Berlinale Countdown 2012

Berlinale Countdown: Kino-Wege auf der Berlinale 2012

Der persönliche Berlinale Filmplan ist oft dicht gedrängt und meist knapper kalkuliert als die Füße tragen. Das gemütliche Gehen wird zum strammen Schritt, dann fängt man locker an zu laufen, um dann am Ende in Panik zu rennen. Es kommt auf jede Minute an. Man weiß: diejenigen, die keine Karte mehr bekommen haben, stehen bereits in Schlangen vor dem Kinosaal und hoffen darauf, dass man es nicht mehr rechtzeitig schafft.

Mehr: " Berlinale Countdown: Kino-Wege auf der Berlinale 2012 " »

Berlinale Countdown: Cafés


carras_blick.jpg

Schöner Blick vom Caras auf das Treiben am Potsdamer Platz

Für die schreibende Zunft auf der Berlinale ist der Morgen ein Problem. Die Gründe liegen auf der Hand: man hat bis spät in die Nacht an einem Artikel geschrieben, zu lange gefeiert oder diese und jene Spätvorstellung mitgenommen. Man ist deshalb für jede Minute Schlaf dankbar. Die ersten Pressevorstellungen beginnen aber bereits um 9 Uhr.

Mehr: " Berlinale Countdown: Cafés " »

Berlinale Countdown: Das Klo als Chance und Risiko

Auf der Berlinale ist das Klo eine lästige Notwendigkeit. Hektisch unterwegs zum nächsten Film, die Blase wegen des saukalten Wetters ohnehin nicht die belastbarste, muss man noch schnell „um die Ecke“. In den Kinos ist das zumeist eine Zumutung. Abgesehen von der olfaktorischen Belastung, die nun mal so ein Massenansturm auf die paar Toiletten im Cinemaxx hervorruft, sind es vor allem die Schlangen im und vor dem Damenklo, die einem den Gang zur nervlichen Belastung werden lassen. Kein freies Örtchen, nirgends.

Mehr: " Berlinale Countdown: Das Klo als Chance und Risiko " »

Berlinale Countdown: Kartentipps & -tricks

Berlinale Tickets

"Och...es ist ja Berlinale....da schaue ich mal in das Programm, was heute Abend so läuft." Tja, weit gefehlt, so funktioniert es leider, leider (meistens) nicht! Karten für die begehrten Filme sind schnell ausverkauft. Es lohnt sich also, die richtige Kartenstrategie zu haben.

Wann beginnt der Vorverkauf?

Die ersten Karten gibt es am Montag, den 6.2. um 10:00h. Es gelten verschiedene Vorverkaufsfristen. Hier die wichtigsten Regeln:


  1. Ganz, ganz wichtig: Für alle Vorstellungen im Friedrichstadtpalast und alle Vorstellungen am letzten Berlinale Tag - Sonntag, der 19.2. - gelten keine Vorverkaufsfristen. Ab 6.2. kann für jede dieser Vorstellungen Karten gekauft werden.*

  2. Wiederholungen im Wettbewerb haben eine Vorverkaufsfrist von 4 Tagen.

  3. Alle sonstigen Vorführungen haben eine Vorverkaufsfrist von 3 Tagen.

  4. Am Tag der Vorstellung endet der Vorverkauf. Dann gibt es nur noch Karten an den Tageskassen.

  5. Der Vorverkauf beginnt um 10 Uhr.

Mehr: " Berlinale Countdown: Kartentipps & -tricks " »

Berlinale Countdown:
THE HUNTER (Berlinale 2010)

Bei der Berlinale 2010 lagen die Wahl-Demonstrationen im Iran noch nicht mal ein Jahr zurück und waren noch sehr präsent, als der umwerfende Film „Shekarchi" von Rafi Pitts die Festival-Besucher vom Kinosessel fegte.

Mehr: " Berlinale Countdown:
THE HUNTER (Berlinale 2010) " »

Berlinale Countdown: PK-Fragen oder: Clooney in Afrika

Bei den Pressekonferenzen auf der Berlinale scheint sich der Intelligenzquotient der Fragenden gegenläufig zur Berühmtheit der befragten Schauspieler oder Regisseure zu verhalten.

Sehr beliebt sind Fragen wie: „Wie war die Arbeit mit Regisseur X?“, oder „Wie gefällt Ihnen Berlin?“

Manchmal ist aber eine Frage gar keine Frage, sondern ein Angebot. George Clooney kennt sich damit aus.

