihnen ins Hotel kommt...

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12.02.14 23:00

BAI RI YAN HUO (Black Coal, Thin Ice) von Diao Yinan

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Eine klassische Cop-Story im verschneiten Nordchina: In Kohlehaufen versteckte Leichenteile lassen die Polizei fieberhaft nach einem grausamen Mörder fahnden. Als ein Verdächtiger gefunden ist und dingfest gemacht werden soll, geht die Verhaftung furchtbar schief. Zwei Polizisten sterben dabei, ein dritter wird schwer verletzt. Fünf Jahre später geschehen plötzlich wieder ähnliche Morde, und der inzwischen suspendierte Polizist ermittelt auf eigene Faust. Die Spur führt ihn in einen Waschsalon und zu einer schweigsamen Schönen, die bereits in den ersten Mordfall verwickelt war.

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ALOFT von Claudia Llosa

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In ALOFT beginnt die Regisseurin Claudia Llosa, eine originelle Geschichte zu erzählen: Im Zentrum stehen der Wunsch nach Heilung und die Verzweiflung von unheilbar Kranken, die auf eine letzte Chance hoffen. Diese Chance verspricht ein „Architekt“ genannter Mann, der aus natürlichen Baumaterialen Kunstwerke schafft, die vermeintlich heilsame Fähigkeiten haben. Wenn die Geschichte zu Ende ist, versucht der entgeisterte Zuschauer, die Reste des ekelhaften Esoterikbreis, den Llosa angerührt hat, vom Teller zu kratzen und möglichst umweltgerecht zu entsorgen. Dieser Film ist unangenehm klebrig und liegt schwer im Magen.

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Die Sache mit dem echten Tony

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Nachdem die Rezensentin vor einigen Jahren an dieser Stelle darüber geklagt hatte, dass sie während der Berlinale beinahe ein Interview mit dem falschen Tony Leung vereinbart hatte, soll hier nicht unerwähnt bleiben: In diesem Jahr ist der echte Tony da! Und da er sogar in der Jury sitzt, sieht sich die Rezensentin in der glücklichen Lage, jeden Tag mehrere Stunden in unmittelbarer Nähe des echten Tony verbringen zu dürfen.

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LA TERCERA ORILLA (The Third Side of the River) von Celina Murga

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Einem Teenager, der wie auf Valium wirkt, anderthalb Stunden lang dabei zuzuschauen, wie er durch die Gegend schlufft, ist eine echte Anfechtung. Leider verdonnert Celina Murgas Wettbewerbsfilm LA TERCERA ORILLA die Zuschauer genau dazu. Dabei ist die Geschichte eigentlich ganz spannend: Ein Arzt aus einer argentinischen Kleinstadt führt ein Doppelleben mit zwei Frauen und zwei Familien, wobei beide Familien voneinander wissen, die Kinder sogar viel gemeinsame Zeit miteinander verbringen. Als der Doppel-Patriarch seinen ältesten Sohn immer stärker dazu drängt, seine Rolle als „zweiter Mann in der Familie“ zu übernehmen, spielt dieser zunächst recht willenlos mit, rebelliert dann aber völlig unerwartet und radikal.

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ZWISCHEN WELTEN (Inbetween Worlds) von Feo Aladag

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Dass die Wahrheit das erste Opfer des Krieges ist, ist ein Klischee. Ein Klischee muss ja nicht falsch sein. In Deutschland üben sich Politiker, Journalisten und die so angenehm anonyme Öffentlichkeit in Zeiten des Krieges gerne im Verschweigen und Beschönigen. Da hat es die Wahrheit auf jeden Fall nicht leicht. Das Wort Krieg zu Beispiel nehmen sie gar nicht gerne in den Mund, wenn sie darüber sprechen, was die Bundeswehr in Afghanistan tut oder, um einmal etwas genauer zu werden, was die 2.906 Männer und 202 Frauen tun, die momentan das deutsche Kontingent der International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan und Usbekistan stellen. ZWISCHEN WELTEN zeigt den Alltag deutscher und afghanischer Soldaten – im Film treten nur Soldaten auf – die an einem Außenposten ein afghanisches Dorf vor den Taliban schützen sollen. Im Mittelpunkt stehen der deutsche Hauptmann Jesper (Ronald Zehrfeld) der afghanische Kommandant Haroon (Abdul Salam Yosofzai) und der junge afghanische Übersetzer Tarik (Mohsin Ahmady) und seine Schwester Nala (Saida Barmaki).

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ANDERSON von Annekatrin Hendel

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Eine Geschichte über die "Inoffiziellen Mitarbeiter" (IM) der Stasi ist immer auch eine allgemeine Abhandlung über die Lüge. Was macht die Lüge mit dem Lügner und was mit dem Belogenen? Wie wirkt sich die Entlarvung auf das Selbstbild der beiden aus?

Die Enttarnung von Sascha Anderson sorgte 1991 für einigen Wirbel. Anderson war eine zentrale Größe in der alternativen Kulturszene der DDR. Wolf Biermann machte das Doppelleben des Schriftstellers, Sängers und Tausendsassas bekannt. Er nannte ihn nur noch abfällig Sascha Arschloch.

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