Blog-Artikel von Andreas Tai

17.04.16 22:32

11. filmPolska in Berlin (20. - 27.4.2016)


Trailer zum Festivalbeitrag SIRENENGESANG

Große A-Filmfestivals wie die Berlinale sind für den Festivalbesucher eine völlige Überforderung der Sinne. Man sucht sich aus Hunderten Filmen sein persönliches Programm zusammen und hat am Ende Mühe das Gesehene einigermaßen einzuordnen. Die Trefferquote ist Glückssache, denn in der Regel sind die Aufführungen Premieren und man weiß vorher nur wenig über die Filme.

Da ist es fast schon wohltuend, dass auf dem dem Festival filmPOLSKA nur ein Land im Fokus steht. Die gezeigten Filme sind in der Regel bereits in Polen oder auf anderen Festivals gelaufen.

Das Festival bietet die großartige Chance, einen Einblick in die gegenwärtige Filmkultur des Nachbarlandes zu bekommen. Mit dabei sind u.a. das schräge Meerjungen-Musical SIRENENGESANG (Córki dancingu) von Agnieszka Smonczyńska und der Gewinner des diesjährigen Drehbuch Berlinale-Bären UNITED STATES OF LOVE (Zjednoczone stany miłosci). Beide Filme laufen in der Sektion NEUES POLNISCHES KINO, der vielleicht spannendsten Sektion des Festivals.

Mit einer Retrospektive wird dieses Jahr der Regisseur Jerzy Skolimowski geehrt. 1967 hat er mit Jean-Pierre Léaud den LE DÉPART gedreht und dafür auf der Berlinale den Goldenen Bären bekommen. Über 40 Jahre später war er mit ESSENTIAL KILLING auf den Filmfestspielen in Venedig. Der Film wurde dort mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet und Vincent Gallo bekam den Preis für den besten Darsteller. Jerzy Skolimowski, der übrigens auch kleine Schauspielrollen in David Cronenbergs EASTERN PROMISES und MARVEL'S THE AVENGERS übernommen hat, wird anwesend sein.

Die Festivalfilme laufen in einer feinen Auswahl an Programmkinos u.a. dem Arsenal, dem FSK Kino am Oranienplatz und dem Babylon. Hauptverantwortlich für das Festival ist das Polnische Institut Berlin. Deren Chefin Katarzyna Wielga-Skolimowska ist auch Leiterin von Filmpolska. Verantwortlich für die Kuratierung der Filme ist Kornel Miglus.

20.02.16 20:00

Berlinale 2016: Die Bären

Goldener Bär für den Besten Film

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FUOCOAMMARE (Fire at Sea) von Gianfranco Rosi


Silberner Bär Großer Preis der Jury

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Danis Tanović für Smrt u Sarajevu

Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet


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Regisseur Lav Diaz

Hele Sa Hiwagang Hapis (A Lullaby to the Sorrowful Mystery) von Lav Diaz


Silberner Bär für die Beste Regie

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Mia Hansen-Løve für die Regie von L´AVENIR


Silberner Bär für die Beste Darstellerin

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Trine Dyrholm für die Rolle in KOLLEKTIVET


Silberner Bär für den Besten Darsteller

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Majd Mastoura für seine Rolle in INHEBBEK HEDI (Hedi)


Silberner Bär für das Beste Drehbuch
Tomasz Wasilewski für das Drehbuch von ZJEDNOCZONE STANY MIŁOŚCI (United States of Love)


Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design

Mark Lee Ping-Bing für die Kamera in CROSSCURRENT

Berlinale 2016: MILES AHEAD von Don Cheadle

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Mit Jazz konnte ich noch nie so richtig viel anfangen. MILES AHEAD könnte das ändern. Wie Melodien entwickeln sich Geschichten parallel, greifen Zeitebenen ineinander, um am Ende ein vielleicht nicht vollständiges, aber doch klar konturiertes Bild entstehen zu lassen.

Die erste Regiearbeit von Don Cheadle ist dem Jazzmusiker Miles Davis gewidmet. Davis war ein ziemlich cooler Hund. Cheadle ist ebenfalls ein ziemlich cooler Hund. Wie nicht anders zu erwarten, ist MILES AHEAD daher ein ziemlich cooler Film.

Man sieht noch keine Person, aber man hört bereits eine Stimme. Zunächst denkt man, das ist die Stimme einer alten Frau, die ihr ganzes Leben lang Kette geraucht hat. Dann sehen wir Miles Davis. Wie Don Cheadle die Stimme von Davis imitiert, ist grandios. Aber auch wie er die Egozentrik, die radikale und anderen gegenüber herablassende Art des Musikers rüberbringt, macht einfach Spaß.

In Zentrum des Films steht die sogenannte Schaffenspause des Musikers von 1975 bis 1981. In dieser Zeit nahm Davis seine Trompete nicht mehr in die Hand. Dafür widmete er sich um so mehr den verschiedensten Drogen. Miles Davis war im wahrsten Sinne "abgefuckt".