Mehr: " Berlinale Countdown: PK-Fragen oder: Clooney in Afrika " »

Berlinale Countdown: THE KIDS ARE ALLRIGHT (Berlinale 2010)

kids_allright.jpg

Mitten im trostlos Berlinalewinter wirkte die Independent-Komödie THE KIDS ARE ALLRIGHT um eine lesbisches Elternpaar, das sich überraschend mit den Revieransprüchen des biologischen Vaters ihrer gemeinsamen Kinder konfrontiert sieht, wie ein erfrischender Kurzurlaub. Hier stimmte alles: ein Drehbuch, das immer wieder überraschende Wendungen bot, auf den Punkt gebrachte Dialoge, mit Annette Bening und Julianne Moore zwei der besten US-Charakterdarstellerinnen und als Kulisse dann noch jede Menge leicht ironisiertes Easy-Living-Feeling aus dem sonnigen Kalifornien.

Mehr: " Berlinale Countdown: THE KIDS ARE ALLRIGHT (Berlinale 2010) " »

Berlinale Countdown: WELCOME TO THE RILEYS (Berlinale 2010)


WELCOME TO THE RILEYS hat eine Story, die auf den ersten Blick schlimme Klischeefallen vermuten lässt: Ein alterndes Ehepaar, dessen Beziehung nach dem Unfalltod der einzigen Tochter in Schuldzuweisungen erstarrt ist, findet durch die gemeinsame Fürsorge für eine jugendliche Ausreißerin wieder zueinander und am Schluss sind alle glücklicher als zuvor. Das diese Geschichte sich trotzdem zu einem glaubhaften und zugleich bewegenden Film zusammenfügt, liegt in ersten Linie an den Darstellern: James Gandolfini, den man sonst vor allem als Mafiaboss aus der Serie "DIE SOPRANOS" kennt, gibt hier als vom Leben frustrierter Inhaber eines Sanitärgroßhandels einen eindrucksvollen Beweis seines Talents. Melissa Leo, die bereits 2008 in FROZEN RIVER und 2011 dann in ihrer oskarprämierten Rolle in THE FIGHTER ihr Können unter Beweis gestellt hat, brilliert als eine Art zwangsneurotisches Desperate Housewife, das sich nur langsam aus seinem inneren Gefängnis befreien kann. Und auch TWILIGHT Star Kristen Stewart zeigt in ihrer Rolle der verwahrlosten Ausreißerin, dass sie schauspielerisch weit mehr zu bieten hat, als ihr in der Teenie-Vampirfilmsaga abverlangt wurde.

Eine weitere Stärke des Films ist der gut dosierte Einsatz von Humor und Situationskomik, der dabei hilft, alle Klippen der Rührseeligkeit zu umschiffen und gleichzeitig auch die Tristesse des Gezeigten erträglicher macht. Die Szene, in der die lebensuntüchtige Hausfrau Lois nach Jahren der selbstgewählten Isolation im schmucken Vorstadteigenheim beschliesst, im Familien-PKW eine Fahrt nach New Orleans anzutreten, wird wie eine hochgefährliche Expedition in ein fremdes Land inszeniert und ist komisch und traurig zugleich. Auch wenn das Ende vielleicht ein wenig zu versöhnlich geraten ist, bleibt WELCOME TO THE RILEYS mit seiner leicht verwegenen Mischung aus Beziehungsdrama, Roadmovie und Komödie ein sehenswerter Film mit herausragenden Schauspielern.

Berlinale Countdown: A BOUT DE SOUFFLE (Berlinale 2010)

Ganz ruhig, ganz ruhig – einfach tief durchatmen. Ein und aus und ein und aus: Pffffffft. Es hilft einfach nichts. Jean Seberg ist auf der Leinwand und das führt unweigerlich zur Schnappatmung beim männlichen Teil des Publikums, sogar noch bei der Aufführung von À BOUT DE SOUFFLE im Berlinale-Jubiläumsjahr 2010. Für den weiblichen Teil gibt es immerhin einen jungen Jean-Paul Belmondo mit nacktem Oberkörper – in der Hinsicht gab es 1960 leider noch keine Gleichberechtigung (seufz!).

