Blog-Artikel von Andreas Tai

13.02.13 19:55

SHOAH von Claude Lanzman

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Von 1974-1985 hat Claude Lanzmann Zeitzeugen des Holocaust befragt; Opfer wie Täter. Er hat die ehemaligen Stätten der Vernichtung besucht und die Bilder mit den Interviews zusammengeschnitten. Die Gesamtlänge der Dokumentation beträgt 9 Stunden.

Auf der Berlinale feierte die digitale Rekonstruktion von SHOAH seine Premiere und wurde im Rahmen der Hommage an Claude Lanzmann gezeigt.

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In the Limelight: Gespräch mit Jane Campion im HAU

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Die Nähe zwischen Film und Filmemacher entsteht durch die Anwesenheit der Regisseure. Die Q&A Session mit ihnen am Ende einer Vorstellung gehört mit zum Besten, was die Berlinale zu bieten hat. Leider sind sie meist viel zu kurz. Es ist daher sehr lobenswert, dass die Berlinale die letztes Jahr begonnene Gesprächsreihe fortsetzt. Dieses Jahr ist sie als Teil des Talentcampus vom Haus der Berliner Festspiele in das Hebbel-Theater gezogen.

Für eine Regisseurin mit so einem beachtenswerten Werk wie Jane Campion ist es genau der richtige Rahmen. Natürlich war bei dem Gespräch mit Peter Cowie auch TOP OF THE LAKE ein Thema. Campion berichtete von der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der BBC, die den Film co-produziert hat. Doch auch andere Werke der neuseeländischen Regisseurin wie SWEETIE, AN ANGEL AT MY TABLE oder THE PIANO wurden diskutiert.

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Steven Soderbergh and Jude Law auf der Pressekonferenz von SIDE EFFECTS

Videokritik zu PARDÉ von Jafar Panahi und Kambozia Partovi

Christian Caravante über den Film PARDÉ (Closed Curtain) von Jafar Panahi und Kambozia Partovi.

Halbzeit im Berlinale Wettbewerb

Anlässlich der Halbzeit der Berlinale zieht Steffen Wagner ein Resumé zum bisherigen Wettbewerbsprogramm.

12.02.13 8:30

Videokritik zu BEFORE MIDNIGHT von Richard Linklater

Pressekonferenz zu BEFORE MIDNIGHT mit Julie Delpy und Ethan Hawke

11.02.13 18:17

MES SÉANCES DE LUTTE (Love Battles) von Jacques Doillon

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Zumindest in diesem Jahr war es wohl die am wenigsten besuchte Pressekonferenz. Vielleicht zehn Journalisten verlieren sich zu MES SÉANCES DE LUTTE in dem Presseraum des Hyatt. Zur gleichen Zeit läuft BEFORE MIDNIGHT mit Julie Delpy und Ethan Hawke. Dagegen hat es ein französischer Dialogfilm selbstverständlich schwer.

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10.02.13 11:47

I USED TO BE DARKER von Matt Porterfield

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I USED TO BE DARKER ist wie der Klang einer Gitarre, eines Akkords. Langsam entwickelt sich der Klang und erfasst so über 90 Minuten eine Konstellation von menschlichen Beziehungen und Gefühlen.

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Berlinale 2013: Pressekonferenz zu GOLD von Thomas Arslan

Berlinale 2013: Videokritik zu Gold von Thomas Arslan

09.02.13 10:02

BELLEVILLE BABY von Mia Engberg

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Erinnerungen sind etwas Vages. Die Grenzen zwischen Erlebten und Erfindung sind fließend. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wenn wieder eine Erinnerung nach oben gespült wurde, ob man dies wirklich erlebt oder doch nur geträumt hat. BELLEVILLE BABY stellt infrage, ob das überhaupt wichtig ist, denn die Erinnerung selbst ist ja real und sie drückt immer etwas Wahrhaftes aus: ein Gefühl, ein Verlangen oder einen Mangel.

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Matt Damon und Gus van Sant auf der Pressekonferenz zu PROMISED LAND

07.02.13 20:44

Berlinale 2013: Zwei Gesichter des Roten Teppichs

Femen-Protest auf der Berlinale

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Eine Femen-Aktivistin protestierte bei der Berlinale Gala gegen Genitalverstümmelung und die Ordner hatten einige Mühe sie vom Gerüst herunterzuholen.

Jane Fonda

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Die 75-jährige Schauspielerin hat keinen Film auf der Berlinale, sie ist aber "das Gesicht" des Hauptsponsors L'Oréal

Vorstellung der Wettbewerbsjury

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Wong Kar Wai weiß, wie man Berlin „umcharmt“. Mit dunkler Sonnenbrille und perfektem Englisch lobte er die Berlinale als ein Festival, in der auch soziale Themen eine Rolle spielen. Tim Robbins würdigte ebenfalls den Mut der Berlinale, politisch unbequeme Filme zu zeigen. Der deutsche Filmregisseur Andreas Dresen freute sich wiederum über die große Anzahl an osteuropäischen Filmen im Wettbewerb. Diese habe er in den letzten Jahren vermisst.

Auffallend viele Fragen gingen an die iranische Künstlerin Shirin Neshat. Neshat stellte heraus, welch große Rolle die Berlinale spiele und dass in diesen Tagen die ganze iranische Filmwelt auf Berlin schaue. Von besonderer Bedeutung sei, dass die Berlinale den neuen Film von Jafahr Panahi eingeladen habe.

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06.02.13 19:29

Erste Berlinale Impressionen

Fotos, die aus jedem Berlinale Jahr stammen könnten und gerade deshalb die Vorfreude in Gewissheit umschlagen lassen: Es geht los!

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Die Aufbauten vor dem Berlinale Palast sind fast abgeschlossen

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04.02.13 6:30

Berlinale Tipps: Die kürzesten Wege auf der Berlinale

Der persönliche Berlinale Filmplan ist oft dicht gedrängt und meist knapper kalkuliert als die Füße tragen. Das gemütliche Gehen wird zum strammen Schritt, dann fängt man locker an zu laufen, um dann am Ende in Panik zu rennen. Es kommt auf jede Minute an. Man weiß: diejenigen, die keine Karte mehr bekommen haben, stehen bereits in Schlangen vor dem Kinosaal und hoffen darauf, dass man es nicht mehr rechtzeitig schafft.

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03.02.13 8:55

Berlinale Kartentipps & -tricks

Berlinale Tickets

"Och...es ist ja Berlinale....da schaue ich mal in das Programm, was heute Abend so läuft." Tja, weit gefehlt, so funktioniert es leider, leider (meistens) nicht! Karten für die begehrten Filme sind schnell ausverkauft. Es lohnt sich also, die richtige Kartenstrategie zu haben.

Wann beginnt der Vorverkauf?

Die ersten Karten gibt es am Montag, den 4.2. um 10:00h. Es gelten verschiedene Vorverkaufsfristen. Hier die wichtigsten Regeln:


  1. Ganz, ganz wichtig: Für alle Vorstellungen im Friedrichstadtpalast und alle Vorstellungen am letzten Berlinale Tag - Sonntag, der 17.2. - gelten keine Vorverkaufsfristen. Ab 4.2. kann für jede dieser Vorstellungen Karten gekauft werden.*

  2. Wiederholungen im Wettbewerb haben eine Vorverkaufsfrist von 4 Tagen.

  3. Alle sonstigen Vorführungen haben eine Vorverkaufsfrist von 3 Tagen.

  4. Am Tag der Vorstellung endet der Vorverkauf. Dann gibt es nur noch Karten an den Tageskassen.

  5. Der Vorverkauf beginnt um 10 Uhr.

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30.01.13 8:00

Berlinale Kamera

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Isabella Rosselini auf der Berlinale 2011

Jedes Festival hat seine Ehrenpreise. Auf den Berliner Filmfestspielen soll die Berlinale Kamera eine besonders starke Bindung zwischen dem Festival und den ausgezeichneten Künstlern ausdrücken. Isabella Rossellini und Rosa von Praunheim sind dieses Jahr die Glücklichen.

Rosa von Praunheim war bereits vor 30 Jahren mit ROTE LIEBE im Forum. Seit dem war der Wegbereiter des schwulen deutschen Films mit 20 Werken auf der Berlinale. Letztes Jahr ist Praunheim 70 Jahre geworden und brachte dazu gleich einmal 70 neue Filme auf einmal heraus.

Isabella Rosselini ist auch ein Berlinale Dauergast. Vor zwei Jahren hatte sie den Vorsitz in der Wettbewerbs-Jury. Dieses Jahr ist sie im Forum Expanded mit MAMMAS, eine Fortsetzung ihrer Kurzfilmreihe GREEN PORNO.

28.01.13 22:00

Wettbewerbs-Jury der Berlinale 2013

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Wong Kar Wei, Susanne Bier und Andreas Dresen: Es gibt sicherlich nicht wenige Filmkritiker und Filmliebhaber, die diese Drei in der Liste ihrer Lieblingsregisseure haben. Nun haben sie 10 Tage lang Zeit sich näher kennenzulernen, denn sie sitzen gemeinsam in der Wettbewerbs-Jury für die Berlinale 2013.

Schon die Vorstellung Andreas Dresen neben Wong Kar Wai zu sehen, steigert die Vorfreude auf die kommende Berlinale Ausgabe. Hier treffen zwei anspruchsvolle, aber total unterschiedliche Filmkunstwelten aufeinander: IN THE MOOD FOR LOVE neben SOMMER VOM BALKON.

Dass auch Susanne Bier der Juryeinladung gefolgt ist, hat etwas von einer verspäteten Entschuldigung. Bier war schon 2008 in die Jury berufen worden, schockte dann aber die Festivalorganisatoren als sie sehr, sehr kurzfristig (am Eröffnungstag!) absagte.

Von Tim Robbins kann man sich solche Unzuverlässigkeiten eigentlich gar nicht vorstellen. Er hat nicht nur für seine Rolle in MYSTIC RIVER einen Oscar bekommen, sondern ist auch Träger des französischen Ordens Officier de l'Ordre des Arts. Als Regisseur hat er zwar nicht viele, dafür aber hochgelobte Filme realisiert. 1996 war er mit seinem zweiten Regiewerk DEAD MAN WALKING auf der Berlinale (Sean Penn gewann damals den Silbernen Bären).

Multitalente sind auch sonst in der Jury gut vertreten: die Iranerin Shirin Neshat ist Videokünstlerin und Regisseurin, Ellen Kuhas (USA) kann neben Regie vor allen Dingen Kamera (BLOW, SUMMER OF SAM) und Athina Rachel Tsangar ist sowohl als Produzentin als auch Regisseurin das Vorzeigegesicht des neuen griechischen Kinos.

Vielleicht gibt es ja überhaupt keine Gerechtigkeit bei der Vergabe von Festivalpreisen...aber angenommen es gäbe sie: dann hätte diese Jury alle Kompetenz der Welt, um einen würdigen Goldbären auszuwählen.

23.01.13 7:30

Berlinale 2013: Special Screenings im Forum

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Filmstill aus PORTRAIT OF JASON von Shirley Clarke

Neben dem Wettbewerb hat auch das Forum eine Reihe mit Special Screenings. Gezeigt werden historisch besonders wertvolle Filme, die so vor dem Vergessen bewahrt werden. Einer dieser Filme ist LE COUSIN JULES, der einzige Langfilm von Dominique Benicheti. Das als Meilenstein des Dokumentarfilms beworbene Filmkunstwerk widmet sich dem ritualisierten Alltag eines 80-jährigen Burgunder Bauern und Eisenschmieds.

Eine Besonderheit ist auch CHEONGCHUN-EUI SIPJARO (Crossroads of Youth) von Ahn Jong-hwa. Es ist der älteste erhaltene koreanische Spielfilm. Gezeigt wird der Stummfilm mit Orchester, Sängern und Erzählern.

Bei vielen Filmen reicht es nicht aus, sie nur zeigen. Will man sie bewahren, muss man auch ihren materiellen Bestand sichern. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Projekten zeigt das Forum restaurierte Fassungen von drei Regisseuren.

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17.01.13 5:29

Berlinale 2013: Forum gibt Programm bekannt

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Filmstill Stemple Pass

Beim Programm des Internationalen Forum des Jungen Films hat man zwei Möglichkeiten: Man gibt ratlos auf oder man wagt neugierig eine Filmexpedition. Die Zeiten, als Filmemacher immer wieder ins Forum zurückkehrten, scheinen vorbei. Mit Christoph Terhechte als Leiter besinnt sich die Sektion immer mehr auf ihren Namen. Das Forum zeigt junges, bisher ungesehenes Kino. Sobald ein Regisseur im Forum Erfolg hat, findet man ihn in den folgenden Jahren schnell (manchmal zu schnell) in den Sektionen Wettbewerb oder Panorama.

Eine Ausnahme bildet hier der amerikanische Dokumentarfilmer James Benning. Sein zweistündiger Forumsbeitrag STEMPLE PASS hat vier statische Einstellungen. Er filmt eine Landschaft aus immer denselben Blickwinkel zu den vier Jahreszeiten. Den Mut Bennings filmische Stillleben in den Wettbewerb zu schicken, hat Dieter Kosslick bisher noch nicht aufgebracht.

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Filmstill Stemple Pass

14.01.13 8:34

Berlinale 2013: Programm des Berlinale Wettbewerbs fast komplett

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Martina Gedeck in LA RELIGIEUSE

Die Berlinale hat neun weitere Wettbewerbsbeiträge veröffentlicht. Auch wenn keiner der Filme heraussticht, machen einige neugierig, wie z.B. der Beitrag von Thomas Arslan.

Arslan ist bereits seit fast 20 Jahren regelmäßig auf der Berlinale, bisher allerdings immer in den Sektionen Forum und Panorama (u.a. mit IM SCHATTEN, FERIEN und DER SCHÖNE TAG). GOLD ist sein erster Beitrag im Wettbewerb der Berlinale. Auch in anderer Hinsicht betritt Arslan Neuland. Er beschäftigt sich erstmals mit einem historischen Stoff. In GOLD machen sich Ende des 19. Jahrhunderts deutsche Einwanderer auf den beschwerlichen Weg zu den Schürfgründen im Norden Kanadas. Die Hauptrolle spielt Nina Hoss, die ja sonst fest vom Regie-Kollegen Christian Petzold gebucht ist.

Auf dem Blog der Filmzeitschrift Revolver findet sich ein Ideenentwurf von Arslan in der Frühphase des Projekts sowie Bilder vom Set.

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07.01.13 8:00

Berlinale 2013: Die ersten 6 Filme des Wettbewerbs

Ein Festivalhattrick, amerikanisches Arthousekino mit Hollywood-Stars und ein 3D-Animationsfilm: Bereits die erste Auswahl des Wettbewerbs zeigt eine bunte Mischung und stellt verschiedenste Ansprüche zufrieden.

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28.10.12 20:22

I WANT MY COUNTRY BACK – THE TEA PARTY von Astrid Schult

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Immer wieder liest man von der Tea Party Bewegung in den USA, einer Gruppierung am rechten Rand der Republikaner, die nicht nur Obama, sondern auch der eigenen Partei das Leben schwermacht. Noch gut kann man sich an die Aufregung um die wohl prominenteste Tea Party Vertreterin Sarah Palin erinnern. Sie trat 2008 für die Republikaner als Vize-Präsidentschaftskandidatin an.

Trotzdem bleibt die Tea Party nur schwer greifbar. Wer sind die Aktivisten an der Basis? Was treibt sie an? Was für Menschen sind das? Offene Fragen, die sicherlich zu dem großen Interesse bei der Hofer Premiere von Astrid Schults Dokumentartfilm beigetragen haben.

Schult, die 2006 auf der Berlinale mit ZIRKUS IS NICH debütierte, hat acht Wochen in den USA recherchiert, bevor sie sich entschlossen hat, die Bewegung im Bundesstaat Tennessee zu filmen. Sie lässt in Wechsel mit Bildern von Tea Party Treffen und Seminaren eine Handvoll eloquenter Aktivisten zu Wort kommen, u.a. Ben Cunningham, Ken Marrero und Tess C. Die Regisseurin hat den Beteiligten versprochen, sie auch in der Nachbearbeitung des Films fair zu behandeln. Soweit man es als Zuschauer beurteilen kann, ist sie dem auch nachgekommen. Obwohl es einiges an Selbstkontrolle gekostet hätte, wie Schult auf den Hofer Filmtagen erzählt, hat sie die Aktivisten einfach erzählen lassen, ohne zu unterbrechen oder kritische Nachfragen zu stellen. Dadurch macht sie nicht nur die Einstellungen, sondern auch die Emotionen sichtbar, die die Tea Party-Mitglieder antreiben.

Die Interviewten sind gerührt von sich und den Ausführungen anderer Tea Party Anhänger, sie weinen, wenn sie an die Zukunft Amerikas denken oder sie reden sich in Rage. Ihre Devise ist ein radikaler Individualismus, in dem jeder sich selbst der Nächste ist. Eine freie Krankenversicherung wirkt für sie wie der blanke Hohn. Durch Steuererhöhungen und Sozialpolitik sehen sie ihren Besitzstand bedroht. Sie fühlen sich betrogen, belogen und in ihrer Empörung schrecken sie vor keiner noch so haarsträubenden These zurück. Der Vergleich zwischen Obama und Hitler taucht z.B. immer wieder auf.

Zwischen den Interviewsequenzen hat Schult mehrmals Schrifteinblendungen mit Informationen zur Boston Tea Party platziert. Obwohl sie sich an Fakten hält, signalisieren Auswahl und Wortwahl die eigene Position der Regisseurin. Dies ist die einzige Stelle, wo man sich überlegt, ob Schult nicht auf etwas hätte verzichten können, denn die Bilder und die Selbstdarstellungen der Tea Party Aktivisten sind bereits entlarvend genug.

Eine gekürzte Fernsehfassung von I WANT MY COUNTRY BACK – THE TEA PARTY wird am 30.10.um 22:05h auf Arte und am Tag der Wahl (6.11.) um 11:30h im SWR gezeigt. Der Film sei nicht nur denjenigen empfohlen, die sich für die Tea Party Bewegung interessieren. Er sagt auch viel aus über die USA und seine nationalen Mythen.

DEN SKALDEDE FRISØR (Love is all you need) von Susanne Bier

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Auch so kann man Entertainment Kino machen. Gut so, Susanne Bier! Warum sollte man das Feld auch einfallslosen Hollywoodstreifen überlassen?

Schon beim Vorspann von DEN SKALDEDE FRISØR wird man beschwingt von dem Lied mitgenommen, das uns den ganzen Film über begleitet: "That´s Amore" von Dean Martin. Die Kamera zeigt Luftaufnahmen der italienischen Amalfiküste und das Meer ist so azurblau, dass der Postproduktion die Regler ausgerutscht zu sein scheinen. Man fragt sich, ob Susanne Bier hier gerade die Seiten wechselt oder dann doch alles ironisch gemein ist. Schließlich ist die dänische Regisseurin nicht gerade für leichte Kost bekannt. Am Ende stimmt wohl beides.

Schon bei der nächsten Einstellung wird klar, dass auch die unschönen Seiten unseres Daseins nicht ausgespart bleiben. Ida (Trine Dyrholm) sitzt bei einer Ärztin. Der Krebs ist zwar nicht mehr nachweisbar, aber er kann, so die Ärztin, immer wiederkommen. Nicht viel später überrascht Ida ihren Ehemann in flagranti auf dem Sofa mit Tilde aus der Buchhaltung. Er hat vergessen, dass Ida nicht mehr zur Chemotherapie muss. Schlechte Vorzeichen für ein in Kürze anstehendes Fest: die Hochzeit ihrer Tochter Astrid.

Astrid (Molly Blixt Egelind) hat vor 4 Monaten Patrick (Sebastian Jessen) kennengelernt. Es ist die große Liebe und sie heiraten auf dem leerstehendem Palaco von Patricks Vater, das malerisch auf der Meeresküste thront. Schon bald nach der Anreise der Familien des Hochzeitspaars zeigt sich, dass nicht nur Ida ihre Probleme mit nach Italien genommen hat. Patricks Vater (Pierce Brosnan) ist nach dem Tod seiner Frau beziehungsunfähig, seine polterige Schwägerin verbirgt ihr Unglück hinter ohrenbetäubenden Lachen und Idas Sohn kann mit seinem Vater nach dessen Affäre noch weniger anfangen. So schleichen sich nach und nach die Makel der Realität in das Postkartenidyll.

Familienfeste, besonders Hochzeiten, sind der ideale Filmstoff, um ein Drama genussvoll auf die Spitze zu treiben. Das hat Bier in ihrem Film EFTER BRYLLUPPET (Nach der Hochzeit) eigenhändig vorgeführt. Doch DEN SKALDEDE FRISØR verliert selten den amüsanten Grundton. Statt Familiendrama bleibt der Film eine Familienkomödie. Das Besondere aber ist, dass Bier die Personen, ihre inneren Konflikte und Kämpfe nicht verrät. Bier schleust die Wirklichkeit in die Struktur einer harmlosen Sonntagnachmittagskomödie, ohne dem Zuschauer wehzutun.

Dieser kann auch während des Abspanns "That´s amore" leise mitträllern und über den Sinn des Liedes neu nachdenken.

27.10.12 12:50

FC Hofer Filmtage vs. FC Hofer Filmwelt

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"Ob es windet oder schneit: Die Kugel rollt". Heinz Badewitz gab sich zufrieden in seiner Doppelfunktion als Festivalleiter und Präsident zweier gegnerischerer Fußballmannschaften. Auch mehrere Zentimeter Schnee konnten das alljährliche Kräftemessen von FC Hofer Filmtage (Mitarbeiter und Fans des Festivals) gegen FC Filmwelt (Schauspieler, Regisseure, Produzenten) nicht verhindern.

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Trotz der widrigen Verhältnisse gaben die Spieler mal wieder alles und machten der über 40-jährigen Tradition des Events alle Ehre. Am Ende musste sich das Hofer Festivalteam der Hofer Filmwelt mit 0:1 geschlagen geben.

Hofer Filmtage 2012 - Ankunft

Es ist wie ein Naturgesetz: der Einstiegseintrag zu einem Festival gleicht immer dem des Vorjahrs: Auf der Berlinale friert man am roten Teppich, in sonnigen San Sebastian genießt man Tapas am Atlantik und auf den Hofer Filmtagen, ist man überrumpelt vom familiären Charme und den Kontrast zwischen Filmwelt und "unprätentiöser" Frankenstadt. Aber wenn das alles nun mal so ist? Wenn man wieder zum ersten Mal im Hofer Pressebüro steht, Festivalleiter Heinz Badewitz seine Gäste herzt, eine geschenkte Weinflasche abstellt, seine Pressekollegin einen orangen Sticker mit „Heinz“ draufklebt und Badewitz ausruft: "So, jetzt muss ich aber ins Kino", dann ist das wie die Fortsetzung einer Heimat auf Zeit.

Seit Mittwoch laufen in Hof wieder erlesende Premieren internationaler und (vor allem) deutscher Produktionen. Neben Starfilmen wie KILLING THEM SOFTLY mit Brad Pitt und LOVE IS ALL YOU NEED von Susanne Bier und mit Pierce Brosnan gibt es die Regiedebüts der Schauspielerinnen Sylvie Testud (LA VIE D'UNE AUTRE) und Nora Tschirner (WAITING ROOM). Während Testud in ihrem Spielfilm auf feste Größen wie Juliette Binoche und Mathieu Kassowitz vertraut, hat sich Tschirner mit ihrer Co-Regisseurin Natalie Beer die Freiheit genommen, einen Dokumentarfilm über vier angehende Mütter in Äthiopien zu machen.

Aber in Hof geht es nicht nur um die großen Namen. Hof ist immer auch DIE Bühne für Absolventen der deutschen Filmhochschulen. Hier (wie auch im gesamten Programm) konnte man sich bisher immer auf das Gespür von Badewitz und Team verlassen.

18.02.12 20:15

Bären 2012

Goldener Bär für den besten Film

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CESARE DEVE MORIRE von Paolo und Vittorio Taviani

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17.02.12 18:14

TABU von Miguel Gomes

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Bei einem Film gibt es immer zwei Belichtungsprozesse. Beim ersten Mal fällt das von der Umgebung reflektierte Licht auf Zelluloid oder auf einen Chip. Das zweite Mal fällt das Licht der Filmprojektion auf das Bewusstsein des Zuschauers. Durch die erste Belichtung entsteht eine klar definierte und technisch fassbare Abfolge von Hell und Dunkel. Bei der zweiten Belichtung können aus einem Werk mehrere Filme entstehen, die so zahlreich sind wie die Zuschauer des Werks.

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ULRIKE OTTINGER - DIE NOMADIN VOM SEE von Brigitte Kramer

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Ulrike Ottinger ist seit vier Jahrzehnten eine der einflussreichsten deutschen Filmregisseurinnen. Es ist daher schon verwunderlich, dass es noch keine Filmporträt zu ihr gibt. Brigitte Kramer hat dies gemerkt und eines gemacht. Leider wird derjenige, der sich von ULRIKE OTTINGER - DIE NOMADIN VOM SEE einen tieferen Blick in Leben und Werk der Künstlerin erhofft, enttäuscht. Mehr als um das Werk selbst geht es hier um die Verehrung für das Werk.

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15.02.12 9:49

KASHI (Choked) von Kim Joong-hyun

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Wir leben in einem Netz von Beziehungen. Wenn eine Figur in diesem Netz fällt, dann spürt jeder die Erschütterungen. Ohne eigenes Verschulden kann uns ein Sog nach unten ziehen.

In der Regel sind es die Eltern, die aufgrund der Verirrungen ihrer Kinder kein ruhiges Leben führen können. In KASHI ist es dagegen die Mutter, die ihren erwachsenen Kindern einiges zumutet. Sie ist eines Tages verschwunden. Der Grund: Sie steckt bis zum Hals in Schulden. Nach der Flucht muss sich ihr Sohn Youn-ho (Um Tae-go) mit den Gläubigern herumschlagen. Diese lauern ihn auf oder dringen sogar in seine Wohnung ein. Als auch eine zwielichtige Gestalt ihn unter Druck setzt, beginnt Youn-ho´s anfängliche Ruhe zu schwinden. Die Verwicklungen stellen jetzt auch die Beziehung zu der Frau, die er bald heiraten möchte, infrage.

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14.02.12 17:58

BESTIAIRE von Denis Côté

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Regisseur Denis Côté macht es auffallend Spass, die Zuschauer zu irritieren. Das merkt man spätestens, wenn von einer 200qm Leinwand zwei Minuten lang in Nahaufnahme ein Wasserbüffel herunterschaut.

Côté hat Tiere in einem Afrika-Safaripark gefilmt: Zebras, Elefanten, Löwen, Antilopen, Lamas. Größtenteils werden die Tiere in ihren Käfigen gezeigt. Außerdem hören wir in einigen Szenen, wie sie mit ihren Hufen und Tatzen gegen die Käfigtüren schlagen. Es entsteht eine beunruhigende Atmosphäre, die man aus diversen Gefängnisfilmen kennt.

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13.02.12 14:36

PARABETON - PIER LUIGI NERVI UND RÖMISCHER BETON von Heinz Emigholz

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Heinz Emigholz macht keine Filme über Architektur. Er macht Architekturfilme. Im Gegensatz zur etablierten Architekturfotografie ist das Genre des Architekturfilms Neuland und Heinz Emigholz kann für sich beanspruchen, es massgeblich zu prägen.

Emigholz stellt in PARABETON die Bauten des Architekten Pier Luigi Nervi den römischen Großbauten aus der Zeitenwende gegenüber. Gemeinsam ist beiden Stilen die massgebliche Verwendung von Beton als Baumaterial. Emigholz erkundet die Gebäude aus verschiedenen Perspektiven mit festen Einstellungen. Einen Kommentar gibt es nicht. Hintergrundgeräusche wie das Flattern von Tauben in der Stille der verlassenden Industriekomplexe bilden eine Soundcollage zu den Bildern.

Das Faszinierende ist: es funktioniert.

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12.02.12 21:07

Shah Rukh Khan auf der Berlinale Premiere von DON

Das Ausharren in eisiger Kälte hat sich für die Fans von Shah Rukh Khan gelohnt: Als er mit mehrstündiger Verspätung ankam, nahm er sich die Zeit und gab "fast" allen ein Autogramm.

Shah Rukh Khan in Berlin

Ein Superstar kann sich so einiges leisten. Shah Rukh Khan wusste es bei der Berlinale-Premiere seines Films DON auszureizen. Er liess Fans und Journalisten geschlagene 2,5 Stunden bei -12 Grad warten. Angeblich hatte sein Flug Verspätung. Nach und nach gaben Fernsehteams und Fotografen entnervt auf.
Die Berlinale hatte Mitleid und verteilte an die wartenden Fans heißen Kaffee. Auch Dieter Kosslick zeigte sich wieder sehr empathisch: Er holte einen sehr jungen Fan mit seiner Familie, die keine Karten mehr bekommen hatten, in der Friedrichstadtpalast. Berlinale: ein Festival mit Herz.

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10.02.12 21:05

ELLES von Malgoska Szumowska

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© SZYMON ROGINSKI

Wenn es um Prostitution geht, dann verbindet man dies sofort mit Unterdrückung, Illegalität und Männerdominanz. Frauen bieten sich an, weil sie dazu gezwungen werden oder weil sie sonst nicht genug Geld zum Leben haben. Die Darstellung von Prostitution als eine Form der Selbstbestimmung und legitimes Mittel zu mehr Wohlstand fällt dagegen schnell unter den Verdacht der Verklärung, deren eigentliche Aufgabe es ist, das Unterdrückungsverhältnis zu bestätigen.

Es ist daher kein Wunder, dass es nicht leicht war, für ELLES Geld aufzutreiben. Überraschend einfach war es nach Angaben der Regisseurin Malgoska Szumowska dagegen, ihre Wunschschauspielerin für die Hauptrolle zu bekommen: Juliette Binoche.

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08.02.12 8:55

Berlinale Countdown: Kino-Wege auf der Berlinale 2012

Der persönliche Berlinale Filmplan ist oft dicht gedrängt und meist knapper kalkuliert als die Füße tragen. Das gemütliche Gehen wird zum strammen Schritt, dann fängt man locker an zu laufen, um dann am Ende in Panik zu rennen. Es kommt auf jede Minute an. Man weiß: diejenigen, die keine Karte mehr bekommen haben, stehen bereits in Schlangen vor dem Kinosaal und hoffen darauf, dass man es nicht mehr rechtzeitig schafft.

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07.02.12 8:55

Berlinale Countdown: Cafés


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Schöner Blick vom Caras auf das Treiben am Potsdamer Platz

Für die schreibende Zunft auf der Berlinale ist der Morgen ein Problem. Die Gründe liegen auf der Hand: man hat bis spät in die Nacht an einem Artikel geschrieben, zu lange gefeiert oder diese und jene Spätvorstellung mitgenommen. Man ist deshalb für jede Minute Schlaf dankbar. Die ersten Pressevorstellungen beginnen aber bereits um 9 Uhr.

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31.01.12 18:14

Berlinale 2012: Das Programm ist online

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Quelle: Berlinale

Auf an die Moleskines und Calender Apps: heute wurde das Programm der 62. Berlinale online gestellt. Es lohnt sich, sich bereits jetzt zu informieren, denn ab nächsten Montag beginnt der Vorverkauf.

22.01.12 16:28

Berlinale 2012: Wettbewerb komplett

Die Berlinale hat mit sieben weiteren Filmen die restlichen Beiträge des diesjährigen Wettbewerbs bekanntgegeben. Die wohl „Prominentesten“ laufen allerdings außer Konkurrenz.

Dazu zählt auch die Verfilmung des 19. Jahrhunderts Romans BEL AMI von Guy de Maupassant. Neben Uma Thurman spielt Twilight - Teenie Schwarm Robert Pattinson die Hauptrolle.

SHADOW DANCER hat nicht auf der Berlinale seine Premiere, sondern auf dem Sundance Film Festival. In dem Thriller wird die IRA-Aktivistin Collette (Andrea Riseborough) vom britischen Geheimdienst MI5 angeheuert und steht fortan unter besonderer Betreuung des Verbindungsmanns Mac (Clive Owen).

Das neue Werk von Steven Soderbergh HAYWIRE läuft nicht im Wettbewerb sondern in der Reihe "Special Screening". Der Film hatte bereits beim AFI im November 2011 seine Premiere. Story: Eine Super-Agentin mit Martial-Arts Skills wird von den eigenen Leuten verraten, worauf sie auf Vergeltung sinnt.

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21.01.12 8:55

Berlinale Countdown:
DER SCHÖNE TAG von Thomas Arslan (2001)

Sephil Turphan als Deniz in DER SCHÖNE TAG
Sephil Turphan als Deniz in DER SCHÖNE TAG (Quelle: Peripherfilm)

Irgendwie gehören MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec und DER SCHÖNE TAG von Thomas Arslan zusammen, für mich jedenfalls. Nicht nur weil sie beide auf der Berlinale 2001, der ersten am Potsdamer Platz, im Forum liefen. Sie haben beide diese nachdenkliche Traurigkeit, in der man sich wiedererkannt fühlt.

Mehr: " Berlinale Countdown:
DER SCHÖNE TAG von Thomas Arslan (2001) " »

20.01.12 8:55

Berlinale Countdown:
MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec (2001)

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Ursina Lardi und Andreas Patton in Mein langsames Leben (Quelle: Peripher Filmverlein)

Eine Top-Ten der Berlinale-Filme habe ich nicht. Ich könnte den besten Berlinale-Film nicht benennen, den ich gesehen habe. Aber der Film, der mich am nachhaltigsten beeindruckt hat, war MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec.

In der Erinnerung habe ich diesen Film im Sommer gesehen. Doch, wie die meisten wissen, lag schon lange vor 2001 die Berlinale wie alle Berlinalen seit 1978 im Winter. Dabei ist der Film eigentlich ein Herbstfilm, obwohl er die meiste Zeit im Sommer spielt.

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MEIN LANGSAMES LEBEN von Angela Schanelec (2001) " »

09.01.12 17:54

Berlinale 2012: Weitere Wettbewerbsbeiträge

Unter den 10 Wettbewerbsbeiträgen, die heute bekanntgegeben wurden, sind besonders die 3 deutschen sehr vielversprechend.

Letztes Jahr hat Christian Petzold zusammen mit Dominik Graf und Christoph Hochhäusler auf der Berlinale Publikum und Kritiker mit DREI LEBEN begeistert. Dieses Jahr kommt er alleine bzw. mit Nina Hoss, die 2007 für die Rolle in Petzolds YELLA den Goldenen Bären gewann. In BARBARA spielt sie eine DDR-Ärztin, die in den Westen fliehen will. Dann verliebt sie sich unverhofft.

Hans-Christian Schmids Film WAS BLEIBT zeigt (laut Pandora Film) „wie Familien innerhalb weniger Tage auseinander brechen und neu zueinander finden“. Schmid war bereits mehrfach auf der Berlinale, u.a. mit STURM (2009), REQUIEM (2006), LICHTER (2003) und CRAZY (2001). Für seinen neuesten Film konnte er u.a. Corinna Harfouch und Lars Eidinger gewinnen.

Als Matthias Glasner zusammen mit Jürgen Vogel auf der Berlinale 2006 DER FREIE WILLE vorstellte, war das alles andere als leichte Kost. Die Ankündigung, Glasners neuer Film gehe der Frage nach, welche Rolle das Böse für unser Glück spielt, lässt auch für seinen Wettbewerbsbeitrag GNADE dunkle Vorahnungen aufkommen. Jürgen Vogel spielt wieder eine Hauptrolle und ist Co-Produzent. In einer weiteren Hauptrolle ist Birgit Minichmayr zu sehen.

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03.01.12 17:19

Berlinale 2012: Goldener Bär für Meryl Streep

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Eigentlich ist es egal, warum Meryl Streep im Februar zur Berlinale kommt. Hauptsache sie ist da und gibt dem kalten Berlin Licht und Wärme. Streep ist ohne Zweifel einer der profiliertesten Schauspielerinnen der Traumfabrik, jemand der sich selbst treu geblieben ist. Als sie 2008 den Ehrenpreis in San Sebastian bekam, lag ihr die baskische Stadt zu Füßen. Sie kam einfach verdammt sympathisch rüber und hatte keine Starallüren. Wer sich selbst davon überzeugen will, kann sich die damalige Pressekonferenz anschauen.

Natürlich ist der Ehrenpreis auch ein kleiner Deckmantel, mit dem man die Stars zur Berlinale lockt und, welche Überraschung, der neueste Film von Meryl Streep (DIE EISERNE LADY) startet 2 Wochen nach Ende der Berlinale. Aber darüber können sich doch eigentlich nur Festivalpuristen aufregen?!

22.12.11 22:47

Berlinale 2012: Kein Trainerwechsel

Dieter Kosslick auf der Preisverleihung der Unabhängigen Jurys (Berlinale 2007)

Im Fußball hält die Geduld nicht lange an. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, bedient man sich immer des gleichen Rituals. Obwohl alle wissen, dass Erfolg von vielen Faktoren abhängt, ist es immer ein bestimmter Kopf, der rollt: der vom Trainer.