Eine Geschichte, um ein Tape, das Davis unter Verschluss hält, bildet die Rahmenhandlung von MILES AHEAD. Als das Tape entwendet wird, holt es sich Davis mit Hilfe eines langhaarigen Reporters vom Rolling Stone Magazine (amüsant gespielt von Ewan McGregor) auf seine ganz eigene Art wieder.

In diesem manchmal fast blackpoitation-artigen Plot sind in Rückblenden Szenen aus Davis Zeit mit Tänzerin Francis Taylor (Emayatzy Corinealdi) eingebunden. Auch diese Phase von 1955 bis 1965 spielt Cheadle sehr überzeugend und man erkennt Entwicklungslinien zu Davis Zeit in den Siebzigern.

Natürlich kommt auch die Musik im Film nicht zu kurz. Cheadle hat extra Trompete spielen gelernt und man muss sagen, dass er sich wacker schlägt. Am Ende des Films steht er sogar mit Davis ehemaligen Bandkollegen wie Herbie Hancock gemeinsam auf der Bühne.

In der Berlinale Pressekonferenz bemerkt ein Reporter, dass ein Miles Davis Filmprojekt auch kräftig hätte schiefgehen können. Zum Glück ist das bei MILES AHEAD nicht der Fall. Cheadles Ansatz, einen Film nicht "über" Miles Davis, sondern „wie“ Miles Davis zu machen, geht voll auf. Anstatt museal das Leben des Musikers nachzuerzählen, lässt er gekonnt Impressionen aus verschiedenen Lebensabschnitten ineinanderfließen. MILES AHEAD ist Jazz als Film.

Nächste Woche werde ich mir Platten von Miles Davis anhören. Vielleicht verstehe ich Jazz als Musik nun etwas besser.

19.02.16 16:55

Berlinale 2016: DIE PRÜFUNG von Till Harms

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1992, KLEINE HAIE von Sönke Wortmann. An viel kann ich mich nicht erinnern. Aber diese eine Szene, die ist mir im Gedächtnis geblieben: Durch Zufall stolpert Jürgen Vogel in ein Vorsprechen an einer Schauspielschule. Bevor er weiß, wie um ihn geschieht, ist er auch schon angenommen. Vielleicht fand ich es damals so spannend, weil ich mich (wie so viele, viele andere) selbst an einer Schauspielschule bewerben wollte. Mir war schon klar, dass es nicht so leicht werden würde wie in KLEINE HAIE. Das aber beim Bewerbungsverfahren ein Aufwand getrieben wird, als wolle man Pilot oder Raumfahrer werden, nun, dass habe ich mir auch nicht vorstellen können.

Nach dem Film DIE PRÜFUNG sei allen, die von einer Schauspielkarriere träumen, gesagt: Zieht Euch warm an!

Es ist schon eine kleine Sensation, beim Aufnahmeverfahren an einer Schauspielschule die Diskussionen der Bewerberkommission filmen zu können. Das, was sonst nur hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist zwar nicht ganz so geheim, wie Regierungsgespräche in Pjöngjang, aber fast. Man kann den Regisseur nur beglückwünschen, dass er zu den Lehrern an der Staatlichen Schauspielschule in Hannover so ein Vertrauen aufbauen konnte, dass sie ihn scheinbar ungehindert haben filmen lassen.

Als Zuschauer folgen wir den verschiedenen Bewerberrunden, sehen, wie junge Menschen auf der Probebühne alles geben, wie sie von den Lehrern immer wieder angewiesen werden, spontan die Richtung ihres Spiels zu wechseln, wie die Lehrer nach etlichen Runden müde werden und dann auch noch von abgelehnten Bewerbern beim Warten vor dem Fahrstuhl abgefangen werden.

Das Fund von DIE PRÜFUNG ist, das sich der Film nicht auf die Bewerber konzentriert. Von diesen Dokumentationen gibt es bereits einige. Stattdessen folgt Harms der Kommission bis in die Endrunde. Dann, wenn man selbst von den vielen Darbietungen schon etwas müde geworden ist, wird es noch einmal richtig spannend.

DIE PRÜFUNG von Till Harms ist ein unterhaltsamer, aber auch sehr informativer Film. Die Dokumentation zeigt, wie viel Ernst und Respekt eine Schauspielschule den angehenden Talenten entgegenbringt.

DIE PRÜFUNG gibt Bewerbern einen Vorgeschmack, was auf sie zukommt. Vielleicht hilft der Film ihnen auch zu entscheiden, ob sie dem anspruchsvollen emotional Bewerberverfahren gewachsen sind.

Ich habe mich am Ende nie an einer Schauspielschule beworben. Schon früh riet mir ein Schauspiellehrer ab (fehlendes Talent). Hätte ich es doch versucht, wenn ich DIE PRÜFUNG gesehen hätte? Wer weiß das schon. Im Film findet sich eine kleine Anekdote von einem Schüler, der sich immer wieder an verschiedenen Hochschulen beworben hat. Fast jedes mal ist er in die Endrunde gekommen, aber erst beim 23. Mal hat es geklappt.

