27.06.09 21:12

"Bomber" von Paul Cotter

bomber.jpg

Ein 83-jähriger Brite unternimmt zusammen mit seiner Frau und seinen Sohn eine Reise ins deutsche Bad Zwischenahn, um die Geschichte seines Bombenabwurfs über der norddeutschen Stadt aufzuarbeiten. Auf dem Roadtrip durch die wunderbar bebilderte norddeutsche Steppe steht aber schon bald weniger die Bewältigung seiner persönlichen Verstrickung in die Weltgeschichte im Vordergrund sondern seine Unzulänglichkeit als Vater und Ehepartner.

Im Ankündigungstext des Festivals wird "Bomber" als bittersüße Komödie über Liebe, Familie und das Bombenabwerfen über Deutschland beschrieben. Das versprach eine interessante Mischung. In Punkto Unterhaltung wird man dann auch sicherlich nicht enttäuscht. Mit Drive und Witz blickt Paul Cotter auf immer wiederkehrenden Rollenmusters langjähriger Ehepartnern in ihrem Verhältnis untereinander im Verhältnis zu ihren erwachsenden Kindern.

Gerade als deutscher Zuschauer war man aber besonders darauf gespannt, wie die britisch/US-amerikanische Produktion mit dem Thema "Bombenabwerfen über Deutschland umgeht". Leider wird das Thema im Verlauf des Films immer mehr zu einem reinen Aufhänger der lockeren Brit-Comedy. Am Ende bleibt das etwas schale Gefühl, dass in „Bomber“ etwas leichtfertig ein spannendes Thema dem Unterhaltungswert geopfert wurde.

Filmfest München 2009

filmfest_muenchen_day0.JPG


Ein Tag vor Beginn Filmfestes sah alles noch sehr hoffnungsfroh aus: in der Abendsonne blätterten auf den Bierbänken am Gasteig schon eifrig die Film-Enthusiasten in dem vorbildlich übersichtlichen Programmagazin. Doch heute startet das Filmfest dann doch wieder mit dem seit Tagen nicht abreißenden Sommerregen.

Auf der anderen Seite ein Grund mehr sich ins Trockene des Kinosaals zu retten und einen der vielen filmischen Leckerbissen zu genießen.

Dieses Jahr kann man unter der beachtlichen Auswahl von 200 Filmen wählen. Das sind zwar nur ein Drittel der Filme, die es auf Festivals wie der Berlinale zu sehen gibt, aber man kann sicher sein, dass die Trefferquote in München sehr hoch ist. Denn was zuerst als Nachteil erscheint, erweist sich für den Festivalbesucher letztlich als Vorteil. München ist kein wirkliches Premierenfestival mit vielen Welt Uraufführungen. Es hat daher nicht den Status eine A-Festivals wie die Filmfestspiele von Berlin, Cannes oder Venedig. Dafür mussten sich die Filme aber auch schon auf anderen Festivals beweisen. Damit bekommt man keine Wundertüte mit ausbleibenden Wundern, sondern ein Programm dass von Kritikern und Publikum schon einmal "vorgeschmeckt" wurde.

Als Glücksfall hat sich erwiesen, dass man sich schon sehr früh dazu entschlossen hat Michael Haneke den CineMerit Award für besondere Verdienste in der Filmkunst zu verleihen. Damit ist der diesjährige Gewinner der Goldenen Palme in Cannes natürlich anwesend und neben dem preisgekrönten "Das weisse Band" sind auch seine anderen verstörend intelligenten Werke wie "Die Klavierspielerin", "Caché" und "Funny Games U.S." zu sehen.

Die andere Werkschau in diesem Jahr ist dem britischen Ausnahmeregisseur Stephen Frears gewidmet. Hier hat man die einmalige Gelegenheit nicht nur noch einmal seine größten Erfolge wie "My Beautiful Laundrette", "Dangerous Liasons" und "The Queen" zu sehen, sondern auch die frühen Werke "The Burning" (1967), "Gumshoe" (1971) und "Prick up your ears" (1987).

Unter den Perlen anderer Festivals befinden sich u. a. aus Cannes Pedro Almodovars "Los Abrazos Rotos" und Andrea Arnnolds "Fish Tank" sowie aus San Sebastian "Tiro en la cabeza" und "Two-Legged Horse".