Bei einem Filmfestival dauert eine Saison nur 10 Tage und es gibt keine Regeln, die einem sagen, ob man gewonnen oder verloren hat. Am Ende des Festivals wird aber trotzdem Bilanz gezogen und wenn sich dann ein Gefühl der Unzufriedenheit Bahn bricht, steht auch hier eine bestimmte Person im Kreuzfeuer: der Festivaldirektor.

Es ist daher nach den durchmischten Kritiken zur Berlinale 2011 zunächst nicht verwunderlich, dass sich die Jubelschreie über die Vertragsverlängerung des Berlinale Leiters Dieter Kosslick in Grenzen hielten. Besonders die Community der “Filmexperten” grummelte über die Selbstverständlichkeit mit der Kosslick Berlinale Direktor bleiben darf. Sie wollen die Berlinale wieder in der Champions League sehen und sich dem FC Barcelona der Filmfestivals, dem Festival in Cannes, nicht geschlagen geben.

Neben der Sorge um die Filmkunst kann man aus den Kommentaren, aber auch ein Stück verletzte Berufsehre heraushören. Dazu gibt eine kleine Vorgeschichte. Im Oktober 2011 hat der Verband der deutschen Filmkritik e.V. ein Symposium zur Zukunft der Berlinale veranstaltet. Dieter Kosslick war eingeladen, hatte zugesagt, dann seine Zusage aber wieder zurückgezogen. Kosslick hatte den Eindruck, dass die Veranstalter nicht ganz unvoreingenommen waren. Angesichts des Veranstaltungstitels "Was kommt nach den Verrissen" lag er damit sicherlich nicht ganz falsch.

Nun ist die Beziehung zwischen der Berlinale und Filmkritikern immer eine besondere gewesen. Aus Unmut über das Wettbewerbsprogramm wurde 1964 die "Woche der Kritik" als eine Gegenveranstaltung ins Leben gerufen. 1970 wurde sie als "Internationales Forum des Jungen Films" in die Berlinale integriert und vom Filmkritiker Ulrich Gregor maßgeblich geprägt.

Wie berechtigt ist nun die gegenwärtige Kritik am Wettbewerbsprogramm und der Berlinale insgesamt? Aus meiner Sicht ist eine wertende Berlinale-Bilanz immer eine sehr persönliche Angelegenheit und hat viel mit der individuellen Filmauswahl zu tun. Richtig ist, dass Cannes in den letzten Jahren die großen Namen an Bord ziehen konnte und die Berlinale vergleichsweise leer ausging. Man kann aber auch Kosslick schwerlich widersprechen, wenn er anmerkt, dass das Festivalprogramm 2011 einige Highlights bereithielt (wie z.B. NADER AND SIMIN und THE TURIN HORSE). Was mich in jedem Fall wundert ist, dass sich die Filmkritiker so sehr am Wettbewerb festbeißen. Filmkunst hat ihren Platz sehr viel stärker in den Nebensektionen Panorama und Forum als im Wettbewerb. Deren Leiter bleiben aber weitestgehend verschont.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass Dieter Kosslick nach der Ära Moritz de Hadeln viel für die Publikums- und Öffentlichkeitswirksamkeit der Berlinale getan hat. Sein Steckenpferd das Kulinarische Kino wird zwar von der Filmkritik oft hämisch kommentiert, von anderen Festivals wie dem Filmfestival in San Sebastian aber adaptiert.

Ich freue mich in jedem Fall, dass auch in den nächsten Jahren Teppich und Schal in einheitlichem Rot zusammenfinden, und wünsche Dieter Kosslick viel Glück für die nächsten 5 Jahre.

25.09.11 19:45

RAMPART von Oren Moverman

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„Eigentlich bist du der klassische Rassist: du bist gewalttätig, sexistisch, chauvinistisch und homophob.“ Treffender als seine Tochter kann man Dave Brown nicht charakterisieren. Typisch ist auch seine Antwort: „Hast du das lange geprobt?“ Damit macht Dave die einzige Chance kaputt, mit seiner Tochter ein Gespräch zu führen, das seinen Namen auch verdient.

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24.09.11 21:41

Preise San Sebastian 2011

Concha der Oro für den besten Film

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LOS PASOS DOBLES von Isaki Lacuesta

Preis der Jury

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LE SKYLAB von Julie Delpy

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21.09.11 16:23

KISEKI (I Wish) von Hirokazu Kore-Eda

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Mit I WISH hat der japanische Regisseur Hirokazu Kore-Eda einen Film gleichermaßen für Erwachsene wie für Kinder gemacht. Er schildert im Kleinen die großen Themen des Lebens: Was bedeutet Glück? Wie wichtig ist Familie? Was sind meine innigsten Wünsche? Was ist, wenn "die Welt" meine Wünsche ignoriert?

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20.09.11 18:28

LES DEMOISELLES DE ROCHEFORT von Jaques Demy

Eigentlich sollte man bei jedem Filmfestival mindestens einen Film aus der Retrospektive sehen. Filme, die sonst am Sonntagnachmittag im Fernsehen verschwinden, kommen in der Orignalversion auf der Kinoleinwand ganz "groß" raus. Beiträge des Gegenwartskinos zum Festivalwettbewerb müssen sich an diesen Schätzen der Filmgeschichte messen lassen.

Im Fall von LES DEMOISELLES DE ROCHEFORT (1967) fällt der Vergleich klar zu Gunsten der Vergangenheit aus. An Jacques Demys Film zeigt sich, wie „farblos“ das Kino geworden ist. Demy ist als Meister der Farbkompositionen bekannt, aber wenn man es dann mit eigenen Augen sieht, übertrifft es noch die Erwartungen. Kostüme in gelb, rot, orange und blau sprühen vor dem mediteranten Ambiente der Hafenstadt Rochefort nur so voller Leben. Dabei ist nichts aufdringlich oder grell.

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19.09.11 13:01

THE DEEP BLUE SEA von Terence Davis

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Kann der erste Film, den man auf einen Filmfestival sieht, den Rhythmus vorgeben? Ich hoffe nicht, denn wenn es so wäre, dann würde ich nach THE DEEP BLUE SEA von Terence Davies die restliche Zeit in San Sebastian doch lieber an einem der vielen Traumstrände verbringen anstatt in dunklen Vorführräumen.

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17.09.11 19:46

San Sebastian Film Festival 2011 (16. - 24.9.)

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Noch ein Jahr, dann feiert nach der Berlinale auch das Filmfestival in San Sebastian seinen 60. Geburtstag. Doch bereits die 59. Ausgabe ist etwas Besonderes: es ist das erste Jahr in dem der neue Festivaldirektor Jose Luis Rebordinos die Fäden in der Hand hält. Rebordinos steht zwar für Kontinuität, schließlich arbeitet er bereits seit 15 Jahren für das Filmfestival, doch gerade zu Anfang wird auch er versuchen, dem Festival seine Handschrift zu geben.

Schon jetzt zeigt sich ein deutliches Bemühen um die "Generation Internet". Die offizielle Homepage ist auf der Höhe der Zeit (was man von anderen Festivalseiten wie z. B. berlinale.de nicht unbedingt behaupten kann) und auch bei der Eröffnungsgala wurde versucht, das Feedback der „Social Communities“ direkt zu integrieren.

Von den Namen her ist das Filmprogramm 2011 eines der attraktivsten der letzten Jahre. Im Wettbewerb zeigen July Delpy (DEUX JOURS A PARIS) mit LE SKYLAB, Sarah Polley (AWAY FROM HER) mit TAKE THIS WALTZ, Hirokazu Kore-eda (STILL WALKING) mit I WISH und Oren Moverman (THE MESSENGER) mit RAMPARD ihre neuesten Werke.

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Die Retrospektive zu Jaques Demy und die thematische Retrospektive AMERICAN WAY OF DEATH: AMERICAN FILM NOIR 1990-2010 versprechen sowohl Neuentdeckungen wie auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

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In der Reihe Zabaltegi läuft u.a. SHAME, der Gewinner von Venedig. Den diesjährigen Ehrenpreis bekommt Glenn Glose.

Es gibt also viele gute Gründe, sich eine Woche lang den Atlantikwind um die Nase wehen zu lassen.

10.07.11 15:58

PHOENIX IN DER ASCHE von Jens Pfeifer

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Sport abseits der großen Metropolen ist anders. In den Städten, die weder Provinz noch Großstädte sind, von denen man weiß, dass es sie gibt, aber nicht, wo sie liegen, dort kann der Profi-Sport noch voller ehrlicher Emotion und Begeisterung sein. Basketball verstärkt dieses noch einmal: im Gegensatz zu Fussball passiert hier immer etwas, alles ist in Bewegung. Ständig fallen Körbe, die Dauer eines Angriffs ist auf 24 Sekunden begrenzt und nicht selten wird ein Spiel durch einen Ball entschieden, der beim Schlusspfiff noch in der Luft ist. Das bringt die Basketballhallen in Hagen, Bamberg und Quakenbrück zum Beben.

Regisseur Jens Pfeifer hat die Faszination dieses Sports in seiner packenden Doku wunderbar eingefangen. Er hat den Erstliga-Aufsteiger Phoenix Hagen die Saison 2010/2011 begleitet. Was er nicht wissen konnte: die Saison sollte für Phoenix Hagen zu einem großen Drama werden. Schneller als gedacht findet sich Hagen im Tabellenkeller wieder und es geht nur noch um eins: bloß nicht absteigen!

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29.06.11 21:46

JOHNNY SUEDE von Tom DiCillo (Filmfest München)

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Als der Independent-Film noch so richtig Indie war…wann mag das wohl gewesen sein? Vielleicht Anfang der Neunziger? Da zog ein Filmkünstler, der schon seit vier Jahren ein Drehbuch in der Schublade hatte, für ein Casting von New York in ein Motelzimmer nach Kalifornien. In diesem Motelzimmer suchte er unter Hunderten Bewerbern seinen Hauptdarsteller. Als dieser dann den Raum betrat, wußte er: dieser Mann wird ein Star und er ist der Auserwählte für seinen Film. Seine Geldgeber fanden das nicht. Der Künstler war aber so überzeugt, dass er die sichere Film-Finanzierung platzen ließ. So kam Brad Pitt im Debütfilm von Tom DiCillo zu seiner ersten Hauptrolle.

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26.06.11 19:04

Filmfest München 2011

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Auch München hat seine Filmgeschichte, die Bavaria Filmstudios, filmbegeisterte Bewohner und eine renommierte Filmhochschule. Warum sollte also das größte deutsche Filmfestival immer in Berlin und nicht auch mal in München stattfinden? Aber was bringen diese grüblerischen Fragen? Genießen wir lieber einfach das diesjährige Sommer-Filmfestival mit vielen Entdeckungen, die sich bereits auf anderen Festivals bewiesen haben.

Es ist fast zu einer Tradition geworden, dass in München die Vormonatsgewinner aus Cannes zu sehen sind. Der mit der Goldenen Palme ausgezeichnete TREE OF LIFE ist zwar bereits seit einer Woche in den deutschen Kinos angelaufen, dafür wurde das Festival am Freitag von DER JUNGE MIT DEM FAHRRAD (Grand Prix von Cannes) eröffnet und schließt am Samstag den 2.7. mit dem neuen Aki Kaurismäki LE HAVRE. Neben den regionalen Schwerpunkten (Fokus Fernost, Nouveau Cinéma Français, Schweden und American Independents) hat das Filmfest dieses Jahr eine Retrospektive zu Roy Anderson in Petto, zeigt alle Filme des Ehrengasts Tom DiCillo sowie ausgewählte Werke der CineMerit Preisträger John Malkovich und Otar Iosseliani.

Ein Geschenk an das Münchner Filmpublikum ist das Open Air-Programm des Filmfestes. Gezeigt werden Klassiker wie WHAT'S NEW PUSSYCAT (27.6.), SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER (1.7.) und Russ Meyers Frühwerk DIE SATANSWEIBER VON TITTFIELD (28.6.). Der Clou: der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos!

Das diesjährige Festival ist das letzte von Festivalleiter Andreas Ströhl. Nach sieben Jahren wechselt er zum Goethe-Institut. Wir wünschen bereits jetzt alles Gute im neuen Job und bedanken uns für den engagierten Aufbau des größten Publikumsfestivals Deutschlands.

07.05.11 20:43

Das Leiden der Anderen: Cannes 2011

Wie frustrierend muss es wohl sein, wenn Kosslick und andere Filmfest-Direktoren dieser Welt sich Jahr für Jahr redlich um ein attraktives Programm bemühen und dann alle Regisseure von Rang und Namen dann doch an der Côte d'Azur angespült werden? Man steckt nicht drin, aber ich nehme an, dem einen oder anderen wird beim Frühstück das Croissant in den Latte gefallen sein, als sie gesehen haben, was Cannes auch dieses Jahr wieder alles auffährt.

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17.04.11 20:10

Crossing Europe 2011: Die Gewinner

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Alle Preisträer zusammen mit Festivalleiterin Christine Dollhofer (3. von links)

Am Samstag Abend wurden im Mediendock des OK-Kulturhauses die Preise der Crossing Europe 2011 vergeben. Die Hauptpreise im Europäischen Wettbewerb gingen ex aqueo an EN CARACREMADA von Lluís Galte sowie IM ALTER VON ELLEN von Pia Marais. Die komplette Liste der Preise:

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NOISE AND RESISTANCE von Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag (Crossing Europe 2011)

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Schon gleich zu Beginn der Vorstellung ist klar, wer die Regisseurin von NOISE AND RESISTANCE ist. Mit Lederjacke, langen schwarzen Raster und Piercing bildet Francesca Araiza Andrade einen unübersehbaren Kontrast zum restlichen Kinopublikum. Dies muss eigentlich so sein, denn schließlich hat Francesca einen Film über eine Szene gemacht, als dessen Teil sie sich selbst begreift und die so anders sein will als der Mainstream, dass sie sich eine eigene Parallelwelt geschaffen hat.

Francesca Araiza Andrade und ihre Co-Regisseurin Julia Ostertag widmen sich in 90 Minuten Europas DIY Szene. DIY?

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Crossing Europe 2011: Diskussion zu Stadt und Migration

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Von links nach rechts: Peter Arlt, Arman T. Riahi, Moderatorin Lotte Schreiber, Bruno Moll und Agoatino Imondi.

Im Rahmen des Festivalschwerpunkts Stadt-Migration-Identität fand am Samstag im Architekturforum Oberösterreich eine Diskussion statt, zu der neben den Filmemachern und Festivalteilnehmern Bruno Moll (PIZZA BETHLEHEM), Agostino Imondi (NEUKÖLLN UNLIMITED) und Arman T. Riahi (SCHWARZKOPF) auch der Künstler Peter Arlt eingeladen war.

Schnell war man sich einig, dass der derzeitige Hype um Integration und Migration zu einer Überbewertung des Themas führt und nichts mit der Normalität zu tun hat, die man in den Städten Österreichs, Deutschlands und der Schweiz vorfindet. Zwar gebe es Problemviertel. Dies sei aber in erster Linie ein soziales und kein kulturelles Problem.

Nach der Diskussion wünscht man allen vier Künstlern, dass sie mit ihren Werken weiterhin zeigen, wie man das Thema auf eine Art und Weise in die Öffentlichkeit bringen kann, die den urbanen Lebenswelten gerecht wird.

16.04.11 12:07

Crossing Europe 2011 - Impressionen

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Wer sich bisher immer beschwert hat, dass es auf der Berlinale so frostig ist, seit dem sich die Gründungsväter dazu entschieden haben, das Festival vom Juli in den Winter zu legen, der sollte nicht vergessen, dass ein verregnetes Sommer- oder Frühlingsfestival-Festival den Wohlfühlfaktor auch nicht in unbekannte Höhen treibt. Und selbst wenn die Sonne scheint: Warum sollte man sich anstatt in einem Straßencafé das Fussgängerpanorama zu bewundern in einen dunklen Vorführraum einsperren lassen?

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15.04.11 20:05

Crossing Europe 2011

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Österreich+Film-Festival...da kommt einem gleich die Wiener Viennale in den Sinn. Doch halt: auch Linz hat sein cineastisches Schmuckstück. Seit 2004 widmet sich unter der Leitung von Christine Dollhofer Crossing Europe dem europäischen Autorenfilm.

2011 hat das Festivalprogramm mit 160 Filmen einen beachtlichen Umfang, auch wenn es mit den Big-Playern in Cannes, Venedig und Berlin natürlich nicht mithalten kann. Dafür muss es nicht wie die A-Festivals sein Programm mit Weltpremieren voll packen, die dem Filmkunstanspruch eines Festivals oft nicht gerecht werden. Stattdessen konnte Crossing Europe in Berlin oder Venedig Filme sichten und daraus ein aufeinander abgestimmtes Filmprogramm zusammenstellen. Wir sind in jedem Fall neugierig geworden, sind in die oberöstereichische Landeshauptstadt gefahren und werden berichten.

19.02.11 19:14

Bären 2011

Goldener Bär für den besten Film

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JODAEIYE NADER AZ SIMIN (Nader And Simin, A Separation) von Asghar Farhadi

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Impressionen vom roten Teppich

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Die Preise der Unabhängigen

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Regisseur Asghar Farhadi bedankt sich für den Preis der Ökonomischen Jury

Die Vergabe der Preise der Unabhängigen Jurys am letzten Festivaltag in der Saarländischen Landesvertretung ist eines der Berlinale Rituale. Oft geben die Preise von der Unabhängigen (u.a. Leserjury Berliner Morgenpost, Dialogue en perspective, Caligari-Filmpreis) einen ersten Hinweis auf die Bären.

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Bärenwetten

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Es ist mal wieder so weit. Das Festival neigt sich dem Ende und fiebert auf seinen Höhepunkt zu: die Vergabe der Bären. Nach 10 Tagen Festival wagen wir die ersten Prognosen, wer das Rennen machen wird. Wir freuen uns auf Eure Kommentare und Berlinale-Tipps!

Mehr: " Bärenwetten " »

Die heimlichen Stars der Berlinale: Die Tasche

Ein Verlierer dieser Berlinale stand schon vom ersten Tag an fest: die Berlinale Tasche. Schöne Farbe, alles Bio-Wolle, aber leider sehr unpraktisch - so lautet unser Fazit.

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18.02.11 19:31

THE BENGALI DETECTIVE von Phil Cox

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Es fängt schon ungewöhnlich an. Zu Beginn der Vorstellung bittet der Regisseur , alle Zuschauer aufzustehen und nach einer imaginären Tanzchoreografie den Arm mal nach links und mal nach rechts zu bewegen. Natürlich machen alle mit. Berlinale Zuschauer lieben das Mitmachkino. Nach der Tanzeinlage geht es auch auf der Leinwand ungewöhnlich weiter.

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UNKNOWN IDENTITY von Jaume Collet-Serra

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UNKNOWN IDENTITY ist ein würdiger Abschlussfilm für die Berlinale. Er hat wirklich alles was ein unterhaltsamer Action-Thriller braucht. Hervorragende Schauspieler, tolle Verfolgungsjagden, eine (einigermaßen) glaubwürdige Story und ein Rätsel, das wohldosiert im Laufe des Films gelüftet wird.

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HOUSE OF SHAME – CHANTAL ALL NIGHT LONG von Johanna Jackie Baier

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Die Stimmung im Kinosaal ist ausgelassen. Piccolöchen und Schnäpse machen die Runde. Man kennt sich. Die Freunde von Chantal und ihrer Party „Chantals House of Shame“ haben das International gekapert. Immer wieder gibt es während der Vorführung spontan Beifall und großes Johei. Für einen kurzen Augenblick ist Berlin wieder das, was es einmal war: die Hauptstadt der Szene und des Underground.

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17.02.11 17:55

SARANGHANDA, SARANGHAJI ANNEUNDA (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) von Lee Yoon-ki

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Ein Mann und eine Frau sitzen im Auto. Er bringt sie zum Flughafen. Sie unterhalten sich. "Willst du Kaffee oder Saft?" - „Kaffee.“

So beginnt KOMMT REGEN, KOMMT SONNENSCHEIN von Lee Yoon-ki. Über 10 Minuten wird in einer einzigen Einstellung eine zunächst belanglose Unterhaltung im Auto beobachtet. Bis sie ihm schließlich eröffnet, dass sie ihn verlassen will.

Was folgt ist eine wunderschön traurige Meditation über die Trennung.

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THE BIG EDEN von Peter Dörfler

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"Wenn es ihn nicht geben würde, dann müsste man ihn erfinden". Nach THE BIG EDEN ist klar: Wenn auf jemanden dieser Spruch passt, dann auf Rolf Eden. Rolf Eden ist eine Art deutscher Hugh Hefner. Er war schon Playboy, als es das Wort noch gar nicht gab und bleibt diesem Image bis in die Gegenwart treu.

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16.02.11 10:00

Berlinale Kinos: Das Delphi

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Nachdem kürzlich auch der Zoo-Palast geschlossen wurde, ist das Delphi (neben der Urania), das letzte noch verbliebende Berlinale-Kino aus der Westberliner-Ära.

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15.02.11 21:00

Berlinale Halbzeit

Die Hälfte der Berlinale liegt schon hinter uns. Eine gute Gelegenheit für einen Zwischenbericht zum bisherigen Festivalverlauf.

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THE FUTURE von Miranda July

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Was macht die ehemalige twenty-something Generation heute, wo sie kurz davor steht 40 zu werden? Miranda July gibt in ihrem fragil versponnenen Film über Liebe, Selbstfindung und unerfüllbare Sehnsucht eine poetische wie auch eigenwillige Antwort.

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PATANG (The Kite) von Prashant Bhargava

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PATAN ist ein Film, der alle Sinne anspricht. Er ist ein lebendiges, schnell geschnittenes Fest der Farben, das gekonnt die Darstellung einer Familiengeschichte mit dem Drachenfest in der indischen Stadt Ahmedebad verbindet.

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14.02.11 14:54

AUF DER SUCHE von Jan Krüger

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Die Suche nach Vermissten ist ein beliebtes Filmthema. Erst 2009 wurde es auf der Berlinale von Rachid Bouchareb in seinem Wettbewerbsbeitrag LONDON RIVER aufgegriffen. Jemand meldet sich nicht mehr (meist Sohn oder Tochter), man fährt dorthin, wo er lebt, trifft ihn nicht an, sucht nach ihm und erfährt dabei, dass man denjenigen, den man sucht, eigentlich gar nicht wirklich gekannt hat. Meist suchen auch zwei Personen, die sich dann näher kommen. So weit bietet Jan Krügers Film also nicht viel Neues und genau das ist sein Problem.

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Die heimlichen Berlinale Stars: Der Kritiker

Das tapfere Schneiderlein sitzt überall, auch im Berlinale Palast. "Du hast 7 Filme an einem Tag gesehen? Das ist ja unglauuuublich!!! Fantastisch!!!" Völlig euphorisiert von der Leistung seines Kritiker-Kollegen überschlägt sich fast die Journalistenstimme. Doch auch er hat einiges zu bieten. "Letzten Monat habe ich meinen persönlichen Rekord gebrochen: 100 Filme in 5 Wochen. Woooowh…war das anstrengend."

Ach, und übrigens, bevor ich es vergesse: er hält sich das Gerücht, das Filme schauen schon bald zur Olympischen Disziplin erhoben wird ; )

13.02.11 20:55

PINA von Wim Wenders

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Es stimmt, Wim Wenders PINA ist ein 3-D Film, aber er ist vor allem und in erster Linie ein Tanzfilm, ein Film, in der jeder Moment das Leben und die Energie der Ausnahmekünstlerin in sich trägt, die diesem Film den Namen gibt. In PINA verbindet sich die Technik so gelungen mit der Kunst, dass man sich nicht fragt "Warum 3-D?", sondern bedauert, dass die Filmproduktion erst jetzt den Reifegrad hat, um einen solchen Tanzfilm zu machen.

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THE STOOL PIGEON von Dante Lam

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Lange Zeit hatte das Hongkong Kino eine feste Heimat in der Sektion Forum. Zuletzt musste es aber zunehmend Filmen aus anderen Ländern Asiens wie den Philippinen und Korea weichen. Es ist daher eine besonderes Vergnügen zu sehen, dass mit THE STOOL PIGEON der perfekt inszenierte Hongkong Film seinen Platz zwischen den Sozialdramen, Kunstfilmen und Autorenfilmen wieder gefunden hat.

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12.02.11 19:00

AMNISTIA von Bujar Alimani

Filmstill zum Film AMNISTIA von Bujar Alimani

"Wenn man keine Dialoge schreiben kann, dann lässt man sie halt weg." Naja, Frau Sitz-Nachbarin...ganz so einfach wollen wir es uns dann doch nicht machen. Klar stimmt das irgendwo. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Regisseur Bujar Alimani seine Bilder Stück für Stück immer weiter reduziert hat, bis schließlich nur noch das zu Hören und zu Sehen ist, was es zum Erzählen der Geschichte unbedingt braucht.

Mehr: " AMNISTIA von Bujar Alimani " »

11.02.11 15:01

Das Gewusel geht los

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Nach dem Auftritt der Coen-Brüder gab es heute mit Kevin Spacey und Jeremy Irons für Kameramänner und Fotografen wieder einiges zu tun. Sie gaben sich die Ehre, um mit Regisseur J.C. Chandor dessen Debüt MARGIN CALL vorzustellen.

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Kevin Spacey, Jeremy Irons und J.C. Chandor

Gut aufgelegt spielten sich Spacey und Irons gegenseitig die Bälle zu. Jeremy Irons: "The only problem with the movie is Kevin Spacey", darauf Spacey: "The problem with Jeremy is: he never learns his lines."

05.02.11 6:00

Berlinale Tipps: Berlinale Cafés

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Schöner Blick vom Caras auf das Treiben am Potsdamer Platz

Für die schreibende Zunft auf der Berlinale ist der Morgen ein Problem. Die Gründe liegen auf der Hand: man hat bis spät in die Nacht an einem Artikel geschrieben, zu lange gefeiert oder diese und jene Spätvorstellung mitgenommen. Man ist deshalb für jede Minute Schlaf dankbar. Die ersten Pressevorstellungen beginnen bereits um 9 Uhr. Frühstück im Bett fällt aus, stattdessen schnell frisch gemacht (schließlich will man kein unangenehmer Sitznachbar sein) und ab geht es in U- oder S-Bahn zum Potsdamer Platz.

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03.02.11 6:40

Bären App

Endlich: auch die Berlinale macht sich mobil. Nachdem bereits letztes Jahr eine für Smartphones optimierte Webseite zur Verfügung stand, gibt es nun auch die Berlinale iPhone App. Neben Programm- und Veranstaltungssuche bietet die App detaillierte Infos zu den Berlinale-Filmen sowie Livestreaming der Pressekonferenzen. Wir werden die App im Feld erproben.

01.02.11 18:30

Berlinale Programm ist online

Es ist soweit: Heute wurde auf einer Pressekonferenz von Dieter Kosslick und den Leitern der verschiedenen Sektionen das Programm für die Berlinale 61 vorgestellt. Gleichzeitig wurde auch das komplette Programm online geschaltet. Bis Montag den 7. Februar hat man Zeit, sich seinen persönlichen Berlinale-Plan zusammenzustellen. Dann beginnt der Vorverkauf für die ersten Vorstellungen. Wer sich bis nächste Woche schon in Stimmung bringen will, kann sich jetzt schon die Trailer für die Berlinale 2011 anschauen.

27.01.11 6:00

Berlinale Countdown 2011: Ingrid und Ingmar Bergman

Bergman und Bergman. Einmal Ingrid, einmal Ingmar. Zwei Namen, die sich nur durch eine Silbe unterscheiden. Wie oft bei Filmgesprächen hat jemand wohl schon die eine gehört obwohl der andere gemeint war. "Ingrid Bergman?" - "Neiiiiin....Innnnngmaaaar!!!"

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23.01.11 6:00

Berlinale Countdown 2011: "Wilde Erdbeeren" von Ingmar Bergman

Irgendwann mit 15 oder 16 erwachte mein Interesse am europäischen Autorenkino. Ich war überwältigt von Angelopoulos »Reise nach Kythera« und »Der Bienenzüchter«. Wim Wenders »Himmel über Berlin« machte mich sprachlos. Dann wurde ein Meisterwerk des größten Regisseurs aller Zeiten angekündigt. Die Neugier war groß. Von Ingmar Bergman hatte ich bis dahin nicht viel gehört. »Wilde Erdbeeren« versprach vom Titel her ein erotisches Sujet, dem man gerade in diesem Alter nicht abgeneigt ist.

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18.01.11 19:21

Berlinale 2011: Wettbewerbsprogramm steht

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Kevin Spacey im Wettbewerbsbeitrag Margin Call

Auch das Wettbewerbsprogramm der diesjährigen Berlinale ist nun komplett. Die Starquote bei den Regisseuren ist zwar nicht sonderlich hoch, aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil für das Niveau der Filme sein. Auffällig sind die vielen Debüts, aber auch die Abwanderung von einigen Regisseuren aus den Nebensektionen in den Wettbewerb.

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17.01.11 19:18

Berlinale 2011: Programm des Forum ist komplett

Das Forum hat heute sein Programm für die Berlinale 2011 bekannt gegeben. Neben vielen internationalen, hierzulande eher unbekannten Filmemachern, sind auch drei deutsche Ausnahmeregisseure mit dabei. Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler haben im Rahmen des gemeinsamen Projekts "Dreileben" je einen TV-Film in der Länge von 90 Minuten realisiert: Petzold Etwas Besseres als den Tod, Graf Komm mir nicht nach und Hochhäusler Eine Minute Dunkel. Neben vielen Welt- und Europapremieren werden in einer kleinen Forums-Retrospektive auch acht Werke des japanischen Regisseurs Minoru Shibuya (1907-1980) gezeigt.

12.01.11 6:00

Berlinale Countdown 2011: Bergman und das Finanzamt

"Noli turbare circulos meos." Stört mir nicht meine Kreise. Dies sind die Worte des Archimedes von Syrakus, als ihn 212 v. Chr. römische Soldaten gefangen nehmen wollen, während er geometrische Figuren in den Sand zeichnet. Wie der griechische Mathematiker muss sich auch Bergman gefühlt haben: Als Polizisten ihn am 30. Januar 1976 auffordern, seine Theaterprobe von Strindbergs Totentanz zu unterbrechen, erwidert er, sie könnten bis zur Mittagspause warten und zwischenzeitlich eine Tasse Kaffee trinken. Er muss jedoch sofort mitkommen. Das war tragisch, aber doch glimpflicher als bei Archimedes, der ob seiner stoischen Reaktion auf der Stelle erschlagen wurde.

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11.01.11 5:00

17 interessante Facetten von Ingmar Bergman

Festivalblog zur Berlinale-Retrospektive

Der Schwede Ingmar Bergman war einer der großen Visionäre des Kinos. Über Jahrzehnte hinweg prägt er mit seinen unverwechselbaren, eindringlichen Filmen den europäischen Autorenfilm. Mit existentialistischer Schärfe und moralischem Anspruch lotete Bergman Wohl und Wehe der bürgerlichen Gesellschaft aus – und fand dafür beeindruckende Bilder. Auf der diesjährigen Berlinale ist die Retrospektive dem 2007 gestorbenen Regisseur gewidmet.

Festivalblog hat dies zum Anlass genommen, ein kleines Panoptikum über Ingmar Bergman zu erstellen: In 17 Texten haben wir verschiedene interessante Facetten des Filmemachers beleuchtet – bekannte und weniger bekannte. Es geht ebenso um „Bergman und das Theater“ wie um „Bergman und das Finanzamt“. Sein Verhältnis zur Religion wird beleuchtet, und sein Humor.

Insgesamt ergibt sich so ein vielfältiges Bild, zusammengesetzt aus lesenwerten Vignetten über den schwedischen Film- und Theaterregisseur. Aber lesen Sie selbst: Ab 11. Januar an dieser Stelle.

15.12.10 22:00

Berlinale 2011: Erste Filme des Wettbewerbs

Nachdem Eröffnungsfilm hat die Berlinale weitere 8 Beiträge für das Wettbewerbsprogramm bekannt gegeben. Mit dabei sind u. a. ein 3D-Tanzfilm über die im letzten Jahr verstorbene Tänzerin und Choreographin Pina Bausch von Wim Wenders und das Regiedebüt des Schauspielers Ralph Fiennes, der sich an Shakespeares Tragödie Coriolanus versucht. Gespannt darf man auch sein auf The Future von Miranda July. Es ist der erste Film der US-Independent Regisseurin nach ihrem großen Erfolg Ich und Du und Alle, die wir kennen.

21.11.10 12:44

Die Preise des Filmfest der Filmhochschulen 2010

Nachdem es die Forum Kinos nicht mehr gibt, wurden gestern zum ersten Mal beim Filmfest der Filmhochschulen die Preise in dem 50er Jahre Kino Gloria Palast vergeben. Die Stimmung war ausgelassen, was mal wieder zu einem großen Teil auf das Konto von Christoph Gröner und Michael Stadler. Sie verabschiedeten sich mit einer souverän lässigen Abschlussmoderation und einem auf der Nasenflöte vorgetragenen Filmmelodie-Quiz.

Auffällig bei der Verteilung der Preise ist dieses Jahr der hohe Anteil der deutschen Produktionen. Dies liegt zum einen an dem insgesamt hohen Anteil deutscher Studentenfilme im Programm, aber vielleicht auch daran, dass an deutschen Hochschulen den Studenten für ihre Filme eine bessere Infrastruktur zur Verfügung steht.

Der diesjährige Gewinnerfilm kam aber aus Polen. Die Entscheidung für Tylko dla obłąkanych (For Madmen Only) von Pawel Maslona wurde vom Publikum nur mit lauwarmen Beifall bedacht. Sicherlich bringt Maslona das Grauen eines Ehealltags gut rüber. Allerdings waren im Wettbewerb deutlich stärkere Beiträge zu sehen.

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20.11.10 11:32

Tfarim ("Stitches") von Dana Keidar

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Nicht zum ersten Mal kann auf den Filmschulfest wieder ein Film aus Israel durch Professionalität und großes Einfühlungsvermögen in heikle Themen überzeugen. 2008 war es Homosexualität in der israelischen Armee, 2009 die Ausgangssperre in den besetzten Gebieten. In Stitches geht es diesmal um eine junge arabische Frau, die kurz vor ihrer Hochzeit mit einem Kollegen eine Affäre beginnt. Dabei verliert sie etwas, was in ihrer Community als das kostbarste Gut einer jungen Frau angesehen wird.

Trotz des problembeladenen Themas ist Stitches ein leichter, weicher und fließender Film. Mit viel Sinn für Bildästhetik zeigt er, wie sich Nadine der Situation stellt und für sich einen Ausweg findet. Dabei tut es dem Film sehr gut, dass er auf gesellschaftskritische Polarisierung verzichtet. Die Schilderung aus der Innenperspektive von Nadine macht es möglich, dass sich verschiedene Parteien mit der Thematik auseinandersetzen.

"First Frost" von Maria-Anna Rimpfl

Q&A nach der Vorführung: Der gestandene Regisseur und diesjährige Jury Präsident Dito Tsintsadze steht auf und fragt die Jungregisseurin: „Ist der Film mit einer Red gedreht?“ Ein Austausch unter Gleichen. Er ist kennzeichnend für das Filmfest der Filmhochschulen, in dem es noch nicht um rote Teppiche geht, sondern um die geteilte Leidenschaft für den Film.

Aber zurück zur Frage von Tsintsadze: auch wenn wir die "Red" nur vom Hören und Sagen kennen, wissen wir, was er meint. Die Bilder in „First Frost“ sind bestechend. Die Anfangsszene: im Frühnebel geht ein bleicher Mann mit einer kleinen Wunde an der Lippe über eine vom Raureif weiß geeiste Wiese durch eine gespenstisch stille Schafherde wortlos auf ein einsames Haus, im Haus das Idyll einer jungen Familie beim Frühstück. Unweigerlich kommen einem Szenerien aus Tim Burton Filmen in den Sinn und unruhig rutscht man auf seinen Kinosessel hin und her. Die Regisseurin Maria-Anna Rimpfl wollte den Hauch des Todes spürbar machen und tatsächlich zieht bei dem sehr dicht inszenierten Kurzfilm ein eiskalter Schweif durch die Sitzreihen des Filmmuseums.

17.11.10 21:43

"5 Pati" (5 Times) von Simeon Sokerov.