18.02.16 20:58

Berlinale 2016: Ehrenbär für Michael Ballhaus

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Michael Ballhaus mit Festivalleiter Dieter Kosslick

Heute Abend wird dem Kameramann Michael Ballhaus der Ehrenbär verliehen. Bei der Pressekonferenz sprach er über die schwierige Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder, die Arbeiten mit Martin Scorsese und seine Verehrung für Paul Newman.

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Michael Ballhaus mit dem Leiter der Berlinale Retrospektive Rainer Rother

RUDOLF THOME - ÜBERALL BLUMEN von Serpil Turhan

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Ein Mann um die siebzig rasiert sich, putzt sich die Zähne, geht in der Garten seines Bauernhofes. Zusammen mit seinem Sohn wechselt er das Wasser in seinem Kunstteich, er skypt mit seiner Tochter, die in New York ein Auslandssemester macht. Er fragt sich, ob er mit 80 Jahren wohl 10.000 Fahrradkilometer zusammen bekommt.

Dieser Mann tut vieles, was so viele Männer seines Alters tun. Doch einiges ist ungewöhnlich. Er legt ein dutzend leerer Notizbücher auf den Boden. Intuitiv wählt er eines davon aus. Er legt es auf einen alten Schreibtisch, den er nun sorgsam präpariert. Auf dem Schreibtisch stehen (noch?) einige Heinecken-Bierdosen. Rauchend schreibt er mit Tinte in schöner Schrift einige Seiten, um diese dann später einzuscannen und auf seinen Internet-Blog hoch zu laden.

Rudolf Thome ist Teil deutscher Filmgeschichte. Am bekanntesten ist Thome durch seinen Film ROTE SONNE. 1970 kam dieser Film in die Kinos. Das ist nun fast 50 Jahre her. Um so interessanter ist zu sehen, wie sehr Thome in der Gegenwart lebt und alle Mittel unserer durch-digitalisierten Welt nutzt, um noch einmal einen Film drehen zu können.

Serpil Turban arbeitet schon seit über zehn Jahren mit Thome zusammen. Kennengelernt hat sie Thome bei der Berlinale 2001, als sie mit Thomas Arslans DER SCHÖNE TAG vorgestellt hat. Sie schreibt dazu: „Nach der zweiten Vorstellung des Films war die Atmosphäre im Publikumsgespräch angespannt und skeptisch. Plötzlich sagte ein Mann im Publikum, dass er den Film wirklich genossen habe. Dieser Moment war meine Rettung. Das war mein erste Bekanntschaft mit Rudolf Thome und ich fühlte mich sehr geehrt.“ Seit dem hat Turhan in vielen Filmen von Thome mitgespielt oder als Regie-Assistenz mit gearbeitet.

Der Tausch der Rollen fällt Thome nicht leicht. Er will Regie-Anweisungen.Wie soll er schauspielern? Serpil Turhan muss ihn immer wieder darauf hinweisen, dass sie einen Dokumentarfilm dreht. Die Diskussionen, wie Szenen denn nun zu filmen seien, hat die Regisseurin nicht hinaus geschnitten. Dies trägt viel zur angenehmen Unverkrampftheit des Films bei.

Turhan unterhält sich mit Thome über die Zeiten, als er mit Hannelore Elsner und Marquard Bohm (dem jüngeren Bruder von Hark Bohm) drehte, schaut sich mit ihm gemeinsam Szenen aus SUPERGIRL an, stellt aber das Leben von Thome auf seinem Bauernhof in Süd-Brandenburg in den Mittelpunkt. Die Natur um ihn herum begeistert Thome sichtlich: das Wetter, die Pflanzen, der Marder unter dem Dach des Bauernhauses, die Entdeckung eines Rotschwänzchennests oder herum tollende Schmetterlinge.

Trotz des scheinbar ausfüllenden Lebens auf dem Bauernhof, will Thome seine Rolle als Filmregisseur nicht so einfach Ad acta legen. Mit viel Energie versucht er, noch einmal einen Film zu realisieren. Seine Tochter Joya Thome, die ebenfalls Regisseurin ist, soll ihm helfen über Crowdfunding sein neuestes Drehbuch zu finanzieren. Titel des Drehbuchs: ÜBERALL BLUMEN.

Wenn man die Anstrengungen von Thome beobachtet, weiß man manchmal nicht, ob man mit Thome leiden oder ihn bewundern soll. In jedem Fall bin ich einigermaßen fassungslos, wie schwierig es für eine Filmlegende ist, neue Projekte zu finanzieren. Tut die deutsche Filmförderung genug für seine Regie-Altmeister? Robert Altman oder Alain Renais haben bis ins hohe Alter Filme finanziert bekommen. Der französische Filmregisseur André Téchiné (nur vier Jahre jünger als als Thome) zeigt seinen neuesten Film auf der diesjährigen Berlinale.

RUDOLF THOME – ÜBERALL BLUMEN ist ein intimes und geglücktes Porträt über Rudolf Thome. Wie Thomes eigene Filme steht Turhans Film „mitten im Leben“. Da ergibt es sich wie ein Zufall, das sich auch Querverbindungen zu meinem eigenen Leben ergeben. DER SCHÖNE TAG, in der die Regisseurin die Hauptrolle spielt, war einer meiner ersten Berlinale Filme und ist bis heute einer meiner Liebsten. Außerdem taucht im Film plötzlich unvermittelt eine meiner ehemalige Dozentinnen vom Otto-Suhr Institut auf, die ich schon seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen habe. Thome nennt sie in seinem Blog nur „meine ägyptische Freundin“.