Eine weitere Besonderheit in München ist die Ur-Aufführung deutscher Fernsehfilme. Das Highlight ist sicherlich die Premiere der Doku-Fiktion über Rudi Dutschke von Stefan Kromer. Aber auch die neuen Episoden von Polizeiruf 110 oder der neue Tatort mit Ballauf und Schenk können hier mal auf der großen Leinwand genossen werden.

Bleibt zu hoffen, dass die Qualität des des Filmprogramms beim Filmfest das Wetter dieses Sommer stärker bestimmt als der heutige Siebenschläfertag.

26.04.09 13:36

Die Wettbewerbsfilme der 62. Filmfestspiele von Cannes

Am kommenden Mittwoch den 13. Mai ist es wieder so weit: der rote Teppich wird ausgerollt, unter dem Blitzlichtstaccato der Fotografen tänzelt die Filmprominenz in das Grand Théâtre Lumière und endlich wird Gilles Jacob die 62. Filmfestspiele von Cannes für eröffnet erklären. Auch wenn wir nicht vor Ort sind, gestatten wir uns dennoch einen kurzen Blick auf das diesjährige Programm des Wettbewerbs.

Die Auswahl der Filme ist nicht wirklich überraschend, zumindest wenn man sich die Namen der Regisseure anschaut. Nur ein einziger unter ihnen konnte noch nie in Cannes einen Film von sich platzieren und es ist jemand, von dem man es eigentlich gar nicht erwartet hätte.

Mehr: " Die Wettbewerbsfilme der 62. Filmfestspiele von Cannes " »

14.02.09 18:38

Die Bären

Die Gewinner der diesjährigen Berlinale stehen fest. Es war eine der emotionalsten Preisverleihungen der letzten Jahre. Besonders sprachlos waren Maren Ade und Birgit Minichmayr über die Preise für "Alle Anderen" und Adrián Biniez, der für sein Debut "Gigante" gleich drei Preise holte.

Hier der Überblick über die offiziellen Preise der Berlinale 2009:

Goldener Bären für den besten Film

"La teta asustada / The Milk Of Sorrow" von Claudia Llosa

Mehr: " Die Bären " »

Preise der Unabhängigen Jurys

uj_2009_stage.jpg

Die Preisverleihung der unabhängigen Jurys in der Landesvertretung des Saarlands hat Tradition. Sie ist oft auch ein Indikator, wer heute Abend einen Bären bekommen könnte. Danach läge Hans Christians Schmid ganz weit vorne. Er wurde gleich mit drei Preisen bedacht.

Mehr: " Preise der Unabhängigen Jurys " »

Panorama-Publikumspreis vergeben

Für ihre Polit-Doku-Satire "The Yes Men Fix the World" erhalten Andy Bichlbaum, Mike Bonanno und Kurt Engfehr den von Radio Eins, dem Tip und der Panomara-Sektion vergebenen Publikumspreis. Die Panorama-Zuschauer wählten den Film auf Platz 1 vor "Welcome" von Philippe Lioret und "Der Knochenmann" von Wolfgang Murnberger. Insgesamt wurden über 21.000 Stimmen abgegeben. Die Preisverleihung findet am morgigen Sonntag um 17 Uhr im Cinemaxx 7 statt.

"North / Nord" von Rune Denstad Langlo


Roadmovie abseits der Straße


Schneelandschaften und eine Art moderner norwegischer Cowboy, der begleitet von Country Musik durch diese Stille unterwegs ist. Er will nach Norden, ohne genau zu wissen, was er dort tun wird. Nur hinkommen will er, und hat damit das gute alte Motto Der Weg ist das Ziel wieder zum Leben erweckt.
Lange habe nicht mehr die Wiederauferstehung eines Helden mit soviel Humor, Traurigkeit und Alkohol gesehen. Toll.