Mehr: " Berlinale Countdown: A BOUT DE SOUFFLE (Berlinale 2010) " »

Berlinale Countdown: DEUTSCHLAND '09

Deutschland im Jahre 2009 ist ganz offensichtlich für eine Reihe der gefragtesten und bekanntesten deutschen FilmemacherInnen eine große Enttäuschung. Und, mir sei die plumpe Analogie verziehen, ihre Kurzfilme darüber enttäuschen ebenso.

Mehr: " Berlinale Countdown: DEUTSCHLAND '09 " »

Berlinale Countdown:
HAPPY TEARS von Mitchell Lichtenstein (2009)


HAPPY TEARS habe ich 2009 auf der Berlinale gesehen. Ich war froh, für diesen Wettbewerbsfilm Karten bekommen zu haben, und saß gespannt im überfüllten Friedrichstadtpalast. Es wurde dunkel, der Film begann, und das Publikum schrie schon nach fünf Minuten vor Lachen. Und hörte gar nicht mehr auf.

Mehr: " Berlinale Countdown:
HAPPY TEARS von Mitchell Lichtenstein (2009) " »

Berlinale Countdown:
RICKY von François Ozon (2009)

RICKY ist einer der Berlinale Wettbewerbsfilme, der mir noch lange im Gedächtnis geblieben ist, dies nicht nur wegen der verwegenen Story über ein fliegendes Baby in einer Hochhaussiedlung, sondern auch wegen der kontroversen Diskussion mit meiner damaligen Filmbegleitung nach der Premiere. Und auch wenn ich jetzt beim zweiten Sehen den eigentlichen "Clou" des Films ja schon kannte, stellte sich wieder dieses Gefühl von damals ein: Hier tobt sich einer nach Herzenslust aus und zeigt dabei höchst gekonnt, was mit den Mitteln des Kinos so alles möglich ist.

Mehr: " Berlinale Countdown:
RICKY von François Ozon (2009) " »

Berlinale Countdown:
IN THE ELECTRIC MIST von Bertrand Tavernier (2009)

Bertrand Tavenier gelang es mit seiner ersten US-Produktion IN THE ElECTRIC MIST bereits nach wenigen Minuten, mich die unwirtliche Berliner Winterlandschaft außerhalb des Kinos vergessen zu lassen und in mir die Illusion zu erwecken, mich statt dessen mitten in den wabernden Mangrovensümpfen von Louisiana zu befinden.

Abgesehen von der Mordserie, die die Rahmenhandlung dieser Verfilmung des gleichnamigen Kriminalromans von James Lee Burke bildet, verzichtet Travenier ansonsten auf alle gängigen Genrezutaten. Es geht ihm nicht in erster Linie um die filmische Umsetzung einer nervenaufreibenden Jagd nach einem Serienkiller sondern vor allem um eine stimmige Charakterstudie, eingebettet in die Landschaft der amerikanischen Südstaaten. Tommy Lee Jones ist hier nach NO COUNTRY FOR OLD MEN einmal mehr in der Rolle des von inneren Konflikten gequälten Ermittlers zu bewundern, der neben einer nahezu übermächtig scheinenden Front aus Rassismus und organisierter Kriminalität auch noch gegen die eigene Vergangenheit ankämpfen muss.

Mehr: " Berlinale Countdown:
IN THE ELECTRIC MIST von Bertrand Tavernier (2009) " »

Berlinale Countdown:
ANDER von Roberto Caston (2009)

Ander (Joxean Bengoetxea) lebt in den Bergen des Baskenlandes mit seiner Schwester und seiner Mutter. Er bewirtschaftet den Hof der Familie und arbeitet halbtags in einer Fahrradfabrik. Als er sich das Schienbein bricht, stellt er als Aushilfe den peruanischen Hilfsarbeiter José (Christian Esquivel) ein. Was folgt, könnte man als „Brokeback Mountain“ des Baskenlandes bezeichnen – und würde dem Film damit nicht gerecht.

Mehr: " Berlinale Countdown:
ANDER von Roberto Caston (2009) " »

Berlinale Countdown:
HAPPY GO LUCKY von Mike Leigh (2008)

Herzerfrischend!

go_luck.jpg

Wie so oft, war auch der Berlinale-Wettbewerb im Jahr 2008 von Tod und Trauer und Grausamkeiten geprägt. Mitten hinein in dieses Tränenmeer platzte dann Mike Leighs lebensbejahender Film HAPPY GO LUCKY. Leigh hatte ganz entgegen seiner Gewohnheit diesmal kein deprimierendes Sozialdrama auf die Leinwand gebracht, sondern ein beschwingtes Porträt einer wunderbar verrückten Frau, die mit einer schier unbegrenzten Lebensfreude durch London hüpft.