Thome sagt im Film einmal, er sei bereits vom Treibsand des öffentlichen Vergessens erfasst worden, aber sein Kopf schaue noch heraus. Wie präsent Thome noch immer ist, zeigt nicht nur sein Blog, sondern auch die kleinen Filme, die er regelmäßig auf Vimeo stellt. Hier lassen sich auch einige Szenen aus Turhans Werk in voller Länge anschauen (z.B. Rotschwänzchenfütterung oder Tanz der Schmetterlinge).

Berlinale 2016: Pressekonferenz zu MILES AHEAD von und mit Don Cheadle

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Don Cheadle mit der Schauspielerin Emayatzy Corinealdi

Don Cheadle stellt heute sein Regiedebüt MILES AHEAD vor. In dem Film spielt er gleichzeitig auch die Hauptrolle und verkörpert Miles Davis.

Auf der PK sagte Cheadle, dass er keinen Film "über" Miles Davis machen wollte, sondern "wie" Miles Davis. Entsprechend gab er den anderen Schauspielern Raum für Dialog-Improvisationen. Als Vorbereitung hat er auch mit Weggefährten des Ausnahmemusikers gesprochen, u.a. mit Herbie Hancock. Cheadle erzählte außerdem, wie prägend für ihn die Musik von Hancock von Jugend an gewesen ist.

17.02.16 11:00

Berlinale 2016: BEFORE STONEWALL von Greta Schiller

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Einen Wendepunkt in der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben in den USA markieren die sogenannten Stonewall Unruhen. 1969 wehrte sich die LBGT Community gegen die beständigen Razzien in der Schwulenbar Stonewall-In in der Christopher Street. Es kam zu gewaltätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dieses Aufgebehren wird inzwischen jedes Jahr weltweit mit Gay Pride Paraden am Christopher Street gefeiert.

1984 hat Greta Schiller einen Film gemacht, wie es in den USA vor den Stonewall Unruhen aussah. Sie beginnt ihre Dokumentation in den zwanziger Jahren. Es ist erstaunlich zu sehen, wie früh sich schwules und lesbisches Lieben und Leben in den USA bereits etabliert hat. Allerdings wurde es nicht konkret benannt und besonders in der konservativen Nachkriegsära konnte es oft nur unter dem Deckmantel einer bürgerlichen Scheinexistenz stattfinden. Dieses war auch die Zeit, in der hunderte Angestellte im öffentlichen Dienst aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gekündigt wurden (ohne dafür je eine Entschädigung zu erhalten).

BEFORE STONEWALL wurde aufgrund der Feierlichkeiten von 30 Jahren Teddy ins Programm der Berlinale 2016 genommen. Wie vor 30 Jahren, als der Film das erste Mal im Panorama gezeigt wurde, moderiert der jetzige Panorama Leiter Wieland Speck die Filmvorführung. Er berichtet, wie BEFORE STONEWALL für den damaligen Panorama Leiter Manfred Salzgeber einer der Anstöße war, seinen Verleih Edition Salzgeber zu gründen.

Schillers Film hat nicht an Aktualität eingebüßt. Viele der Repressalien unter den Schwule und Lesben in den USA vor 1969 zu leiden hatten, erinnern an die heutige Unterdrückung in vielen anderen Ländern. Es bleibt zumindest eine Hoffnung, dass die aktuellen Zustände dort eine ähnliche Entwicklung nehmen wie in den USA.

16.02.16 19:58

Berlinale 2016: Pressekonferenz zu CHI-RAQ von Spike Lee

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Es war eine sehr politische aber auch lockere Berlinale Pressenkonferenz. Spike Lee ist eine Ikone des amerikanischen Kinos. Mit SHE‘s GOTTA HAVE IT war er einer der Wegbereiter des amerikanischen Indie-Kinos. Bis heute bezieht er in seinen Filmen immer deutlich Stellung zu aktuellen Themen.

Auch auf der Pressekonferenz nimmt Lee kein Blatt vor den Mund und äußert sich zu den Präsidentschaftskandiddaten Donald Trump und Bernie Sanders, seinem Boykott der Osacarverleihung, insbesondere aber zu dem vernachlässigten Teils Chicagos, wo zu viele Jugendliche in Gang-Shootings sterben.

Berlinale 2016: Pressekonfererenz GENIUS

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Ganz englischer Gentlemen überlässt Jude Law die Beantwortung der Frage seinem Kollegen(Andreas Tai, CC-BY-SA)

Colin Firth und Jude Law waren mit angereist, um den neuen Film GENIUS des Theaterregisseurs Michael Grandage vorzustellen. In dem Film spielt Jude Law den amerikanischen Schriftsteller Tom Wolfe und Colin Firth seinen Lektor Max Perkins. Wie zu erwarten, richtete sich die ganze Aufmerksamkeit der Presse auf die Schauspieler. Nur wenige Fragen richteten sich an den Regisseur. Aber damit muss man halt rechnen, wenn man Hauptdarsteller dieses Kalibers verpflichtet.