Mehr: " "North / Nord" von Rune Denstad Langlo " »

Tips & Favorites der festivalblog Redaktion

tips_on_bears.jpg

Unsere Wetten auf die Bären 2009:

Mehr: " Tips & Favorites der festivalblog Redaktion " »

"Sweetgrass" von Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbash

Das Blöken der Schafe

Das Schaf hat es nicht einfach. Es muss mit dem Klischee leben ziemlich verblödet zu sein. Dabei stimmt das gar nicht. Schafe sind nicht dumm. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie die gleichen Hirnstrukturen besitzen wie Menschen. Mit „Sweetgrass“ bringen uns die Regisseure Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbasheine eine weitere unbekannte Seite des Schafs näher. Nach zwei Stunden ihres Films, sind wir auch von der Ästhetik unser wolligen Freunde begeistert.

Mehr: " "Sweetgrass" von Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbash " »

"Katalin Varga" von Peter Strickland

Katalin Varga mag einer der absonderlichsten Filme im Wettbewerb dieser Berlinale sein; einer der besten ist er sicherlich nicht. Dafür scheinen Geschichte und Erzählform viel zu unentschieden und klischeebeladen.

Mehr: " "Katalin Varga" von Peter Strickland " »

13.02.09 22:47

"Deutschland 09 - 13 Kurze Filme zur Lage der Nation" von vielen Regisseuren

13 kurze Filme, die zusammen Deutschland 2009 beschreiben wollen. Episodenfilme von sehr unterschiedlichen deutschen Regisseuren. Zuletzt versuchte „Paris je t‘aime“ die Stadt Paris zu fassen zu bekommen, oder vor einigen Jahren der Film 9/11, der versuchte, die Welt nach dem 11. September filmisch zu durchwandern.
Nun also Deutschland ’09. ...2009 , das Superwahl-Jubiläums Jahr: 20 Jahre Wende, 20 Jahre Love Parade, 60 Jahre BRD (die DDR bleibt auf immer 40) und 250 Jahre Schiller - und 100 Jahre Heinz Erhard.
Und dann ist dieser Film auch noch ein Remake, nämlich von Kluges, Fassbinders, Schlöndorffs u.a. „Deutschland im Herbst“ - ebenfalls etwas mehr als 30 Jahre her. Und Herbst ist jetzt ja auch wieder - irgendwie. Aber etwa 10 der 13 Beiträge sind langweilig, viel zu naheliegend, uninspiriert und bieder.

Mehr: " "Deutschland 09 - 13 Kurze Filme zur Lage der Nation" von vielen Regisseuren " »

"Soul Power" von Jeffrey Levy-Hinte

"Soul Power“ mit diesem Song eröffnen der Godfather of Soul and the Mighty JBs den Film, mit “Say it Loud (I’m black and Proud)” beenden sie die Dokumentation über das Soul Power-Festival 1974 in Kinshasa im Rahmenprogramm zum “Rumble in the Jungle” Ali vs. Frazier. Jeffrey Levy-Hinte hat aus mehreren Tagen Filmmaterial – allein 12 Stunden Konzert-Footage – einen Musikfilm im cinema verité Stil gemacht, der einen auf eine Klassenfahrt der Elite-Soulschule nach Zaire mitnimmt. Dabei sind neben James Brown, Bill Withers, Miriam Makeba, B.B. King und die Spinners in einer Soundqualität, die sich mit den besten Musikfilmen von heute messen kann.

Mehr: " "Soul Power" von Jeffrey Levy-Hinte " »

"Little Joe" von Nicole Haeusser

Joe Dallesandro war der erste Schauspieler, der sich in den Kunstfilmen von Warhols Factory auszog und "full-frontal“ vor der Kamera agierte. Nach drei Filmen ("The Loves of Ondine“, "Lonesome Cowboys“, "Flesh“) war er 1968 eine Sex-Ikone und spukte fürderhin durch die Köpfe von Männern und Frauen des Underground. Dallesandro – wegen seines Tattoos auf dem rechten Oberarm nur "Little Joe“ genannt – sah und sieht das alles mit erfrischender Gelassenheit. "So? Das war also Kunst?“, fragt er im Dokumentarfilm von Nicole Häusser. "Meine frühen Aktfotos waren Pornographie und im Film ist es Kunst? Na gut.“

Mehr: " "Little Joe" von Nicole Haeusser " »

"Rage" von Sally Potter

Einer nach dem anderen stehen sie auf: die Presseleute bei der Filmvorführung von "Rage". Wohl keine Kunst mehr gewöhnt, möchte man ihnen hinterherrufen. Im Schreibzimmer des Pressezentrums fragt mich später eine der „Frühaufsteher“: "Hat sich irgend etwas geändert? Wurden weiter Menschen vor einem farbigen Hintergrund abgefilmt?". Nein, es hat sich nichts gerändert. Und genau das ist das Tolle an Sally Poters „Rage“.