Mehr: " Berlinale Countdown:
HAPPY GO LUCKY von Mike Leigh (2008) " »

Berlinale Countdown:
SNOW CAKE von Marc Evans (2006)

Leise rieselt der Stuss

An richtig schlimme Filme erinnert man sich leider ganz besonders gut. Mir ist von Mark Evans SNOW CAKE aus dem Wettbewerbs-Jahrgang 2006 vor allem im Gedächtnis geblieben, wie sehr ich mich für Sigourney Weaver fremdgeschämt habe. Die Alien-Heroine mimt darin eine autistische Frau, die dem Film wohl seinen besonderen Zauber verleihen soll (Rain Man lässt grüßen…). Ein hinreißend naives Geschöpf, so wird es wohl im Storyboard geheißen haben, verweigert sich der realen Wahrnehmung der Welt – dafür muss man sie einfach lieben! Leider geht das Ganze überhaupt nicht auf.

Mehr: " Berlinale Countdown:
SNOW CAKE von Marc Evans (2006) " »

Berlinale Countdown:
ZEMESTAN von Rafi Pitts (2006)

Ein leiser, starker Film

Zemestan_klein.jpg

Es passiert selten, zumal auf Festivals – aber manchmal ist man völlig gebannt von einem Film, seiner Stimmung, seiner Aura. Mir ist das auf der Berlinale zum ersten Mal im Jahr 2006 so gegangen. Bei Rafi Pitts ZEMESTAN (Winter). Jahre später sollte sich dieses Gefühl bei seinem Drama „The Hunter“ wiederholen. Im Vergleich zu dem jüngeren Film ist ZEMESTAN weniger hart, weniger verzweifelt. Die emotionale Kraft des Nachfolgefilms hat er dennoch.

Mehr: " Berlinale Countdown:
ZEMESTAN von Rafi Pitts (2006) " »

Berlinale Countdown:
BLOODY SUNDAY von Paul Greengrass (2002)

Das große Berlinale-Mantra ist ja das „Wir sind ein politisches Festival!“. Manchmal hat diese etwas eitle Selbstbeschreibung auch etwas mit der Realität zu tun. BLOODY SUNDAY von Paul Greengrass ist ein politischer Film, noch besser – er ist ein politischer Film, der aufklärt, ohne ideologisch einseitig zu sein und dabei auch noch spannend ist. Der Siegerfilm von 2002, der sich mit der Tötung von 13 unschuldigen Zivilisten am 30. Januar 1972 im nordirischen Derry – die Menschen in Derry sprechen von 14 – durch britische Fallschirmjäger auseinandersetzt, ragt nicht nur über die Berlinalegewinner seit dem Jahr 2000 heraus.

Mehr: " Berlinale Countdown:
BLOODY SUNDAY von Paul Greengrass (2002) " »

Berlinale Countdown:
CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND von Hayao Miyazaki (2002)

„Chihiros Reise“ ist ein Film, den ich nicht verstehen musste, um ihn zu lieben. Zum ersten Mal sah ich ihn auf Japanisch mit französischen Untertiteln und muss gestehen, dass mir die Handlung weitgehend schleierhaft blieb. Was mich, wie in allen Filmen von Hayao Miyazak, begeisterte, waren die märchenhaften Bilder, Traumlandschaften voller Weite und Geheimnis.

Mehr: " Berlinale Countdown:
CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND von Hayao Miyazaki (2002) " »

Berlinale Countdown:
DER SCHÖNE TAG von Thomas Arslan (2001)

Sephil Turphan als Deniz in DER SCHÖNE TAG
Sephil Turphan als Deniz in DER SCHÖNE TAG (Quelle: Peripherfilm)

Irgendwie gehören MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec und DER SCHÖNE TAG von Thomas Arslan zusammen, für mich jedenfalls. Nicht nur weil sie beide auf der Berlinale 2001, der ersten am Potsdamer Platz, im Forum liefen. Sie haben beide diese nachdenkliche Traurigkeit, in der man sich wiedererkannt fühlt.