5_times.jpg One girl. One walk. One story. So beginnt der 10 Minutenfilm von Simeon Sokerov. Spielerisch variiert 5 Times immer die gleiche Geschichte: ein Mädchen geht mit ihrem Hund ein Eis kaufen. Jede Episode hat seine eigene Atmosphäre, seine eigene Musik und insbesondere seinen eigenen Animationsstil. Wie bei einem musikalischen Thema ist der Grundriss immer gleich, aber mit den Animationsgenres verändert sich immer auch ein Teil der Geschichte. 5 Times ist eine meisterliche Komposition und man ahnt, wie viel Arbeit in zehn Minuten Film stecken können. In der Q&A bestätigt Sokerov, das von der ersten Idee bis zur Fertigstellung 3 Jahre vergangen sind. Dafür ist 5 Times für den Absolventen der National Academy for Theatre & Film Arts in Sofia eine perfekte Visitenkarte für die Welt des Animationsfilms.

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14.11.10 12:49

30 Jahre Festival der Filmhochschulen

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Heute startet zum 30. Mal das Filmfest der Filmhochschulen in München. Eröffnet wird das Filmfest mit dem Abschlussfilm dreimaldraussen von Alexander Costea und Miriam Märk, der bereits bei den Hofer Filmtagen erfolgreich Premiere hatte.

Zur Jubiläumsausgabe des Festivals sind 50 Filmemacher aus 27 Ländern angereist. Zur Jury des internationalen Wettbewerbs gehören u. a. der Regisseur Dito Tsintsadze und die Schauspielerin Julia Hummer.

Alle Münchner Filmfans können sich in der kommenden Woche wieder auf die überraschenden und ungewohnten Produktionen des Filmnachwuchs freuen. Karten für das Filmfest gibt es im Filmmuseum am Jakobsplatz zum sensationellen Preis von 5 Euro. Man sollte sich auf jeden Fall beeilen, denn das Festivalkino im Filmmuseum hat nur 165 Plätze und gerade die Abend Vorstellungen sind schnell ausverkauft.

26.09.10 8:12

"Neds" gewinnt Hauptpreis in San Sebastian

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Peter Mullans "Neds" gewinnt verdient die Concha de Oro (Goldene Muschel) beim 58. Filmfestival von San Sebastian 2010. Connor McCarron holt mit der Concha de Plata für den besten männlichen Darsteller einen weiteren Preis für "Neds". Das Gegenstück für die beste weibliche Darstellerin geht an die spanische Schauspielerin Nora Navas ("Pa Negre").

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22.09.10 18:42

Home for Christmas von Bent Hamer

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Ende September ist das Filmfestival in San Sebastian immer der Ort, wo man ein letztes Mal vom Sommer Abschied nehmen kann. Dieses Jahr wurde man besonders großzügig beschenkt. Es gab ausgiebig Gelegenheit bei strahlend blauen Himmel am Strand entlangzuschlendern oder sich mit Sonnenbrille und Cafe con leche dem Sonnenduell zu stellen. Daher sei fairerweise gesagt: ein Film über Weihnachten hat es jetzt nicht leicht.

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20.09.10 17:26

Photoshooting Julia Roberts

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Natürlich war Julia Roberts gekommen, um mit Javier Bardem und Regisseur Ryan Murphy Promotion für ihren neuen Film Eat Pray Love zu machen (ersten Stimmen zu Folge, scheint es der Film auch bitter nötig zu haben). Trotzdem interessierten sich natürlich alle nur für Julia und Javier. In der anschliessenden, völlig überfülllten Pressekonferenz, gab es daher auch kaum Fragen zum Film.

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Beim Photo-Shooting hatten aber alle noch ihren Spass. Besonderen Gefallen fand Julia an Javiers...

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19.09.10 14:54

Neds von Peter Mullan

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Die Krise hat Spanien fest im Griff. Noch immer. Der Aufmacher der heutigen El Pais Sonntagsausgabe über Spaniens verlorene Generation der twenty-somethings: überqualifiziert, ohne Job oder mit Doppeldiplom als Bademeister im Schwimmbad. "Sienten que estan en el lugar y en el sitio equivocados." Sie fühlen sich, als ob sie sich am falschen Ort befinden. Damit haben sie vieles gemeinsam mit John McGill aus Peter Mullans Neds.

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Pressekonferenz zu "Satte Farben vor Schwarz"

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Ankunft in Bilbao. Am Flughafen steht bereits ein Mann mit dem Schild "Senta Berger". Nur wenige Stunden später sitzt sie dann bereits auf dem Podium. Gemeinsam mit Regisseurin Sophie Heldman und Bruno Ganz präsentiert sie in San Sebastian den deutschen Wettbewerbsbeitrag "Satte Farben vor Schwarz". Entsprechend dem Thema des Films (wie geht ein Mann mit der Nachricht seines nahenden Todes um) ist die Stimmung in dem schwach gefüllten Saal gedämpft. Fragen gibt es nur wenige. Vielleicht ein wenig enttäuschend für alle drei, schließlich ist es die Pressekonferenz zur Weltpremiere des Films. Ob dies ein Indiz für den schwindenden Stellenwert des Festivals sein könnte, werden die nächsten Tage zeigen.

17.09.10 18:10

San Sebastian Filmfestival 2010

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Zum 58. Mal beginnt heute das wunderbare Filmfestival von San Sebastian. Auch wenn man dieses Jahr im Wettbewerb vergeblich nach den ganz großen Namen sucht, gibt es wie immer Filme, die neugierig machen. Einer davon ist Satte Farben in Schwarz, das Spielfilmdebut von Sophie Heldman. Sie vereint Bruno Ganz und Senta Berger in einem Film über eine gereifte Liebe, die vor ihrer letzten Prüfung steht. Nach längerer Abstinenz präsentiert Peter Mullan sein neuestes Werk. Der Schauspieler und Regisseur hat 2003 in Venedig mit The Magdalene Sisters den Goldenen Löwen gewonnen. Dieses Jahr geht er mit Neds in den Wettbewerb. In seinen Film über Non-Educated Delinquents schildert er wie eine Jugendbande zum Ventil für die Wut eines sensiblen Jungen wird. Glanz und Glitter bekommt das Festival spätestens am Montag. Dann nimmt Julia Robert den Donostia Award für ihr Lebenswerk entgegen. Ab morgen sind wir Live vor Ort.

20.02.10 18:19

Bären 2010

Goldener Bär für den besten Film

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Bal von Semih Kaplanoglu

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Bärenwetten

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Es ist wieder so weit...die Verleihung der Goldbärchen findet heute Abend im Berlinale Palast statt. Zeit für Wetten auf Gewinner und Verlierer der Jubiläums-Berlinale sowie eine erste Rückschau. Please comment.

18.02.10 16:05

Eine flexible Frau von Tatjana Turanskyj

Mein Taxifahrer ist genervt. Nicht nur von der hupenden und hetzenden Meute hinter ihm. Ihn nervt vor allem, dass er als ausgebildeter Ingenieur Taxifahren muss. Er hat dies schon zu Studienzeiten gemacht, doch inzwischen ist das etwas anderes. Seine Erwartungen und auch die Erwartungen der Gesellschaft an sein Leben haben sich geändert. Oft ist es nicht die Situation an sich, die sie unerträglich macht, sondern die Fallhöhe, aus der man in sie gelangt. Das verbindet meinen Taxifahrer mit Greta aus Tatjana Turanskyjs Debütfilm Eine flexible Frau.

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17.02.10 18:10

festivalblog im ZDF

Das ZDF sendet in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag in heute nacht um 00.20 Uhr einen Beitrag über festivalblog. Wer nicht solange aufbleiben kann: der Beitrag bleibt noch eine Woche in der ZDF Mediathek online abrufbar.

15.02.10 21:11

Der Räuber von Benjamin Heisenberg

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Rettenberger läuft, im Kreis, im Gefängnishof. Mit dieser Sequenz beginnt die Geschichte, aber für den ehemaligen Bankräuber ändert sich nicht viel, nachdem er das Gefängnis verlassen hat. Er bleibt ein Hamster in seinem Laufrad. In monotoner Folge trainiert er, gewinnt einen Marathon und raubt Banken aus. Weder für das Laufen noch für das Bankausrauben hat sich Rettenberger entschieden. Sie sind sein Instinkt.

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Die Fremde von Felo Aladag

Die Fremde ist der erste Film von Feo Aladag als Regisseurin und er ist ihr gleich rundherum gelungen. Aladag, die sich bisher als Schauspielerin und Drehbuchautorin einen Namen gemacht hat, hat sich einem sensiblen wie aktuellen Thema angenommen: dem "Ehrverbrechen" in der Einwanderungsgesellschaft. Bei so einem Thema kann viel schief gehen. Aladag und ihrem hervorragenden Cast gelingt es aber auf bemerkenswerte Weise, die unterschiedlichen Facetten in einem gesellschaftlichen Konflikt auszuleuchten.

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14.02.10 17:00

Alle meine Stehaufmädchen - Von Frauen, die sich was trauen von Lothar Lambert

Nichts lag näher, als Lothar Lambert und seinen neuesten Film zum 60. Geburtstag der Berlinale einzuladen. Lambert ist Berlinale. Er war bereits 16 Mal dabei. Seine Filme, die er unabhängig von den herrschenden Strukturen der Filmproduktion finanziert, gelten seit den 70ern als bekannteste Vertreter des deutschen "Untergrund Kinos" und tragen Titel wie Die Alptraumfrau, Blond bis aufs Blut oder Im tiefen Tal der Therapierten. Lamberts Werke verweigern sich dem Mainstream und sind immer wieder für einen kleinen Skandal gut. Für "Alle meine Stehaufmädchen - Von Frauen, die sich was trauen " gilt dies sicherlich nicht. Der Film ist ein Zusammenschnitt von Interviews mit 11 Frauen aus Lamberts näherem Umfeld. Darunter sind u. a. die Malerin Evelyn Sommerhoff, die Schauspielerin und Radiosprecherin Claudia Jakobshagen sowie das Berlinale Unikum Erika Rabau, die 1979 in Lamberts Tiergarten mitgespielt hat. Allen Frauen gemeinsam ist ein bewegtes Leben, in dem sie durch leidvolle Erfahrungen gelernt haben, ihr Ding durchzuziehen.

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12.02.10 22:00

Metropolis am Brandenburger Tor

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Eis im Kino ist ja an sich nichts besonderes, unter den Füßen allerdings schon. Einige Hundert Zuschauer haben sich die Live Übertragung von Metropolis am Brandenburger Tor trotz des Wetters nicht entgehen lassen. Hier ein paar Foto-Impressionen.

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Metropolis von Fritz Lang

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Die Generalprobe von Metropolis ist von Beginn an ein Ereignis. Als der "Dummy Moderator", nachdem er bereits Dieter Kosslick und Kulturstaatsminister Bernd Naumann gemimt hat, zum dritten Mal beschwingt auf die Bühne schreitet, um diesmal den Vorsitzenden der Murnau Stiftung Eberhard Junkersdorf zu mimen, gibt es unter Gelächter spontanen Beifall. Um 10h morgens ist so eine Reaktion von Berlinale-Journalisten schon fast eine Sensation.

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Metropolis heute Live bei Arte und am Brandenburger Tor

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Heute morgen konnten wir wieder einmal die Offenheit der Berlinale bewundern, die sie von den anderen Filmfestivals unterscheidet und sie so einzigartig wie sympathisch macht. Alle Pressevertreter waren eingeladen, im Friedrichstadtpalast der Generalprobe von Metropolis beizuwohnen. Die restaurierte Fassung von Fritz Langs stilbildenden Film wird heute Abend im früheren Revuetheater der DDR unter Begleitung des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin uraufgeführt und Live an das Brandenburger Tor übertragen. Wir dürfen noch nichts sagen, aber so viel sei verraten: man kann jedem nur empfehlen, sich die Übertragung um 20.15 h entweder Live bei Arte anzuschauen oder sich bestückt mit Thermoskanne und Wolldecke zum Brandenburger Tor aufzumachen.

21.01.10 23:14

Mehr Wettbewerb

Die Wettbewerbsfilme der 60. Berlinale sind fast vollständig. Gestern wurden weitere 18 Kandidaten auf den Goldenen Bären bestätigt. Darunter befindet sich auch der Eröffnungsfilm "Tuan Yuan" von Wang Quan’an, der 2007 mit "Tuyas Hochzeit" den Goldenen Bären gewonnen hat. Würdig abgeschlossen wird die Berlinale mit dem neuesten Werk von Altmeister Yoji Yamada. Otouto (About Her Brother) ist nach The Twilight Samurai, The Hidden Blade, Love And Honor und Our Mother bereits der fünfte Film mit dem Yamada in den letzten sieben Jahren auf der Berlinale vertreten ist. Ein alter Bekannter ist ebenfalls der chinesische Regisseur Zhang Yimou, der für "Rotes Kornfeld" 1988 den Goldenen Bären gewann und damit den internationalen Durchbruch schaffte. Dieses Jahr ist er mit "San qiang pai an jing qi" (A Woman, A Gun And A Noodle Shop) dabei.

Der europäische Film wird u. a. von Oskar Roehler (Jud Süß - Film ohne Gewissen) und dem britischen Ausnahmeregisseur Michael Winterbottom (The Killer Inside Me) repräsentiert. Der neue Film von Winterbottom zeigt allerdings, wie es immer schwieriger wird, einer Filmproduktion ein bestimmtes Land zuzuordnen. The Killer Inside Me ist eine Britisch/US-amerikanische Ko-Produktion mit den US-Stars Casey Affleck, Jessica Alba und Kate Hudson.

15.01.10 6:00

Berlinale 1983

Die Berlinale beginnt im Trauerflor. Rainer Werner Fassbinder war im Juni des vergangenen Jahres gestorben. In Gedenken an den Regisseur singt Jury Präsidentin Jeanne Moreau ein Lied aus seinem Film Querelle, in dem sie selbst eine der Hauptrollen gespielt hat.

Danach nimmt die Berlinale wieder an Fahrt auf und kann am Ende mit ihren Zahlen hausieren gehen: 394 Filme werden von 200.000 zahlenden Zuschauer gesehen (zum Vergleich: im Jahr 2009 gab es 383 Filme). Das Programm überzeugt durch seine Vielfalt. Nicht nur amerikanische Unterhaltung a la Tootsie findet hier seinen Platz sondern auch Peter Greenaways Der Kontrakt des Zeichners und Eric Rohmers Pauline am Strand.

Zudem ist die Berlinale politisch, ohne dass sie es postulieren muss. Der damalige Bundesinnenminister Zimmermann (CSU) scheitert mit seinem Vorhaben die Aufführung von Herbert Achternbusch Das Gespenst zu verhindern und auch der Gemeinschaftsfilm Krieg und Frieden u.a. von Alexander Kluge, Stefan Aust und Heinrich Böll, der sich kritisch mit dem Nato Doppelbeschluss auseinandersetzt, steht im Visier des BMI.

Beim Hauptpreis konnte sich die die Jury nicht entscheiden und so ging der Goldene Bär ex aequo sowohl an den spanischen Film La Colmena als auch an den Debütfilm von Edward Bennet Ascendancy.

11.01.10 6:00

Berlinale 1979

Nach 1970 polarisierte erneut ein Film über den Vietnam Krieg. Die Darstellung des vietnamesischen Volkes in The Deer Hunter von Michael Cimino wurde nicht nur als einseitig sondern als Verunglimpfung empfunden. Die sozialistischen Länder protestierten und als das nichts nützte, zogen sie die meisten ihrer Filme zurück. Außerdem legten zwei Mitglieder der Jury aus Ungarn und der CSSR ihr Amt nieder. Obwohl sich der Rest der Jury offiziell hinter die Aufführung des Filmes stellte, gab es auch hier kritische Stimmen. Jurymitglied Julie Christie bewertete den Film in einem persönlichen Statement als rassistisch.

Preise gewann The Deer Hunter auf der Berlinale keine. Der Goldene Bär ging an David von Peter Liliental. Im Nachhinein wird dies Michael Cimino recht egal gewesen sein, denn ein Jahr später konnte sein Film fünf Oscars abräumen.

Die zweite Winter-Berlinale war die letzte Berlinale mit Wolf Donner als Festivaldirektor. Nach nur drei Amtsjahren zog er den leitenden Posten in der Kulturredaktion des Spiegels seinem Berlinale Engagement vor. Auch diesmal wurde wieder Ulrich Gregor als Nachfolgekandidat genannt. Es wurde dann aber Moritz de Hadeln, der bis dahin mehrere Jahre die Filmfestspiele von Locarno inszeniert hatte.

09.01.10 6:00

Berlinale 1977

Im Jahr zuvor hatte Alfred Bauer nach 25 Jahren als Leiter der Berlinale die Bühne verlassen. Seine Amtszeit endete weder durch Absetzung noch durch Kündigung, sondern durch das Erreichen der Altersgrenze. Die Suche nach einen Nachfolger wurde mit viel Polemik geführt. Besonders gegen den Kandidaten Ulrich Gregor wurde scharf geschossen. Mit Wolf Donner trat dann überraschend ein Kompromisskandidat die Nachfolge von Bauer an. Was damals nur wenige wussten: Donner sollten nur drei Jahre als Festivalleiter beschieden sein.

Zunächst konnte sich Donners Start aber sehen lassen: 20% mehr Zuschauer und ein gut bestückter Wettbewerb. Mit dabei waren u. a. Truffauts L'homme qui ammait les femmes, Bressons Le diable probablement und der DDR-Film Mama, ich lebe von Konrad Wolf, zu dem Wolfgang Kohlhaase das Drehbuch schrieb (Kohlhaase schrieb später das Drehbuch zu "Sommer vorm Balkon" und wird 2010 mit einem Ehrenbären ausgezeichnet).

Auch 1977 gab es wieder einen Eklat. Die Jüdische Gemeinde in Berlin protestierte beim Senat gegen die Berufung von Rainer Werner Fassbinder in die Jury des Wettbewerbs. Stein des Anstoßes war Fassinders Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod", in dem die Jüdische Gemeinde antisemitische Tendenzen erkannte. Der Berliner Senat folgte dieser Anschauung nicht und Fassbinder blieb Jurymitglied.

Der Regisseur konnte allerdings mit dem Bresson Film nicht seinen Favoriten durchsetzen. Den Goldenen Bären bekam Woschozdenie von Larissa Schepitko. Es war für die Regisseurin der Beginn einer kurzen Karriere im Westen; nur wenige Jahre später verunglückte Schepitko bei einem Autounfall.

07.01.10 19:55

berlinale.de im Jubiläumsglanz

Seit heute steht berlinale.de voll im Zeichen ihres diesjährigen Geburtstags. Viele Jubiläumsinhalte sind online gegangen. Zu sehen sind u. a. amüsante Glückwünsche und Anekdoten von Berlinale Teilnehmern wie Andreas Dresen, Tilda Swinton und Willem Dafoe. Gleichzeitig wird das neue Festivalplakat präsentiert, auf dem die 15 000 Filme, die seit 1951 auf der Berlinale liefen, zusammengetragen wurden.

Angekündigt wird auch eine spektakulären Kunstaktion: das Brandenburger Tor wird von einem 300qm großem Vorhang der Künstlerin Christina Kim "verhüllt". Das Kunstwerk wird am 12.2. eröffnet und im Anschluss wird der Film Metropolis live vom Friedrichstadtpalast an das Brandenburger Tor übertragen. Der Monat Februar garantiert dabei ein Open Air Kinoerlebnis der etwas anderen Art.

06.01.10 6:00

Berlinale 1974

Endlich war es soweit: 1974 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Berlinale ein sowjetischer Beitrag gezeigt. Bis zu diesem Jahr hatte sich der sowjetische Polit-Apparat immer wieder verweigert. Bereits 1958 hatte der deutsche Botschafter in Moskau eine "Verbalnote" mit einer Einladung übermittelt, aber erst das Viermächteabkommen und die Ost-Verträge ebneten 1972 schließlich den diplomatischen Weg.

Begeistern konnte S toboj i bes tebja von Rodion Rafailowitsch Nachapetow als erster sowjetischer Beitrag allerdings nicht. Das war in diesem Jahr aber auch Nebensache. Zum Überkochen brachte die Filmkritikerseele, dass die Jury ihren Favoriten links liegen ließ. Fassbinders "Fontane Effi Briest" bekam keinen einzigen Preis. Stattdessen bekam der kanadische Regisseur Ted Kotcheff für die Romanverfilmung "The apprenticeship of Duddy Kravitz" das begehrte Goldbärchen.

31.12.09 6:00

Berlinale 1968

Der große Knall, er kam nicht. Nachdem Godard im Mai mit seinem Schlachtruf "A la grand salle" das vorzeitige Ende des Filmfestivals in Cannes eingeleitet hatte, war man auch in Berlin auf einiges gefasst. Der Versuch von kritischen Filmemachern wie Alexander Kluge und Edgar Reitz sich auf einer Veranstaltung im Audimax der FU mit revoltierenden Studenten zu verbünden, scheiterte auf der ganzen Linie. Die Regisseure des Neuen Deutschen Films wurden als „Lakaien des Establishments“ kritisiert und mit Eiern beworfen.

Auch mit dem Festspielleiter Alfred Bauer gab es Diskussionen. Die Studenten forderten u.a. freien Eintritt für alle und die Verstaatlichung des Constantin-Filmverleihs. Doch es blieb zunächst alles beim alten. Erst drei Jahre später sollte es mit der Gründung des Internationalen Forum des jungen Films zu einer grundlegenden Reform der Berlinale kommen.

Bemerkenswert sind die Verbindungen des Berlinale Jahrs 1968 zum Jubiläumsjahr 2010. Mit seinem Film Lebenszeichen war Werner Herzog, Jury-Präsident der Berlinale 2010, zum ersten Mal auf dem Festival mit dabei. Außerdem organisierte er Vorführungen von Wettbewerbsfilmen in Berliner Kiez-Kinos, eine Initiative, die im Jubiläumsjahr 2010 wieder aufgenommen wird. Den goldenen Bären bekam aber nicht Herzog für seinen ersten abendfüllenden Spielfilm, sondern der dänische Film Ole Dolle Dof (Raus bist du) von Jan Troell.

27.12.09 6:00

Berlinale 1964

Ein Magazin des Bayerischen Fremdenverkehrsamtes sorgte 1964 für viel Aufregung. Es wurde vorgeschlagen, die Filmfestspiele nach München zu verlegen, um es den sozialistischen Länder zu erleichtern, ihre Filme auf das Filmfest zu senden. Es ging damit nicht nur um die Filmfestspiele, sondern auch um den Status der geteilten Stadt Berlins. Man reagiert sehr empfindlich auf die Veröffentlichung und es wurde deutlich: Die Berlinale war angeschlagen.

Auf einen Nebenschauplatz brachte sich zudem die Filmkritik in Position. Jahrelang hatte man das mittelmäßige Programm der Berlinale kritisiert. Nun ließ man den Worten Taten folgen. Parallel zur Berlinale initiierten die erst ein Jahr zuvor gegründeten Freunde der Deutschen Kinemathek die Berlinale Gegenveranstaltung "Woche der Kritik". Auf diesem Vorläufer des Forum-Sektion lief dann u.a. der von der Festspielleitung abgelehnte Godard-Film Bande à part.

Alfred Bauer war sich der damaligen Macht der Filmkritik wohl bewusst und versuchte das Problem durch eine Umarmungstaktik zu lösen. Für das kommende Jahr wurden auch zwei Filmkritiker in das Auswahlkomitee der Berlinale berufen.

Eine Filmkritik ist, mag sie auch noch so begründet sein, aber auch nur eine Meinung unter vielen. Das zeigt die Beurteilung des türkischen Gewinnerfilms von 1964 Susuz Yaz durch Ulrich Gregor im Spandauer Abendblatt. Gregor hielt den Film für derart mit falscher und naiver Folklore überladen, dass man ihn mit Schweigen hätte übersehen sollen. Der Hamburger Film-Regisseur Fatih Akin dagegen betrachtet "Susuz Yaz“ heute als eines der wichtigsten Vermächtnisse des türkischen Kinos.

25.12.09 6:00

Berlinale 1962

Es war die erste Berlinale nach dem Berliner Mauerbau im August 1961. Die Situation war angespannt und man hatte zunächst überlegt, die Vorbereitungen für das Festival zu stoppen. Am Ende machten der Berlinale aber weniger die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, sondern, mal wieder, die gnadenlose Kritik in der Presse. Man sprach von einer Berlinale "der schlechten Filme und der netten Leute", Wolfgang Neuss, dessen Film Genosse Münchhausen nicht angenommen worden war, machte sich über das niedrige Niveau der Berlinale lustig und der prominente Berliner Kritiker Friedrich Luft empfahl der Festivalleitung auf den A-Status des Festivals zu verzichten, um eine freiere Hand bei der Filmauswahl zu haben.

Die Berlinale geriet mit ihrem Spagat zwischen Kunst und Kommerz zunehmend in eine Sackgasse. Derweil begann sich die Avantgarde der deutschen Filmregisseure zu organisieren. Ende Februar 1962 wurde auf einer Pressekonferenz mit dem Titel "Papas Kino ist tot" das Oberhausener Manifest vorgestellt. 26 Filmemacher darunter Alexander Kluge, Edgar Reitz und Peter Schamoni hatten das Manifest unterzeichnet. In der Erklärung verpflichteten sie sich dem "neuen Film", der frei sein sollte von branchenüblichen Konventionen, der Beeinflussung kommerzieller Partner und der Bevormundung durch Interessengruppen. Auch wenn 1964 noch kein Film der Oberhausener Gruppe auf der Berlinale vertreten war, wurde die neue Linie zwischen etablierter Filmindustrie und dem erklärten Neuanfang des deutschen Films emotional diskutiert.

Der Goldene Bär ging 1964 an A Kind of Loving, das Spielfilmdebüt von John Schlesinger, der später mit Werken wie Midnight Cowboy und Marathon Man Meilensteine der Filmgeschichte schaffen sollte.

19.12.09 6:00

Berlinale 1956

1956 war es endlich so weit: die Berlinale wurde von der FIAPF anerkannt und bekam den lang ersehnten Status eines "A-Festivals". Von nun an spielte die Berlinale auch offiziell in derselben Liga wie Filmfestspiele in Cannes und Venedig.

In Hinblick auf die politische Zensur von Filmen war 1956 allerdings ein sehr bedenkliches Jahr. Zwei Defa-Filme sollten zwar nicht im offiziellen Rahmen des Festivals aber im selben Zeitraum in der Steinbühne gezeigt werden. Auf Druck der Berlinale-Leiters Alfred Bauer schaltete sich der Berliner Senat ein. Der Veranstalter knickte ein und verzichtete auf die Vorführungen.

Bereits einen Monat vorher hatte sich die deutsche Politik sehr negativ in Sachen Zensur hervorgetan. Aufgrund des Einspruchs des deutschen Botschafters in Paris wurde die geplante Aufführung des Dokumentarfilms "Nacht und Nebel" von Alan Renais über das Konzentrationslager in Auschwitz auf dem Festival in Cannes zurückgezogen. Der Botschafter, der im Auftrag der Bundesregierung handelte, berief sich auf die Statuten des Festivals, die besagten, dass nur Filme gezeigt werden durften, die nationale Gefühle eines anderen Volkes nicht verletzen. Auch auf der Berlinale traute man sich nicht, den Film im offiziellen Rahmen des Festivals zu zeigen.

Der Gewinnerfilm von 1956 wurde der Tanzfilm "Invitation to dance" von Gene Kelly. Ein Film der keinem weh tat.

17.12.09 9:56

Die ersten Filme des Wettbewerbs für die Berlinale 2010

Die Weltpremiere von Martin Scorseses neuem Film Shutter Island mit Leonardo DiCaprio ist ohne Zweifel der Clou unter den ersten Filmen, die für den Wettbewerb der Berlinale 2010 ins Rennen geschickt werden. Genauso viel Aufmerksamkeit wird aber auch der Film Ghost Writer bekommen. Schließlich ist Regisseur Roman Polanski schon seit Wochen in den Schlagzeilen.

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Berlinale 1954

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Sophia Loren, Yvonne de Carlo und Gina Lollobrigida (Quelle: Berlinale)

Die Diskussion um die Bedeutung von Stars und Sternchen auf Filmfestivals ist vielleicht so alt wie die Festivals selbst. Auf der Berlinale 1954 kam jedenfalls der Glamour endgültig an. Mit Curd Jürgens, Hildegard Knef, Sophia Loren und Gina Lollobrigida konnten die Berliner so viele Stars begaffen wie in keinem der Jahre zuvor. Eher ruhige Filme wie Douglas Sirks "Magnificient Obsession" mit Rock Hudson und "Ikiru" von Akira Kurosawa hatten es dagegen schwer und fanden kaum Beachtung. Einigen deutschen Beiträgen erging es aber noch deutlich schlechter. So wurde der deutsche Beitrag "Rummelplatz der Liebe" auf einer Freilichtveranstaltung in der Berliner Waldbühne von 25000 Zuschauern niedergepfiffen und die Presse dichtete den Titel genüsslich um in "Schrottplatz der Liebe". Der Hauptpreis in der Kategorie Dokumentarfilm ging an den heutigen Disney-Klassiker "Die Wüste lebt". Den Goldenen Bären gewann "Hobson's Choice" (Der Herr im Haus bin ich) mit Charles Laughton in der Hauptrolle. Regisseurs des Gewinnerfilms war David Lean, der bald darauf mit die "Die Brücke am Kwai" (1957), "Lawrence von Arabien" (1962) und "Doktor Schiwago" (1965) seine berühmtesten Werke drehen sollte.

14.12.09 7:00

Berlinale 1951

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Quelle: Berlinale

Nur sechs Jahre nach Kriegsende war die Gründung eines internationalen Filmfests für die Stadt Berlin ohne Zweifel ein großer Schritt. Die Umstände waren immer noch besondere, dies zeigt allein die Entstehungsgeschichte, denn die Initiative für das Festival kam vom amerikanischen Filmoffizier Oscar Martay.

Viele Dinge, die 1951 anders anfingen, sind heute längst in Vergessenheit geraten: z. B. der Termin. Statt den grau-kalten Februar wählte man den sommerlich warmen Juni als Austragungsmonat. Das Zentrum des Festivals lag weder am Kurfürstendamm und natürlich erst recht nicht am Potsdamer Platz sondern (heute unvorstellbar) in Steglitz. Als einer der wenigen Kinopaläste war der Titaniapalast an der Schlossstraße mit seinen 1200 Sitzen weitgehend von Zerstörungen verschont geblieben und so wurde hier am 6. Juni 1951 die erste Berlinale mit Hitchcocks Rebecca eröffnet.

Unter der Leitung des Filmhistorikers Alfred Bauer wurde das Festival zu einem großen Erfolg und das obwohl die Berlinale zunächst kein "A-Festival" sein durfte. Cannes und Venedig fürchteten Konkurrenz. Den Goldenen Bären gewann ein Film, der besonders stark den damaligen Situation der Stadt widerspiegelte: Die Vier im Jeep. Thema des Films waren die gemeinsamen Patrouillen von vier Soldaten der alliierten Siegermächte im Wien der Nachkriegszeit.

Übrigens war "Die Berlinale" zunächst gar nicht gewollt, jedenfalls der Name nicht. Die Verwechslung mit der Biennale in Venedig lag einfach zu nahe. Die Kabarettistin Tatjana Sais hat es dann aber ausgesprochen und so ist es (glücklicherweise) bis heute geblieben.

13.12.09 23:04

60 Jahre Berlinale - Der Geburtstags-Countdown

Die Berlinale feiert 2010 einen runden Geburtstag: sie wird 60. Grund für festivalblog auf die vergangenen Berlinale Jahre zurückzuschauen. Genau 60 Tage vor der Berlinale starten wir unseren Geburtstags-Countdown-Kalender. Ab Montag, den 14.12.2009, veröffentlichen wir jeden Tag einen Beitrag zu einem Festivaljahr der Berlinale. Nach 60 Tagen und 60 Artikeln endet der Kalender am 11. Februar 2010, dem Eröffnungstag der Berlinale.

Beginnend mit dem Jahr 1951 beleuchten wir politische und kulturelle Ereignisse während der Berlinale, schauen auf Filme von Siegern und Verlierern, und richten nebenbei den Blick auf die Zusammenhänge zwischen Weltgeschehen und Filmgeschehen.

In einem großen Bogen wird so die Entwicklung der Berlinale nachgezeichnet von einem improvisierten Nachkriegs-Filmfestival in einer zerstörten und später geteilten Stadt hin zu einem A-Filmfestival in der momentan kulturell dynamischsten Stadt Europas.

Besonders für die frühen Jahre nutzen wir dabei als unschätzbare Quelle den 2000 veröffentlichten Jubiläumsband 50 Jahre Berlinale von Wolfgang Jacobsen.

22.11.09 17:35

Werner Herzog wird Jury-Präsident der Berlinale 2010

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Foto: erinc salor

Die Berlinale hat einen passenden Jurypräsidenten für die Jubiläumsausgabe 2010 gefunden. Werner Herzog ist einer der profiliertesten deutschen Autorenfilmer und wie die Berlinale ein Stück deutscher Filmgeschichte. Unvergessen ist insbesondere seine „intensive“ Zusammenarbeit mit Klaus Kinski in Filmen wie Aguirre, der Zorn Gottes und Fitzcarraldo, der Herzog mit Mein Liebster Feind eigens einen Film widmete.

Nachdem Roland Emmerich auf der 55. Berlinale die Jury leitete, hat man sich zum 60. Geburtstag wieder für einen Deutschen entschieden. Mit Werner Herzog hat man aber einen guten Kontrast zum 2012 Regisseur gefunden, der die Bandbreite, die sich unter den deutschen Filmemachern findet, gut wiedergibt.

Festival der Filmhochschulen 2009

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Wie bei kaum einem anderen Festival bekommt die Internationalität des Filmgeschäfts beim Festival der Filmhochschulen Bodenhaftung. Junge Filmemacher aus Israel, Brasilien oder Argentinien zeigen hier nicht nur ihre Filme. Durch die gemeinsamen Vorführungen und bestimmt auch durch das gemeinsame Feiern entwickelt sich in einer Woche eine Nationen übergreifende Community, die stark an den Film L'auberge espagnole erinnert (auf youtube kann sich jeder von dem Spirit überzeugen).

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01.11.09 11:47

Hof 2009: „Der Deutschland-Komplex“ von Alexander Kluge und Stefan Aust

Die Rote Sonne ist ein Münchner Elekrtro-Club mit sehr jungem Publikum. Im Mai 2008 gibt Eva Jantschitsch mit ihrer Band Gustav in der Roten Sonne ein Konzert. Unter den Zuhörern einer ihrer größten Fans: der inzwischen 77-jährige Multimedia Künstler Alexander Kluge. Bemerkenswert ist nicht nur seine Anwesenheit. Seine Begeisterung ist so groß, dass er die Musik zum zentralen Thema des Films "Der Deutschland-Komplex" macht, den er zusammen mit Co-Regisseur Stefan Aust in Hof vor ausverkauftem Kinosaal vorstellt. Es ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen den Beiden. Kluge und Aust haben bereits bei „Krieg und Frieden“ (1982) und „Der Kandidat“ (1980) sich die Regie geteilt. Zwischen der Zusammenarbeit von damals und heute liegen inzwischen fast 30 Jahre, in denen sich bei beiden viel getan hat. Das zeigt auch der „Deutschland-Komplex“.

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31.10.09 13:00

Hof 2009: Impressionen

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Heinz Badewitz verliest vor der Aufführung von "Der Deutschland-Komplex" die Aufstellung der Hofer Fussballmanschaft für das Tunier am Samstag.

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Hof 2009: "Die Maßnahme" von Mike Bialk

Ein König kommt auf hohem Ross in Purpur gekleidet zu seinen Untertanen geritten. Es sind hart schuftende Bauern, die ihre Ernte einfahren. Im Kreise der von der Arbeit Gezeichneten glänzen die Gewänder des König in ihrer ganzen Pracht. Zufrieden lobt er die Bauern, das einfache Leben, die einfache Arbeit und sich selbst, denn ohne ihn könnten sie dieses edle Werk nicht vollrichten.
Wie wir alle wissen, ist in Deutschland die Leibeigenschaft längst abgeschafft. Eine ernst zunehmende Aristokratie gibt es auch nicht mehr. Trotzdem befinden wir uns in keinem Märchen.

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30.10.09 23:38

Hof 2009: "1000 Meilen von Taschkent" von Katharina Wyss

"Guck mal, da der Fernsehturm", "Ah, mal wieder die Boheme an der Kastanienallee", "Unser Kotti!" - Berlin Filme. Wir sind begeistert, wenn wir alles wiedererkennen.

Manchmal ist aber etwas noch stärker, wenn man es nicht zeigt. Das beweist „1000 Meilen von Taschkent“. Der Seminarfilm, den Katharina Wyss an der DFFB gedreht hat, ist zu hundert Prozent ein Berlin Film, ohne dass er sich der typischen Berlinsymbole bedienen müsste. Es ist die Kulisse von Bahnhöfen und Straßen ohne Namen und auch der Berlin-Existenzialismus der Hauptfiguren, die ein Berlin sichtbar machen, wo Vision, Hoffnung und Wahnsinn sich so nahe sind wie sonst nirgendwo in Deutschland.