Mehr: " "Rage" von Sally Potter " »

"Happy Tears" von Mitchell Lichtenstein

Happy Tears, Sad Film

Wenn ein Film viele Fragen aufwirft, dann ist es in der Regel ein guter Film. „Happy Tears“ ist irgendwie anders, obwohl mir einige Fragen einfallen: Was um alles in der Welt hat er im Wettbewerb der Berlinale zu suchen? Warum wurde er überhaupt gedreht? Und was ging in Christoph Schlingensief vor, als er diesen Film ansehen musste?

Mehr: " "Happy Tears" von Mitchell Lichtenstein " »

"Rabioso sol, rabioso cielo / Raging Sun, Raging Sky" von Julián Hernández

Wortloses Bumm-Bumm in Schwarz-Weiß

Ok, ein Stummfilm über Sex in Schwarz/Weiß. Erst ein hetero, dann homo Paare. Keine Figur spricht mit der anderen, spricht überhaupt. Es sind Stimmen da, die aus dem Kopf vielleicht kommen, Alltagsdinge denken, ohne Zusammenhang. Das Schwarz/Weiß wird mit viel Gegenlicht und Schärfenwechsel inszeniert, starke Kontraste. Ja, ganz schön anzusehen, aber es fehlt auch hier ein Zusammenhang, oder jedenfalls ist der erkennbare reichlich prätentiös. Die einen (das hetero Paar) treffen sich in einer Westside Story-artigen Szene auf einer Brücke, tanzen im Regen und vögeln sich dann die Seele aus dem Leib. Die Schwulen finden sich in schmierigen Toiletten und Kinos, immer die Angst entdeckt zu werden. Ja und weiter?

Mehr: " "Rabioso sol, rabioso cielo / Raging Sun, Raging Sky" von Julián Hernández " »

12.02.09 23:41

"Letters to the President" von Petr Lom

Briefe an den Weihnachtsmann

Es war klar: es geht um Iran und da schlagen die Emotionen hoch. Meist aus Uninformiertheit, oft aus Ignoranz, fast immer dogmatisch. Dem Filmemacher wird der total unlogisch Doppelvorwurf gemacht: 1. DASS er den Film gemacht hat und 2. regten sich Leute auf, dass er NICHT gezeigt hat, was sie sehen wollten. Was wir alle aber doch wissen: die Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von Homosexuellen, Intellektuellen, von Opposition und kritischen Geistlichen. Sie kritisieren die Todesstrafe und die Zensur. Diese Leute meinen es ja gut. Aber bekanntermaßen ist das Gegenteil von „gut“ sehr oft „gut gemeint“. Sie kritisieren richtige Dinge, nur ging es in diesem Film um etwas anderes. Und hätten sie zugeschaut, hätten die Aktivisten etwas lernen können.

Mehr: " "Letters to the President" von Petr Lom " »

"The Dust of Time" von Theo Angelopoulos

Lieber Theo Angelopoulos, es tut mir leid, aber diesmal kann ich es verstehen, dass nach der Pressevorführung der Kinosaal nur noch halb gefüllt war. Der Versuch, eine 50 Jahre umspannende Liebes- und Familiengeschichte in miteinander verschobenen Zeitebenen auf drei Kontinenten zu erzählen, misslingt gründlich.