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Jude Law (Darsteller) (Andreas Tai, CC-BY-SA)


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Michael Grandage (Regie), John Logan (Drehbuch), und Colin Firth (Darsteller) (Andreas Tai, CC-BY-SA)

15.02.16 20:27

Berlinale 2016: STRIKE A POSE von Reijer Zwaan und Ester Gould

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Gibt es DEINEN Berlinale Moment, Deinen "favourite"? Für mich war er heute. Vielleicht war es in den vielen Festivaljahren DER Moment. Der Abspann ist vorbei, die Hauptfiguren aus dem Film kommen vor den Kinovorhang, alle erheben sich und der Applaus will einfach nicht aufhören. Bei eigentlich allen fließen Tränen: bei den Tänzern aus Madonnas Blond Ambition Tour, dem Publikum und vielleicht sogar bei dem sonst so ernsten Moderator der Publikumsgespräche. Als ein Zuschauer fragt, ob die Tänzer noch einmal eine Voguing Figur machen können, lassen sie es sich nicht nehmen. Popgeschichte, Lebensgeschichten, Festivalgeschichte...in diesen Minuten nach dem Film fließt alles ineinander.

Madonnos BLOND AMBITION TOUR und der zugehörige Film TRUTH OR DARE sind in viellerlei Hinsicht Meilensteine der Popgeschichte. Ein Grund ist die offene Art, mit Sexualität und Homosexualität umzugehen. Ein anderer die Mode, der Ausdruck und vor allem der Tanz. Luis, Oliver, Salim, Jose, Kevin, Gabriel (†) und Carlton waren die von Madonna auserwählten Tänzer für ihre Tour. Ihr Voguing Tanzstil prägte viele. Reijer Zwaan und Ester Gould sind der Frage nachgegangen, was aus ihnen inzwischen geworden ist. Sie interviewen die Tänzer, lassen sie von der Tour und dem Leben nach der Tour berichten. Es ist "heart breaking" wie sie erzählen, was für eine Marke diese Tour bei Ihnen hinterlassen hat und wie ein unsichtbares Band sie noch immer miteinander verbindet.

STRIKE A POSE ist keine Abrechnung mit Madonna. Keiner der Tänzer verliert ein schlechtes Wort über sie. Es zeigt sich vielmehr, welchen großen Einfluss Madonna auf das Leben der Tänzer gehabt hat. In dem Film finden sie Gelegenheit, ihre Geschichten in die Gegenwart zu holen und wieder zusammenzufügen. Unerzählte Geschichten, wie die Furcht sich als HIV positiv zu outen,kommen an die Oberfläche.

Der Film und seine Weltpremiere im Kino International werden, ohne dass es den Regisseuren bewusst gewesen sein kann, zu einer Katharsis. Wenn die Tänzer auf die Fragen des Moderators antworten, kann man im Kinosaal, den kaum einer verlassen hat, eine Stecknadel fallen hören. Für alle ist es ein extrem emotionaler Moment, jeder von ihnen ringt mit seiner Stimme.

Einmal mehr beweist das Panorama als Nebensektion, was ein Festival, was Kino sein kann: eine gemeinsame, aufrichtige Suche nach Wahrheit und ein Ort, an dem große Geschichten erzählt werden.

Berlinale 2016: Pressekonferenz JEDER STIRBT FUER SICH ALLEIN

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Emma Thompson wirft Daniel Brühl "den Ball zu", nachdem sie gleich zum Auftakt der PK nach ihrer Meinung zu Pegida gefragt wird (Andreas Tai, CC-BY-SA)

Trotz des ernsten Themas war die Stimmung bei der Pressenkonferenz von ALONE IN BERLIN recht ausgelassen.

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Brendan Gleeson und Emma Thompson (Andreas Tai, CC-BY-SA)

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Brendan Gleeson, Emma Thompson und Vincent Perez (Andreas Tai, CC-BY-SA)

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von links: Achim von Borries (Drehbuch), Brendan Gleeson (Hauptdarsteller), Emma Thompson (Hauptdarstellerin), Vincent Perez (Regie), Daniel Brühl (Nebendarsteller) (Andreas Tai, CC-BY-SA)

Berlinale 2016: UNCLE HOWARD von Aaron Brookner

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Regisseur Aaron Brookner mit Jim Jarmusch im ehemaligen New York Domizil von William S. Burroughs: dem "Bunker"

Zunächst ist man etwas irritiert, dass Regisseur Aaron Brookner so oft vor der Kamera auftaucht und zu einer zentralen Figur in seiner eigenen Dokumentation wird. Doch der Filmtitel sagt ja eigentlich schon, dass es ein sehr persönlicher Film werden könnte. Am Ende ist es weit mehr als das. UNCLE HOWARD ist im besten Sinne eine Hommage, eine Liebeserklärung an den viel zu früh verstorbenen Filmregisseur Howard Brookner.