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Hof 2009: Ankunft in Hof

Mit entwaffnender Herzlichkeit wird man im Akkreditierungsbüro der Hofer Filmtage begrüßt. Man kann auch gleich mithelfen, den Fotodrucker zu reparieren, der die Ausgabe des frisch geschossenen Porträt für den Akkreditierungsausweis hartnäckig verweigert. Das Hof-Feeling, was es von den großen Brüdern und Schwestern in der Festivalwelt unterscheidet, ist gleich wieder da. Auch wird ganz geschwind noch ein Hotelzimmer im "Hotel am Kuhbogen" organisiert. Perfekt! So geht es mit frischen Rückenwind in den ersten Film.

27.10.09 0:10

43. Hofer Filmtage

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Heute startet das vielleicht gemütlichste und familiärste Filmfestivals Deutschlands: die Hofer Filmtage. Die Markenzeichen des Festivals: Würstchenbude, Fußball und deutsche Filme.

Für deutsche Jungfilmer ist Hof der ideale Ort, um ihre Erstlingswerke zu platzieren. Während auf der Berlinale viele Entdeckungen im Stargetrampel untergehen, treffen sie in Hof auf ein begeisterungsfähiges Publikum, das als eine nahezu paritätisch zusammengesetzte Mischung aus Filmkritikern, Film-Business-Leuten, Filmliebhabern und Filmemachern dicht an dicht in einem der Hofer Programmkinos zusammenhockt.

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22.10.09 18:13

Bergfilmfestival Tegernsee vom 21. - 25.10.2009

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Seit gestern läuft im wunderschönen Tegernsee wieder das Bergfilmfestival. Ein kleine Sensation wie letztes Jahr die Premiere von Nordwand ist diesmal zwar nicht dabei, aber mit Filmen von Arnold Frank (in Anwesenheit des Enkels des Bergfilmpioniers!) über eine Doku über die Tierwelt im Andenhochland bis hin zu einer Podiumsdiskussion zur Neuorientierung im Bergsteigen wird auch dieses Jahr jeder Berg-Fan wieder etwas finden.

18.09.09 20:38

Zinemaldia 2009

Es fühlt sich komisch an: nach sechs Jahren das erste Mal nicht dabei. Keine Filmvorführungen am Meer, keine Pinchos und keine Cervecas. Heute startet das Filmfestival im spanischen San Sebastian und ich sitze auf einem Sofa in einem deutschen Wohnzimmer, schaue mir im Internet an, wie Brad Pitt auf einer Pressekonferenz im Fesivalzentrum Kursaal umjubelt wird. Das ist einfach nicht das Gleiche, wie mit spanischen Fotografen im Nahkampf um den besten Platz für ein Foto zu ringen. Nun ja, nächstes Jahr ist die Freude, um so größer, wenn wir wieder mitten im Geschehen sind. Apropros Brad Pitt: alle Groupies aufgepasst, Brad trägt jetzt einen Bart. Wer es nicht glaubt, kann sich ja hier überzeugen.

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27.06.09 21:12

"Bomber" von Paul Cotter

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Ein 83-jähriger Brite unternimmt zusammen mit seiner Frau und seinen Sohn eine Reise ins deutsche Bad Zwischenahn, um die Geschichte seines Bombenabwurfs über der norddeutschen Stadt aufzuarbeiten. Auf dem Roadtrip durch die wunderbar bebilderte norddeutsche Steppe steht aber schon bald weniger die Bewältigung seiner persönlichen Verstrickung in die Weltgeschichte im Vordergrund sondern seine Unzulänglichkeit als Vater und Ehepartner.

Im Ankündigungstext des Festivals wird "Bomber" als bittersüße Komödie über Liebe, Familie und das Bombenabwerfen über Deutschland beschrieben. Das versprach eine interessante Mischung. In Punkto Unterhaltung wird man dann auch sicherlich nicht enttäuscht. Mit Drive und Witz blickt Paul Cotter auf immer wiederkehrenden Rollenmusters langjähriger Ehepartnern in ihrem Verhältnis untereinander im Verhältnis zu ihren erwachsenden Kindern.

Gerade als deutscher Zuschauer war man aber besonders darauf gespannt, wie die britisch/US-amerikanische Produktion mit dem Thema "Bombenabwerfen über Deutschland umgeht". Leider wird das Thema im Verlauf des Films immer mehr zu einem reinen Aufhänger der lockeren Brit-Comedy. Am Ende bleibt das etwas schale Gefühl, dass in „Bomber“ etwas leichtfertig ein spannendes Thema dem Unterhaltungswert geopfert wurde.

Filmfest München 2009

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Ein Tag vor Beginn Filmfestes sah alles noch sehr hoffnungsfroh aus: in der Abendsonne blätterten auf den Bierbänken am Gasteig schon eifrig die Film-Enthusiasten in dem vorbildlich übersichtlichen Programmagazin. Doch heute startet das Filmfest dann doch wieder mit dem seit Tagen nicht abreißenden Sommerregen.

Auf der anderen Seite ein Grund mehr sich ins Trockene des Kinosaals zu retten und einen der vielen filmischen Leckerbissen zu genießen.

Dieses Jahr kann man unter der beachtlichen Auswahl von 200 Filmen wählen. Das sind zwar nur ein Drittel der Filme, die es auf Festivals wie der Berlinale zu sehen gibt, aber man kann sicher sein, dass die Trefferquote in München sehr hoch ist. Denn was zuerst als Nachteil erscheint, erweist sich für den Festivalbesucher letztlich als Vorteil. München ist kein wirkliches Premierenfestival mit vielen Welt Uraufführungen. Es hat daher nicht den Status eine A-Festivals wie die Filmfestspiele von Berlin, Cannes oder Venedig. Dafür mussten sich die Filme aber auch schon auf anderen Festivals beweisen. Damit bekommt man keine Wundertüte mit ausbleibenden Wundern, sondern ein Programm dass von Kritikern und Publikum schon einmal "vorgeschmeckt" wurde.

Als Glücksfall hat sich erwiesen, dass man sich schon sehr früh dazu entschlossen hat Michael Haneke den CineMerit Award für besondere Verdienste in der Filmkunst zu verleihen. Damit ist der diesjährige Gewinner der Goldenen Palme in Cannes natürlich anwesend und neben dem preisgekrönten "Das weisse Band" sind auch seine anderen verstörend intelligenten Werke wie "Die Klavierspielerin", "Caché" und "Funny Games U.S." zu sehen.

Die andere Werkschau in diesem Jahr ist dem britischen Ausnahmeregisseur Stephen Frears gewidmet. Hier hat man die einmalige Gelegenheit nicht nur noch einmal seine größten Erfolge wie "My Beautiful Laundrette", "Dangerous Liasons" und "The Queen" zu sehen, sondern auch die frühen Werke "The Burning" (1967), "Gumshoe" (1971) und "Prick up your ears" (1987).

Unter den Perlen anderer Festivals befinden sich u. a. aus Cannes Pedro Almodovars "Los Abrazos Rotos" und Andrea Arnnolds "Fish Tank" sowie aus San Sebastian "Tiro en la cabeza" und "Two-Legged Horse".

Eine weitere Besonderheit in München ist die Ur-Aufführung deutscher Fernsehfilme. Das Highlight ist sicherlich die Premiere der Doku-Fiktion über Rudi Dutschke von Stefan Kromer. Aber auch die neuen Episoden von Polizeiruf 110 oder der neue Tatort mit Ballauf und Schenk können hier mal auf der großen Leinwand genossen werden.

Bleibt zu hoffen, dass die Qualität des des Filmprogramms beim Filmfest das Wetter dieses Sommer stärker bestimmt als der heutige Siebenschläfertag.

26.04.09 13:36

Die Wettbewerbsfilme der 62. Filmfestspiele von Cannes

Am kommenden Mittwoch den 13. Mai ist es wieder so weit: der rote Teppich wird ausgerollt, unter dem Blitzlichtstaccato der Fotografen tänzelt die Filmprominenz in das Grand Théâtre Lumière und endlich wird Gilles Jacob die 62. Filmfestspiele von Cannes für eröffnet erklären. Auch wenn wir nicht vor Ort sind, gestatten wir uns dennoch einen kurzen Blick auf das diesjährige Programm des Wettbewerbs.

Die Auswahl der Filme ist nicht wirklich überraschend, zumindest wenn man sich die Namen der Regisseure anschaut. Nur ein einziger unter ihnen konnte noch nie in Cannes einen Film von sich platzieren und es ist jemand, von dem man es eigentlich gar nicht erwartet hätte.

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14.02.09 18:38

Die Bären

Die Gewinner der diesjährigen Berlinale stehen fest. Es war eine der emotionalsten Preisverleihungen der letzten Jahre. Besonders sprachlos waren Maren Ade und Birgit Minichmayr über die Preise für "Alle Anderen" und Adrián Biniez, der für sein Debut "Gigante" gleich drei Preise holte.

Hier der Überblick über die offiziellen Preise der Berlinale 2009:

Goldener Bär für den besten Film

"La teta asustada / The Milk Of Sorrow" von Claudia Llosa

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Preise der Unabhängigen Jurys

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Die Preisverleihung der unabhängigen Jurys in der Landesvertretung des Saarlands hat Tradition. Sie ist oft auch ein Indikator, wer heute Abend einen Bären bekommen könnte. Danach läge Hans Christians Schmid ganz weit vorne. Er wurde gleich mit drei Preisen bedacht.

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Tips & Favorites der festivalblog Redaktion

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Unsere Wetten auf die Bären 2009:

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"Sweetgrass" von Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbash

Das Blöken der Schafe

Das Schaf hat es nicht einfach. Es muss mit dem Klischee leben ziemlich verblödet zu sein. Dabei stimmt das gar nicht. Schafe sind nicht dumm. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie die gleichen Hirnstrukturen besitzen wie Menschen. Mit „Sweetgrass“ bringen uns die Regisseure Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbasheine eine weitere unbekannte Seite des Schafs näher. Nach zwei Stunden ihres Films, sind wir auch von der Ästhetik unser wolligen Freunde begeistert.

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13.02.09 16:05

"Rage" von Sally Potter

Einer nach dem anderen stehen sie auf: die Presseleute bei der Filmvorführung von "Rage". Wohl keine Kunst mehr gewöhnt, möchte man ihnen hinterherrufen. Im Schreibzimmer des Pressezentrums fragt mich später eine der „Frühaufsteher“: "Hat sich irgend etwas geändert? Wurden weiter Menschen vor einem farbigen Hintergrund abgefilmt?". Nein, es hat sich nichts gerändert. Und genau das ist das Tolle an Sally Poters „Rage“.

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12.02.09 20:35

"The Dust of Time" von Theo Angelopoulos

Lieber Theo Angelopoulos, es tut mir leid, aber diesmal kann ich es verstehen, dass nach der Pressevorführung der Kinosaal nur noch halb gefüllt war. Der Versuch, eine 50 Jahre umspannende Liebes- und Familiengeschichte in miteinander verschobenen Zeitebenen auf drei Kontinenten zu erzählen, misslingt gründlich.

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"Fig Trees" von John Greyson

Wer noch die Gelegenheit hat, der sollte sich „Fig Trees“ anschauen. Natürlich gibt es 100 andere Filme, die wir uns auch noch auf der Berlinale anschauen sollten. Doch „Fig Trees" wird man so schnell nicht mehr zu sehen bekommen, denn seine Heimat sind die Filmfestivals. Darauf zu warten, dass der Film ins Fernsehen kommt, ist keine Alternative. Man täte sich keinen Gefallen. "Fig Trees" braucht viel, viel Platz. Er braucht das Kino und die große Leinwand.

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11.02.09 14:00

"My Dear Enemy" von Lee Yoon-Ki

"My Dear Enemy" ist eine Hommage des Regisseurs Lee Yoon-Ki an Woody Allen und man kann ihm gratulieren. Er hat es geschafft, Seoul gegen Allens New York auszutauschen. Herausgekommen ist eine intelligente Großstadtkomödie über Seoul und die Überlebensstrategien seiner Bewohner

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10.02.09 21:43

Festivalblog im Fernsehen

Das ZDF hat einen kleinen Bericht über den Festivalblog gemacht. Zu sehen gibt es uns am Mittwoch den 11.2. im ZDF Mittagsmagazin zwischen 13:00 und 13:45.

"Chéri" von Stephen Frears

Nach Jahren ohne durchschlagenden Erfolg ist Michelle Pfeifer heute am Potsdamer Platz mit dem Film „Chéri“ groß zurückgekehrt. Zurecht wurde sie auf der Pressekonferenz unter dem Jubel der Journalisten empfangen. Zusammen mit Drehbuchautor Cristopher Hampton und Regisseur Stephen Frears gelingt ihr der Kunstgriff einen Film über das tragische Moment der Liebe zu schaffen, der beschwingt und leicht erzählt ist und dennoch tief bewegt.

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08.02.09 13:16

"The Exploding Girl" von Bradley Rust Gray

Bereits der erfolgreiche Independent Film June hat uns gezeigt, wir tough junge Amerikaner sein können. Auch in „The Exploding Girl“ haben die Heranwachsenden eine Lebenstüchtigkeit und ein Einfühlungsvermögen, das man vielen Erwachsenen wünschen würde.

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07.02.09 16:27

"H:r Landshövding" von Måns Månsson

Anders Björck ist Gouverneur der Provinz Uppsala. Gouverneur, eigentlich ein schöner Titel, doch in Schweden ist die politische Macht der Gouverneure gleich Null. Vergleichbar mit den Königshäusern in westlichen Demokratien besteht ihre einzige Aufgabe im Repräsentieren. Wer je dachte, man hat da ein feines Leben, wird immer zu tollen Banketten eingeladen und bekommt gutes Essen serviert, der hat bestimmt recht....und doch möchte man um nichts in der Welt mit Anders Björck tauschen.

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"La journée de la jupe" von Jean-Paul Lilienfeld

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Warum bin ich eigentlich in diesen Film gegangen? Ok, ich gebe es zu: wegen Isabelle Adjani. Schließlich war sie in meiner Zeit eine Ikone. Unvergessen ihre Rolle in Luc Bessons Subway gemeinsam mit dem wasserstoffblonden Christopher Lambert. Zwischen diesen beiden Rollen liegen jetzt fast 25 Jahre und der Unterschied könnte nicht größer sein.

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05.02.09 21:06

Live vom Roten Teppich

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Egal was man das ganze Jahr über gemacht hat, wenn man sich auf der Eröffnung der Berlinale zeigt, ist man wieder voll da. Hier die Eindrücke vom ersten "Roten Teppich" der Berlinale 2009.

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Die Jury der kleinen Filme

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(von links) Gaston Kaboré, Christoph Schlingensief, Tilda Swinton, Henning Mankell, Isabel Coixet, Wayne Wang (nicht im Bild Alice Waters)

Wenn man es nicht besser wüsste, dann dachte man, es wäre die Pressekonferenz der Jury von Panorama oder Forum. Eigentlich kein Wunder, denn mit Christoph Schlingensief und Tilda Swinton sitzen in der Jury des Wettbewerbs gleich zwei eloquente Vertreter des Independent Film.

Schlingensief machte Werbung für "Torpedo", den Film der 16-jährigen Regisseurin Helene Hegemann. Swinton rief dazu auf in den hintersten Ecken der Welt Filmfestivals zu oranisieren und sie zum Refugium für die Nischen des Films zu machen. Sie weiß wovon sie redet. Schließlich hat sie in einer Bingohalle ihrer schottischen Heimatstadt mit überragenden Erfolg ein Festival mit DVD-Filmen von Gene Kelly bis Derek Jarman organisiert.

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04.02.09 18:46

Der erste Kontakt

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Die drei Insignien für den Stand des Berlinaler ergattert: Akkreditierung, Tasche und Katalog. Pressefach gab es dieses Jahr leider nicht mehr.
Der Empfang am Potsdamer Platz war typisch Berlin: zwischen den Berlinale Plakaten demonstrierte eine Menschenmenge für die Menschenrechte in Sri Lank. Ansonsten ist alles im Aufbruch. Überall wird noch gewerkelt, damit morgen Kosslick, Swinton , Tykwer & Co. die Berlinale feierlich eröffnen können. Nur drängeln am Akkreditierungsschalter, das ging bereits heute. Aber das ist ja auch irgendwie Berlin.

Relaunch zum fünften

Fünf Jahre festivalblog, fünf Jahre festivalblog auf der Berlinale ...wir können es selbst kaum glauben. Zu diesem feierwürdigen Anlass schenken wir uns, neben reichlich Berliner Pils ; ), ein neues Gewand. Wir haben kräftig aufgeräumt, um festivalblog noch übersichtlicher und noch hübscher zu machen. Außerdem haben wir jetzt neben RSS- auch einen Twitter- und Flickr-Feed. Damit sind wir nicht nur auf der Berlinale, sonder auch (bitte nicht schlagen) im Web 2.0 angekommen. Wir hoffen euch gefällt es und freuen uns über jedes Feedback : ) ...und nun rein ins Getümmel!!!

02.02.09 16:25

Warm anziehen und anstellen

Der Run geht los. Es gibt zwar keinen richtigen Winterschlussverkauf mehr. Aber wer das Jagdfieber liebt, der war sowieso schon immer beim Berlinale Vorverkauf besser aufgehoben. Ab heute geht das begehrte Gut "Berlinale Karten" an den Markt. Jetzt gilt es die geschickteste Strategie zu wählen: vor den Potsdamer Arkarden übernachten oder sich doch auf den schnellen Klickfinger beim Onlineverkauf verlassen. Der wurde allerdings in den letzten Jahren arg auf die Probe gestellt. Wenige Minuten nach virtueller Öffnung der Online Ticket Counter waren die Premierenkarten entweder ausverkauft oder die Seite brach unter der Last der Berlinale Jünger zusammen. Vielleicht also doch freinehmen und vormittags zu den Wiederholungen gehen, da sieht es meist besser aus.

Vorverkauf ist immer drei Tage im Voraus, bei Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus. Heute kann man also Karten für Donnerstag bzw. bei Wettbewerbswiederholungen für Freitag kaufen. Aber aufgepasst! Karten für Wettbewerbswiederholungen in dem neuen Berlinale Kino Friedrichstadtpalast gibt es ab heute bereits für den gesamten Zeitraum zu kaufen. Allen Berlinale Kartenjägern viel Glück und gute Treffer.

16.01.09 17:44

Wettbewerbsfilme der Berlinale Teil 2

Er hat es wieder geschafft. Tolle Filme hat Filmfischer Dieter Kosslick ans Land gebracht. Oh "Cheri", möchte man da mit dem Wettbewerbsbeitrag von "Queen-Chronist“ Stephen Frears sagen. Wir sagen dagegen „Oh Michelle…wo bist du solange gewesen?“ In den letzten Jahren hat sich Michelle Pfeiffer sehr rar gemacht. Ihr vielleicht größter Erfolg war die Hauptrolle in „The Fabulous Baker Boys“ aus dem Jahr 1989. Auch zwischen der letzten Zusammenarbeit mit Stephen Frears in „Dangerous Liaisons“ und ihrem jetzigen Auftritt in Frears Verfilmung einer Novelle der französischen Schriftstellerin Colette liegen schon über 20 Jahre.

Von Ellen Barkin dachte man ebenfalls lange Zeit, sie sei dem "Jung und schön"-Filter der Hollywoodmaschine zum Opfer gefallen ist.

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14.12.08 13:34

Berlinale 2009: Erste Filme des Wettbewerbs

Yuheee...die Berlinale hat ein weiteres Türchen im Adventskalender für uns geöffnet und die ersten Filme für die Offizielle Sektion verlauten lassen. Damit schon mal die Kritiker, die immer sofort schreien: "Wo ist der deutsche Film?", ruhiggestellt werden, ist gleich einer mit dabei. "Alle Anderen" von Maren Ade widmet sich einem wunderbar bösen Thema, das schon Rainer Kaufmann in „Ein fliehendes Pferd“ trefflich ausgekostet hat: Pärchen trifft Pärchen im Urlaub.

Auch „The Private Lives of Pippa Lee“ bedient sich der nie versiegenden Quelle der Beziehungsthemen. Ein Mann verlässt seine Frau wegen einer Jüngeren, was dieser den Boden unter den Füssen wegzieht. Rebecca Miller ist nicht nur die Regisseurin des Films sondern auch die Autorin des gleichnamigen Buches. Sehr geschickt, kann ich da nur sagen. Eines steht jetzt schon fest: den Frauen, denen der Mann erliegt, mangelt es nicht an Attraktivität, denn sie werden von Winona Ryder, Monica Bellucci und Julianne More gespielt.

Aber es gibt auch was für die Damen: das "Mützchen" Gael García Bernal kommt wieder nach Berlin.

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23.11.08 16:15

Filmschulfest München 2008:
Die Preisträger

Auf einer stimmungsvollen Abschlussgala wurden gestern Abend die Preisträger des Filmschulfest 2008 verkündet. Locker und professionell wurde die Gala von Christoph Gröner und Christina Wolf moderiert, die schon für die Leitung der Question & Answer Sessions zu den Kurzfilmprogrammen der letzten Woche einen eigenen Preis verdient hätten. Nicht nur hier war das Filmschulfest einem A-Fesitival wie der Berlinale nicht nur ebenbürtig sondern eine Kopflänge voraus. So war das abwechslungsreiche Filmprogramm durchweg von hoher Qualität und wusste immer wieder von neuem zu überraschen.

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Liu Chui-jan in "A Day in a life

Entsprechend schwer muss der Jury unter der Leitung von Marc Rothemund die Preisvergabe gefallen sein. Den Preis für den besten Film bekam Zune Kwok für seinen beeindruckenden Kurzfilm "A day in a life".

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Die Preisträger " »

22.11.08 10:20

Filmschulfest München 2008:
V'Ahavta ("And Thou Shalt Love") von Chaim Elbaum

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Schwulsein ist im orthodoxen Judentum nicht vorgesehen. Das treibt Ohad, der sich als orthodoxer israelischer Soldat in einem "Hesder" auf den Militärdienst vorbereit in die Verzweiflung. Er holt sich Rat bei einer anonymen Telefonseelsorge. Nach 40 Tagen fasten und beten, so das Angebot, soll er geheilt sein. Doch trotz aller Selbstkasteiung stellt sich auch nach Ablauf der 40 Tage die erhoffte Konformität mit dem Normalschema nicht ein.

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V'Ahavta ("And Thou Shalt Love") von Chaim Elbaum " »

21.11.08 20:14

Filmschulfest München 2008:
"Klotz und Klumpen" von Stephan Sacher, Michael Herm

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Fröhlich kommt sie daher und schaut auf den Fahrplan an einer einsamen Bushaltestelle, eine Schachtel mit zwei Beinen, Mütze und Schal. Nächster Bus, Dienstag 15:30. Sie schaut auf die Uhr: Dienstag 16:00. Horror!!! Wir sind ja schon außer uns, wenn wir 19 Minuten auf die nächste U-Bahn warten müssen. Wie muss sich dann erst eine Woche anfühlen? Doch Rettung naht in Gestalt einer Kugel mit zwei Beinen, Mütze und Schal. Auch sie wirft ein Blick auf den Fahrplan: Horror!!!!

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"Klotz und Klumpen" von Stephan Sacher, Michael Herm " »

20.11.08 21:21

Filmschulfest München:
"Comeback" von Maximilian Plettau

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Sich nach oben boxen, sich durchboxen...wohl kein Sport versinnbildlicht den Kampf im Alltag so stark wie das Boxen. Davon haben Boxerfilme von "Raging Bull" über "Rocky" bis "Million Dollar Baby" profitiert. Auch Jürgen Hartenstein bildet eine gute Projektionsfläche für den Zuschauer. Der Boxer mit dem Beinamen "The Rock" war 1998 deutscher Meister im Supermittelgewicht. Wenn man einmal einen großen Erfolg gehabt hat wie Hartenstein, wird alles was danach kommt sich an diesem Erfolg messen müssen. Hartenstein scheiterte jedoch auf ganzer Linie mit dem Versuch den Erfolg zu halten. Nach der Meisterschaft verlor er Kampf um Kampf. Als ihm schließlich der Manager absprang, war es auch mit den offiziellen Kämpfen vorbei. An die glanzvolle Zeit erinnern heute nur noch die Fotos, die neben Hartensteins Spiegel hängen. Eines zeigt ihn gemeinsam mit Axel Schulz, ein anderes mit den Klitschko Brüdern. Für Hartenstein sind die Fotos keine Relikte einer nostalgisch verklärten Zeit, sondern eine Motivation, es noch einmal zu versuchen und sich gegen alle Widerstände wieder in den Ring zu boxen.

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"Comeback" von Maximilian Plettau " »

16.11.08 14:57

Filmschulfest München 2008

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Alle waren sie schon einmal dabei: Lars von Trier, Caroline Link und Florian Henckel von Donnersmark. Auf dem Filmschulfest München haben sie nicht als etablierte Regisseure sondern als Studenten vor Jahren ihre ersten Werke dem Publikum präsentiert. Das Filmschulfest gibt es bereits seit 1981 und es hat sich als eines der bekanntesten Nachwuchsfestivals fest etabliert. Heute Abend wird das diesjährige Festival mit dem Dokumentarfilm "Comeback" eröffnet. Regisseur Maximilian Plettau hat über ein Jahr den alternden Profiboxer Jürgen Hartenstein begleitet, der noch fest an eine zweite Chance glaubt.

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21.10.08 10:41

42. Hofer Filmtage - 21. - 26.10.2008

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"Im Winter ein Jahr" von Caroline Link eröffnet heute die 42. Hofer Filmtage. Bei vielleicht keinem anderen deutschen Filmfestival treffen sich Filmprofis, Festival-
macher und Publikum in einer so angenehm familiären Atmosphäre wie in Hof. Dass die Regisseurin und Oscar Preisträgerin Caroline Link selbst 7 Jahre Mitarbeiterin bei den Hofer Filmtagen war, ist der beste Beleg dafür.

Traditionell ist der deutsche Film in Hof stark vertreten. Gezeigt werden u.a. das Spielfilmdebüt der Schauspielerin Ina Weisse "Der Architekt" mit Josef Bierbichler, Sandra Hüller und Sophie Rois, "Jerichow" von Christian Petzold und Hans Christoph Blumenbergs "Warten auf Angelina".

Im internationalen Programm wird Olivier Assayas seinen neuen Film "L'Heure d'été" präsentieren. "L'Heure d'été" ist auch Teil des diesjährigen Schwerpunkts Frankreich. Weitere französische Filme im Hofer Programm sind der Publikumsliebling von Cannes "Rumba" vom Regie-Trio Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy sowie "Louis-Michel" von Gustave de Kervern und Benoît Delépine (Bestes Drehbuch bei den Filmfestspielen in San Sebastian). Die Retrospektive ist dieses Jahr Allison Anders gewidmet. Die amerikanische Independent Regisseurin, die mit "Gas, Food, Lodging" und "Mi vida loca" bekannt wurde, kommt auch nach Hof und wird eine Auswahl ihrer Filme persönlich begleiten.

10.10.08 20:28

barcamp münchen 2007

Es ist nicht direkt ein Festival, aber genauso gut. An diesem Wochenende findet wieder das barcamp in München statt und festivalblog ist dabei. Mehr Info zum barcamp gibt es hier.

27.09.08 22:11

Preisverleihung beim 56. Filmfestival in San Sebastian

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Goldene Muschel für Pandoras Box von Yesim Ustaoglu

Fast keiner der festivalblog Favoriten im Offiziellen Wettbewerb ist bei der heutigen Preisverleihung leer ausgegangen. Die Goldene Muschel für den besten Film wurde von der Jury an "Pandora's Box" vergeben. Für ihre herausragende Darstellung der demenzkranken Mutter in "Pandora's Box" wurde außerdem die 93-jährige französische Schauspielerin Tsilla Chelton mit der Silbernen Muschel ausgezeichnet. Da die Jury sich anscheinend nicht entscheiden konnte, hat Melissa Leo für ihre Hauptrolle in "Frozen River" ebenfalls den Preis als beste Schauspielerin bekommen. Michael Winterbottom erhielt für "Genova" zwar nicht den Hauptpreis, dafür aber die Silberne Muschel für die beste Regie.

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26.09.08 22:51

Übergabe des Donostia Awards an Meryl Streep

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Unter standing ovations nahm Meryl Streep den Donostia Award entgegen.

Pressekonferenz: Donostia Award für Meryl Streep

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Die vielleicht unterhaltsamste Pressekonferenz, die ich auf einen Filmfestival je besucht habe, hat heute Merryl Streep in San Sebastian gegeben. Wer am Ende der Pressekonferenz in die Gesichter der Journalisten geschaut hat, der sah nur glückliche Gesichter mit leicht verklärten Lächeln. Streep, die heute wie Antonio Banderas vor einer Woche den Donostia-Ehrenpreis bekommt, war nicht nur funny und entertainung sondern auch touching. Die überschwengliche Sympathie mit der sie empfangen wurde erwiderte sie mit grosser Herzlichkeit, die nie aufgesetzt wirkte (wie z.B. bei Richard Gere vor einem Jahr). Mit grosser Offenheit und Witz beantwortete sie jede der an sie gestellten Fragen.

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25.09.08 23:07

"Tiro en la cabeza" von Jaime Rosales

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ETA im Nebel

Am 1. Dezember 2007 wurden zwei spanische Zivil-Polizisten in Frankreich auf dem Parkplatz einer Raststätte von zwei Mitgliedern der ETA erschossen. Die Absurdität und die Sinnlosigkeit der Tat waren der Impuls für den spanischen Regisseur Jaime Rosales "Tiro en la cabeza" zu drehen. Eine Woche nach dem Geschehen war das Drehbuch geschrieben, nach einem Monat begann er zu drehen und 3 Monate später war der Film bereits fertig. Herausgekommen ist dabei eine Tierfilm über die ETA.

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"Aruitemo, aruitemo" ("Still Walking") von Kore-Eda Hirokazu

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Schon in der U-Bahn auf dem Weg zu seinen Eltern bekommt Ryota (Hiroshi Abe) schlechte Laune. Nur widerwillig reist er zusammen mit seiner Frau und deren Sohn aus erster Ehe zu dem Familientreffen. Anlass ist wie jedes Jahr der Todestag des Bruders, der bei dem Versuch jemand anderes zu retten ums Leben kam. Gegen den verklärten Glanz des toten Bruders, der der Stammhalter der Familie war, kann Ryota nicht anhalten. Er ist "nur" Bildrestaurator, hat eine Witwe geheiratet und keine eigenen Kinder. Dass er arbeitslos ist, traut er sich seinen Eltern erst gar nicht zu sagen.

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24.09.08 20:39

Eröffnung International Film School Meeting

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Die Organisatoren und die Jury des International Film School Meeting. Die HFF München wird durch Andreas Gruber repräsentiert (hintere Reihe zweiter von rechts)

Filmfestivals sind auch immer ein Treffpunkt für den Nachwuchs in der Filmindustie. Wie mit dem Talent Campus auf der Berlinale versucht auch San Sebastian mit dem International Film School Meeting dieses zu nutzen und Filmtalente zu fördern.

"Pandoranin kutusu" (Pandora's Box) von Yesim Ustaoglu

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Geschwister brauchen keine Hochzeit um sich ewig aneinander zu binden. Auch wenn jeder nach Verlassen des Elternhauses sein eigenes Leben zu leben scheint, zieht sie das Schicksal wie ein Magnet immer wieder in das gleiche Boot...oder auch in ein Auto auf dem Weg von Istanbul in ein Dorf am schwarzen Meer.

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23.09.08 12:43

Photocall: "The Boy in the Striped Pyjamas"

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von links nach rechts: David Thewlis, John Boyne, Vera Farmiga, Mark Herman

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"The Boy in the Striped Pyjamas" von Mark Herman

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"The Boy in the Striped Pyjamas" ist der Roman mit dem der irische Schriftsteller John Boyne der Durchbruch gelang. Erzählt wird die Geschichte des achtjährigen Bruno, der zusammen mit seiner Familie während des zweiten Weltkriegs in Berlin lebt. Als sein Vater, ein hochrangiger SS-Offizier, in die Nähe von Auschwitz versetzt wird, beginnt für Bruno eine sehr eigene Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Sein Versuch den Manifestationen des Konzentrationslagers einen Platz in seinem kindlich naivem und von Harmonie geprägtem Weltbild zu geben, lassen die Absurdität des Holocaust hervortreten.

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22.09.08 20:34

"Genova" von Michael Winterbottom

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San Sebastian mag Michael Winterbottom. Michael Winterbottom mag San Sebastian. Eine gegenseitige Wertschätzung von der wir dieses Jahr wieder profitieren durften. Nach "Nine Songs" und "A Cock and Bull Story" hatte dieses Jahr auch das neueste Meisterstück von Winterbottom hier seine Premiere. "Genova" ist ein angenehm nüchterner und unaufdringlicher Film über ein sehr emotionales Thema: was machen wir, wenn ein Mensch, der uns sehr nahe steht, unvermittelt stirbt, wenn nicht nur er, sondern auch wir seines Lebens beraubt werden. Als Marianne bei einem Autounfall ums Leben kommt, verlieren die 10-jährige Mary (Perla Haney Jardine) und die 16-jährige Kelly (Willa Holland) ihre Mutter und Joe (Colin Firth) seine Ehefrau. Mary und Kelly waren beide bei dem Unfall mit im Wagen und der Umstand, dass Mary durch ein kindisches Spiel den Unfall letztlich verursacht hat, verstärkt das tragische Moment.

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Photo Call: "Genova" von Michael Winterbottom

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Fotostrecke mit Michael Winterbottom und Colin Firth.

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Photo Call: John Malkovich

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Farbenfroh, aber deutlich entnervt vom Posing stellte sich John Malkovich den Fotografen. Da die Coen-Brüder nicht angereist waren, lag es an ihm für "Burn After Reading" gerade zu stehen.

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20.09.08 19:08

Photo Call: "Tropic Thunder" von Ben Stiller

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Zweifelsohne ihren Spass hatten heute Ben Stiller und Robert Downey Jr. bei der Präsentation von Tropic Thunder.

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Bilder vom roten Teppich und der Eröffnungsgala

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19.09.08 12:16

"The other man" von Richard Eyre

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"En el amor no nos pertenecemos" - In der Liebe besitzen wir uns nicht. So beschrieb Hauptdarsteller Antonio Banderas gestern mehrmals seine Idee von "The other man". Man sollte es sich daher in der Liebe nicht zu gemütlich machen, denn sonst könnte es sein, dass mediterrane Liebhaber oder Liebhaberinnen plötzlich harmonisch geglaubte Zweisamkeiten aufmischen.

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18.09.08 18:57

Photo Call: "Vicky Cristina Barcelona" von Woody Allen

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Photo Call: The Other Man von Richard Eyre

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Regisseur Richard Eyre und Hauptdarsteller Antonio Banderas

17.09.08 19:54

tres, dos, uno...

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San Sebastian ist die perfekte spanische Stadt. Die Straßenfluchten entzücken mit ihren Gründerzeitbauten. Es gibt gleich drei Strände, einer malerischer als der andere. Traumhafte Tapas, die hier Pintxos heißen, stehen bereitwillig auf den Theken der unzähligen Bars. Das steht an dieser Stelle vielleicht jedes Jahr wieder auf neue geschrieben...aber es ist nun einmal immer wieder überwältigend. Deshalb brauchte es auch immer einige Tage "intensiver" Vorbereitung am Strand, in Bars und Cafés, um ab morgen den vielen Versuchungen widerstehen zu können und sich auf den eigentlichen Grund der Anwesenheit an diesem wunderbaren Ort zu konzentrieren: das 56. Internationale Filmfestival von San Sebastian.

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21.06.08 17:49

Filmfest München 2008 - 20. - 28. Juni

Mutig ist es ja schon mit 240 Filmen gegen EM und bestes Sonnenwetter anzutreten. Doch den Machern des Münchner Filmfestes war wohl klar, dass Filmliebhaber im Grunde ihres Herzens genauso sind wie wahre Fußballfans: ihre Leidenschaft lässt sie unbeeindruckt an den Versuchungen, die wir Normalsterblichen in diesen heißen Junitagen ausgesetzt sind, unbeeindruckt vorüberziehen. Stattdessen stehen sie seit heute in den Schlangen der Kinokassen, um wenigstens einige Filme aus diesem hervorragenden Filmprogramm zu ergattern.

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25.04.08 20:00

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund Köln 23. - 27. April 2008

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Heute hat man die letzte Gelegenheit auf das Frauenfilmfestival in Dortmund/Köln zu gehen. Bereits seit Mittwoch konnte man sich in 95 Filme einen Überblick über das Filmschaffen von Frauen weltweit verschaffen. Ein Schwerpunkt liegt (ähnlich wie beim Panorama der Berlinale) auf dem Thema Queer und Transgender. Parallel haben Studenten der FH Köln auf einem "Festival-Blog" ; ) das Festival mit Rezensionen, Filmausschnitte, Backstage-Stories begleitet.