Mehr: " Berlinale Countdown:
DER SCHÖNE TAG von Thomas Arslan (2001) " »

Berlinale Countdown:
MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec (2001)

mein_langsames_leben_filmstill.jpg
Ursina Lardi und Andreas Patton in Mein langsames Leben (Quelle: Peripher Filmverlein)

Eine Top-Ten der Berlinale-Filme habe ich nicht. Ich könnte den besten Berlinale-Film nicht benennen, den ich gesehen habe. Aber der Film, der mich am nachhaltigsten beeindruckt hat, war MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec.

In der Erinnerung habe ich diesen Film im Sommer gesehen. Doch, wie die meisten wissen, lag schon lange vor 2001 die Berlinale wie alle Berlinalen seit 1978 im Winter. Dabei ist der Film eigentlich ein Herbstfilm, obwohl er die meiste Zeit im Sommer spielt.

Mehr: " Berlinale Countdown:
MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec (2001) " »

Berlinale Countdown:
MAGNOLIA von Paul Thomas Anderson (2000)

Sie sieht sehr strahlend aus, diese Welt in MAGNOLIA, vielleicht ein wenig zu verlogen ist sie unter dem Strahlen. Bis der Froschregen kommt. Für Episodenfilme typisch, berühren sich die diversen Geschichten von neun Hauptfiguren, ohne dass diese es bemerken. Am Anfang des Films steht ein Wetterbericht: „Teilweise bewölkt, 82% Regenwahrscheinlichkeit“. Der Film wird im weiteren Verlauf durch Wetterberichte aufgeteilt und verbindet die disparaten Geschichten in Raum und Zeit.

Es geht um vertrackte oder zerhackte, verlogene oder verlorene Beziehungen und irrationale Träume, es geht um den Tod und den Wunsch nach dem richtigen Leben.

Mehr: " Berlinale Countdown:
MAGNOLIA von Paul Thomas Anderson (2000) " »

Berlinale Countdown:
A THIN RED LINE von Terrence Malick (1999)

Sehr schweigsam hat der Film uns gemacht. So schweigsam, dass das rituelle Nach-Film-Bier ausfiel. Was gab es noch zu sagen? Nach solchen Bildern, solch einem Film. Inzwischen habe ich alle Malickfilme gesehen. Dieser bleibt der eindrücklichste und ausgewogenste.

Ebenfalls auf der Berlinale lief vor ein paar Jahren A NEW WORLD: Sehnlichst erwartet und dann eine Katastrophe. TREE OF LIFE gewann in Cannes - und kaum ein Gewinner dürfte so sehr gespalten haben. Malick riskiert etwas mit jedem Film und so manches Mal scheiterte er.

Zu finden sind die Malickzutaten aus roher, unbeeindruckter Natur und menschlichen Wünschen wie Unzulänglichkeiten in all seinen Werken. Auch in dem Gewinnerfilm A THIN RED LINE (Der Schmale Grat). Da gelang ihm darüber hinaus ein Ensemblefilm mit dutzenden Schauspielern, ein Naturfilm mit minutenlangen Einstellungen von Dschungel und Getier, ein Kriegsfilm mit den üblichen Zutaten, ein Essayfilm über den Mensch in der Masse, ein Drama um Leben, Tod und Sehnsucht. Alles, was in A NEW WORLD total und in TREE OF LIFE eher misslang, glückte hier: Einen Film zu schaffen, der irgendwie von allem handelt, was Menschsein ausmacht.

Mehr: " Berlinale Countdown:
A THIN RED LINE von Terrence Malick (1999) " »

Berlinale Countdown:
THE BIG LEBOWSKI vonEthan Coen und Joel Coen (1998)

Ok, ich gebe es ja zu -ich habe THE BIG LEBOWSKI nicht auf der Berlinale im Februar 1998 gesehen, sondern im Münchner Kino Türkendolch im März 1998, immerhin in der Originalversion. Auf der Berlinale hatte der Film im Wettbewerb nicht für Aufsehen gesorgt und natürlich hatte er keinen Preis gewonnen. Humor auf der Berlinale, das ist ohnehin ein schwieriges Thema. Außerdem wette ich, dass Jury, Kritiker und Publikum ähnlich verwirrt aus dem Kino gekommen sind, wie ich.