Mehr: " "The Dust of Time" von Theo Angelopoulos " »

"La teta asustada / The Milk Of Sorrow" von Claudia Llosa

Vier Hochtzeiten und ein Todefall

Was in Erinnerung bleibt sind drei Dinge: die Langsamkeit der Figuren und ihre Stille, die Treppe und der beschwerliche Weg über den kahlen Bergrücken, und wie die Hauptfigur die pinkfarbenen Kartoffeltriebe der Kartoffel in ihrer Vagina mit einer Nagelschere abknipst. Warum sie am Ende diese Kartoffel entfernt, warum sie die Mutter am Meer beerdigt, nachdem sie wochenlang unterm Bett gammelte, warum diese Figur die irrationale Angst überhaupt hat, das ist mir irgendwie nicht klar geworden. Muss es ja auch nicht, klar werden im Sinne von begreifen, aber mitfühlen will ich doch - auch das wurde einem schwer gemacht.

Mehr: " "La teta asustada / The Milk Of Sorrow" von Claudia Llosa " »

"My One and Only" von Richard Loncraine

My%20one%20and%20only%20klein.jpg
Endlich mal ein so richtig schön beschwingter Film: In Richard Loncraines „My One and Only“ folgen wir Renée Zellweger, wie sie als frisch getrennte Ehefrau mit ihrer beiden halbwüchsigen Söhnen im Gepäck in einem babyblauen Cadillac „El Dorado“ quer durch Amerika heizt, um das Glück im allgemeinen und einen neuen Ehemann im besonderen aufzustöbern. Der Film hat Flow und gute Musik, der Film hat das richtige Tempo, er hat eine Menge wundervolle One-Liners zu bieten und er erzählt eine Geschichte, die ans Herz geht, ohne kitschig zu werden.

Mehr: " "My One and Only" von Richard Loncraine " »

"Milk" von Gus van Sant

Zwischen den deprimierenden Auftaktszenen von „Milk“ – körnige schwarz-weiß Fernsehbilder aus dem Florida der 60er-Jahre – in denen Männer, die verzweifelt ihre Gesichter zu verbergen suchen von Polizisten in einen Transporter gezerrt werden, nur weil diese Männer schwul sind – und den Schlussbildern, in denen tausende Menschen sich in San Francisco mit dem ermordeten Harvey Milk solidarisieren, liegen 128 Filmminuten, ein Politikerleben und eine gesellschaftliche Revolution. Natürlich ist die Ermordung eines Menschen auch etwas Deprimierendes, aber diese Solidaritätsgeste war 1979 nicht nur eine der Trauer, sondern auch eine der Hoffnung: Harvey Milk hatte in nur sieben Jahren etwas für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben erreicht, dass sich durch Gewalt nicht rückgängig machen lässt.

Mehr: " "Milk" von Gus van Sant " »

"Wir sind schon mittendrin" von Elmar Szücs


Mittendrin und immer ein bisserl' neben der Spur

Sind wir die Generation Unentschieden, wie der Regisseur es nennt? Und wer ist "wir"? Die Jungs in dem großartigen Dokumentarfilm von Elmar Szücs sind alle 29, kurz vor Dreißig, die magische Grenze, wo man dann wohl doch, irgendwie, nun ja, halt erwachsen ist. Vielleicht. Alle haben diverse Studiengänge und -abbrüche, Neuanfänge, Fernreisen und Rumhängphasen, Depressionen und Arsch-Hochkrieg Versuche hinter sich, alle sind nicht verheiratet. Nur einer hat ein Kind. Und der macht den Film. Deswegen macht er den, wie die erste Einstellung von seinem selig grinsenden Sohn deutlich macht.

Mehr: " "Wir sind schon mittendrin" von Elmar Szücs " »

"The Yes Men Fix the World" von Andy Bichlbaum, Mike Bonanno und Kurt Engfehr

"Yes Men" gewinnen den Panorama-Publikumspreis

Die „Yes Men“ wollen die Welt retten – mit Kapitalismuskritik. Zu diesem Zweck führen Andy Bichlbaum und Mike Bonanno nach ihrem Film aus dem Jahr 2003 in „The Yes Men Fix the World“ zum zweiten Mal Manager, Regierungsvertreter, Wirtschaftsexperten und die Medien vor, indem sie sie einfach nachahmen. Dabei zeigt sich: wenn die Kamera angeht, reden Experten mit jedem; wenn die Powerpoint-Präsentation hochfährt, fahren Managergehirne runter und die Medien (BBC, CNN, diverse Nachrichtenagenturen) glauben und berichten eigentlich alles.