24.04.08 12:00

EMAF - 23. - 27. April 2008 Osnabrück

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Das European Media Art Festival (EMAF) widmet sich dieses Jahr dem Thema IDENTITY. Es geht um die Veränderungsprozesse von Identität, Privatleben und Gesellschaft durch die Globalisierung und durch Pervasive Computing (der digitalen Durchdringung unseres Alltags).
Zu sehen sind im Filmprogramm u.a. James Bennings RR und Guy Maddins My Winnipeg. Neben der spannenden Multimedia-Austellung "Young identities-Global Youth" gibt es auch einen "Idendity-Kongress" auf dem u.a. der Mediewissenschaftler Norbert Bolz und der Politologe Ralf Bendrath sprechen werden.

Mehr Infos auf der sehr ansprechenden Festivalseite .

02.04.08 9:44

Nippon Connection - Japanese Film Festival 2. bis 6. April 2008

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Freunde des japanischen Films sollten sich schnell nach Frankfurt aufmachen, denn hier sind ab heute bis zum kommenden Sonntag über 130 Filme aus dem Land der aufgehenden Sonne zu "besichtigen". Das Japanese Film Festival gibt es bereits seit acht Jahren und hat mit 13 Filmen angefangen. Die Steigerung um 1000% ist ein Beleg für die große Beachtung, die die verschiedenen Genres des japanischen Films in Deutschland genießen.

Im Programm der Sektion Nipon Cinema sind viele aktuelle Filme aus den Jahren 2006 und 2007. Manche sind bereits auf der diesjährigen Berlinale gezeigt worden, wie z. B. der Preisträger für den besten Erstlingsfilm "Asyl – Park and Love Hotel" von Kumasaka Izuru, aber im Programm sind immerhin auch 13 Deutschlandpremieren, die um den Nippon Cinema Award konkurrieren. Weitere Sektionen sind NIPPON DIGITAL mit einer Auswahl an Animations-, Kurz- und Dokumentarfilmen sowie NIPPON RETRO mit dem vielversprechenden Titel "Wizards of japanese independent Animation, 1960s - Today".

Alles in allem ein vielversprechendes Programm, dass einen kurzen Trip in die Bankenstadt lohnenswert macht.

25.02.08 19:29

5 Oscars für Berlinale Filme

Man muss Dieter Kosslick eines lassen: einen guten Draht nach Hollywood hat er. Gleich fünf Oscars gingen an Filme, die dieses oder letztes Jahr im Wettbewerb der Berlinale liefen. Daniel Day-Lewis, der vor zwei Wochen noch eine Massenhysterie am Potsdamer Platz ausgelöst hat, bekam den Oscar „Bester Hauptdarsteller“ für seine Rolle als Daniel Planview in "There will be blood". Das neue Werk von Paul Thomas Anderson wurde auf der letzten Berlinale von den Kritikern als Aspirant für den Goldenen Bären gehandelt, bekam aber "nur" den Silbernen Bären für die Beste Regie. Zum Trost gab es gestern noch einen Extra Oscar für die beste Kameraarbeit. Marion Cotillard, die letztes Jahr trotz ihrer herausragenden Leistung in dem Eröffnungsfilm der Berlinale 2007 "La vie en Rose" keinen Bären mitnehmen durfte, bekam gestern den Oscar „Beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle der Edith Piaf (Ätsch!!!). Wer Marion Cotillard als Edith Piaf und gestern als Marion Cotillard gesehen hat, der muss einsehen, dass "La vie en rose" auch für das "Makeup" mit einem Oscar ausgezeichnet werden musste. Ebenfalls im letzten Jahr auf der Berlinale lief der österreichische Film "Die Fälscher" von Stefan Ruzowitzky. Er gewann gestern den Oscar für den besten ausländischen Film.

16.02.08 20:25

Bärenvergabe

Goldener Bär

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(Quelle: Berlinale)

"Tropa de Elite" von José Padilha

Weitere Bären:

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Das Schaulaufen....

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(Quelle: Berlinale)

...auf dem roten Teppich hat begonnen. In einer halben Stunde werden dann die Bären vergeben. Wir werden berichten.

Preise der "Unabhängigen" Jurys

Jedes Jahr, am Samstag kurz vor Ende der Berlinale, werden im familären Kreis die Preise der unabhängigen Jurys vergeben. In vielen Jahren waren sie auch wegweisend für die Vergabe der Bären am Abend des gleichen Tages. Dieses Jahr gingen die Preise u.a . an:

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Panorama Publikumspreis

Jenseits von Filmkritik und Jury Diskussionen hat jedes Jahr im Panorama das Publikum das Wort. Es ist schon bemerkenswert, wie vor jeder Vorstellung im Panorama u.a. von Sektionsleiter Wieland Speck die Zuschauer animiert werden, die Stimmkarten auszufüllen. Die prämierten Filme sind immer sehenswert und oft zeigte das Publikum mehr Kompetenz als prominent besetzte Jurys. Letztes Jahr hat Lucy Walkes "Blindsight" gewonnen. Dieses Jahr war die israelisch-deutsch-französische Co-produktion "Lemon Tree" am beliebtesten.

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Bärenrätsel

Da der Film Knut und seine Freunde nicht für den Berlinale Wettbewerb aktzeptiert wurde, ist ein Bär bereits aus dem Rennen. An wen werden aber die restlichen Bären vergeben? Was sind eure Tips?

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"Derek" von Isaac Julien

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Ich habe noch nie einen Film von Derek Jarman gesehen, aber Mitte der Neunziger tauchte der Name Derek Jarman immer wieder auf, sei es in Gesprächen mit Freunden, in Artikeln oder in Interviews mit Künstlern. Besonders faszinierte mich die Idee seines Films "Blue". Als Ausdruck für die Situation des damals durch seine HIV-Erkrankung fast erblindeten Jarman sieht man die ganze Zeit nur eine blaue Leinwand. Aus dem Off erklärt Jarman seine "Sicht" der Dinge. Seit Jarmans Tod 1994 ist das Werk des wegweisenden Künstlers langsam in Vergessenheit geraten. Ehemalige Mitstreiter von Derek Jarman, allen voran die Schauspielerin Tilda Swinton und der Regisseur Issac Julien, versuchen nun mit "Derek" dieser kulturellen Amnesie entgegenzuwirken.

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"Diorthosi" ("Correction") von Thanos Anastopoulos

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Der Film beginnt mit der Entlassung von Yorgos aus dem Gefängnis. Wie ein Fremdkörper bewegt er sich durch die chaotischen Straßen Athens. Er ist verschlossen, redet kaum, nur wenn er muss. Das Geheimnis seiner Tat, die ihn ins Gefängnis gebracht hat, trägt er in sich. Nicht durch Worte sondern durch das Zusammensetzen der verschiedenen Szenen des Films, kommt der Zuschauer diesem Geheimnis am Ende auf die Spur.

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15.02.08 10:08

"Megane" (Glasses) von Naoko Ogigami

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Hurra! Wir sind im Urlaub!!!! Mitten im Berliner Winter im Cinestar 8. Das blaue Meer strahlt uns entgegen, wir spüren den Strand unter unseren Füssen und zu den entspannten Menschen möchten wir uns sofort dazugesellen. 90 Minuten leben wir ein Leben, das aus nicht vielmehr besteht als aus Morgengymnastik, viel gesundem japanischem Essen und Gespräche ohne viel Sinn.

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14.02.08 19:00

"With Gilbert & George" von Julian Cole

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Dokumentarfilme über Künstler sind immer dann eine spannende Angelegenheit, wenn sie nicht nur das künstlerische Werk nachzeichnen, sondern auch dem Menschen jenseits seiner Kunst auf der Spur sind. Das ist bei dem Gilbert & George natürlich nicht so einfach, schließlich begreift das Künstlerduo, das insbesondere durch seine großformatigen Fotocollagen bekannt wurde, auch sein Leben selbst als Kunstwerk.

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Madonna Happening: Berlinale turns wild

Nachdem ich beim Eingang zu der Pressekonferenz von Madonnas Film "Filth and wisdom" von der Meute der wartenden Journalisten fast zerquetscht worden wäre und nach zwei Stunden Warten und Sitzplatzverteidigung, stelle ich mir schon die Frage, ob die Wirkung des Berlinalefiebers nicht doch ein wenig schädlich ist. Als der Tross um Madonna aber endlich Einzug hält, werde ich für alles Leid entschädigt. Der Begeisterungspegel im Saal geht in den roten Bereich. Ohne auch nur ein Ton gesagt zu haben, wird Madonna von den Journalisten begrüßt wie nach einem besonders gelungenen Gig.

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13.02.08 23:01

Pressekonferenz zu "Kabei" mit Yoji Yamada

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Wenn Filme von Yoji Yamada auf der Berlinale aufgeführt werden, dann haben die anschließenden Pressekonferenzen immer etwas ehrfurchtsvolles. Der Respekt vor dem Werk des 76 jährigen japanischen Regisseurs liegt in der Luft. Verstärkt wurde diese Aura noch durch die Anwesenheit der Hauptdarstellerin Sayuri Yoshinaga und der Autorin Teruyo Nogami, deren autobiographische Geschichte "Requiem for a father" die Vorlage für "Kabei" bildete. Für die in Japan sehr populäre Schauspielerin Sayuri Yoshinaga ist "Kabei" bereits der 112ter Film. Teruyo Nogami ist Teil der japanischen Kinogeschichte. Die 81-jährige Autorin und ehemalige Managerin von Kurosawa Production hat seit "Rashomon" (1950) über 40 Jahre lang mit dem Akira Kurosawa als script supervisor zusammengearbeitet.

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"Ecstasy of the Angels" von Wakamatsu Koji

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Was wäre in Deutschland wohl los gewesen, wenn es in den siebziger Jahren einen Softporno über die RAF gegeben hätte? Dass die Grundidee gar nicht so abwegig ist, wie man zunächst denkt, zeigt „Ecstasy of the Angels“ von Wakamatsu Koji.

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12.02.08 14:30

"Die Besucherin" von Lola Randl

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Dass etwas im Leben von Agnes nicht in Ordnung ist, merkt man gleich in den ersten Minuten. Sie überfährt einen Mann, der sich nach ihrer Version vom Balkon gestürzt haben muss. Wo soll der Mann auch sonst auf einmal hergekommen sein?

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11.02.08 15:16

"Elegy" von Isabel Coixet

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Was macht Liebe auf der Leinwand glaubhaft? Sind es Gesten, Blicke, Tränen oder Küsse? Sind es Situationen, die wir in uns wiederfinden? Wie das Gefühl selbst, kann man es wohl schwer festmachen. Schwer zu sagen, weshalb mich die Liebe zwischen dem 60 jährigen Professor David Kepesh und seiner jungen Studentin Consuela lange kalt lässt.

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10.02.08 13:55

"Le premier venu" von Jacques Doillon

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Manchmal ist Schicksal nicht dass, was einem zufliegt, sondern das, was vor einem flüchtet. Wie sonst ist es zu erklären, dass Camille immer noch um Costa wirbt, nachdem er beim ersten Zusammentreffen auf ihre Hingabe nur mit Gewalt antworten kann. Nicht nur der Zuschauer auch Costa selbst kann Camille nicht begreifen.

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08.02.08 15:11

"Tribu" von Jim Libiran

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Gangfilme haben schon seit jeher ihren festen Platz in der Kinogeschichte. Von der Verfilmung der "West Side Story" durch Robert Wise (1961), Coppolas "The Outsiders" (1983) und John Singletons "Boyz n the Hood" (1991) beschäftigen sie sich alle mit dem perspektivlosen Kampf rivalisierender Jugendgangs und der Spirale aus Gewalt und Gegengewalt. „Tribu“ steht in gewisserweise in dieser Tradition und ist doch ganz anders.

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07.02.08 21:58

"My Winnipeg" von Guy Maddin

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Wem kommen nicht immer wieder im Traum Szenen aus unserer Heimatstadt. Wir sehen die Läden, in denen wir als Kind gekauft haben, die Familie oder das Elternhaus. Dann spüren wir plötzlich wieder diese Fluchtbewegung, den Wunsch unsere Heimatstadt für immer zu entfliehen.
Diese Fluchtbewegung kann unser Leben prägen und unsere Träume bestimmen. Künstler haben dabei einen großen Vorteil: sie träumen öffentlich.

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Jury schmeisst hin

So schlimm ist es natürlich nicht. Aber sehr selten ist es schon, wenn zwei prominente Jurymitglieder am Tag der Eröffnung absagen. Susanne Bier muss plötzlich in die USA fahren, um dringende Vorberereitungen für ihren nächsten Film zu treffen. Sandrine Bonnaire legt ihr Mandat nieder. Zwar hat sie nichts politisch unkorrektes gesagt, was ja in Deutschland bekanntlich häufiger der Fall ist, aber sie kann aus familiären Gründen nicht die ganze Zeit auf der Berlinale sein. Wenn Dieter Kosslick allen Prominenten bei der Stoned Eröffnungsgala ein Busserl gibt, wissen wir schon jetzt, was er ihnen ins Ohr flüstert: "Willst du nicht?"

06.02.08 23:44

Kontrollzone Berlin

Schon auf der Einfahrt nach Berlin wurde mir gestern klar: dieses Jahr ist irgendetwas anders. Auf Las Vegas ähnlichen Leuchttafeln wird man schon auf der Autobahn darauf hingewiesen, dass man nicht mehr "einfach so" nach Berlin City reinfahren darf: nur noch plakettiert. Sonst: Kontrolle, 40 Euro, ein Punkt in F.

Am nächsten Morgen am Potsdamer Platz scheint dagegen wieder alles so wie ich es letztes Jahr zurückgelassen habe. Gleich im Foyer des Pressezentrum tönt mir das Sprachgewirr aus Schwedisch, Spanisch, Koreanisch und Chinesisch entgegen. Eingelullt von den Schwingungen des Wohlbekannten bezahle ich weihnachtsselig meine 40 Euro, die hier viel besser aufgehoben sind, und bekomme dafür meinen Festivalausweis. Dazu ein kleines weißes Blatt Papier. Doch so unschuldig wie es tut ist es nicht:

Mehr: " Kontrollzone Berlin " »

07.01.08 12:00

Berlinale Shorts unter neuer Leitung

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Eine neues Gesicht in der Riege Sektionsleiter: Maike Mia Höhne arbeitet seit Sommer letzten Jahres als Kuratorin für die Sektion Berlinale Shorts. Erst 2007 ist diese Sektion geschaffen worden, nachdem die bis dahin getrennten Kurzfilmbereiche von Panorama und Wettbewerb aufgelöst wurden. Dieser Akt war nicht unumstritten und sicher auch ein Grund für den Weggang von Margaret von Schiller aus dem Panorama Team.

Der berufliche Hintergrund von Maike Mia Höhne verspricht ein spannendes Kurzfilmprogramm, denn sie hat bereits als Autorin, Produzentin, Regisseurin und Darstellerin gearbeitet. Sie hatte z. B. auch eine Nebenrolle in Grbavica, dem Gewinnerfilm der Berlinale 2006. Wir wünschen von in jedem Fall von dieser Stelle viel Erfolg.

02.01.08 18:48

Doku-Fantasy eröffnet Programm des Forums

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Guy Maddin auf der Berlinale 2007 (Quelle: Berlinale)

Wie 2007 wird auch dieses Jahr das Programm des Forums wieder durch ein neues Werk des kanadischen Regisseurs Guy Maddin eröffnet. "My Winnipeg" ist Maddins persönliche Sicht auf seine Heimatstadt Winnipeg, die in Kanada wegen ihrer langen Winter auch Winterpeg genannt. Der Regisseur beschreibt seinen Film als Doku-Fantasy: eine Mischung aus Dokumentaraufnahmen, Inszenierungen, Familienfotos und alten Filmausschnitten. Nach "Cowards Bend the Knee" und "Brand Upon the Brain!" ist "My Winnipeg" der dritte Teil einer Art "me-Triologie".


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Generalprobe zu Brand upon the Brain! auf der Berlinale 2007 (Quelle: Berlinale)

Maddins letztjährige Aufführung von "Brand upon the Brain! " in der Deutschen Oper, die von einem 34 Mann starken Orchester und Isabella Rossellini als Kinoerzählerin begleitet wurde, war ein großer Erfolg. Auch "My Winnipeg" hat wieder Live Elemente. Diesmal wird Guy Maddin selbst die Rolle des Erzählers übernehmen.
"My Winnipeg" ist bereits im Oktober 2007 auf dem Toronto Film Festival gezeigt worden und hat dort den Publikumspreis gewonnen. Gemeinsam mit "My Winniepg" im Programm sind Isabella Rossellinis 1-Minuten Kurzfilme "Green Porno". Verkleidet als Glühwürmchen, Spinne und Libelle erkundet sie das Liebesleben der Insekten.

31.12.07 11:20

Kleine Sensation im Panorama Programm

Wer monatelang fast unbemerkt hart und unermüdlich arbeitet, der freut sich, wenn er anderen endlich eine Ahnung von den Früchten seiner Arbeit geben kann. Eine besondere Genugtuung müsste dieses für den Leiter der Panorama Sektion Wieland Speck gewesen sein, denn er hatte wohl die im Vorfeld größte Nachricht, die sofort in der ganzen Presse verbreitet wurde: Megastar Madonna wird ihre erste Regiearbeit "Filth And Wisdom" als Weltpremiere im Panorama zeigen. Ob sie auch zur Berlinale anreisen wird, ist allerdings noch offen. Wieder einmal ist das Panorama die Sektion, in der Popkultur und Underground am dichtesten beieinander sind. Neben Madonnas Werk sind 12 weitere Filme bestätigt u.a. von Bruce La Bruce, Zero Chou und Brad Anderson.

27.10.07 18:24

Alle Jahre wieder....

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Heinz Badewitz moderiert das Gespräch mit Wayne Wang an.

Mehr: " Alle Jahre wieder.... " »

25.09.07 19:00

Pressekonferenz zu: "Reclaim your Brain" von Hans Weingartner

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Hans Weingartner

Vom Publikum mit Szenenapplaus bedacht wurde der neue Film von Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei", "Das weisse Rauschen").

Mehr: " Pressekonferenz zu: "Reclaim your Brain" von Hans Weingartner " »

Filmpause

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The shadow of Paul

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Im Schatten der Scheinwerfer betritt Paul Auster die Pressekonferenz zu seinem Festivalbeitrag "The inner life of Martin Frost".

Mehr: " The shadow of Paul " »

24.09.07 21:00

Farben sind relativ

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Beispiel: Rot in San Sebastian

Kino im Jugendstil

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Nach langen Umbauten ist seit diesem Jahr das 1912 erbaute, beeindruckende Teatro Victoria Eugenia wieder einer der Austragungsorte für das Filmfestival. Auch wenn uns der Film "Ploy", der neue Film des thailändischen Regisseurs Pen-ek Ratanaruang (u.a. Invisible Waves), nicht lange halten konnte, hat sich allein der Besuch dieser charismatischen Spielstätte gelohnt.

Mehr: " Kino im Jugendstil " »

23.09.07 21:00

"The inner Life of Martin Frost" von Paul Auster

Das Problem mit Literaturverfilmungen ist kein Neues. Der Leser hat sich seine Vision von einem Buch gemacht und seine eigenen Figuren erschaffen. Im Film ist aber alles ganz anders. Dieser bekommt dann gegenüber der Leseerfahrung eine „destruktive“ Kraft, gegen die man sich wehrt. Der Film wird dem Buch nicht gerecht, denkt man und ärgert sich, einen Teil seiner Vorstellungskraft im Kino verloren zu haben.

Mehr: " "The inner Life of Martin Frost" von Paul Auster " »

„La Maison“ von Manuel Poirier

Leben verläuft nicht gerade. Leben ist kein Drehbuch. Seltsam dabei: an die Spiegelung des Lebens im Film, stellen wir oft höhere Ansprüche, als an die Kohärenz unseres gelebten Lebens. Ein guter Film soll „glaubwürdig“ sein. Unser Leben würde aber in seiner Gesamtheit bestimmt nicht geglaubt. Die vielen Ecken und Kanten machen es unbrauchbar für ein 90-Minuten-Kunstwerk. Wenn ein Film sich trotzdem der Zufälligkeit unseres Lebens annimmt, dann ist sein Erfolg auch davon abhängig, wie unbemerkt der Drehbuchautor das Schicksal seiner Figuren lenkt.

Mehr: " „La Maison“ von Manuel Poirier " »

22.09.07 11:39

Pressekonferenz: La Maison

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Sergi Lopez...mal nicht als Bösewicht wie in Pan's Labyrinth.

20.09.07 22:53

Im neuen Kleid...

...das Zentrum des Festivals: der Kursaal am Playa de la Zurriola

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Nicht zu beneiden...

die Security, die am Eröffnungstag Tuchfühlung zwischen Groupies und Stars verhindern soll.

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Angekommen

Es ist jedes mal wieder faszinierend in San Sebastian anzukommen. Es ist anders als in Berlin während der Berlinale. Im kalten Berliner Februar ist man froh, wenn man im kuschelig warmen Kinosaal sitzt. In San Sebastian kann man dagegen in der Sonne am Meer, bei Pintxos, Cafe und Vino Tinto die letzten Züge des Sommers geniessen. Da müssen die Filme schon einiges bieten, um einen in abgedunkelte Räume zu locken.

27.06.07 15:29

Filmutopien am Mittag

Als ich in das Filmmuseum eintrete, kommt Alexander Kluge aus dem Museumscafé herbeigeeilt. Er begrüßt eine alte Freundin, führt sie mit der Umsicht des Gastgeber zu einer Schar wartender Freunde und setzt sich schnell wieder an den Café-Tisch. Er macht sich Notizen für die Veranstaltung, die in 10 Minuten beginnt.

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25.06.07 17:32

Diskussion: Wozu brauchen wir Festivals?

Erster Eindruck am Samstag. Programmleiter Klaus Eder diskutiert mit Filmemacherin Lucia Puenzo ("53 dias de invierno") , Filmkritikerveteran Derek Malcom (The Guardian, Evening Standard), der Agentin Adriana Chiesa und Produzent Nik Powell ("The crying Game") über die Zukunft der Filmfestivals. Einhellig ist die Kritik an der Dominanz Hollywoods in europäischen Kinos. Festivals sollen eine Art Bollwerk gegen die Shreks und Spidermänner dieser Welt sein. Sie sollen das "gute" World Cinema promoten. Zunehmend wird es aber zum Problem, so Derek Malcolm, die Berichterstattung über kleine Filme gegen die Berichterstattung vom Roten Teppich durchzusetzen. Da sind dann meiner Meinung nach Online-Blogs und -Magazine wie festivalblog.com gefragt. Sie unterliegen nicht dem Druck, Massenwirkung zu erzielen, und können kleinen Spartenfilmen den nötigen Raum geben.

22.06.07 19:20

Es geht doch: Ein deutsches Filmfestival im Sommer

Das Münchner Filmfest hat zwar keinen Wettbewerb, aber es ist immerhin das größte Filmfestival nach der Berlinale. Dieses Jahr hat es genauso wie Cannes Jubiläum. Zum 25. Mal wird das Filmfest heute eröffnet. Gezeigt werden 234 Spielfilme. Mit dabei u.a. die Cannes-Filme "Am Ende kommen Touristen" von Robert Thalheim, "Import Export" von Ulrich Seidl, eine Reihe über "American Indies" und eine Retrospektive zu Werner Herzog.

25.05.07 13:01

Cannes spricht deutsch

Wie kann man über ein Film-Festival an der Côte d’Azur schreiben, wenn man in Bayern festsitzt? Wenn vor dem Fenster nicht Angelina Jolie und Martin Scorsese vorbeiziehen, sondern deutsche Laster auf deutschen Autobahnen? Ich bin ein wenig sprachlos und ganz sicher neidisch, trotzdem aber auch voller Vorfreude, denn irgendwann werden es die vielen Entdeckungen von Cannes ja auch auf deutsche Leinwände schaffen.
Dass die deutschsprachigen Filme dieses Jahr besonders wohlwollend aufgenommen wurden, erfüllt die Abgesandten der deutschen Filmkritik hörbar mit Stolz.

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Fatih Akins neuer Film „Auf der anderen Seite des Lebens“ aber wird nicht nur von ihnen sondern auch von der internationalen Filmkritik als heißer Kandidat auf die goldene Palme gehandelt. So ist Akin (Jahrgang 73) für die spanische Tageszeitung El pais „la voz de una juventud que necesita una identidad no nacionalista, una juventud que busca sus orígenes pero que detesta las banderas, que en definitiva cree que se puede -y se debe- vivir entre culturas.” (die Stimme einer Jugend, die eine nicht nationalistische Identität braucht, einer Jugend die nach seinen Urprüngen sucht, die Grenzen hasst, die glaubt sie kann – und sollte – zwischen den Kulturen leben“). Nach „Gegen die Wand“ ist „Auf der anderen Seite des Lebens“ der zweite Teil einer Trilogie. Leitthema ist diesmal nicht Liebe sondern der Tod.

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29.04.07 13:46

Die Trends kommen aus Osnabrück

In Cannes, Berlin und Venedig treffen sich die Stars, in der Provinz trifft sich die Szene. Mit 160.000 Einwohnern zählt Osnabrück zwar bereits als Großstadt, aber nicht zu Unrecht gilt es als eines der durchschnittlichsten Flecken Deutschlands. Wer Aufregung sucht, geht woanders hin. Trotzdem oder vielleicht gerade aus diesem Grunde hat sich hier eines der wichtigsten Festivals für Experimentalfilm und Medienkunst etabliert.

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Quelle: EMAF

Auch wenn das 20. European Media Art Festival heute seinen letzten Tag hat, läuft die angegliederte Ausstellung "FINAL CUT- Medienkunst und Kino" in der Kunsthalle Dominikanerkirche noch bis zum 20. Mai.

24.04.07 18:25

Suchttherapie für 32 Euro

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(Quelle: Sehsüchte)

Hervorgegangen ist das Internationale Studentenfilmfestival in Potsdam aus den FDJ-Studententagen und es war einmal "das größte studentische Filmfest des Ostblocks". Zu neuem Ruhm gelang das Festival 1995, als es von Studenten und Professoren der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg unter dem Label "Sehsüchte" neu gegründet wurde.
32 Euro kostet eine Dauerkarte für Sehsüchte 2007. Dafür gibt es vom 24. - 29. April 135 studentische Kurzfilme. Regionaler Schwerpunkt ist dieses Jahr die Andenregion (Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien, Chile). Neben dem Filmprogramm gibt es auch interessante Rahmenveranstaltungen, z. B. das Werkstattgespräch mit der Regisseurin Ann-Kristin Reyels ("Jagdhunde") oder die Drehbuchlounge, ein Drehbuchleseabend u.a. mit den Synchronsprechern von Johnny Depp (David Nathan) und Cate Blanchet (Arianne Borbach).

28.03.07 11:20

Nachbarn in Europa

Heute beginnt das Festival des mittel- und osteuropäischen Films goEast in Wiesbaden. Bis zum 3. April werden Filme u. a. aus Polen, Ungarn, Tschechien und Lettland gezeigt. Allein im Wettbewerb sind 10 Feature- und 6 Dokumentarfilme vertreten. Dazu kommen 40 Kurzfilme im Hochschulwettbewerb und 6 Filme aus einer Hommage an das Frühwerk des Regisseurs Miloš Forman. Begleitet wird das Filmprogramm von Lesungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen.

23.03.07 10:15

Warum Filme zeigen nicht genug ist

Filmfestivals sonnen sich gern im Ruhm ihrer Neuentdeckungen. Dabei steht ihre Arbeit als Perlensucher in keinem Vergleich zum Aufwand der Produktion eines Film. Nicht wenige vielversprechende Projekte erleben nicht ihren ersten Drehtag, andere bleiben auf halber Strecke liegen oder brechen kurz vor dem Ziel in sich zusammen. Eines der spektakulärsten Beispiele ist sicherlich Terry Gilliams „The Man Who Killed Don Quixote“. Das Hauptproblem ist eigentlich immer dasselbe: es ist kein Geld mehr da oder war vielleicht auch nie da. Gescheiterte Filmprojekte nutzen Filmfestivals reichlich wenig und so haben sich die Großen unter ihnen entschlossen, in Sache Talentförderung es nicht bei der Einladung von Filmen zu belassen.
Cannes z. B. holt dieses Jahr zum dritten Mal eine ausgesuchte Schar an jungen Filmemacher in das Atelier de la Cinéfondation. Hier wird das Festival seine Beziehungen spielen lassen und sie vom 18. bis zum 25. Mai bei der Suche nach Geldgebern für ihre neuen Projekte unterstützen. Unter den 15 Filmemachern aus 15 Nationen, die in der Regel für ihr erstes oder zweites eigenes Filmprojekt werben, ist auch der taiwanesische Tsai Ming Liang, der mit „Salomé“ allerdings schon seinen neunten Film vorbereitet.
Im Gegensatz zum Atelier de la Cinéfondation setzt Films in Progress (Cine en Construcción) genau am anderen Ende des Produktionsprozesses an und hat zudem einen regionalen Schwerpunkt. Auf der vom Filmfestival in San Sebastian 2002 initiierten Veranstaltung begutachten Filmarbeiter aus verschiedenen Bereichen Feature Filme aus Lateinamerika, denen das Geld fehlt, die Postproduktion abzuschließen. Die informelle Zusammenkunft findet normalerweise zweimal im Jahr statt: im September beim Filmfestival in San Sebastian und im März beim Rencontres Cinémas d'Amérique Latine in Toulouse. Dieses Jahr finden die Frühjahrstreffen von Films in Progress nicht nur heute in Toulouse statt, sondern nächste Woche auch auf dem Filmfestival in Guadalajara.
Viel direkter als Cannes und San Sebastian engagiert sich die Berlinale bei der Produktionsförderung. Die Filmfestspiele von Berlin helfen nicht nur bei der Suche nach Geldgebern, sondern sie sind selbst einer. Zusammen mit Kulturstiftung des Bundes haben sie den World Cinema Fund gegründet, der mit einem Jahresbudget von ca. 500.000 Euro Filme aus den Regionen Lateinamerika, Afrika, Naher/Mittlerer Osten, Südostasien und Kaukasus unterstützt. Zu den geförderten Filmen gehörten bisher nicht nur Hany Abu-Assads hochgelobtes Werk „Paradise Now“ sondern auch der Film „El Otro" von Ariel Rotter, der dieses Jahr auf der Berlinale gleich zwei Silberne Bären gewonnen hat.

06.03.07 9:46

33 Sahneschnittchen

Gebutstagslaune in Cannes: 60 Jahre sind Stars und Sternchen nun schon die Croissete rauf und runter gelaufen. Es wird also gefeiert werden, bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes. Ohne Pomp und Gloria allerdings, so verspricht es Festspieldirektor Gilles Jacob. Im Mittelpunkt soll vielmehr das stehen, was Cannes groß gemacht hat: Film als Kunstform.

Symbolisch hat sich das Geburtstagskind etwas ganz Besonderes von denjenigen gewünscht, die selbst in Cannes reich beschenkt wurden. 33 Regisseure, allesamt Gewinner der goldenen Palme, sollten ein kleines Werk, nicht länger als 3 Minuten, zu einem Kompilation - Film beisteuern. Genaueres wird nicht verraten, denn das Projekt trägt das Siegel „Streng geheim“. Am 20. Mai wird das Geheimnis bei einer Geburtstagsgala gelüftet werden. Wer jemals einer Kurzfilmnacht beigewohnt hat, weiß zwar, wie schnell so einem Event nach einer halben Stunde die Puste ausgehen kann. Auf der anderen Seite, wem läuft nicht das Wasser im Munde zusammen, wenn er hört, wer die Köstlichkeiten kredenzen wird? Olivier Assayas, Jane Campion, Michael Cimino, Hou Hsiao Hsien, Aki Kaurismaki, Takeshi Kitano….und das sind erst 6 von 33.

21.02.07 18:39

Berlinale Nachlese

Christian Westheide: Zwei Dicke Striche
Tiziana Zugaro-Merimi: Ist schon ok, Baby!
Steffen Wagner: Denn sie wissen nicht, was sie wollen
Andreas Tai: Heulen am Schreibtisch

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19.02.07 15:23

Bärenschau

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Regisseur Wang Quan'an und Hauptdarstellerin Yu Nan von „Tu ya de hun shi“ (Bester Film)

Bevor die GewinnerInnen des Abend feiern gehen, müssen sie sich zusammen mit ihrem Bären noch einmal der Presse stellen. Die Fotografen können dann zeigen, wie viel Stimme ihnen nach 10 Tagen Berlinale geblieben ist. Ein letztes Mal dirigieren sie durch "Nina...Nina...hierhin"- oder "Martina, Martina...nach rechts"-Schreie Schauspieler und Regisseure wie Zirkuspferde durch ihre Manege.

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17.02.07 21:35

Die Bären sind los

Wie in den letzten beiden Jahren endete auch die Berlinale Gala am heutigen Abend mit einer Überraschung.

Den Goldenen Bären für den besten Film bekam

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Tu ya de hun shi (Tuyas Marriage) von Wang Quan'an

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Preise der Unabhängigen Jurys

Es ist ein Tradition: am vorletzten Tag der Berlinale werden in der Saarländischen Landesvertretung die Preise der "Unabhängigen" Jurys vergeben. Der Event, obwohl nur 5 Minuten vom Potsdamer Platz entfernt, gleicht mehr einem entspannten Familientreffen und hat wenig mit dem Glamour zu tun, den wir heute Abend bei der Vergabe der Berlinale Bären wieder sehen werden.

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Kommentare erbeten

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Heute um 19 Uhr wird bekannt gegeben wer die Bären dieser Berlinale bekommen wird. 3-SAT überträgt live. Was waren Eure Favoriten? Wer sollte den Bären davontragen?

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16.02.07 23:22

Wahlkampf an den Arkaden

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Tatsächlich ist Yamauchi aus "Senkyo - Campaign" nach Berlin gekommen, um auch hier Wahlkampf zu machen. Zufällig trifft er vor den Arkarden am Potsdamer Platz Forumsleiter Christoph Terhechte.

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Pressekonferenz zu "Yella" von Christian Petzold

Die Pressekonferenzen von Christian Petzold sind etwas besonderes. Sie haben Substanz und man hat das Gefühl, Journalisten, Regisseur und Schauspieler teilen eine gemeinsame Erfahrung, die sie bewegt. Im folgenden einige Kommentare von Christian Petzold zu seinem Film. Diejenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, seien gewarnt! In den Kommentaren sind „Spoiler“, die das wichtige Ende des Films vorweg nehmen!

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15.02.07 23:31

Ferien

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"Ferien" von Thomas Arslan (Panorama)

Blauer Himmel. Freiheit. Probleme fallen zurück. Eis, Wasser, Lachen und Ausgelassenheit spiegeln die Sehnsüchte der freien Tagen, ein Nachhall unserer Kindheit. In Thomas Arslans „Ferien“ sind es dann auch nur die Kinder, die die Verheißung leben können.

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Zurück ins Mittelalter

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"Moskva. Pride '06" ("Moscow Gay Pride Festival") von Vladimir Ivanov (Panorama)

“Kann ihr mal bitte in ihre Tasche sehen?” Zivilpolizisten erkennt man sofort. Klar, denke ich, die wollen checken, ob ich eine Kamera dabei habe. Schließlich habe ich erst heute morgen in einem Branchenblatt gelesen, dass bei den Vorführungen inzwischen Nachtsichtgeräte eingesetzt werden, um die Festival-Filme vor Piraterie zu schützen. Erst später kommt mir in den Sinn, dass solche Maßnahmen bei einen Doku-Film über die Gay Parade in Moskau etwas unangemessen sind. Die Zweifel verstärken sich, als mir beim nochmaligen Herausgehen aus dem Saal vier Uniformierte in Grün auffallen.

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Kritiker-Kasten

Wer glaubt, dass in einer Berlinale-Pressekonferenz jeder das gleiche Recht hat, dumme Fragen zu stellen, der irrt. Nehmen wir als Beispiel die Pressekonferenz zu „Yella“ von Christian Petzold. Während der Moderator den einen Kritiker gleich beim Namen nennt, als er ihm das Wort gibt (man kennt sich eben), lässt er die Fragen eines anderen Kritikers im Sande verlaufen.

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14.02.07 17:10

Inside - Outside

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"Miss GULAG" von Maria Yatskova (Panorama)

„Miss GULAG“ überrascht. Es ist kein Film, der die Zustände in den Frauenstraflagern Sibiriens anklagt. Stattdessen steht eine Frage im Mittelpunkt: Wo ist das Leben besser? Drinnen oder draußen?

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13.02.07 17:09

6 + 6

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„Fucking different New York“ - Kompilation mit Kurzfilmen u.a. von Todd Verow und Lala Endara (Panorama)

In „Fucking different New York“ geht es viel weniger um Sex als man es zunächst vermutet. Der Film besteht aus 12 Kurzfilmen, 6 von schwulen Regisseuren, 6 von lesbischen Regisseurinnen. Die schwule Fraktion sollte filmen, wie sie sich Sex unter Lesben, die lesbische Seite, wie sie sich Sex unter Schwulen vorstellen. Herausgekommen sind 12 sehr unterschiedliche, zumeist lustige, Homemovie-Filme.