Bei der Vorstellung seines Films auf der Berlinale ist Aaron Brookner genauso alt wie sein Onkel, als er 1989 an HIV starb: 34 Jahre. Wie lebendig Howard Brookner aber noch immer ist, zeigen die Erinnerungen von ehemaligen Weggefährten und Freunden wie Tom DiCillo und Jim Jarmusch. Sichtlich bewegt erzählen sie von der Zeit, als sie Ende der siebziger mit Brookner als Regisseur, Jarmusch als Tontechniker und DiCillo als Kameramann die einmalige Dokumentation BURROUGHS gedreht haben. Über einen Zeitraum von fünf Jahren sind sie dem Beat-Schriftsteller William S. Burroughs damals so nah gekommen wie vielleicht sonst niemand anderes (aufgrund der Bemühungen von Aaron Bruckner und seiner Frau Paula Vaccaro ist BURROUGH übrigens seit kurzem auf DVD erhältlich).

UNCLE HOWARD ist das Ergebnis einer Spurensuche. Bei Nachforschungen nach dem verschollenen Negativ von BURROUGHS entdeckte Aaron Brookner ein Archiv mit unveröffentlichten, ungeschnittenen Filmmaterial seines Onkels. Er verwendet dieses Material sehr ausgiebig und macht seine eigene Dokumentation so zu einem wertvollen Zeitdokument. Wir sehen: Frank Zappa, Allen Ginsberg und Andy Warhol (die sich in der gleichen Szene bewegten wie William S. Burroughs), Jim Jarmusch als jungen Tontechniker aber auch Aaron Brookner selbst, wie er als Kind dem Dreh des letzten Films seines Onkels beiwohnt: BLOODHOUND OF BROADWAY mit Matt Dillon und Madonna.

Jim Jarmusch (auch Executive Producer von UNCLE HOWARD) hat dem Regisseur geraten: "Sag den Leuten nicht, dass sie Howard lieben sollen, bringe sie dazu." Aaron Brookner hat es beherzigt... mit Erfolg.

Berlinale 2016: Publikumsgespräche

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UNCLE HOWARD (Forum): Regisseur Aaron Brookner und Produzentin Paula_Vaccaro

Mit das Beste an Filmfestivals ist der direkte Kontakt mit der Crew eines Festivalfilms. Im folgenden ein paar Eindrücke der Publikumsgespräche Tag 3 und 4 der Berlinale 2016.

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Ross Adam und Rob Cannan, die Regisseure von THE LOVERS AND THE DESPOT


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EL REY DEL ONCE: Regisseur Daniel Burman, Schauspieler Alan Sabbag und Usher Barilka


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Laura Israel, Regisseurin von DON'T BLINK: ROBERT FRANK

14.02.16 11:20

Berlinale 2016: Pressekonferenz GRUESSE AUS FUKUSHIMA

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Der Saal ist wie so häufig bei Pressekonferenzen von Filmen, die nicht im Wettbewerb laufen, nur halb gefüllt. Das macht aber nichts, denn die Wortmeldungen der anwesenden Pressevertreter sind durchweg positiv.

Wie immer offenbart auch diese Pressekonferenz interessante Details zum Film. So wusste man, dass Dörrie eine intensive Beziehung zu Japan hat, aber nicht, dass sie bereits 25 mal dort gewesen ist. Auch dass Hauptdarstellerin Kaori Momoi in Japan ein Star ist, war zunächst nicht aufgefallen. Sie hat u.a. mit Akira Kurosawa, Yōji Yamada und Takashi Miike zusammen gearbeitet.

Ein Grund GRUESSE AUS FUKUSHIMA zu machen, war für Doris Dörrie die mangelnde Solidarität für die Region um Fukushima nach der Katastrophe. Sie empört sich insbesondere über das deutsche Desinteresse, wo doch die Deutschen aufgrund von Fukushima aus der Atomkraft ausgestiegen sind.

In einem Punkt scheint sich Dörrie aber zu irren. Sie gibt an, dass die Bayerische Staatsoper Gastauftritte in Tokio wegen der Katastrophe abgesagt hat. Die sei ein Impuls für sie gewesen, selbst etwas zu tun. Auf der Webseite der Bayerischen Staatsoper wird allerdings angegeben, dass ein Japan Tournee im Jahr der Katastrophe durchgeführt wurde.

Berlinale 2016: GRÜSSE AUS FUKUSHIMA von Doris Dörrie

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Eine Pressekollegin verlässt nach 20 Minuten den Saal. Schade, denn sie verpasst, wie im weiteren Verlauf des Films alles zueinanderfindet. Ein Film ist ein in sich geschlossenes, über seine ganze Länge erstreckendes Werk und Doris Dörrie nutzt die ihr zustehenden 104 Minuten Erzählzeit bis zur letzten Minute gekonnt aus.