Mehr: " "The Yes Men Fix the World" von Andy Bichlbaum, Mike Bonanno und Kurt Engfehr " »

"Fig Trees" von John Greyson

Wer noch die Gelegenheit hat, der sollte sich „Fig Trees“ anschauen. Natürlich gibt es 100 andere Filme, die wir uns auch noch auf der Berlinale anschauen sollten. Doch „Fig Trees" wird man so schnell nicht mehr zu sehen bekommen, denn seine Heimat sind die Filmfestivals. Darauf zu warten, dass der Film ins Fernsehen kommt, ist keine Alternative. Man täte sich keinen Gefallen. "Fig Trees" braucht viel, viel Platz. Er braucht das Kino und die große Leinwand.

Mehr: " "Fig Trees" von John Greyson " »

"Sólo quiero caminar" von Augustín Díaz Yanes

20090086_2_Popup1.JPG

Last Woman standing

Dieser rasante Mafiafilm beginnt genau so wie er endet: mit Schüssen, Blut und Tod – und das was sich in der Zwischenzeit abspielt geht in eine ähnliche Richtung. Ein Genrefilm, der gleichzeitig die gängigen Klischees bedient und aufs Korn nimmt. Heraus kommt dabei in jedem Fall rasante, wenn auch ziemlich brachiale Unterhaltung.

Mehr: " "Sólo quiero caminar" von Augustín Díaz Yanes " »

11.02.09 16:25

"London River" von Rachid Bouchareb


London, Juli 2003. Eine Serie von Bombenanschlägen in Bus und U-Bahn erschüttert die Stadt. Elisabeth Sommers, Witwe eines Falkland-Generals, lebt auf einer der britischen Kanalinseln und erfährt aus dem Fernsehen von den Anschlägen. Sie ist beunruhigt, versucht ihre in London lebende Tochter Jane auf dem Handy zu erreichen. Doch sie landet nur immer auf der Mailbox. Schließlich packt sie kurz entschlossen ihre Koffer und begibt sich auf die Suche nach Jane. In London trifft Mrs. Sommers auf den Afrikaner Ousmane, der ebenfalls auf der Suche nach seinem Kind ist. „London River“ des französischen Regisseurs Rachid Bouchareb erzählt mit sehr viel Feingefühl davon, wie sich zwei sehr unterschiedliche Menschen durch einen gemeinsamen Verlust näher kommen.

Mehr: " "London River" von Rachid Bouchareb " »

"Der Knochenmann" von Wolfgang Murnberger

Jetzt ist schon wieder was passiert ... Wer diese Stimme aus dem Off hört, weiß: Brenner (Josef Hader) muss wieder ermitteln in einer neuen Verfilmung eines Krimis von Wolf Haas. Diesmal kommt Brenner auf die Spur des Knochenmanns. Wie immer wieder Willen, denn eigentlich sollte er doch nur für den Berti (Simon Schwarz) eine Leasingrate für den zitronengelben Beetle vom Horvarth eintreiben. Jetzt aber ist der Horvarth verschwunden. Und was dann passiert, frage nicht, schau’ lieber hin.
Link zum festivalblog-Interview mit Josef Hader

Mehr: " "Der Knochenmann" von Wolfgang Murnberger " »

Interview mit Josef Hader

Hader3.jpg
Josef Hader, geboren 1962 in Oberösterreich, ist Kabarettist, Autor und Schauspieler, und bekannt für seinen bitterbösen schwarzen Humor, der immer sehr elegant daher kommt. Einem breiteren Publikum wurde Hader 1993 mit dem Film „Indien“ bekannt. Zurzeit tourt er mit seinem aktuellen Kabarettprogramm „Hader muss weg“ durch Österreich und Deutschland. Er hat bereits in drei Verfilmungen von Brenner-Krimis nach Wolf Haas den Detektiv Simon Brenner gespielt. Auf der Berlinale läuft die aktuelle Verfilmung, "Der Knochenmann", im Panorama. (Link zur Filmkritik) Mit Josef Hader sprachen Tiziana Zugaro-Merimi und Steffen Wagner.