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Same as usual? Teil 2: Das Wasser

Im Vergleich zu dem Vorjahren, gab es dieses Jahr eine tragische Veränderung. Kaktusfeige-Birne, Kirsche-Jasmin, Marille-Ingwer...all die schönen Geschmacksorten aus dem Sortiment Vöslauer Mineralwasser, die es gratis im Berlinale Pressezentrum gab, all das Vergangenheit.

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Same as usual? Teil 1: Die Tasche

Es ist ein Schmuckstück dieses Jahr: die Berlinale-Tasche. Gerne läuft man dieses Jahr den Männern und Frauen mit dem lila Bärentäschchen hinterher. Gegenüber den letzten Taschen hat diese einen erheblichen Vorteil: sie stinkt nicht. Nein im Gegenteil, sie erfreut die Sinne. Mit dieser Einstellung stehe ich nicht alleine. Als ich mir müde bei Kuchenkaiser am Oranienplatz ein Stück Birnentorte gönne, fällt die Tasche der Bedienung sofort auf. Sie fragt, wo es diese gibt und wie teuer sie ist (leider 23,50). Dann erzählt sie von ihrer ersten Berlinale im Jahr 2000. Damals war sie auf der Berlinale, weil sie für „Leonardos“ Film „The Beach“ Location-Scouting gemacht. Berlinale goes Kreuzberg.

12.02.07 10:49

Schanelec schanelect Tschechow

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"Nachmittag" von Angela Schanelec (Forum)

Frage 1
Wenn das, was man heute gerne als Berliner Schule bezeichnet, keine Ausnahme mehr ist sondern eine weit verbreitete Methode Filme zu erzählen, wie werden wir dann die Filme von Thomas Arslan, Christian Petzold und Angela Schanelec empfinden? Sind wir dann noch verblüfft und verzaubert?

Frage 2
Wenn der Regisseur des Films auch gleichzeitig einer der Hauptdarsteller ist, welche Fallen stellen sich?

Frage 3
Wie viel Tschechow kann einem deutschen Kinopublikum zugemutet werden?

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Pictures of an Exhibition

Filmstill Wolfsbergen von Nanouk Leopold

"Wolfsbergen" von Nanouk Leopold (Forum)

Besser als Anne Leweke im Programmheft des Forums kann man „Wolfsbergen“ nicht beschreiben. Der Text kann hier nachgelesen werde. Für mich eine Überraschung und einer der schönsten Filme bisher. Die Gefühle der Hauptfiguren zum Leben, zu sich selbst und zueinander sind derart gut in Szene gesetzt, dass sich die Bilder nicht mehr bewegen müssen. Ein Filmstill hat die Kraft, eine Situation zu beschreiben. Man denkt, man sei in einer Ausstellung für moderne Fotografie und man möchte ein Bild am liebsten unbemerkt von der Kino-Leinwand abhängen und mitnehmen.

11.02.07 9:30

Zyklopen, SM und deutsches Kulturgut

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"Dasepo Sonyeo" ("Dasepo Naughty Girls") von E. J-Yong (Panorama)

“Virginity doesn’t pay”, sagt „Poverty Girl“ während sie auf ihren „Kunden” wartet. Als der aus der Dusche kommt, stellt er ihr noch ein paar Extra Scheine extra in Aussicht, wenn beide sein neues Toy ausprobieren. Das vibriert schon beim Auspacken.

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10.02.07 9:03

Angry

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"Pas Douce" ("A Parting Shot") von Jeanne Waltz

Wut im Bauch. Am helllichten Tag auf dem Fahrrad Gin trinken. Dann einfach in den kalten See fahren. Das Fahrrad wieder herausschieben. Seine Sachen in einen Müllsack packen. Einfach nur weg. Sein Gewehr nehmen und in den Wald gehen. Den Gewehrlauf an den Hals halten.

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09.02.07 21:38

Liebe im Edo-Zeitalter

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"Bushi no Ichibun" ("Love and Honore) von Yoji Yamada

Jeden Tag das beste Essen vorgesetzt zu bekommen, ein Traum? Für Shinnojo ist es real, auch wenn er diesem Umstand nichts abgewinnen kann. Der Samurai ist am Hof des Clanfürsten als Vorkoster angestellt. Vier Samurai sitzen in einem Raum hinter der Küche. Vier Schälchen werden hereingetragen. Auf Kommando müssen die Samurai probieren. Wenn sie nach einer Minute noch nicht umgefallen sind, war das Essen nicht vergiftet. Dann darf es zu seiner Lordschaft getragen werden.

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Ein Herz für die Berlinale...

..hat auch unser Freund und Helfer. Am Seiteneingang vom Hyatt steht ein Polizist. Er muss dafür sorgen, dass wild gewordene Berliner Robert De Niro und Cate Blanchet nicht zu nah kommen. Stolz hält er eine noch eingeschweißte Berlinale Tasche in den Händen. Die sind dieses Jahr Lila. Passt unheimlich gut zur grünen Polizeiuniform.

08.02.07 20:26

Noch einmal sehen

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"Aju teukbyeolhan sonnim" ("Ad Lib Night") von Lee Yoon-ki (Forum)

Wenn der Vater oder die Mutter im Sterben liegen und Tochter oder Sohn lange verschollen sind, dann wünschen sich nicht nur die Eltern sondern auch Verwandte und Freunde, das verlorene Kind möge noch einmal nach Hause zurückkehren. Zwei junge Männer suchen bereits seit einem Monat nach der Tochter eines im Sterben Liegenden. Seit zehn Jahren ist sie verschollen. Plötzlich, auf einem Platz mitten in Seoul, glauben sie die Tochter zu erkennen.

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Vorstellung der Jury

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Es ist schon eine tolle Jury. Wann hat man schon einmal Mario Adorf, Willem Dafoe und Gael Garcia Bernal zusammen auf einem Podium sitzen. Die PK verlief locker und artig. Paul Schrader glaubt, dass es keine Probleme geben wird, da sich bisher noch kein Nörgler in der Riege geoutet hätte. Ardorf gibt väterliche Ratschläge an die junge Schauspieler wie Moritz Bleibtreu, die plötzlich in internationalen Produktionen spielen ("Verliert nicht den Kontakt zu Eurem Heimatland") und die anderen Jurymitglieder beantworten brav Fragen der Journalisten zu ihren Herkunftsländern. Beim Preis für die beste Jury sind die Sieben auf jeden Fall heiße Anwärter.

Koreanische Filme im Berlinale Programm

Das koreanische Kino bekommt immer mehr internationale Aufmerksamkeit. Während letztes Jahr die „kleinen“ A-Festivals in Locarno und San Sebastian in der deutschen Presse beinahe ignoriert wurden, war die Kritik vom Filmfestival in Pusan gerade zu entzückt. Kein Wunder also, dass sich dieses auch in der diesjährigen Berlinale widerspiegelt. Mit neun Filmen ist Korea wesentlich stärker vertreten als der ehemalige Berlinale-Liebling Hongkong mit 4 Filmen.

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07.02.07 17:12

Berlinale Luft

Über dem Marlene-Dietrich Platz scheint die Sonne. Im Berlinale Palast schweben Männer mit Helmen an Seilen durch den Raum, während draußen ein Mann von der Organisation die Fotografen anschreit, sie sollen ihre mit Namen versehenen Klebestreifen neben dem Holzpodest, auf dem morgen der Rote Teppich ausgerollt wird, entfernen.

Ein unbeschreiblich, schönes Gefühl.

01.02.07 12:47

„Dynamik erzeugt man nicht durch Harmonie“

Ein Interview mit dem Leiter des Panorama, Wieland Speck

Wieland Speck ist seit 15 Jahren Leiter der Berlinale-Sektion Panorama und ist damit der dienstälteste unter den Sektionsleitern. Müde wirkt er allerdings nicht: im Gegenteil, freundlich, aufmerksam und energiegeladen sitzt er seinen Interviewpartnern gegenüber. Speck ist selbst Filmemacher und hat den schwul-lesbischen Teddy-Award der Panorama-Reihe mit initiiert. Unter seiner Regie bekommt das in Panorama Hauptprogramm, Dokumente und Special aufgesplittete Programm Jahr für Jahr ein klares Profil.

Wieland Speck

Herr Speck, wenn sie auf die vergangenen 15 Jahre zurückblicken. Was ist Ihnen da gelungen?

Das wichtigste was gelungen ist, das ist die Zusammenarbeit mit dem Berliner Publikum. Ich kann es wagen, die kompliziertesten Filme zu zeigen und kriege die Unterstützung des Stadtpublikums. Das ist es, was mich absolut motorisiert. Die Herausforderung mit den Berlinern war immer schon etwas Besonderes. In Berlin werden Filme nicht einfach gefeiert. Du brauchst Inhalte, ästhetisch anspruchsvolle Ansätze, etwas Grenzen Ausweitendes oder Überschreitendes. Natürlich haben wir hier auch die ganze Profiliga, die letztlich das Gefällige sucht. Die fragt sich, wie kann ich mit einem Film, der gut funktioniert, einen Markt bestücken. Über die Filme, die ich habe, können die jeweils etwas erschrocken sein, aber sie merken, dieser Film wird von einem Stadtpublikum unterstützt. Das hat sich in den Köpfen der Filmwirtschaft festgesetzt. Sie wissen, dass sie hier in Berlin die eckigeren Filme zu sehen bekommen und freuen sich auch darauf.

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30.01.07 18:24

Berlinale Programm ist Online

Gleichzeitig mit der Pressekonferenz geht auch das diesjährige Festivalprogramm online. Hier kann man sich schon mal sein persönliches Programm zusammenstellen. Der Kartenvorverkauf beginnt in einer Woche am Dienstag den 6. Februar.

18.01.07 16:50

Filmlabor Forum

"Weltkinematografie der schroffen Gegensätze und verblüffenden Parallelen", so beschreibt das Internationale Forum des Jungen Films sein neues Programm, das es gestern bekannt gab. Deutsche Produktionen bilden dieses Jahr einen Schwerpunkt. Mit dabei sind u.a. "Madonnen" von Maria Speth ("In den Tag hinein") mit der Preisträgerin des Silbernen Bären 2006 Sandra Hüller und der neue Film von Angela Schanelecs "Nachmittag", eine Variation von Tschechows "Die Möwe". Darüberhinaus gibt es so spannende Gegensätze wie den Bollywood Gangster Film "Don" mit dem Superstar Shahrukh Khan, das Selbstporträt der amerikanisch-koreanischen Künstlerin a.k.a Nikki S. Lee sowie "Dol" vom irakisch-kurdischen Regisseur Hiner Saleem, der 2005 im Wettbewerb von Cannes mit "Kilomètre Zéro" den ersten irakischen Film nach dem dritten Golfkrieg vorgestellt hat.

Das komplette Programm findet sich auf den Seiten des Forums und der Berlinale.

17.01.07 10:48

15 von 21 Wettbewerbsfilmen stehen fest

Am vergangenen Montag gab die Berlinale weitere acht Wettbewerbsfilme bekannt. Am meisten Publicity dürfte sicherlich Clint Eastwoods „Letters from Iwo Jima" bekommen (siehe auch „Zwei Brüder, zwei Perspektiven“). Wie „Letters from Iwo Jima“ muss auch „The Walker“ außer Konkurrenz laufen. Mit Paul Schrader als Regisseur und Willem Defoe als Schauspieler sind zwei Mitglieder der Berlinale Jury an dem Film beteiligt und dies verhindert verständlicherweise die Teilnahme am Wettkampf um die Bären. Ebenfalls aus Hollywood kommt „Bordertown“ von Regisseur Gregory Nava. Ob die Qualität dieses Films auch an den Glamourfaktor der Hauptdarsteller (u.a. Jennifer Lopez und Antonio Banderas) herankommt, bleibt abzuwarten.
Nicht nur „Veteranen“ des amerikanischen Kinos sondern auch Altmeister des französischen Kinos sind eingeladen. Der fast 78-jährige Regisseur und ehemalige Chefredakteur der „Cahiers du cinéma“ Jacques Rivette gilt als einer der Gründer der Nouvelle Vague. Er ist bekannt für improvisierte Dreharbeiten und langsame Erzählweise. Sein Meisterwerk „Out 1 : Noli me tangere“ dauerte immerhin 12 Stunden und 40 Minuten und lief 1991 im Forum. 2007 stellt er nun das Liebesdrama „Ne touchez pas la hache“ vor. Die Besetzung der Hauptrollen mit Guillaume Depardieu und Michel Piccoli ist ein Zusammentreffen der Schauspielgenerationen. Überhaupt „die Depardieus“: Vater Depardieu spielt in dem Eröffnungsfilm „La vie en Rose“ und Schwester Julie Depardieu in dem ebenfalls eingeladenen „Les Témoins“ von André Téchiné . Téchiné war vor 2 Jahren mit „Les Temps qui changent“ auf der Berlinale. In der Hauptrolle damals, wie könnte es anders sein: Gerard Depardieu.
Weitere Filme des Wettbewerbs: „Die Fälscher“ (Österreich) von Stefan Ruzowitzky (u.a. „Anatomie“), „In Memoria di me“ (Italien) von Saverio Costanzo (die zweite Regiearbeit des Regisseurs, der für das Nahost-Drama „Private“ hoch gelobt wurde) und die Literaturverfilmung „I Served the King of England“ (Tschechische und die Slowakische Republik) von Jiri Mentzel u.a. mit Julia Jentsch.

15.01.07 17:39

Berlin verärgert Rom

Nach den Scharmützeln des letzten Jahres um das neue Filmfestival in Rom hat sich nun auch Berlinale Leiter Dieter Kosslick öffentlich zu Wort gemeldet. Kritisch bemerkte er in einem Interview mit promedia, dass die neuen Festivals in Rom und in Dubai mit großem Geld Stars einkaufen.
Das Festival in Rom fand letztes Jahr zum ersten Mal vom 13. - 21. Oktober statt. Mit üppigen 10 Millionen lag das Budget schon im ersten Jahr gleichauf mit dem Etat der Filmfestspiele in Venedig. Dass die Banca di Lavoro als finanzkräftiger Sponsor seine Gelder für Venedig und die Filmfestspiele in Taormina gestrichen hatte und nur noch das Festival in Rom unterstützt, heizte die Stimmung weiter auf. Roms Festivalchef Goffredo Bettini regagierte dann auch empfindlich auf Kosslicks Anspielungen. "We are sorry that our event's great success is causing jealousy and a mud-slinging campaign that is so extreme as to really seem ridiculous", ließ Bettini am Freitag verlauten (Variety).
Doch die Kritik Kosslicks ist nicht unberechtigt. Der Eröffnungsfilm „Fur“ mit Nicole Kidman war 2006 eigentlich für San Sebastian vorgesehen. Aber die baskische Festivalleitung konnte und wollte wohl auch nicht den Privatjet bezahlen, den Nicole Kidman für ihre Anreise verlangte. Rom dagegen ließ sich nicht lumpen. Laut Spiegel-Online kostete die Anreise von Kidman & Co. Rom 500.000 Euro.
(Hanns-Georg Rodek hat sich in einem Artikel der „Welt“ genauer mit dem „Wettebewerb der Festivals“ befasst)

12.01.07 18:03

Actor Director – Schauspieler führen Regie im Panorama

Ein auffallend große Zahl an Filmen, in denen Schauspieler die Seiten getauscht haben und Regie führen, finden sich dieses Jahr im Panorama. Neben Antonio Banderas stellen auch July Delpy, Steve Buscemi und Mitchell Lichtenstein ihre Arbeiten vor. Des weiteren kann man sich auf die Arbeiten etablierter Regisseure wie Hal Hartley und Thomas Arslan freuen. Die Hälfte der Panorama Filme wurde schon bekannt gegeben (link), die andere Hälfte wird Ende Januar vorgestellt.

Cannes hat auch einen Präsidenten

Der alte Konkurrent, die Filmfestspiele von Cannes, wollte wohl der Berlinale nicht nachstehen. Auch sie gaben bekannt, wer ihr nächster Jury Präsident sein wird: es ist Stephen Frears. Nachdem er schon Jahre keinen Aufsehen erregenden Film mehr gemacht hatte, feiert er derzeit mit „The Queen“ ein großartiges Comeback. Die Filmfestspiele von Cannes finden statt vom 16. – 27. Mai 2007.

11.01.07 18:33

Die glorreichen Sieben

Wettbewerbs-Jury bekannt gegeben

Ein spannendes Mix an anerkannten Filmschaffenden wird dieses Jahr die Bären im internationalen Wettbewerb vergeben. Man kann Kosslick beglückwünschen zu dieser Jury, die nicht Film als showbiz sondern Film als Kunstform repräsentiert.

Präsident der Jury ist Regisseur und Drehbuchautor Paul Schrader. Bekannt geworden ist er durch die enge Zusammenarbeit mit Martin Scorsese. Er schrieb die Drehbücher zu den Klassikern „Taxi Driver“ und „Raging Bull“.

Der Charakterschauspieler Willem Dafoe, der auch in Paul Schraders Film „Light Sleeper“ mitspielte, hat vielleicht eines der markantesten Gesichter Hollywoods. Er ist dafür bekannt, mit Blockbuster sein Geld zu verdienen, um auch in kleineren Filmen oder Theaterproduktionen der „Whooster Group“ mitspielen zu können. Seine Filmografie beinhaltet u.a. “Heavens Gate”, “Platoon”, “The Last Temptation of Christ “ und “Spiderman”.

Der Shooting Star Gaél Garcia Bernal gelang der internationale Durchbruch mit „Y tu Mama tambien“ sowie „Amores Perros“, dem hoch gelobten Film von Alejandro González Iñárritu. Seit dem hat er u.a. in Filmen von Walter Salles („Die Reise des jungen Che“) und Pedro Almodóvar („La mala educacíon“) mitgespielt. Letztes Jahr war Bernal mit „The science of sleep auf der Berlinale“ . Zur Zeit ist der mexikanische Schauspieler in Iñárritus neuen Meisterstück „Babel“ auf hiesigen Leinwänden zu sehen.

Mit 75 Jahren ist Mario Adorf der Grand Signore in der Jury. Auch wenn er in Arthouse Filmen wie „Die Blechtrommel“ und Fassbinders „Lola“ mitgewirkt hat, wird er uns immer durch seine Rolle als Bandit in „Winnetou“ in Erinnerung bleiben.

Die palästinensische Schauspielerin Hiam Abbass ist durch ihre Rollen in den preisgekrönten Filmen „Die syrische Braut“ und „Paradise Now“ bekannt geworden. Sie lebt zur Zeit in Paris und arbeitet nicht nur als Schauspielerin sondern auch als Regisseurin und Drehbuchautorin.

Seit mehr als 20 Jahren ist Nansun Shi fester Bestandteil der asiatischen Filmszene. Als Filmproduzentin ist sie u.a. verantwortlich für die Hong Kong Produktionen „Infernal Affairs“ (die Vorlage zu Scorseses „The Departed“) und Tsui Harks „Seven Swords“.

Molly Malene Stensgaard hat Dogma den Schnitt gegeben. Sie ist quasi die „house cutterin“ von Lars von Trier. Der Regisseur hat mit Stensgaard u.a. bei „Idioten“, „Dancer in the Dark“ und „Manderlay“ zusammengearbeitet.

Film über Edith Piaf“ eröffnet Berlinale

Das Biopic „La vie en rose“ über die wohl berühmteste Sängerin Frankreichs wird am 8. Februar die Berliner Filmfestspiele eröffnen. Der Film steht in einer Reihe mit Filmbiographien wie „Walk the Line“ oder „Capote“, die im letzten Jahr sehr erfolgreich waren. Wie bei Johnny Cash und Truman Capote liefert das Leben der Edith Piaf mit seinen Höhen und Tiefen eine ähnlich gute Vorlage.
Regie führte Olivier Dahan, dessen letzter Film „Die Purpurnen Flüsse 2“ mit Jean Reno nur sehr bescheidene Kritiken bekam.
Dargestellt wird die Piaf von Marion Cotillard. Die Schauspielerin und aktive Greenpeace Aktivistin nach ihrer letzten Rolle in dem frankophilen Kitschstreifen „Ein gutes Jahr“ von Ridley Scott zu beurteilen, wäre sicherlich ungerecht. In Frankreich ist sie durch „Taxi“ und die entsprechenden Sequels bekannt geworden. In internationalen Produktionen spielte Cotillard u.a. in Tim Burtons „Big Fish“. Für die Nebenrolle in Jean-Pierre Jeunets „Mathilde – Eine große Liebe“ bekam die 31-jährige Schauspielerin 2005 einen Cesar. Das Marion Cotillard nachgesagt wird, gut singen zu können, ist für die neue Rolle sicherlich „nicht unbedeutend“.
Für den Verleih ist die Weltpremiere auf der Berlinale optimal. Zwei Tage nach der Uraufführung in Berlin läuft der Film in den USA an, am 22. Februar dann auch in Deutschland. Zur Premiere kann auch Gérard Depardieu erwartet werden, der eine Nebenrolle spielt. Ein Trailer zu „La vie en rose“, der in Frankreich unter „La Mome“ läuft, steht bereits online (link).

08.01.07 10:35

6 Filme für Perspektive Deutsches Kino

Als einer seiner ersten Schritte bei seinem Amtsantritt 2001 hat Dieter Kosslick die Gründung der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ veranlasst. Kosslicks eigene Leidenserfahrung als Leiter der Filmstiftung NRW mag da eine Rolle gespielt haben, denn seit Bestehen der Berlinale wurde die Festspielleitung immer wieder von der deutschen Filmlobby kritisiert, es würden nicht genug deutsche Filme auf der Berlinale gezeigt.

In den 6 Jahren ihres Bestehens hat sich die „Perspektive Deutsches Kino“ unter der Leitung von Alfred Holighaus erfolgreich als Plattform des deutschen Filmnachwuchses etabliert. Filme wie „Fickende Fische“, „Muxmäusschenstill“ oder „Netto“ hatten hier ihre Premiere.
Für Berlinale 2007 stehen bereits die Hälfte der für die Sektion eingeladenen Filme fest. Wieder sind überwiegend Arbeiten von Absolventen der deutschen Filmhochschulen.

Bastian Günther greift mit seinem Langfilmdebüt „Autopiloten“ ein Thema auf, das er bereits in seinem prämierten Kurzfilm „Ende einer Strecke“ umgesetzt hat: Die Autobahn als Schauplatz deutscher Komödien und Tragödien.

Einem anderen Verkehrsknotenpunkt hat sich Ben von Grafenheim ausgesucht. "Blindflug" ist eine Liebesgeschichte am Flughafen.

Ebenfalls ihr Debüt feiert Julia von Heinz mit „Was am Ende zählt“ und widmet sich wie schon „Lucy“ auf der Berlinale 2006 dem Problemthema ungewollte Schwangerschaft bei Jugendlichen.

Auch wenn der eingeladene Spielfilm „Alle Alle” erst der zweite Lang-Spielfilm von Regisseurs Pepe Planitzer ist, wirkt dieser schon wie ein alter Hase. Er wurde bereits 2003 für sein Debüt „Ein Schiff wird kommen“ für den deutschen Kamerapreis nominiert.

Um für Arbeiten der Filmhochschulen möglichst offen zu sein, werden die formalen Beschränkungen in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ bewusst niedrig gehalten. So finden auch die beiden halbstündigen Hochschulfilme „Aschermittwoch“ von Ileana Cosmovici (HFF München) und „Aufrecht stehen“ von Hannah Schweier (Filmakademie Ludwigsburg) hier ihren Platz.

Die restlichen Filme der Sektion werden Mitte Januar bekannt gegeben.

07.01.07 11:33

Stummfilmspektakel im Forum

Das Forum wird auf der Berlinale 2007 das neue Werk „Brand Upon the Brain!“ des kanadischen Experimentalfilmers Guy Maddin präsentieren. Ort der einmaligen Aufführung am 15. Februar ist nicht ein Kino am Potsdamer Platz, sondern die Deutsche Oper. Untermalt wird der Stummfilm durch das Orchester der Deutschen Oper und einer Erzählerin, deren Vater im dem letztjährigen Berlinale-Film von Maddin („My Dad Is 100 Years Old“) porträtiert wurde: Isabella Rossellini.
Nach seinem ersten Kurzfilm „The Dear Father“ hatte Guy Maddin’s mit „Tales from the Gimli Hospital“ (1988) und „Archangel“ (1990) internationale Anerkennung gewonnen. Im Dezember 2006 startete „The Saddest Music in the World“ in den deutschen Kinos, in der der Hauptrolle war Isabella Rossellini zu sehen.
„Brand Upon the Brain!“ hatte seine Premiere auf den Filmfestspielen in Toronto 2006 (siehe Kritik in Variety). Es geht um den Charakter Guy, der nach 30 Jahren auf seine Heimatinsel „Black Notch“ zurückkehrt. Guys Reise in seine Vergangenheit lässt sich in Worten nur schwer beschreiben. Im Festivalkatalolg von Toronto wird „Brand Upon the Brain!“ angekündigt als “equal parts childhood reminiscence, Expressionist horror movie, teen detective serial and Grand Guignol reverie”.
Karten zu dem Ereignis kosten 18 Euro und sind bereits jetzt zu haben, u.a. unter http://www.deutscheoperberlin.de/ oder am Kartenschalter der Deutschen Oper.

04.01.07 10:08

Banderas im Panorama

Der neue Film von aber nicht mit Antonio Banderas 'Camino de los Ingleses' ist für die Sektion Panorama ausgewählt worden. Der Film ist im Dezember bereits in Spanien angelaufen und wird vor der Berlinale auf dem Sundance Festival gezeigt werden.

03.01.07 13:37

Die neuen Gewänder der Berlinale 2007

Die Berlinale ist eine Grand Dame unter den Filmfestivals 1952 gegründet, fühlt sie sich Traditionen verpflichtet. Doch in den letzten sieben Jahren hat die Berlinale ihr Gesicht verändert wie wohl noch nie in ihrer über 50-jährigen Geschichte.
Nach dem Umzug im Jahr 2000 an den Potsdamer Platz wurden 2001 die vielleicht wichtigsten Führungspositionen des Festivals neu besetzt. Der Festivaldirektor Moritz de Hadeln musste Dieter Kosslick das Feld überlassen. Auch Ulrich Gregor, der dem Internationalen Forum des Jungen Films seit dessen Gründung vorstand, nahm seinen Abschied (im Unterschied zu De Hadeln allerdings freiwillig). Gregor folgte auf dessen eigenen Vorschlag Christoph Terhechte.
In den vergangenen Jahren wurde unter der geschickten Leitung Kosslicks, der auf die Kooperation der Festival-Sektionen setzte, die Berlinale Zug um Zug reformiert. Gleich in seiner ersten Berlinale 2002 führte Kosslick eine neue Sektion für den deutschen Film ein: die „Perspektive Deutsches Kino“. Als deren Leiter konnte er Alfred Holighaus gewinnen. Im selben Jahr übernahm Thomas Hailer die Leitung des Kinderfilmfests.
2003 wurde der Berlinale Talent Campus als ein an das Festival angegliederte Plattform für den Filmnachwuchs ins Leben gerufen. Der Event hat sich als kleine Filmakademie etabliert und hat 2007 in seinem fünften Jahr ein kleines Jubiläum.
Auch auf der diesjährigen Berlinale wird die Reformpolitik fortgesetzt. Das Kurzfilmprogramm des Panorama wird dem Kurzfilmprogramm des Wettbewerbs eingegliedert. Dies mag einer der Gründe dafür gewesen sein, dass Margarete von Schiller, die stellvertretende Leiterin des Panorama und langjährige Berlinale-Gefährtin von Wieland Speck, im Oktober 2006 ihren Hut nahm. Ihre Position wird dieses Jahr von Paz Lazaro wahrgenommen. 2006 ging auch der Leiter der Retrospektive Hans Helmut Prinzler (aus Altersgründen). Rainer Rother übernahm von ihm nicht nur die Leitung der Retrospektive sondern auch der Deutschen Kinemathek. Bereits 2004 wurde das Kinderfilmfest um das Programm für Jugendliche „14plus“ erweitert. Nun wird „14plus“ zusammen mit den Kinderfilmen aus dem Schwerpunkt „Kplus“ nicht mehr unter den Namen Kinderfilmfest, sondern „Generation“ weitergeführt. Inwieweit sich diese Umbenennung bei der „Zielgruppe“ durchsetzen wird, kann genauso gespannt abgewartet werden, wie die Frage, ob auch 2007 Reformen und bewährte Traditionen zu einem aufregenden und gelungenen Filmfest führen werden.

02.01.07 14:12

Berlinale 2007 im internationalen Wettbewerb

Noch gut einen Monat, dann hat das Warten endlich ein Ende und zum 57. Mal werden die Internationalen Filmfestspiele von Berlin eröffnet. Man darf gespannt sein, wie sich die Berlinale im Wettkampf der Filmfestivals um die besten Filmproduktionen des Jahres 2007 behaupten kann. Zwar steht die Berlinale zusammen mit den Filmfestspielen von Cannes und Venedig noch immer ganz vorne im internationalen Renommee, aber die Luft wird dünner. Noch klingt einem die Diskussion des letzten Jahres um die Filmfestspiele von Rom in den Ohren. Die Gründung des Filmfestes wurde von der Presse als Konkurrenz zu den Festspielen in Venedig aufgebaut und auch in den Kommentaren des Festivalbetriebs außerhalb Italiens war eine gewisse Nervosität nicht zu überhören.
Für die Berlinale sind die italienischen Festivals aufgrund des zeitlichen Abstands keine direkte Konkurrenz. Gemütlich machen kann man es sich in der deutschen Hauptstadt dennoch nicht. Zu dem traditionellen Rivalen Cannes hat sich inzwischen auch das nordamerikanische Festival in Sundance gesellt. Sundance hat zwar weder „A-Status“ noch internationalen Wettbewerb, wird aber zunehmend genutzt um auch große Produktionen das erste Mal der Öffentlichkeit zu zeigen. Da das Berlinale Regelement einen Film, der bereits außerhalb des Produktionslandes gezeigt wurde, für den Wettbewerb nicht zulässt, stehen die meisten Produktionen, die in Sundance gelaufen sind, nur noch für die Berlinale-Sektionen Panorama und Forum zur Verfügung. Aber nicht nur die Filmfestivals könnten es der Berlinale dieses Jahr schwer machen. Nur drei Tage nach dem Beginn der Berlinale werden in London die (Orange) British Academy Film Awards verliehen. Die Preisverleihung der BAFTA (British Academy of Film & Television Arts) gehört neben den Oscars zur Meistbeachtesten Preisverleihung im Filmbusiness. Durch eine Änderung des Regelements müssen 2007 alle BAFTA nominierten Filme bereits vor der Preisverleihung am 11.02. in den britischen Kinos angelaufen sein (letztes Jahr blieb noch Zeit bis Ende März). Eine gleichzeitige Anmeldung für den Berlinale Wettbewerb und den BAFTA Preis war somit fast unmöglich und machte es insbesondere den Verleihern amerikanischer Großproduktionen unnötig schwer. Zur Zeit scheint es allerdings so, als habe sich die BAFTA mit dem neuem strikten Regelement ein Eigentor geschossen. Viele heiße Oscar Anwärter wie „The Good German", "Letters from Iwo Jima" und "The Good Shepherd" konnten aus formalen Gründen nicht nominiert werden (siehe auch Artikel in Variety).

29.10.06 16:28

Hofer Filmtage 2006: "The Brothersome Man" von Jens Lien

20 Uhr. Der IKEA Markt schließt und alle gehen. Doch wir dürfen nicht raus. Stattdessen bekommen wir Gesellschaft: die glücklichen Gesichter aus den IKEA Katalogen. Dann wird der IKEA Markt in den hintersten Winkel der Welt gebeamt und ist von nun an unsere Welt: 24x7. Es gibt kein Entrinnen.

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Hofer Filmtage 2006: Shoppen von Ralf Westhoff

Wie finde ich einen Mann? Wie finde ich meine Traumpartnerin? Immer neue Methoden werden erdacht, um Großstadtsingles miteinander zu verkuppeln. Unter diesen "Innovationen" hat "Online-Dating" dem "Speed-Dating" zwar längst den Rang abgelaufen, aber trotzdem ist "Speed-Dating" eine spannende Form sozialer Interaktion geblieben und darüber hinaus, wie sich durch "Shoppen" herausstellt, ein idealer Filmstoff.

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Hofer Filmtage 2006: Lecke Milch von Oliver Haffner

Am Mensa- oder Kantinentisch sind wir Gefangene unserer Tischnachbarn. Ungefragt erzählen Kollegen oder Kommilitonen von ihrem Intimleben oder reihen Peinlichkeiten derart gekonnt aneinander, das wir das Dessert unangerührt auf dem Tablett stehen lassen.

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28.10.06 17:21

Traditon 1: Fußballturnier

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Jedes Jahr trifft sich am Samstag, dem vorletzten Tag des Hofer Festivals, das Team der Hofer Filmtage, um auf dem Platz der Freien Turnerschaft gegen den "FC Hofer Filmwelt" anzutreten. In den vergangenen Jahren hatte der "FC Hofer Filmwelt" u.a. Tom Tykwer und Sönke Worthmann verpflichtet.

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Plaudereien am Hofe

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Hofer Anektdoten von und mit Wim Wenders, Hans-Christian Schmid, Detlef Buck und Hans-Christoph Blumenberg

27.10.06 18:29

Vorstellung am Hofe

Es ist wie ich es mir vorgestellt habe: man kennt sich. Im kleinen Pressebrüro, das den Charme der 80er Jahre "Kommunikationszentren" hat, hängen Schnappschüsse aus diesem Jahr von Alexander Kluge bis Tom Tykwer. Im Flur beruhigt eine Mitarbeiterin die Assistentin von Monika Bleibtreu, dass Bleibtreu auch bestimmt keine Eintrittskarte abverlangt wird. Schliesslich ist Monika Bleibreu nicht irgendwer in Hof. Im nahegelegenen Pressecafe steht umsonst Kuchen auf den Tisch und hinter mir sitzt Hans Christian Schmidt.

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Der sitzt um 12:00h auch hinter mir bei meiner ersten Vorstellung im "Regina". Vor mir dagegen in dem kleinen 50er Jahre Kino, werden schon die ersten Picolo Flaschen geleert. Es geht beschwingt los.

Ankunft Hof

Nach 2 1/2 Stunden Bahnfahrt empfängt mich Hof mit einer schmucken Bahnhofshalle und einer Bahnhofsstraße, die gleich klarmacht, was Hof zum Charme der Filmtage beiträgt: Nostalgie.

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24.10.06 20:24

Das Festival des deutschen Films

Während die Filmkritiker noch über das 12 Millonen Dollar Spektakel von Rom schreiben oder sich vom Filmfestival in Pusan erholen, starten heute im oberfränkischen Hof zum 40. Mal die Hofer Filmtage.Begonnen hat alles 1967 mit 2 Stunden Programm. Heute umfasst das Programm 108 Filme darunter 48 Spiel- und Dokumentarfilme, 34 Kurzfilme und 18 Filme in der Retrospektive. Die Hofer Geschichte ist auch die Geschichte des deutschen Films: hier sind Regisseure wie Doris Dörie, Christoph Schlingensief, Tom Tykwer und Christian Petzold ins Scheinwerferlicht getreten.

2006 gibt es in Hof neben deutscher Filmkunst (u.a. Dominik Grafs "Eine Stadt wird erpresst") aber auch internationale Produktionen wie Nanni Morettis "Il Caimano" und Aki Kaurismäkis "Laitakaupungin Valot" zu sehen.

Mehr und live von den Hofer Filmtagen am Wochenende.

30.09.06 23:36

Bye, Bye San Sebastian 2006

Die letzten (unscharfen) Bilder von der Abschlussgala des San Sebastian Filmfestival 2006. Cine es imaginación ;)

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Muschelkommentar

Wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen leerte sich die Pressekonferenz und vor der Tür wurden mal wieder heiß die Entscheidungen der Jury diskutiert.

Mehr: " Muschelkommentar " »

Muschelsammlung

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"Jury Member" Isabel Coixet, Bruno Ganz und Jeanne Moreau

Es ist raus. Die illustre Jury hat die Conchas (Muscheln) des diesjährigen Festivals bekanntgegeben:

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Muschelimitate

Neben den Hauptpreisen werden noch immer ein Dutzend anderer Preise vergeben. Ein kleiner Auschnitt von Preisträgern, die auch während des Festivals mehrfach gelobt wurden:

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Delirious von Tom DiCillo

Bevor die Jury in einer Stunde die Hauptpreise des diesjährigen Festivals bekannt gibt, soll noch schnell auf einen Film eingegangen werden, der uns fast entwischt wäre. Nach "Living in Oblivion" hat Regisseur Tom DiCillo erneut einen Film mit Steve Buscemi gemacht.