Marie geht nach Japan, um von ihren Problemen in Deutschland Abstand zu gewinnen. Sie trifft dort auf Moshe und Nami. Zu dritt versuchen sie als Clown Truppe den Bewohnern eines Notquartiers bei Fukushima wieder einen Grund zum Lachen zu geben. Doch wie zu erwarten ist das deprimierende Setting der vom Tsunami verwüsteten Fukushima-Region, wenig geeignet, Marie bei der Verdrängung ihrer Probleme zu helfen. Eine Wendung bahnt sich an, als sie Satomi, eine Bewohnerin des Container-Notquartiers, zu ihrem ehemaligen Haus in der Sperrzone fährt und Satomi sich weigert zurückzukehren.

Im Zentrum ihrer Erzählung angekommen entwickelt Dörrie nun mit Ruhe und Einfühlungsvermögen die Verquickung von zwei Schicksalen, die mehr Parallelen haben, als es zunächst scheint.

GRÜSSE AUS FUKUSHIMA ist eine Parabel über existentielle Themen wie Tod, Schuld und Überwindung. Gleichzeitig sorgt das Aufeinanderprallen von japanischer und deutscher Kultur immer wieder für komische Situationen und nimmt den mit Schmerz und Trauer beladenen Konflikten die bedrückende Schwere. Über die Hauptfigur Marie wählt Dörrie bewusst einen deutschen Blickwinkel auf das Leben um Fukushima nach der Katastrophe und eröffnet dem Zuschauer so den Zugang zu einer Realität, an der die Medienberichterstattung schon lange ihre Interesse verloren hat.

17.01.16 21:02

Berlinale 2016: Takeshi Kitano im Panorama

Wayne Wang verfilmt Kurzgeschichte von Javier Marías

Bild von Takeshi Kitano
Takeshi Kitano, Cannes 2000, Bild von Rita Molná

Es ist nicht belegt, ob der in Deutschland nach Akira Kurosawa vielleicht bekannteste japanische Regisseur jemals auf der Berlinale war. 2016 hätte Takeshi Kitano in jedem Fall die Gelegenheit dazu. Unter seinem Künstlernamen Beat Takeshi spielt er die Hauptrolle in Wayne Wangs neuesten Film WHILE THE WOMAN ARE SLEEPING. Der chinesische Regisseur, der nach erfolgloser Schaffenszeit in Hong Kong mit 18 Jahren in die USA emigrierte, verfilmt eine abgründige Kurzgeschichte über Verehrung und Vergänglichkeit des mehrfach ausgezeichneten spanischen Autors Javier Mariás. MIENTRAS ELLAS DUERMEN (so der spanische Originaltitel) wurde 1990 zusammen mit anderen Kurzgeschichten von Mariás veröffentlicht. Die englische Übersetzung lässt sich in voller Länge auf der Seite des New Yorker nachlesen.


Berlinale Jury 2009
Berlinale Jury 2009, Wayne Wang Zweiter von rechts


Wayne Wang ist bereits Teil der Berlinale Geschichte. Vor über 20 Jahren gewann der Regisseur mit seiner legendären Paul Auster Verfilmung SMOKE den Spezialpreis der Jury. 2009 war er (damals noch zusammen mit Christoph Schlingensief und Henning Mankell) Teil der Berlinale Jury.

Gespannt darf man sein, wie Wang die Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge bringt und die ursprünglich spanische Rahmenhandlung in ein japanisches Setting verlegt (seine Besetzung ist durchgängig japanisch).

Verblüffend ist bereits jetzt, dass der Film "nur" im Panorama läuft. Das bisherige Programm des Berlinale Wettbewerbs kann wahrlich nicht mit großen Namen aufwarten und WHILE THE WOMANS ARE SLEEPING erfüllt zumindest ein wichtiges Kriterium für den Wettbewerb: Es wird als Weltpremiere gezeigt.

10.01.16 21:46

Berlinale 2016: New York Screwball Comedy im Panorama

Greta Gerwig, Ethan Hawke und Julianne Moore spielen in Independent Produktion MAGGIE'S PLAN


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Nach 2009 (THE PRIVATE LIVES OF PIPPA LEE) ist die Regisseurin Rebecca Miller (Tocher der Fotografin Inge Morath und des Bühnenautors Arthur Miller) wieder mit einer romantischen Komödie auf der Berlinale. Die gerade sehr angesagte Greta Herwig (FRANCIS HA) spielt Maggie, die unbedingt ein Kind will, sich aber selbst für beziehungsunfähig hält. Als sie bereits mit einem Samenspender die Lösung vor Augen hat, lernt sie den jungen Professor John (Ethan Hawke) kennen. Der ist aber bereits mit seiner erfolgreichen Kollegin Georgette (Julianne Moore) verheiratet.

MAGGIE'S PLAN hatte bereits bei den Filmfestspielen in Toronto im September vergangenen Jahres Premiere und lief danach auf dem New York Film Festival (daher kommt der Film für den Berlinale Wettbewerb nicht mehr in Frage).

Ingessamt hat Rebecca Millers fünfter Spielfilm gute Kritiken bekommen (u.a. in Variety und im Guardian). Eine interessante Panel Diskussion zu den Produktionsbedingungen von MAGGIE'S PLAN gibt es auf Youtube.