Mehr: " Interview mit Josef Hader " »

"My Dear Enemy" von Lee Yoon-Ki

"My Dear Enemy" ist eine Hommage des Regisseurs Lee Yoon-Ki an Woody Allen und man kann ihm gratulieren. Er hat es geschafft, Seoul gegen Allens New York auszutauschen. Herausgekommen ist eine intelligente Großstadtkomödie über Seoul und die Überlebensstrategien seiner Bewohner

Mehr: " "My Dear Enemy" von Lee Yoon-Ki " »

"Notorious" von George Tillman, Jr.

Ein kleiner dicker Junge sitzt auf den Treppenstufen eines Brownstones in Brooklyn und redet davon, dass er ein großer Rap-Star werden will. Kommt ein kleines Mädchen vorbei und sagt: „Ach was, der ist doch viel zu hässlich, zu fett und zu schwarz, um ein Star zu werden.“ Das Biopic „Notorious“ zeigt, wie es der kleine dicke Junge dann doch schafft, einer der größten Stars der East Coast Rap-Szene zu werden: Christopher Wallace, a.k.a. The Notorious B.I.G., a.k.a. Biggie Smalls, setzte Mitte der Neunziger Jahre neue Maßstäbe im Gangsta Rap.

Mehr: " "Notorious" von George Tillman, Jr. " »

Interview mit Eckart Gadow (Musik "Distanz")

eg.jpg

Eckart Gadow, 42, hat die Musik zum Film „Distanz“ geschrieben. Er ist Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg und lebt als freier Filmkomponist in Berlin. In seiner Filmographie finden sich Fernseh-, Kino-, Dokumentar- und Animationsfilme ebenso wie TV-Events oder Werbung.

Mehr: " Interview mit Eckart Gadow (Musik "Distanz") " »

"Alle anderen" von Maren Ade

Gitti liebt Chris, und Chris liebt Gitti, auch wenn sie seine Beteuerungen manchmal nerven und sie lieber etwas anderes von ihm hören würde. Was genau, da ist sie nicht ganz sicher, und auch Chris weiss noch nicht wirklich, was er von Gitti will.

Mehr: " "Alle anderen" von Maren Ade " »

"The Messenger" von Oren Moverman

"The Messenger“ ist ein Film über den Krieg, in dem kein Schuss fällt, kein Panzer fährt, keine Rakete von einem Jet abgeschossen wird. Regisseur Oren Moverman lässt die spektakulären Hollywoodbilder beiseite und beschäftigt sich mit dem was wichtig ist – mit dem was der Krieg anrichtet: dem Tod, der Verzweiflung der zurückgelassenen Angehörigen und dem Kampf der aus dem Krieg Zurückgekehrten um ein normales Leben.

Mehr: " "The Messenger" von Oren Moverman " »

"It might get loud" von Davis Guggenheim

get_loud.jpg

Was für ein Film! Was für Musik! Was für ein Spaß!
Danke, Regisseur Davis Guggenheim. Danke für die ziemlich coole Idee, dieses Rock-Generationen-Treffen zu organisieren: Am nunmehr historischen 23. Januar 2008 kamen Jimmy Page, The Edge und Jack White zusammen um „über die E-Gitarre zu reden“, wie es zu Beginn des Films heißt – und gemeinsam zu rocken.

Mehr: " "It might get loud" von Davis Guggenheim " »

10.02.09 22:53

"Unmistaken Child" von Nati Baratz

Ok, stellen wir uns vor, eines Tages steht ein Betbruder, sagen wir von den Franziskanern, vor eurer Tür. Ihr seid untypische Deutsche und lasst den fremden Mann in seiner Kutte in Eure Wohnung, obwohl er komische Fragen stellt: wie ist der erste Buchstabe des Namens des Vaters, kann Euer Kind was besonderes? Der Mönch spielt mit dem Kind, zeigt im eine Kette und fragt, „Gehört das dir?“

Mehr: " "Unmistaken Child" von Nati Baratz " »

Alle Artikel zur Berlinale 2009 »

www. flick r .com
Dies ist ein Flickr Modul mit öeffentlichen Fotos und Videos von festivalblog. Ihr eigenes Modul koennen Sie hier erstellen.
-->
Impressum