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One foot on the ground von Daming Chen

Der Tag empfängt mich wie immer am Ende des Festivals in San Sebastian mit Regen. Heute geht mit dem Festival auch die Saison in San Sebastian zu Ende, die Touristen verschwinden, aus den Pensionen werden Studenten-WGs und es wird so lange regnen, bis die jährliche Niederschlagsmenge von 1500 mm (Berlin hat 580mm) erreicht ist.

Eigentlich ein guter Tag, um den düsteren Film von Todd Robinsson "Lonley Hearts" zu sehen. Doch der Abschlussfilm des diesjährigen Festivals war schon auf dem Filmfest in München zu sehen und wird sicherlich bald in deutsche Kinos kommen. Anstelle des Blockbusters mit John Travolta und James Gandolfini steht daher ein chinesischer Film aus der Zabaltegi Reihe auf dem Vormittags-Programm.

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Lo más bonito y mis mejores años (The Most Beautiful of My Very Best Years) von Martín Boulocq

"Lo más bonito y mis mejores años" kommt aus einem Land, das lange nicht mehr mit einem Film auf dem Festival in San Sebastian vertreten war: Bolivien. Anhand der Geschichte um die Freunde Berto und Victor erzählt der Film von der gegenwärtigen Situation der bolivianischen Jugend.

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29.09.06 19:08

Pressekonferenz mit Matt Dillon (Premio Donostia)

Die Donostia Ehrenpreise für das Lebenswerk eines Schauspielers sind immer eine gute Gelegenheit Celibrities nach San Sebastian zu locken. Auch Matt Dillon war wohl sehr überrascht, schon jetzt diesen Preis zu bekommen.

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Pressekonferenz mit Lars von Trier (The Boss of it All)

Weil Lars von Trier bekanntlich unter Flugangst leidet, ist er nicht nach San Sebastian gekommen. Dafür gab es eine amüsante Videokonferenz mit ihm.

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Direktøren for det Hele (The Boss Of It All) von Lars von Trier

Bevor Lars von Trier seine mit “Dogville” und “Manderlay” begonnende Triologie fortsetzt hat er sich mit “The Boss of it all” eine Verschnaufpause gegönnt. Zurück auf heimatlichen dänischen Boden hat er mit dänischen Schauspielern und in dänischer Sprache eine kleine, wundervoll absurde Komödie gedreht.

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Halfmoon von Bahman Ghobadi

Mit “Turtles can fly” hat Bahman Ghobadi 2004 in San Sebastian die Concha de Oro gewonnen. Mit “Halfmoon” könnte es ihm dieses Jahr wieder gelingen.

Mehr: " Halfmoon von Bahman Ghobadi " »

28.09.06 18:52

Pressekonferenz zu "World Trade Center"

Wie zu erwarten stand bei der Pressekonferenz der patriotische Unterton von "World Trade Center" im Vordergrund. Insbesondere die Darstellung des Marines, der sich auf die Suche nach den Verschütteten macht, und sein Kommentar (“There will be a lot of man needed to revenge this”) war einigen übel aufgestossen.

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Copying Beethoven von Agnieszka Holland

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Diane Kruger und Agnieszka Holland bei der Pressekonferenz

Ein kurzer Eindruck zum Beethoven Film im Wettbewerb: eines der wenigen Male das ich mir wünsche, dass ich den Film syncronisiert gesehen hätte. Wenn Beethoven und seine Kopistin Anna Holtz sich im feinsten Englisch unterhalten, wirkt dies anachronistisch. Das beste an dem Film ist die Aufführung der 9. Sinfonie, die ist aber leider nicht dem Film anzurechnen. Ein sehr mittelmässiger Film mit Ed Harris und Diane Kruger, der Helena aus "Troy" .

Hana von Hirokazu Kore-Eda

Wie für Oliver Stone war auch für den japanischen Regisseur Hirokazu Kore-Eda der 11. September Auslöser, um seinen neuesten Film zu drehen. Während aber Oliver Stone mit World Trade Center das offensichtliche verfilmt hat, ist "Hana" eine im 18. Jahrhundert angesiedelte Parabel über die Rache. Das Motiv der Rache war es, das Kore-Eda nach 9/11 am meisten beschäftigt hat und so empfand er es als nahe liegend einen Film über Samurai zu machen, eine Kaste für die "Rache" eine Daseinsberechtigung war.

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"World Trade Center" von Oliver Stone

Nachdem ich zwei Stunden lang mit Nicholas Cage und Michael Paeña (u.a. "Crash") mitgefiebert habe, erwartet mich im Foyer des Kino Kursaal eine befreiende Perspektive.

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27.09.06 10:26

"Singapore Dreaming" von Yen Yen Woo und Colin Goh

Die Wertungen von Filmen liegen gerade bei Internationalen Festivals weit auseinander. Heute Morgen, als ich bei Croissant und "Café con leche" einen Blick in die Filmkritiken spanischer Zeitungen warf, fragte ich mich wie so oft, ob ich denselben Film gesehen hatte. Es scheint eine Trennungslinie zu geben, nicht nur zwischen nationalen Kulturen, sondern auch zwischen dem "normalen" Kinopublikum und Filmkritikern.

Die Reaktion auf die Tragikomödie "Singapore Dreaming" ist dafür ein gutes Beispiel. Schauplatz des Films ist, unschwer zu erraten, Singapur, Thema sind die Sorgen einer chinesischen Familie.

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26.09.06 18:36

Heimsuchung

Ich glaubte, ich wäre ihm entkommen. Schließlich jagt er "Kid" nicht mehr durch deutsche Wohnzimmer, er ist zum Rettungssschwimmen zu alt und hat inzwischen den hintersten Winkel auf der Erde von seinem Freiheitsdrang informiert.

Dann aber, ich komme gerade aus Bilbao zurück, betrete ahnungslos den Kursaal (Hauptaustragungsort des Festivals), da "lacht" mich von allen Bildschirmen, sein Gesicht an und er ist näher denn je:

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Kinofrei

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Hier in Donostia ist das Wetter so wechselhaft wie die Qualität der Filme. Gestern und vorgestern musste man seinen Tagesplan nicht nur nach den Filmvorführungen sondern auch nach den Regenpausen ausrichten (bei einer Pressekonferenz gingen während eines Gewitters gleich alle Lichter aus), heute bewundern wir wieder den azurblauen Himmel und man fragt sich, was einem jetzt ins Kino drängen kann.

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25.09.06 13:10

"The Backwoods" von Koldo Serra

Der dichte Wald im bergigen baskischen Hinterland, unweit vom Austragungsort des Festivals San Sebastian, hat diese geheimnisvolle und verwunschene Athmospäre, die diese Landschaftsform zum beliebten Schauplatz von Horror- und Thriller-Filmen macht.

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24.09.06 11:17

"Cashback" von Sean Ellis

Nach “Ghosts” wieder ein Film, der mich an London Supermärkte erinnert. Hier sind Ladenschlussgesetze ausgehebelt und in einigen Supermärkte von Tesco, Sainsbury & Co. kann man die ganze Nacht hindurch alles kaufen, was das Herz begehrt. Dieses kommt auch dem an Schlaflosigkeit leidenden Ben entgegen. Seine Schlaflosigkeit setzt er an der Kasse von Sainsbury in bare Münze um. Das Problem bei Nachtarbeit ist meist aber nicht die Arbeit, sondern die Zeit zwischen 24h und 8h morgens irgendwie totzuschlagen. Ben entwickelt dazu wie alle anderen in der Sainsbury Nachtschicht seine eigene Methode. Er stellt sich vor, die Zeit wäre angehalten und er könnte als einziger zwischen allen Supermarktkunden, die wie Statuen erstarrt scheinen, umher wandeln. "Zufällig" sind die Kunden alle Kundinnen und dazu auch noch ziemlich gut aussehend.

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23.09.06 18:08

Pressekonferenz zu "Children of men"

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Alfonso Cuarón, der bei so unterschiedlichen Filmen wie "Great Expectations", "Y tu mama tambien" und "Harry Potter" Regie geführt hat, und Clive Owen, eine der zurzeit begehrtesten britischen Schauspieler, haben heute "Children of men" präsentiert, einen düsteren, packenden Science Fiction Thriller mit Endzeitversion. Gut nachvollziehen kann ich die guten Kritiken, die der Film bereits bei der Premiere dieses Jahr in Cannes bekommen hat. Es ist ein herausragender Film des Genres und wird ganz sicher später Bestandteil jeder guten DVD-Bibliothek sein.

"El Camino de San Diego" von Carlos Sorin

Wie wichtig Fußball für die Gemeinschaft und den einzelnen werden kann, das braucht nach der letzten WM nicht mehr gesagt zu werden. San Sebastian, mit der Mannschaft Real Sociedad in der Primera División (leider haben sie am letzten Wochenende gegen Real Madrid verloren), ist da keine Ausnahme. Einzigartig dagegen ist das Phänomen um einen Fußballer, mit dem sich der am gestrigen Abend gezeigte Film von Carlos Sorin beschäftigt. Armando Diego Maradona galt in der ganzen Welt als Ausnahmefussballer, aber in seiner Heimat Argentinien ist er auch lange nach dem Ende seiner Karriere viel mehr: Diego Maradona ist hier ein Heiliger.

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22.09.06 16:08

"Vete de mi" von Víctor García León

Bei Filmfestivals stellen einem die Vormittagsvorstellungen immer vor die härteste Probe. Die Zeit zwischen Wach werden und dem ersten Glitzern auf der Leinwand beträgt oft weniger als eine halbe Stunde und der vorherige Abend spielt in diesen Vorstellungen immer eine kleine Nebenrolle.
So auch heute morgen. Für einen schnellen Café hat es immerhin noch gereicht. Die gute Nachricht war dann, dass "Vete de mi" mir den Vormittag nicht unnötig schwer gemacht hat.

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"Ghosts" von Nick Broomfield

Tesco und Sainsbury waren in meiner Londoner Zeit immer die englische Entsprechung für Aldi und Edeka. Supermärkte können ein Gefühl von zu Hause vermitteln. Wenn man nach einen stressigen Arbeitstag auch noch um 22h dort einkaufen konnte, lösten Konsum-Angebot und Service immer wieder kleine Begeisterungswellen aus. Wie insbesondere die Produkte für Londoner Verhältnisse so billig in das Regal kommt, darüber habe ich mir nur wenig Gedanken gemacht. Englisches Gemüse, Englisches Fleisch...da wird es schon keine Ausbeutung geben.

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Gala

Es gibt eine sehr bewegende Szene in dem Dokumentarfilm "Marlene" von Maximilian Schell. In einer Dokumentaraufnahme sehen wir den letzten öffentlichen Auftritt von Marlene Dietrich. Als sie auf die Bühne tritt gibt es standing ovation und Dietrich stehen die Tränen in den Augen. Publikum und Schauspielerin wissen, dass dies vielleicht die letzte Zusammenkunft einer großen Liebe ist.

Als bei der Gala zur Eröffnung des 54. Filmfestivals in San Sebastian die diesjährige Jury Präsidentin Jean Monreau ganz in weiß die Treppe herunterkommt, an das Mikrofon tritt, der Applaus los braust und sie mit heiserer, fragiler Stimme von der Liebe zum Kino spricht, das ohne Waffen versucht Grenzen zu überbrücken, ist dies wie ein Deja vu. Kurz erfüllt eine Stimmung aus Hochachtung, süßer Erinnerung und Wehmut den Raum.

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21.09.06 13:37

Quo Vadis - Donostia 2006?

Die Suchmaschine für Filmfestivals des British Council listet inzwischen über 600 Filmfestivals. Doch der erste Blick täuscht. Die sogenannte "A-Klasse" der Filmfestivals besteht nur aus einem Dutzend. Diese 12 Filmfestivals mit internationalen Wettbewerb werden von der FIAPF (Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films) unter strengen Kriterien akkreditiert. Die bisher unangefochtene Spitze bilden die Festivals von Cannes, Berlin und Venedig. Danach drängen sich die kleineren wie San Sebastian, Locarno und Kalrovy Vary und buhlen um die Aufmerksamkeit der Filmwelt.

San Sebastian ist ein selbstbewusstes Filmfestival. Es weiss, dass es wie jedes andere Festival auch, dem Anspruch an Glanz, Glamour und Stars genügen muss. Dieses Jahr werden u.a. Oliver Stone, Adam Sandler, Matt Dillon und Max von Sydow erwartet. Die Festivalmacher wissen aber auch, dass sie sich mit einem Budget von 6 Millonen Euros nicht den Glitter von Cannes oder Venedig auf den roten Teppich holen können. Deshalb setzen sie auf ein Kino, dass nicht im Staraufgebot, sondern in Qualität und in kritischen Beobachtung heutiger Gesellschaften Maßstäbe setzen will.

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20.09.06 12:02

Angekommen....

ist das Festivalblog-Team (oder in diesem Fall eher "Duo") in San Sebastian bereits einige Tage vor Festivalbeginn. Bevor man hektisch durch die Altstadt von Kino zu Kino hetzt, sich den besten Platz bei der Pressekonferenz sichert und in aller Eile noch einen Pintxo (baskischer Tapa) zu sich nimmt und den vino tinto herunter stürzt, gönnen wir uns noch ein wenig relaxte Urlaubsatmo am Strand, schauen entspannt in Strassencafés dem munteren Treiben zu und erkunden das Umland. Das ist es wirklich wert: von Donostia (baskische Name von San Sebastian) ist man schnell in Pamplona (Stadt der irren Stierläufe zu San Fermines), in Bilbao (Guggenheim Museum) und an den netten kleinen Buchten der baskischen Küste. Darin wird das Film-Festival von San Sebastian immer unschlagbar sein: es gibt kein anderes Festival, das an einem Ort mit soviel Urlaubsqualitäten stattfindet.

18.08.06 13:54

Fantastisch fanatisch: Kinokarate ist online

festivalblog team presents

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Kinokarate (www.kinokarate.de)ist ein Filmmagazin im Internet. Die erste Ausgabe widmet sich in Essays und Interviews dem Thema Fanatismus. Kinokarate zeigt alle drei Monate mit Neugier, Leidenschaft und Entdeckerfreude, dass das Kino viel erzählt über die Welt, in der wir leben. Neben der mittelmäßigen Massenware gibt es noch immer wahre Kinoschätze. Um diese zu heben, wird Kinokarate kämpfen – mit Karate oder anderen Mitteln.

20.02.06 16:38

Eine Bärennachlese

Berlinale vorbei. Ein wenig auch Erleichterung, denn für wie lange kann man unter Licht - und Schlafentzug ein für die Umwelt vorzeigbares Gesicht wahren? Wie diese Berlinale war, darüber gibt es kein allgemeingültiges Urteil. Es hängt einfach zu sehr an den Filmen, die man unter den 400 gesehen hat. Jeder hat so seine eigene Berlinale gehabt. Christian hat sich z.B. während der Preisverleihung fast bis zum Schluss geärgert, er habe keinen der auserwählten Filme gesehen...und er hat schon viel geschaut. Zum Schluss hat er aber doch zwei prämierte Filme gesehen.

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Jafar Panahi

Einer davon war “Offside”, der iranische “Fussballfilm”. “Offside” wurde sowohl von Chistian und Tiziana als auch von Rene sehr gelobt. Er steht für die Filme des Festivals, die um der Zensur zu entgehen, Kritik auf subtile Art und Weise ausdrücken und so zu einer eigenen Filmsprache finden. Ein anderes Beispiel hierfür war “Little Red Flowers”, der als Panorama Film aber für einen Bären nicht in Frage kam.

Mehr: " Eine Bärennachlese " »

18.02.06 20:35

Das große Festival der kleinen Filme - die Bären

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Die Gewinner des Abends: Jasmila Zbanic, Pernille Fischer Christensen, Moritz Bleibtreu und Sandra Hüller

Während einige heiße Favoriten wie Sandra Hüller ihren Bären bekommen haben, sorgten zwei kleine Produktionen für Überraschungen:. die bosnische-östereichische Ko-Porduktion „Grbavica“ gewann den einzigen Goldenen Bären für den besten Film. „En Soap“ , der dänische Film über die Hindernisse einer Liebe zwischen einer Frau und einem Transsexuellen gewann gleich zwei Preise: den Jurypreis für das beste Erstlingswerk und einen Silbernen Bären für den großen Preis der Jury.


Mehr: " Das große Festival der kleinen Filme - die Bären " »

Preise der unabhängigen Jurys

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Bären gibt es keine in der saarländischen Landesvertretung. Dafür aber “wunderschöne” Hundeporträts an den Wänden. Allein deshalb lohnt es schon hierhin zukommen. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Im Foyer wartet ein leckeres Buffet. Ein angenehmer Rahmen für die Verleihung der Preise der unabhängigen Jurys.

Mehr: " Preise der unabhängigen Jurys " »

Schlachtfeld Berlinale

Die Deutschen sind im Ausland besonders dafür bekannt, dass sie noch vor dem Frühstück im Hotel mit einem Handtuch Strandliegen reservieren. Heute morgen gab es keine Liegen, keinen Strand, nur einen Sitz in der zweiten Stuhlreiche auf der PK von “Requiem”. Auf diesem Sitz lag ein Blatt Papier. Nachdem ich mich nett erkundigt hatte, setzte ich mich, um aber bald darauf aber fauchend von einer Dame des Platzes verwiesen zu werden: “Das geht ja wohl so nicht. Sie sehen doch, dass der Platz besetzt ist”. Oh je, gefährliche Presse.
Was für Reservierungsstrategien in den Berlinale Kinos herschen, kann übrigens auf dem filmtagebuch nachgelesen werden.

Perspektive Deutsches Kino: "Schöner Leben" von Markus Herling

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Es ist mein dritter Film heute, draußen hat der Nieselregen den Schneematsch abgelöst und etwas naiv warte ich darauf, dass bald Frühling wird. Ein Film über den heiligen Abend hat es bei mir also nicht leicht, das gebe ich zu.

Mehr: " Perspektive Deutsches Kino: "Schöner Leben" von Markus Herling " »

Wettbewerb: Requiem von Hans-Christian Schmid (II)

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Schon jetzt ist klar, dass dieser Film in der deutschen Medienlandschaft landauf-landab besprochen werden wird. Er greift Themen auf, die Deutschland bewegen: zum einen der katholische Glaube aber noch viel mehr die Sprengkraft der Institution Kleinfamilie. Requiem beobachtet die Ambivalenz dieser sozialen Form, die oft Hort der Liebe und Quell von Psychosen zugleich ist.

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16.02.06 23:28

Wettbewerb: Livresse du pouvoir (Geheime Staatsaffären) von Claude Chabrol (2)

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Drehbuchautorin Odile Barski, Claude Chabrol und Isabelle Huppert auf der Pressekonferenz

Viel hat sich in den letzten Jahren bewegt: Irak-Krieg, Tsunami, Merkel. Nur sehr dunkel kann ich mich an einen Skandal erinnern um einen französischen Öl Konzern, um Bestechungen von Politikern und um die "Ikone" Helmut Kohl. Mehr bekomme ich nicht mehr zusammen über die sog. "elf Affäre". Hinein also in den neuen Chabrol Film "Livresse du pouvoir", der sich dieses Themas angenommen hat, natürlich nicht ohne sich bereits zu Beginn des Films abzusichern, dass Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und Geschehnissen völlig unbeabsichtigt sind.

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Forum: Lucy von Henner Winckler

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“Lucy” ist kein deutscher Film wie Elementarteilchen, dessen Staraufgebot Medien und Berlinale Publikum bereits im Vorfeld paralysiert. Nicht einer der Schauspieler in “Lucy” dürfte dem durschnittlichen Kinogänger bekannt sein. Auch das Thema, eine
Milleustudie über die Lebensstrategien einer jungen, ostberliner Teenagermutter, taugt weder für Schlagzeilen noch für das Herbeireden der x-ten Wiederauferstehung des deutschen Films. Trotzdem sind um 10 Uhr morgens Sitze und Gänge im CinemaxX 3 am Potsdamer Platz voll besetzt. Das freut nicht nur Forums Mitarbeiter Ansgar Vogt, den ich später am Nachmittag zwischen Tür und Angel bei Starbucks treffe, sondern auch mich. Es zeigt, dass es ein Publikum gibt, welches nicht nur Unterhaltung und Entspannung erwartet, sondern auf der Suche ist nach Filmen, die sie angehen, die sich mit ihrer Welt und ihren Problemen beschäftigen.

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Forum: "37 Uses for a Dead Sheep" von ben Hopkins

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Ich liebe Geschichten am Lagerfeuer. Wenn wir uns die Hände wärmen, während die Alten von früher erzählen. So möchte ich es auch im Film haben, nicht reisserisch aber zumindest mit einem dramaturgischen Faden.

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15.02.06 18:17

Forum: "Aus der Ferne" von Thomas Arslan

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„Aus der Ferne“ ist ein fast kommentarloses Bilderbuch der Reise des Berliner Regisseurs Thomas Arslan durch die Türkei. Sie beginnt in Istanbul und Ankara und endet in den kurdischen Gebieten des Ostens. Nur wenn Arslan eine neue Reisestation erreicht, hören wir zur Einführung ein paar Sätze aus dem Off. Ansonsten wird uns die Aufgabe überlassen, in den langen Einstellungen den richtigen Bildausschnitt auf das türkische Strassen- und Alltagsleben zu suchen.

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14.02.06 21:42

Wettbewerb: The Road to Guantanamo von Michael Winterbottom

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Schon Tage vor dem Beginn der Berlinale und, wie wir später erfahren, auch Tage bevor der Film überhaupt fertig geschnitten ist, schwappt “The Road to Guantanamo” bereits eine Welle der Symphatie entgegen. Der Körper von Dieter Kosselick scheint fast vor Emotionalität zu beben, als er auf der Pre-Berlinale-Pressekonferenz sagt: „Und besonders freue ich mich, dass wir den Film von Michael Winterbottom mit im Programm haben, der auf die Situation der Menschen hinweist, die gegen alle Menschenrechte in Guantanamo festgehalten werden.” Ein Film also, den “wir” schon gut finden, bevor wir ihn überhaupt gesehen haben, ein „Fahrenheit 9/11“ für die Berlinale 2006.

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13.02.06 12:53

Wettbewerb: "Wu Ji" (The Promise) von Chen Kaige

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Klar muss er sich messen. Schliesslich schwimmt „Wu Ji“ (The Promise) auf der Welle, die Zhang Yimou mit „Hero“ und Ang Lee mit „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ losgeschlagen haben. Seitdem gibt es für historische Mystik-Filme aus dem alten China mit einer kräftigen Brise Martial Arts auch in Europa und den USA ein breites Publikum.
Also sehen wir in „Wu Ji“ alles wieder: fliegende Helden, eine Schönheit a la Zhang Zi Yi, colorierte Landschaftaufnahmen, die unscharfe Line zwischen Gut und Böse.

Es beginnt mit einer scheinbar poetischen Ausgangsgeschichte: das Mädchen Qingcheng gibt einer Fee das Versprechen (ja, sehr gut aufgepasst...“The Promise“) auf ihr Glück in der Liebe zu verzichten, wenn es Ihr ansonsten an nichts fehlt. Soweit, so gut.

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Panorama: Absolute Wilson von Katharina Otto-Bernstein

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Wenn Ihr immer das Ende einer Kritik lest, erspart euch das Scrollen: Ihr müsst den Film unbedingt sehen. Sicherlich steht das in jedem zweiten Artikel über dem Film: „Absolute Wilson“ ist ein faszinierendes Porträt über einen faszinierenden Künstler. Ihr kennt Robert Wilson nur vom Hören und Sagen? Um so besser. Eine bessere biographische Einführung in das Leben von „Bob“ Wilson kann ich mir nicht vorstellen.

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12.02.06 14:11

Panorama: "Bubot Niyar" (Paper Dolls) von Tomer Heymann

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Wenn wir über Israel reden, einen Bericht sehen, uns einen Film anschauen, dann geht es um den Palästina Konflikt, eine extreme Verengung des Blickwinkels. „Paper Dolls“ ist deshalb auch eine Erleichterung: es gibt andere Fascetten der israelischen Gesellschaft, faszinierende und absurde, die nur am Rande etwas mit dem Palästina Konflikt zu tun haben.
Die „Paper Dolls“ sind eine Gruppe philipinischer Transvestiten/Transsexueller. Gekommen sind sie aufgrund des Bedarfs nach Arbeitskräften, nachdem Israel die Grenzen zu Palästina und damit für die palästinensischen Hilfsarbeiter geschlossen hat. Tagsüber arbeiten sie als Altenpfleger. Nachts treten sie mit ihrer Gruppe als die glamorösen „Paper Dolls“ in Nachtclubs auf. Tomer Heymann hat ein intimes Porträt geschaffen. Sein filmischer Blick ist der eines Freundes.

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Forum: Conversations on a Sunday Afternoon von Khalo Matabane

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Gut drauf ist er nicht. Der Mann, der immer eine Bank mit sich in den Park schleppt, um darauf zu lesen. Er schaut betont grimmig. Eigentlich auch kein Wunder: „Ich kann keinen Sinn aus dieser Welt machen. Ich komme nicht zurück nach Hause.“ So sagt er es zu einer Bekannten, Schwester oder Freundin. Dann trifft er im Park Fatima, einen somalischen Flüchtling.

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10.02.06 14:18

Forum: John und Jane von Ashim Ahluwalia

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Callcenter sind wie Gefängnisse. Nein, eigentlich sind sie schlimmer als Gefängnisse. In einem „normalen“ Gefängnis hat man noch die Illusion von Freiheit, der Welt draussen. Das Callcenter konstruiert eine virtuelle Welt, der man nirgendswo entfliehen kann. Für die sechs Agents ist diese Welt „Amerika“. In Seminaren wird ihr amerikanischer Akzent getrimmt. Sie werden davon überzeugt, dass in Amerika alles viel besser ist als in Indien. Dann werden sie losgelassen auf das „auserwählte Volk“, z.B. auf amerikanische Rentner.

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08.02.06 20:58

Aldi und Berlinale haben eines gemeinsam...

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...Schlange stehen. Wer sich sonst die Zeit nicht nimmt (zum Meditieren, zum Buch durchlesen, Mutti anrufen...), der kommt einfach in die Arkarden am Potsdamer Platz, um Berlinale Karten zu kaufen. Hier bleibt man mindestens eine Stunde lang unbelästigt. Das einzige was verlangt wird: ab und zu ein Trippelschritt in Richtung Kartenhäusschen. Bitte nicht den Kopf zermatern, welche Karten man denn nun nehmen soll. Nein: relaxen!
Für den, der schon voll entspannt ist, gibt es eine Alternative:

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01.01.06 18:46

Last Editions

Hier sind die Beiträge zu den vergangenen Fesitvals zu finden.

24.09.05 21:16

Abschlussgala

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Und zum Schluss noch einmal alle auf der Bühne versammelt. Mitte: 2. von links Wolfgang Kohlhaase, Annjelica Huston und Tristan Bauer

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Antonio Skármeta gibt den Spezialpreis der Jury an Tristan Bauer für den argtinischen Film Illuminados por el fuego.

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Annjelica Huston mit Regisseur Bohdan Slama und Produzent Pavel Strnad, die die Concha del Oro für Stesti ("Something like happiness") entgegennehmen


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Juan José Ballesta im Blitzgewitter (Preis für den besten Darsteller)

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Ein gerührter Wolfgang Kohlhaase mit dem Preis für das beste Drehbuch für Sommer von Balkon.

Reaktionen

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Die Entscheidung die Concha del Oro, die wichtigste Prämie des Wettbewerbs, an den tschechischen Film Stesti (Something like happiness) zu geben, wurde nicht mit überschwenglichen Applaus empfangen. In der spanischen Presse wurde der Film u.a. als zu deprimierend empfunden. Für mich war er aber klar einer der ehrlichsten und besten Filme des Wettbewerbs. Auch der chinesische Beitrag Xiang Ri Kui (Sunflowers), der Preise für beste Regie und beste Kamera bekommen hat, war bei der Kritik auf wenig Gegenliebe gestossen. Überrascht war ich über die Verleihung des Preises für den besten Darsteller an Juan José Ballesta. Seine Darstellung des Tano in 7 Virgenes war zwar sehr symphatisch, aber nicht sonderlich ausdrucksstark. Von den Preisen im Wettbewerb wurde auf der Pressekonferenz einzig der Spezialpreis der Jury für den argentinischen Beitrag an Illuminados por el fuego positiv aufgenommen. Die Begründung: "Der Film veranschaulicht mit Intelligenz und Gefühl die Sinnlosigkeit des Krieges und die Nachwirkung einer auf schmerzhafen Erfahrungen im Alltag der Menschen."

Die Preise des Wettbewerbs

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Annjelica Huston verliest die Preise des offiziellen Wettbewerbs (die Jury von links nach rechts: Enrico Lo Verso, Veronicá Forqué, Claude Miller, Annjelica Huston, Antonió Skármeta, Dean Tavoularis, Lone Scherfig)

Bester Film - Goldene Muschel (Concha de Oro)

Stesti (Something like happiness) von Bohdan Slama

Regie - Silberne Muschel (Concha de Plata)
Zhang Yang für (Xiang Ri Kui (Sunflowers)

Beste Darstellerin - Silberne Muschel (Concha de Plata)
Ana Geislerová für ihre Rolle in Stesti (Something like happiness)

Bester Darsteller - Silberne Muschel (Concha de Plata)
Juan José Ballesta für seine Rolle in 7 Vírgenes

Beste Kameraarbeit - Preis der Jury
Jong Li für Xiang Ri Kui (Sunflowers)

Bestes Drehbuch - Preis der Jury
Wolfgang Kohlhaase für Sommer vom Balkon

Spezialpreis der Jury
Illuminados por el fuego

Warten auf die Bekanntgabe der Gewinner

Heute um 15.30h werden die Gewinner im Wettbewerb bekanntgegeben. Wirkliche Favoriten gibt es nicht, aber fast einstimmig wird das durchwachsene Programm dieses Jahres kritisiert. Wie die Wahl auch ausfällt...ich bin sicher, dass es auch dieses Jahr in der Pressekonferenz wieder Entrüstung und obligatorische Buhrufe geben wird.

Favoriten der spanischen Presse

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Oscar Sanchez (Spanien - Vieiros)

Favoriten im Wettbewerb
Tideland von Terry Gilliams. Der Film ist unperfekt, aber wahrhaftiges Kino.

Eindruck vom diesjährigen Festival
Die Auswahl der Filme war katastrophal, sowohl in Zabaltegi als auch im Wettbewerb.

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Jerónimo José Martín (Spanien - Präsident des Círculo de Escritores Cinematográficos)

Favoriten im Wettbewerb
Sud Express. Warum? Ich mochte den bittersüssen Ton des Films.

Eindruck vom diesjährigen Festival
Die Filme in der Sektion Zabaltegi waren besser als im Wettbewerb.

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Juan Pablo(Spanien - Pantalla 90)

Favoriten im Wettbewerb
Sud Express

Eindruck vom diesjährigen Festival
Schwache Auswahl an Filmen

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Desirée de Fez (Spanien - El periodico de Catalunya y Guia de Ocio)

Favoriten im Wettbewerb
El Aura von Fabián Bielinsky. Ein sehr wertvoller Film mit faszinierenden Bildern, der mich vom Rhythmus und in der Art wie er gedreht wurde am meisten überrascht hat.

Eindruck vom diesjährigen Festival
Die Auswahl der Filme im offiziellen Wettbewerb sehr "korrekt", weder besonders gut noch besonders schlecht. Die Filme in der Sektion Zabaltegi fand ich eher schwach.

23.09.05 18:25

Favoriten der Presse

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Daniel Steinhart (USA / filmjournal interational)

Favoriten im Wettbewerb

A Cock & Bull Story von Michael Winterbottom. Der Film ist ein narratives Experiment, hat Humor und einen resprektlosen Spirit.

Eindruck vom diesjährigen Festival

Die Filme im offiziellen Wettbewerb waren sehr entäuschend, aber die Sektion Zabaltegi und die Retrospektiven haben es wieder herausgeholt. Ingesamt ein sehr informelles Festival in einer freundlichen Athmosphäre.

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Julia Macher (Deutschland/ Inforadio)

Favoriten im Wettbewerb
Ich habe keinen Favoriten, da es für mich keinen herausragenden Film gab. Gut fand ich Cock&Bull Story von Michael Winterbottom, Sommer vom Balkon von Andreas Dresen und Je ne suis pas la pour etre aimé von Stéphane Brizé. Von den spanischen Beiträgen hat mir 7 Virgenes und Sud Express am besten gefallen. Einen Film, den ich gehasst habe: La vida perra de Juanita Narboni.

Eindruck vom diesjährigen Festival
Ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten, da es für mich das erste Fesitval in San Sebastian war. Das Festival plätschert so vor sich hin, es ist nett, so wie am Strand spazieren gehen.


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Rüdiger Suchsland (Deutschland / Berliner Zeitung - artechock)

Favoriten im Wettbewerb
Wenn ich unter filmischen Gesichtspunkten urteile: Tideland von Terry Gilliams und Cock and Bullstory von Michael Winterbottom. Tideland ist ein poetischer Film, der seinem Stoff gerecht wird und eine hervorragende neunjährige Hauptdarstellerin hat. In der Sektion Zabaltegi liefen oft bessere Filme als im Wettbewerb. Wenn ich Zabaltegi dazunehme, dann ist Sa-kwa von Kang Yi-kwan der beste Film ,den ich auf dem Festival gesehen habe: Korea meets Eric Rohmer.

Eindruck vom diesjährigen Festival
Ich bin seit 5 Jahren auf den Filmfestivals in San Sebastian und dieses Jahr liefen schlechtere Filme als bisher. Das Fesival war zudem schlecht organisiert. Im Pressezentrum ist das Internet dauernd zusammengebrochen, in der Retrospektive liefen die Filme oft nur einmal und die Vergabe von Restplätzen kurz vor Beginn der Vorstellungen war umständlich.

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Edward Lawrenson (Grossbritanien - Sight&Sounds)

Favoriten im Wettbewerb
Ich habe nicht alle Filme im Wettbewerb gesehen, aber mir hat Entre ses mains sehr gut gefallen. Es ist ein subtiler, intelligenter Thriller über Liebesbeziehungen. Bei Bang Bang Orangutang fand ich zwar die Darsteller nicht sehr überzeugend, aber mich hat die Energy und die freche Art beeindruckt.


Eindruck vom diesjährigen Festival
Sehr positiv. Es ist ein sehr einladenes Festival in einer grossartigen Stadt.

Sud Express von Chema de la Peña und Gabriel Velázquez (Wettbewerb)

Spanien 2005 * Regie: Chema de la Peña, Gabriel Velázquez * Drehbuch: Chema de la Peña, Gabriel Velázquez * Musik: José Ángel Lorente * Kamera: David Azcano * Schnitt: Antonio Lara, María Lara * Darsteller: Gerald Morales, Tino Guimarães, Lidia Pinville, Miguel Martín, German A. João

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Sud Express war der letzte Wettbewerbsfilm. Nicht nur ich hatte die Hoffnung, dass zum Schluss ein Film gezeigt wird, der die Herzen höher schlägen lässt, ein Film, der die Hauptprämie des Wettbewerbs, die Concho del Oro verdient, bei dem alle "Hurra" rufen, wenn er gewinnt. Aber auch Sud Express setzt die Mittelmässigkeit in der Wettbewerbssektion des Festivals fort. Es geht mal wieder um Einzelschicksale. Diesmal werden sie durch das Motiv des Zugfahrens verbunden. Alle Hauptfiguren fahren auf der Strecke Paris-Lisabon mit dem Sud Express zu einem für sie bestimmten Ort. Für die einen bedeudet dies schmerzvoller Abschied, für die anderen entäuschte Erwartung oder aufregendes Wiedersehen. Alle erleben durch den Ortswechsel, zumindest für einen Moment, einen Bruch mit der bisherigen Routine ihres Lebens.
In der Theorie hört es sich alles so an, als ob es funktionieren könnte. Aber auf der Leinwand nimmt der Sud Express die einzelnen Geschichten nicht auf. Ihre Verknüpfung ist zu gewollt. Die Geschichten sind im Kern zu unterschiedlich und könnten genauso gut in verschiedenen Filmen erzählt werden. Ein Film, den man sehen kann, aber nicht sehen muss.

Entre ses mains (In his hands) von Anne Fontaine (Wettberwerb)

Frankreich 2005 * Regie: Anne Fontaine * Drehbuch:Anne Fontaine, Julien Boivent * Musik: Pascal Dusapin * Kamera: Denis Lenoir * Schnitt: Philippe Ravoet, Luc Barnier * Darsteller: Benoît Poelvoorde, Isabelle Carré, Jonathan Zaccaï, Valérie Donzelli, Agathe Louvieaux

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Versicherungsangestellte Claire (Isabelle Carré), anscheinend glücklich verheiratet mit Kind, verliebt sich in den Tierarzt Laurent (Benoit Poelvoorde), der vielleicht ein Serienkiller sein könnte. Das ist der Plot. Drumherum: wie Claire immer mehr ihren Gefühlen nachgibt, trotz der ständigen Frage, ist er es nun oder ist er es nicht.
Für mich ist Entre ses mains zu vorhersehbar, zu konstruiert. Um mich herum gab es aber nur Lob und Zustimmung für den Film, auch Erleichterung über den Genrewechsel, da beinah über die Hälfte der Filme im Wettbewerb aus Sozialdramen bestand.