Mehr: " Berlinale Countdown:
THE BIG LEBOWSKI vonEthan Coen und Joel Coen (1998) " »

Berlinale Countdown:
THE PEOPLE VS. LARRY FLYNT von Miloš Forman (1997)

Von den Goldener-Bär-Gewinnern hört man nie wieder was! Die kommen nicht einmal ins Kino! Nöl! Nöl! Nöl! Yada, yada, yada! Die Leier trifft jedenfalls auf den Siegerfilm von 1997 nicht zu. THE PEOPLE VS. LARRY FLYNT von Miloš Forman spielte zwar nicht besonders viel Geld ein. Der Film über das Leben von Pornoverleger Larry Flynt, seine Gerichtsprozesse und schließlich das Attentat, das ihn zum Rollstuhlfahrer machte, entfachte eine lebhafte Diskussion über Pornographie und Redefreiheit, die auch die Politik in den USA beschäftigte. Wer hätte das gedacht: Bei der Berlinale gewinnen Filme, die spannend, unterhaltsam UND politisch sind.

Mehr: " Berlinale Countdown:
THE PEOPLE VS. LARRY FLYNT von Miloš Forman (1997) " »

Berlinale Countdown:
SMOKE von Wayne Wang (1995)

Es hätte der Einstieg eines tollen Autors ins Filmgeschäft sein können - Spezialpreis der Jury auf der Berlinale. Das Drehbuch stammte von Paul Auster, damals einem der Lieblingsautoren der Deutschen. Wayne Wang hat‘s dann gefilmt mit netter Besetzung (u.a. Harvey Keitel, William Hurt, Forest Whitaker). Und mit BLUE IN THE FACE gab es sogar noch eine Star-gespickte Improvisation, die dem Zuschauer die Frage ersparte, wie es wohl weitergeht mit Auggie und dem Tabakladen, mit Brooklyn und den Rauchern.

Mehr: " Berlinale Countdown:
SMOKE von Wayne Wang (1995) " »

Berlinale Countdown:
BEFORE SUNRISE von Richard Linklater (1995)

Ein Film, der mich bis heute durchs Leben begleitet, auch wenn ich ihn nach 1995 nur noch einmal anschaute, ja wahrscheinlich genau deshalb. Die Erstbegegnung war ein Volltreffer. Die Figuren im Film im gleichen Alter (gespielt von Ethan Hawke und Julie Delpy) sprachen über Dinge, die jeden in dem Alter so beschäftigen: Liebe, Zukunft, das richtige Leben. Ich habe wohl nie zuvor einem Film so genau gelauscht und wollte viele Sätze noch im Dunkeln aufschreiben, die da gesprochen wurden.

Mehr: " Berlinale Countdown:
BEFORE SUNRISE von Richard Linklater (1995) " »

Berlinale Countdown 2012

Die Berlinale nähert sich mal wieder mit Siebenmeilenstiefeln. Am 9. Februar geht es los und die Redaktion von Festivalblog rüstet sich bereits zur Berichterstattung. Doch schon jetzt berlinalet es schon ganz gewaltig auf unserer Website: Um uns adäquat auf das bevorstehende Filmfest einzustimmen, hat sich die Redaktion von den Tops und Flops der vergangenen Berlinale-Jahrgänge inspirieren lassen: Vom 14. Januar an finden sich auf festivalblog.com Texte zu besonders positiv oder negativ in Erinnerung gebliebenen Festivalfilmen, außerdem allerhand nützliche Tipps rund ums Berlinale-Geschehen (von den nettesten Cafés bis zu den kürzesten Warteschlangen). Außerdem haben wir auch diesmal nette kleine Beobachtungen „am Wegesrand“ aufgelesen, um Sie unseren Leserinnen und Lesern präsentieren zu können. Der Countdown dieser Vorab-Texte läuft dann bis zum 9. Februar.

Bis dahin findet sich auf unserer Website auch die Vorberichterstattung zu allen Sektionen der Berlinale - sodass man sich schon einmal informieren und einstimmen kann.

Pünktlich zum Festivalbeginn legt die Redaktion dann richtig los: Wir stellen ganz aktuell Rezensionen zu den Festivalbeiträgen und bunte Artikel rund um die Berlinale ein, die von Euch natürlich gerne kommentiert werden können.

Wir freuen uns schon auf die Berlinale - freut Ihr Euch mit auf festivalblog.com!

Impressum