03.01.16 20:17

Berlinale 2016: Emma Thompson und Brendan Gleeson im Widerstand

Vierte Verfilmung von Hans Falladas letztem Werk auf der Berlinale

Rudolf Ditzen alias Hans Fallada wurde 53 Jahre. Am Ende war er stark Morphium süchtig und verbrachte viel Zeit in Sucht-Kliniken. In dieser Phase schrieb er 1946, ein Jahr vor seinem Tod, JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN. Im Mittelpunkt des Romans steht das Ehepaar Anna und Otto Quangel, das sich nach dem Kriegstod ihres Sohnes mit selbst verfassten Briefen und Postkarten gegen das nationalsozialistische Regime engagiert. Der Roman erschien lange Zeit nur in einer gekürzten Fassung. Erst über 50 Jahre später wurde der Roman in der ungekürzten Fassung zum Besteller, zunächst in Frankreich, Israel, den USA und Großbritannien, dann auch in Deutschland.


Die vierte Verfilmung von Falladas Werk Premiere hat nun im diesjährigen Berlinale Wettbewerb Premiere. Das Ehepaar Quangel wird von Emma Thompson und Brendan Gleeson gespielt. Die Rolle ihres Gegenspielers Kriminalkommissar Escherich hat Daniel Brühl übernommen. An der deutsch-französisch-britischen Koproduktion ist u.a. auch X-Filme beteiligt.

01.01.16 16:34

Danke und Good bye, film-zeit.de!

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Kurz vor Jahreswechsel, fast unbemerkt im allgemeinen Weihnachtstrubel, wurde ein Kapitel der deutschen Online-Filmkritik geschlossen. Der immer informative, aktuelle und mit viel Herzblut gepflegte Pressespiegel film-zeit.de ist Geschichte. Am 21. Dezember 2015 schrieb Ines Walk:

"Nach 13 Jahren ist meine Zeit mit film-zeit.de abgelaufen. Sie war leidenschaftlich und informativ, kräftezehrend und bestimmend, manchmal auch langweilig und eintönig. Ich habe sie genossen. Ich werde die Site nicht weiter pflegen, mich anderen (nicht)filmischen Dingen widmen."

Wir von festivalblog haben lange, sehr gut und gerne mit Ines und film-zeit.de zusammengearbeitet (insbesondere zur Berlinale aber auch im Seitenprojekt kinokarate.de). Uns und sicherlich vielen anderen wird film-zeit.de fehlen. Wir können uns nur von Herzen für die unzähligen Stunden an Lebenszeit bedanken, die Ines in dieses privat finanzierte aber immer professionelle Projekt gesteckt hat. Viel Glück, genauso viel Spaß und Elan bei den neuen (nicht)filmischen Dingen.

23.12.15 11:57

Berlinale 2016: Der Mann hinter Gatsby

Colin Firth spielt den Lektor Max Perkins

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Eigentlich verwunderlich, dass nicht bereits früher ein Film über Max Perkins gedreht wurde. Die dem Film GENIUS zugrundeliegende Biographie von A. Scott Berg erschien bereits 1978 und erhielt den National Book Award. Perkins hat Autoren wie F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway und Thomas Wolfe nicht nur entdeckt und gefördert. Seine Lektorenarbeit im Verlagshaus Scribner's hat Meilensteine der amerikanischen Literatur wie THE GREAT GATSBY erst auf den richtigen Weg gebracht.


Der britische Theaterregisseur Michael Gandage bringt einige der bekanntesten Schauspieler des Landes in diesem Film zusammen: neben Colin Firth als Max(well) Perkins übernimmt Jude Law die Rolle von Thomas Wolfe. Für die Rolle von Thomas Wolfe war übrigens zunächst Michael Fassbender vorgesehen. Ohne Zweifel wird auch die leidenschaftliche Affäre zwischen Thomas Wolfe und der Set Designerin Aline Bernstein eine nicht unbedeutende Rolle spielen, schließlich wird Aline Bernstein von Nicole Kidman gespielt.

GENIUS ist zwar das Filmdebüt von Michael Gandage, doch Gandage ist alles andere als ein Newcomer. Als Nachfolger von Sam Mendes hat er fast zehn Jahre das Londoner Donmar Warehouse geleitet, für seine West End Produktionen hat er bereits unzählige Preise gewonnen und er hat nicht nur mit den GENIUS Darstellern Jude Law und Nicole Kidman bereits auf der Bühne gearbeitet, sondern auch mit anderen Stars wie Judi Dench und Daniel Radcliffe.


GENIUS wird im Wettbewerb der Berlinale 2016 zu sehen sein und ist damit Anwärter auf einen der Berlinale Bären.

20.12.15 10:40

Berlinale 2016: Die Bären sind los

Die neuen Berlinale Festivalplakate

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Die Berlinale gibt sich einen neunen Anstrich, zumindest was die Berlinale Plakate anbelangt. Der Agenturwechsel (sonst Agentur Boros jetzt Agentur Velvet) bringt frischen Wind in die "Key Visuals" der Berlinale. Ab Januar sind dann rastlose Berlinale Bären treue Begleiter durch die Berliner Nächte.

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