22.09.05 22:21

Gala: Verleihung des Donosti Preis für Ben Gazzara

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Das Warten bis der Vorhang aufgeht.

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Ein Zusammenschnitt der Filme in denen Ben Gazzara mitgespielt hat (hier ein Ausschnitt aus "The Big Lebowski")

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Die obligatorische Dankesrede

Ben Gazzara - Photoshooting

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Heute wird Hollywood Urgestein Ben Gazzara mit dem Donosti Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Spanne der Regisseure, unter denen er gearbeitet hat reicht von Otto Preminger (Anatomy of a Murder/1959) bis Lars von Trier (Dogville/2003).


Iluminados por el fuego von Tristán Bauer

Argentinien 2005 * Regie: Tristán Bauer * Drehbuch: Tristán Bauer, Edgardo Esteban, Gustavo Romero Borri, Miguel Bonasso* Musik: Federico Bonasso * Kamera: Javier Julia * Schnitt: Alejandro Brodersohn * Darsteller: Gastón Pauls, Pablo Ribba, Cesar Albarracín, Juan Leyrado, Virginia Innocenti


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Der Falklandkrieg: ein unverarbeitetes, verdrängtes Kapitel der argentinischen Geschichte. Der fehlende öffentliche Diskurs erzeugt Krankheit und Depression, insbesondere bei den "Veteranen" dieses Krieges. Hier setzt der Film an. Als Esteban über zwanzig Jahre nach Ende des Krieges von dem Selbstmordversuch seines ehemaligen Kriegskameraden Vargas erfährt, kommen die Bilder des vergessenen Krieges wieder in ihm hoch. In Rückblenden sehen wir die Hast, mit der die Soldaten über Nacht eingezogen und ohne logistische Vorbereitung auf die Falklandinseln (Islas Malvinas) verfrachtet wurden, wie Kälte, Matsch und die Grausamkeit des Kampfes die Durchhalteparolen einer inkompetenten Miltärführung ad absurdum führen. Stellvertretend für die argentinische Gesellschaft versucht Esteban die Vergangenheit aufzuarbeiten und eine Position zu finden, die ein Überleben in der Gegenwart ermöglicht.
Der Film zeigt wie andere Antikriegsfilme die Absurdität eines jeden Krieges. Problematisch für mich, das, auch wenn der Krieg abgelehnt wird, dennoch ein gewisser Heldenstatus bzw. eine Verehrung für die Soldaten eingefordert wird. Die Soldaten wurden betrogen und ausgenutzt, das ist klar. Ob ihnen als Opfer nicht nur Mitleid, sondern auch Anerkennung gebührt, wird innerhalb der argentinischen Gesellschaft sicherlich anders beurteilt als ausserhalb.

Malas Temporadas von Manuel Martín Cuenca (Wettbewerb)

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In einer durcheinander gewirbelten gesellschaftlichen Realtät gibt es verschiedene Kampfpositionen. Wir können uns, wie der 14-jährige Gonzalo (Gonzalo Pedrosa) für den Rückzug entscheiden. Er weigert sich eines Tages, sein Zimmer zu verlassen und reduziert seinen Lebensraum auf 15qm. Oder wir stehen für das "Gute" ein, wie seine Mutter Ana (Nathalie Poza), die trotz aller Rückschläge weiter in einer Flüchtlingsberatung arbeitet. Wir können uns belügen wie Carlos (Eman Xor Oña), der mit Zigarren-und Kunstschmuggel sein Geld verdient und seinen besten Freund mit seiner Frau Laura (Leonor Watling) betrügt. Oder wir können uns solange weigern, uns mit einer Realität abzugeben, bis wir mit dem Kopf gegen die Wand stossen, wie Mikel (beeindruckend Javier Cámara), der das Innen von sechs Jahren Gefängnis mit dem Draussen zu verbinden sucht.
Ein kleinen Reigen an Gefechtsstationen, den uns Manuel Martín Cuenca da präsentiert. Ein interessanter Film, nicht frei von Klischees, aber gut besetzt und überzeugend gespielt. Fazit: mehr ein Film fürs Fernsehen als für die grosse Leinwand.

Mala Temporadas - Photoshooting

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von links nach rechts: Regisseur Manuel Martín Cuenca, Darsteller Javier Cámara, Natalie Poza, Gonzalo Pedrosa, Leonar Watling

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21.09.05 18:38

Odgrobadogroba (Gravehopping) von Jan Cvitkovic

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Pero schreibt und verliest Grabreden für alle Verstorbenen in seinem Dorf. Die wirren, komischen Reden Peros zeigen wie schnell Lachen in Weinen und Weinen in Lachen umschlagen kann. Diese Unberechenbarkeit der Gefühlszustände und der Situationen, die sie hervorrufen, wird zum Grundmotiv von Gravehopping. Es zeigt sich in jedem der Einzelschicksale in Peros Umgebung: in den glücklosen Selbstmordversuchen von Peros Vater, in der Liebe seines besten Freundes Shooki zu seiner taubstummen Schwester Ida, in der dunklen Aura von Renata, der grossen Liebe Peros.
Mit einem lakonischen Humor, der sehr an Emir Kusturica erinnert, schubst Regisseur seinen Film Gravehopping von Komödie zum Drama. Auch wenn der Wandel mir nicht immer geglückt erscheint, ist dabei ein kurzweiliger, unterhaltsamer Film herausgekommen.

Broken Flowers von Jim Jarmush (Zabaltegi)

Zu diesem Film muss man sicherlich nicht mehr viel schreiben, da er inzwischen ja auch in Deutschland angelaufen ist. Er lief hier unter "Perlen anderer Festivals". Ein Film der unbeirrbar seinen Rhythmus folgt, nett erzählt, ein Bouqet an bekannten Schauspielerinnen, Bill Murray wie immer souverän.

Terry Gilliams - Photoshooting

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Terry Gilliams macht Faxen, damit die Fotografen Ruhe geben.

Tideland von Terry Gilliams (Wettbewerb)

Kanada/Grossbritanien 2005 * Regie: Terry Gilliams * Drehbuch: Tony Grisoni * Musik: Mychael Danna, Jeff Danna * Kamera: Nicola Pecorini* Schnitt: Lesley Walker * Darsteller: Jodelle Ferland, Jeff Bridges, Jennifer Tilly, Janet McTeer, Brendan Fletcher

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Nach einer Stunde verlassen die Ersten die Pressevorführung. Zwei Stunden führt uns Terry Gilliams die Fantasiewelt des Mädchens Jeliza Rose vor, eine Welt, die genauso durchgeknallt ist wie die Junkie Eltern (Sally Crooks und Jeff Bridges), die schon nach 30 Minuten an einer Überdosis versterben. Es muss ein Spass sein, verrückte Geschichten zu verfilmen. Leider teilt man diesen Spass als Zuschauer nicht, trotz der hervorragenden Leistung von Jodelle Ferland in der Rolle des Mädchens Jeliza-Rose. Wenn Terry Gilliams seinen Film als "Alice in Wonderland meets Psycho" charakterisiert, klingt das wie eine interessante Mischung. Da aber in der Mischung keiner der Substanzen, weder Spannung noch bezaubernder Traum überleben, bleibt am Ende nur Konfusion. Eine erneute Mahnung nicht immer auf grosse Namen zu schauen.

20.09.05 18:32

Fotoshooting - Emmanuelle Béart

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Emmanuelle Béart beim Fotoshooting für den neuen Film von Danis Tanovic "L'enfer", der in der Reihe Zabaltegi läuft.

Something like happiness - Pressekonferenz

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von links nach rechts: Produzent Thanassis Karathanos, Regisseur Bodhan Slama, Darsteller Pavel Liska, Produzent Pavel Strnad

Stesti (Something like happiness) von Bohdan Slama (Wettbewerb)

Tschechische Republik 2005 * Regie: Bohdan Sláma * Drehbuch: Bohdan Sláma * Musik: Leonid Soybelman * Kamera: Divis Marek * Schnitt: * Darsteller: Pavel Lika, Tatiana Vilhelmová, Ana Geislerová, Zuzana Krónerová, Marek Daniel

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Alltagsgeschichten und Gefühlszustände von drei thirty somethings in Cinemascope. Monikas Freund geht nach Amerika und verspricht ihr, sie nachzuholen. Dasha, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, hat eine Affäre mit dem verheirateten Jara. Sie beginnt Stimmen zu hören und dreht durch. Der gutmütige Tonik wohnt bei seiner Tante auf dem Bauernhof und unterstützt sie in ihrem Widerstand, den Hof an die nahegelegende Fabrik zu verkaufen.
Mit unverklärten Blick beobachtet Bohdan Slama uneingestandene Liebe, einseitige Freundschaft und Familienbeziehungen. Something like happiness ist vom kleinen Fernsehspiel koproduziert und richtet sich nicht nach den Erwartungen der Zuschauer. Am Anfang des Films transformiert dies mein an Suspense gewöhnter Wahrnehmungsapparat in Langeweile, am Ende halte ich Something like happiness für einen der besten Filme, die bisher gezeigt wurden.

April Snow - Fotoshooting

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Der Regisseur von April Snow beim Fotoshooting. Er lässt es über sich ergehen.

Wae Chul (April Snow) von Hur Jin-ho (Wettbewerb)

Korea 2005 * Regie: Hur Jin-ho * Drehbuch: Shin Joon-ho, Lee Won-sik, Seo You-min, Lee Il, Hur Jin-ho * Musik: Cho Sung-woo * Kamera: Lee Mo-gae * Schnitt: Lee Eun-soo * Darsteller: Bae Yong-joon, Son Ye-jin, Lim Sang-hyo, Chun Kook-huan, Ryu Seung-su

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Der Plot ist nicht neu: zwei Menschen erfahren erst durch einen schweren Unfall ihrer Lebenspartner, dass diese eine Affäre hatten. In Random Hearts (1999) von Sidney Pollack sterben die Partner durch einen Flugzeugabsturz. In April Snow fallen die Frau von In-su (Bae Yong-joon) und der Mann von Seo-young (Son Ye-jin) ins Koma. Verletzt durch den Betrug und das Unglück der meist geliebten Person in ihren Leben, verarbeiten beide gemeinsam ihren Schmerz und verlieben sich schliesslich ineinander.
April Snow gelingt es nicht, das so oft bemühte Motiv der Liebesgeschichte im Film zu varieren. Die langsame Erzählweise des Films zieht den Zuschauer weniger in seinen Bann als vielmehr in den Schlaf. Entäuschend auch die schauspielerischer Leistung von Bae Yong-joon, im europäischen Kinos zuletzt zu sehen in Untold Scandal, der koreanischen Version von Gefährliche Liebschaften.

19.09.05 14:49

Je ne suis pas la pour etre aimé (I am not here to be loved) von Stéphane Brizé (Wettbewerb)

Frankreich 2005 * Regie: Stéphane Brizé * Drehbuch: Stéphane Brizé, Juliette Sales * Musik: Christophe H. Müller, Eduardo Makaroff * Kamera: Claude Garnier * Schnitt: Anne Klotz * Darsteller: Patrick Chesnais, Anne Consigny,Georges Wilson

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Nichts scheint mehr im Widerspruch zu stehen als die Emotion des Tangos und das Leben von Jean Claude. Gleichgültig und ordentlich arbeit er als Gerichtsvollzieher. Wie sein Vater, den er jedes Wochenende im Altersheim besucht und der als Dank nur schimpft und nörgelt. Um wie vom Arzt gefordert durch Bewegung einen Herzinfarkt vorzubeugen, besucht er eine Tangoklasse, trifft Francoise. Der Tango und Francoise wenden sein Gefühlsleben nach aussen. Ein wunderbarer französischer Film, der mit einfachen Mitteln von Normalität erzählt,von sprachlosen Vater-Sohn Beziehungen und von der Unplanbarkeit der Liebe.

18.09.05 22:48

Battala en el cielo von Carlos Reygadas (Zabaltegi)

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Ana: "Marcos pon algo de musica". Marcos macht die Musik an. 2,3,5 Minuten. Die Ampel ist grün. Der Wagen steht. Die Musik spielt. Die Autos ziehen vorbei. Marcos bewegt sich nicht. Auch wenn Marcos sich bewegt, bewegt er sich nicht. Alles bewegt sich innen, aber nicht aussen. Ein Ereignis in der Vergangenheit. Seitdem ist alles Paralyse. Marcos sitzt vorne, unattraktiv, schwitzt. Ana sitzt hinten jung, schön. Hitze, Lärm. Mexico Stadt.

William Dafoe - Fotos Pressekonferenz

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William Dafoe - Photoshooting

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William Dafoe erhält für seine bisherige Laufbahn heute abend den Donostia Award.

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Sommer vom Balkon - Fotos Pressekonferenz

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Von links nach rechts: Inka Friedrich, Andreas Dresen, Nadja Uhl und Andreas Schmidt

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Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase

Kohlhaase zu der Frage, wie er zu der Idee zum Drehbuch gekommen ist: "Ich bin einfach morgens aufgewacht und da war die Idee da. Viele wachen morgens auf, haben keine Idee, machen aber trotzdem einen Film."

Sommer vom Balkon von Andreas Dresen (Wettbewerb)

Deutschland 2005 * Regie: Andreas Dresen * Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase * Musik: Pascal Comelade * Kamera: Andreas Höfer * Schnitt: Jörg Hauschild * Darsteller: Inka Friedrich, Nadja Uhl, Andreas Schmidt, Stefanie Schönfeld, Christel Peters

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Jedes Mal, wenn ich einen Film über Berlin sehe, geht mir das Herz auf. Klar bin ich schon lange aus Berlin und Deutschland weg und wenn Figuren, die ich wiedererkenne, mit soviel Liebe und Symphatie gezeichnet werden wie bei Sommer vom Balkon, dann bin ich sehr berührt.
Als er das Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase das erste Mal gelesen habe, sagt Regisseur Andreas Dresen, war es für ihn so, als ob das Leben das Fenster öffnet und uns einen Moment lang zuschauen lässt. Zuschauen wie Nike (Nadja Uhl) mit Herz und frecher Berliner Schnauze ihre Arbeit als ambulante Altenpflege meistert. Wie sie nicht richtig weiss, wie sie ihr Beziehung zum Lastwagenfahrer Roland (Andreas Schmidt) einordnen soll, der ein schmales aber sicheres Weltbild hat (O-Ton Kohlhaase). Zuschauen wie Nikes Freundin Tanja (Inka Friedrich), alleinerziehend und arbeitslos, plötzlich im Leben ausrutscht und sich nachts vorm Kühlschrank mit einer Flasche Korn wiederfindet. Zuschauen beim ersten Liebeskummer ihres Sohns.
Besser als Dresen selbst kann ich den Film nicht charakterisieren: es ist ein leichter Film über die Einsamkeit, ein Film, wie sich die Menschen irgendwie, mit Freundschaft und Humor, durch die härter werdene soziale Realtiät Deutschlands/Berlins schlagen.

17.09.05 21:47

7 Vírgenes von Alberto Rodríguez

Spanien 2005 * Regie: Alberto Rodríguez * Drehbuch: Alberto Rodríguez,Rafael Cobos López* Musik: Julio de la Rosa * Kamera:Alex Catalán * Darsteller: Juan José Ballesta, Jesús Carroza, Vicente Romero, Alba Rodríguez, Julián Villagrán

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Tano (Juan José Ballesta) hat drei Tage Zeit. Dann muss er wieder zurück in die Erziehungsanstalt. Drei Tage Zeit um sich mit seinen Freunden zu treffen, zu der Hochzeit seines Bruders zu gehen und seine Freundin Patri zu lieben. Drei Tage zusammengepackt in 90 Minuten Film. Zeit genug um einen frischen Blick auf eine Szene Heranwachsender in einer Hochhaussiedlung Andalusiens zu werfen. Kein aussergewöhnlicher, aber unterhaltsamer Milleufilm.

Pressekonferenz: Drabet (Manslaughter)

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Regisseur Per Fly

Nach Filmen über die Upperclass (Inheritence, 2003) und die Lower Class (The Bench, 2000) nun ein Film über die dänische Mittlelschicht: so reiht Regisseur Per Fly Manslaughter in seine bisherigen Filme ein. Für ihn war wichtig zu zeigen, wie die unterschiedlichen Positionen zu Wahrheit und Lüge das Leben seiner Protagonisten verändern. Zum Dillema der europäischen Filme in Hollywood sagt er: "Als ich in Cannes The Bench gezeigt habe, sind die amerikanische Käufer heulend aus der Vorführung gekommen. Gekauft hat schliesslich den Film keiner."

Drabet (Manslaughter) von Per Fly (Wettbewerb)

Dänemark 2005 * Regie: Per Fly * Drehbuch: Kim Leona, Mogens Rukov, Dorte Høgh, Per Fly * Musik: Halfdan E.Muntaketa * Kamera: Harald Gunnar Paalgard * Schnitt: Morten Giese * Darsteller: Jesper Christensen, Pernilla August, Beate Bille, Charlotte Fich, Thomas Voss

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Der Punkt, an dem unser Leben uns leer und nichtig erscheint, wo wir alles haben, aber doch nicht glücklich sind. Wenn wir versuchen die Intensität der Vergangenheit wieder zurück in die Gegenwart zu holen. Der Gedanke: "Wir haben mal für etwas gekaempft. Wir hatten Ideale". Carsten (Jesper Christensen) ist 52, verheiratet, unterichtet Soziologie und hat eine Beziehung zu einer ehemaligen Studentin, der Politaktivistin Pil (Pernilla August). Es ist nicht nur die Attrakivitaet von Pil, die ihn sein Familienleben aufs Spiel setzen lässt, sondern auch die Leidenschaft mit der Pil fuer ihre Ideen kämpft. Als bei einer politischen Aktion Pils ein Polizist ums Leben kommt, zeigt Carsten Solidarität fuer seine Geliebte. Nach und nach bricht er aus einem Leben aus, das er als Lüge empfindet, um sich in einem Gestrüpp neuer Lügen wieder zu verfangen.

Ein unbequemer Film, der den Nerv einer intellektuellen Mittelklasse in Krise trifft.

El Aura von Fabián Bielinsky (Wettbewerb)

2005 * Regie: Fabián Bielinsky * Drehbuch: Fabián Bielinsky * Musik: Lucio Godoy * Schnitt: Alejandro Carrillo Penovi, Fernando Pardo * Darsteller: Ricardo Darín, Dolores Fonzi, Pablo Cedrón, Alejandro Awada, Jorge D’Elia

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Es ist der Moment kurz vorher, wenn Esteban (Ricardo Darin) weiss, dass er einen epeleptischen Anfall bekommen wird. Alles steht still. Es gibt nichts was er tun kann. Für wenige Sekunden das Gefühl von Freiheit. Die Aura.
Esteban lebt in Buenos Aires. In seinem "normalen" Leben ist er Tierpräparator, aber er träumt von dem perfekten Verbrechen. Bei einem Jagdausflug in einem abgelegenden Waldgebiet bekommt er unerwartet die Möglichkeit, seine Mastermindqualitäten zu beweisen. "El Aura" ist ein stimmiger und eleganter Film mit viel Schatten. Nach dem Debuterfolg von Nine Queens ist es der zweite Film von Fabián Bielinsky.

16.09.05 17:01

Michalel Winterbottom - Photoshooting

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Sunflowers - Photoshooting

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von links nach rechts: Regisseur Zhang Yang, Darsteller Joan Chen und Sun Haiying, Produzent Peter Loehr

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Regisseur Zhang Yang

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Xiang Ri Kui (Sunflowers) von Zhang Yang (Wettbewerb)

Regisseur: Zhang Yang * Drehbuch: Zhang Yang, Ca Xiang Jun Argazkia * Kamera: Jong Lin Musik: Lin Hai, Schnitt: Yang Hong Yu * Darsteller:Joan Chen, Sun Hai Ying, Liu Zi Feng, Gao Ge, Wang Hai Di

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Der verlorende Traum der Väter projeziert sich auf die Söhne. Der Vater von Xiangyang kehrt nach sechs Jahren Arbeitslager zurück. Seine Hände wurden ihm mehrfach gebrochen, unbrauchbar für die Malerei, seine grösste Leidenschaft. Über drei Jahrzehnte beobachtet Regisseur Zhang Yang die schmerzvolle Beziehung zwischen Vater und Sohn, geprägt von dem Drang des Vaters aus seinem Sohn das zu machen, was er nicht mehr werden kann: einen Maler. Unaufgeregt, in über zwei Stunden transportiert "Sunflowers" traditionelle moralische Wertvorstellungen, die mit den Erwartungen eines westlichen Publikum brechen.

A Cock & Bull Story von Michael Winterbottom (Wettbewerb)

2005 * Regie: Michael Winterbottom * Drehbuch: Martin Hardy * Musik: Michael Nyman * Kamera: Marcel Zyskind * Schnitt: * Darsteller: Steve Coogan, Rob Brydon, Keeley Hawes, Kelly MacDonald, Gillian Anderson

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"The Life and Opinions of Tristam Shandy, Gentleman" von Laurence Stern, herausgekommen Mitte des 18. Jahrhunderts in neun Bänden, gilt als Vorbote postmoderner Literatur. So hat es Michael Winterbottom dann auch verfilmt. In einer Beobachtung über die Verfilmung von Tristam Shandy mit Zeitsprüngen, Perspektivwechseln und Realitätsüberlagerungen destilliert er die Essenz von "Tristam Shandy". Das Verhältnis der Personen zueinander in Tristam Shandy spiegelt sich in den Beziehungen innerhalb der Filmcrew, insbesondere in der Beziehung zwischen den Hauptdarsteller Steve Coogan und Rob Brydon (gespielt von Steve Coogan und Rob Brydon). Die gegenseitigen Hänseleien der beiden on und offstage machen "A Cock & Bull Story" zu einem amüsanten Vergnügen. Insgesamt: eine komplexe Vorlage herrlich leicht erzählt.

Fussnote: In einer kleiner Nebenrolle ist Gillian Anderson zu sehen, besser bekannt als Scully aus Akte X.

15.09.05 20:00

Gala - Am roten Teppich

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Kein Star, aber aussehen wie ein Star ist auch nicht schlecht...

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Abel Ferrara, dem eine Retrospektive gewidmet ist.

Kim-Ki-duk - Photo Shooting

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Erstes Photo Shooting mit dem koreanischen Regisseur Kim-Ki-duk.

Angekommen

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Erster Akt: Akreditation....

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Geschafft...habe meine Basics beisammen: mein Festival Pass und den Schlüssel fuer das Pressefach.

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Nett...diesmal gibt es Kaffe umsonst...

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Schliessfachparade


Anfahrt

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Erst im Bus zu San Sebastian höre ich von meiner Nachbarin Clara, das Robert Wise, dem beim diesjährigen Festival eine Retrospektive gewidmet ist, gestern gestorben ist. Clara meint, dass tragischer Zusammenfall von Tod eines Künstlers und Hommage an ihn seine eigene Geschichte hat.

19.02.05 14:50

Die Bären: Preise der Internationalen Jury

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So richtig zufrieden sahen Roland Emerich und Franka Potente nicht aus, als sie die Preise verkündeten. Der beste Film schien ein Kompromiss. Bei Publikum und Presse war ganz klar der politische Film Paradise Now der Favorit. So gab es bei Bekanntgabe des goldenen Bärens vereinzelt die üblichen Buh-Rufe.

Und hier die Gewinner:

Goldener Bär

U-Carmen eKhayelitsha (Südafrika) von Mark Dornford-May

Jury Grand Priz-Silbener Bär

Kong Que/Peacock (VR China)von Gu Changwei

Silbener Bär - Beste Regie

Marc Rothemund für Sophie Scholl - Die letzten Tage (Deutschland)

Silbener Bär - Beste Darstellerin

Julia Jentsch für Sophie Scholl - Die Letzten Tage (Deutschland)

Silbener Bär - Bester Darsteller

Lou Taylor Pucci für Thumbsucker.

Silberner Bär - Künstlerische Leistung

Tsai Ming Liang für das Drehbuch zu Tian Bian Yi Duo Yun/The Wayward Cloud (Taiwan/Frankreich)

Silberner Bär - Beste Filmmusik

Alexandre Desplat für De Battre Mon Coeur S´est Arrete/The Beat That My Heart Skipped (Frankreich)

Alfred-Bauer-Preis
(In Erinnerung an den Gründer der Berlinale, für einen Film, "der neue Perspektiven der Filmkunst" eröffnet)

Tian Bian Yi Duo Yun/The Wayward Cloud (Taiwan/Frankreich) von Tsai Ming Liang

Der Blaue Engel - (Bester europäischer Film)

Paradise Now (Niederlande, Frankreich, Deutschland)von Hany Abu-Assad

Die Preise der Unabhängigen

In dem gediegenen Ambiente der Saarländischen Landesvertretung wurden die Preise der Unabhängigen bekannt gegeben. Fast hatte man das Gefühl, auf der Berlinale konkurrieren nicht nur die Filme sondern auch Preise.
Innerhalb von einer Stunde mussten zehn Preise vergeben werden (und das waren noch nicht einmal alle).

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Preisvergabe-Akkord: ein ständiges Kommen und gehen

Hier ein Aussschnitt aus der Preisvielfalt:
(die komplette Übersicht gibt es auf der Berlinale Seite)

Preise der Ökumenischen Jury
Bester Film im Wettbewerb: Sophie Scholl von Marc Rothemund

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Rothemund nimmt den Preis der Ökumenischen Jury entgegen

Bester Film in der Sektion Panorama: Va, Vis Et Deviens (Live and Become) von Radu Mihaileanu

Bester Film in der Sektion Forum: RatzitiLIhiyot Gibor/On the Objection Front von Shiri Tsur

Panorama Publikumspreis

Va, Vis Et Deviens (Live and Become) von Radu Mihaileanu

Teddy Awards

Bester Spielfilm: Un Año Sin Amor von Anahí Berneri

Bester Dokumentarfilm: Katzenball von Veronika Minder

Preise des Internationalen Verbands der Filmkritik („Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“)

Wettbewerb: Tian Bian Yi Duo Yun/The Wayward Cloud von Tsai Ming-Liang

Panorama: Massaker von Monika Borgmann, Lokman Slim, Hermann Theißen

Forum: Nui Piu/Oxhide von Liu Jiayin

Dialogue en perspective
(TV5 und Deutsch-Französischen Jugendwerk für einen herausragenden Beitrag in der Sektion Perspektive Deutsches Kino)

Netto von Robert Thalheim

Leserjury-Preises der Berliner Morgenpost

Paradise Now von Hany Abu-Assad

Amnesty International Filmpreis

Paradise Now von Hany Abu-Assad

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Hany Abu-Assad mit dem ai-Preis. Besonders freute ihn der Leserjury Preis der Morgenpost, denn das zeige, dass sein Film vom Publikum angenommen werde.

Panorama: Ultranova von Bouli Lanners

Belgien, Frankreich 2004 Regie: Bouli Lanners * Drehbuch: Bouli Lanners * Kamera: Jean-Paul de Zaeytijd * Schnitt: Erwin Reyckaert * Darsteller: Vincent Lécuyer, Hélène De Reymaeker, Marie Du Bled

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Die Hälfte des Film habe ich verschlafen. Kann ich jetzt trotzdem darüber schreiben? Immerhin beweist es wie glaubwürdig der Film war, in seinem Versuch Leere, Langeweile und Ausweglosigkeit in der belgischen Provinz zu zeigen. Hier passiert nichts. Und wenn etwas passiert, dann ist es traurig. Zeigen können die Menschen in dem Film ihre Traurigkeit allerdings nicht. Leere lässt auch Traurigkeit nicht wirklich zu. Wie die Menschen, so die Landschaft: es ist Winter, keine Farben, alles grau. Mir ist als ob ein Vampir dem Film die Farben entzogen hätte.

In seiner Trockenheit erinnert Ultranova mich ein wenig an Detlev Buck mit "Wir können auch anders" oder "Karniggels". Oder an Kaurismäki. Unterschied: es gibt nicht wirklich was zu lachen. Und: es entwickeln sich keine grossen Geschichten im kleinen Universum der Akteure. Sie sind keine Helden des Alltags. Sie können dem grauen Nebel der Bedeutungslosigkeit nicht entkommen. Ausbruchsversuche fahren gegen die Wand.

Vielleicht sollte ich mir den Film noch einmal im Sommer anschaun. Vormittags und nicht in der Spätvorstellung. Berlin im Winter scheint mir der denkbar ungünstigste Augenblick. Zu wenig Kontrast. Im Sommer würde ich aus dem Kino kommen, eine Brise würde wehen und mit einer leichten Traurigkeit würde ich nach Hause schlendern.

18.02.05 13:23

Favoriten der Presse für den besten Film im Wettbewerb

Welcher Film im Wettbewerb hat der Presse am besten gefallen?


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Ying Yong, Chinese Movie Channel

Favorit
Paradise Now von Hany Abu-Assad

Warum?
Wegen des politischen Themas und der grossartigen Leistung der palästinensischen Schauspieler.

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Wei-Jeu Liu, Movie Magazine (Taiwan)

Favorit
Paradise Now von Hany Abu-Assad


Warum?
Die diesjährige Berlinale wurde stark von Filmen bestimmt, die ein politsches Thema hatten. Von all diesen Filmen hat mir "Paradise Now" am besten gefallen, u.a. weil er sein Thema nicht so politisch korrekt angeht, wie z.B. "Sophie Scholl". Neben seiner politischen Dimension ist der Film aber auch sehr menschlich und bewegend.


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Edwinar Patski, freier Journalist (Litauen)

Favorit
Paradise Now von Hany Abu-Assad

Warum?
Weil alle anderen Filme schlecht und langweilig waren.


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Markus Hockenbrink, Intro (Deutschland)

Favorit
Gespenster von Christian Petzold

Warum?
Weil er diesen Kontrast der Realität zum Unweltlichen, dem die Personen ausgesetzt sind, sehr gut rübergebracht hat. Der Film war wirklich sehr gespenstisch.


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David Mitjans, Radio Matorell (Spanien)

Favorit
Paradise Now von Hany Abu-Assad
The Wayword Cloud (Tian Bian Yi Duo Yun) von Tsai Ming Liang

Warum?
Paradise Now spricht über ein reales Thema.
Wayword Cloud ist sehr orginell und anders, er ist eher wie ein koreanischer Film.

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Lia Witteck, freie Journalisten (Georgien und Deutschland)

Favorit
The Hidden Blade (Kakushi Ken - Oni No Tsume) von Yoji Yamada

Warum?
Sehr gute Darstellung der Moral der japanischen Krieger und der Reinheit der Personen.

16.02.05 23:38

Zuschauerraktionen: "Yeoja, Jeong-hae" (This Charming Girl)

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Susanne Krämer

Eindruck
Sehr schön, sehr ruhig, aber gerade richtig

Lieblingsfilme
Auf der Berlinale 2004: Internal Affairs

Forum: "Yeoja, Jeong-hae" (This Charming Girl) von Lee Yoon-ki

Süd Korea, 2004 Regie: Lee Yoon-ki * Drehbuch:Lee Yoon-ki * Kamera: Choi Jin-woong * Schnitt: Ham Seong-weon, Kim Hyeong-ju* Darsteller: Kim Ji-soo, Hwang Jeong-min, Lee One-yeon, Lee Geum-ju

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Langatmig sei der Film warf eine Zuschauerin dem anwesenden Regisseur Lee Yoon-ki nach der Vorstellung vor und fragte ihn: "Warum haben Sie nicht einen 15 Minuten Film gemacht?". Der Regisseur antwortet, das einige Geschichten ihre Zeit zum erzählen brauchten.

Diese Geschichte von "Yeoja, Jeong-hae" erzählt von der jungen Post-Angestellten Jeong-hae, in deren Leben wenig passiert. Alltag abspulen: Briefsendungen wiegen, mit der Kollegin diskutieren, wo man in der Pause essen geht, wieder Briefe wiegen, nach Hause gehen, Salat waschen, vor dem Fernseher einschlafen, der Wecker klingelt, fertig machen, zur Arbeit gehen. Lee Yoon-ki beobacht den Alltag mit derselben Ruhe, wie sie auch die Hauptfigur aufbringt. Doch unerwartete Dinge treten langsam in das Leben von Jeong-hae ein: ein kleines Kätzchen, ein Kunde, der verliebt macht, ein Betrunkener, die Nachricht von der Hochzeit ihres ehemaligen Mannes. Mit den Ergeignissen schleicht sich die Vergangenheit wieder in das Jetzt, bis unterdrückter Schmerz die stoische Gelassenheit von Jeong-hae bricht.

Manche Geschichten brauchen Ihre Zeit. Der Regisseur hat Recht. Und "Yeoja, Jeong-hae" verschenkt diese nicht. Langsam und mit fliessend eingearbeiteten flashback Szenen beschreibt Lee Yoon-ki die Lebensituation eines Menschen, dessen Alltag keinen Raum für seinen Schmerz hat. Das dieses Porträt gelingt, ist auch dem ausgeglichenen Spiel von Kim Ji-soo zu verdanken, die nach jahrelanger Arbeit in koreanischen Seifenopern das erste Mal in einem Kinofilm mitwirkt.

Cate, Cate, Cate....

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....schreien die Fotografen wie wild geworden. Wenn Glamour Fotografen mal was anderes werden wollen....als Marktschreier sind sie sicherlich auch nicht schlecht. Cate Blanchet stellte heute zusammen mit Anjelica Hostan und Regisseur Wes Anderson den Wettbewerbs-Film "The Life Aquatic" vor.

Forum: Vers Mathilde (Towards Mathilde) von Claire Denis

Frankreich, 2005 Regie: Claire Denis * Kamera: Agnès Godard, Héléne Louvart * Schnitt: Anne Souriau

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Clairs Denis, eine Filmemacherin von der man sagt Ihre Filme seien choreographisch trifft Mathilde Monnier, eine der bekanntesten Coreographinnen Frankreichs. Eine Anäherung an die Arbeit von Mathilde: ohne viele Beiwerk, ohne Kommentar oder Linerarität zeigt sie Mathilde Monniert beim Tanzen und bei der Anleitung junger TänzerInnen, auf der Suche nach einer Weiterentwicklung der Körperbewegung als Ausdrucksform. Denis hat Vers Mathilde paralell zu den Dreharbeiten von The Intruder (L´Intrus) gefilmt und der Cutterin Anne Souriau weitgehend freie Hand gelassen.
Der Film ist wie die Arbeit von Monnier: improvisiert, eine Erkundung, eine Anäherung an die Tanzideen von Mathilde Monnier.

Panorama: Yes von Sally Potter

Großbritannien, 2004 Regie: Sally Potter * Drehbuch: Sally Potter * Kamera: Alexei Rodionov * Schnitt: Daniel Goddard Darsteller: Darsteller: Joan Allen, Simon Abkarian, Sam Neill, Shirley Henderson

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Nach Jahren der Ehe ist die Liebe unter 0: Betrügereien, Kommunikation über Zettel, kurze Wortgefechte. Mit Anzug, Krawatte und Scotch spielt Er nach der Arbeit zu seinem Lieblingsblues die Air-Gittare. Doch es nutzt nichts: Er hat sein Feuer verloren. Sie, Wissenschaftlerin, hat noch die Sehnsucht, doch versteckt Sie diese hinter ihren unterkühlten Wortgeschossen.
Als Sie einen libanesischen Koch kennenlernt, entwickeln sich zwischen Ihnen im britischen Eismeer Blumen von Verlangen, Hingabe und Anahme.

Mit Yes ist Sally Potter ein ästhetisches Kunststück gelungen, in Worten wie in Bildern. Die Liebe zwischen Ihr und dem libanesischen Koch etwickelt sich über die Poesie. Sie sprechen wie alle Figuren in Reimen. Für die Typenzeichnung verzichtet Potter nicht auf Klischees, wie das des romantischen Liebhabers aus 1001 Nacht in Gestalt des libanesischen Kochs. Doch es funktioniert. Die Charaktere , die bis auf das Patenkind von Ihr keinen Namen haben, als sei Ihnen die Persönlickeit abhanden gekommen, heben sich mit scharfen Konturen vor dem durcharangierten Hintergrund ab.
Im Abspann war zu sehen, das das Team vor Ort mit einem 5 Sterne Catering versorgt wurde. Dies wird vom Film an den Zuschauer weitergegeben. Er ist ein kulinarischer Genuss.

15.02.05 0:41

Q&A: Pakostnik

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Sehr aufschlussreich war die Q&A Session am Ende des Films. Sie fand nicht statt. Die deutsche Botschaft in Moskau hatte der Regesseurin kein Einreisevisum gegeben.

Zuschauerreaktionen: Pakostnik