Blog-Artikel von Andreas Tai

16.02.19 15:35

Ciao Dieter!

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Dieter Kosslick mit Michael Ballhaus (Berlinale 2016)

Das war sie nun (fast): die letzte Berlinale von Dieter Kosslick. Bei der Vergabe der "inoffiziellen" Preise heute Mittag fand Kosslick in seiner Rede deutliche, für seine Verhältnisse unverspaßte, Worte. Es hielt ein Plädoyer für das Filmfestival, insbesondere für das politische Filmfestival.

In den letzten Berlinale Jahren war Kosslick von einem Teil der Filmpublizistik stark kritisiert worden. Ich habe die Kritik oft als unangenehm besserwisserisch empfunden, insbesondere im Tonfall. Meine erste Berlinale war 1991 noch unter Moritz de Hadeln, aber die erste Berlinale von festivalblog war 2005, vier Jahre nach dem Kosslick übernommen hatte.

Aus meiner Sicht hat Kosslick in seiner Zeit die Berlinale von seinem Film-Elfenbeinturm hinuntergeführt und das filminteressierte Publikum mit offenen Armen in die Berlinale Kinos eingeladen.

Dafür und für manches andere gebührt "dem Dieter" ein fettes DANKE SCHÖN!

Einer wird gewinnen....

...aber wer? Wen wird die Festival-Jury um Juliette Binoche 2019 mit den Goldenen Bären auszeichnen? Tipps zum Goldenen Bären und dem Rest der Bärenfamilie sind wie immer willkommen : )

TALKING ABOUT TREES von Suhaib Gasmelbari (Berlinale 2019)

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Im Dunkeln sitzen sie zusammen. Aus einer Plastikflasche füllt sich Ibrahim Schnaps in sein Glas. Aus gemeinsamen Erinnerungen entstehen im Gespräch träumerische Bilder von einem Kino, das es nicht mehr gibt.

In DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN von Robert Musil gibt es folgende Stelle: "Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, muß es auch Möglichkeitssinn geben."

Die Bemühungen, mit denen die sudanesischen Regisseure und Filmschaffende versuchen, eines der stillgelegten Kinos wieder für eine große Vorstellung zu öffnen, könnte nicht besser beschrieben werden.

Ibrahim Shadad, Manar Al Hilo, Suleiman Mohamed Ibrahim und Altayeb Mahdi machen dies mit einer für uns überraschenden beiläufigen, halb-ernsten Ernsthaftigkeit, über die man bewundernd schmunzeln muss. Wenn sie alte Filmprojektoren mit einem Gebläse von Sand befreien, verstaubte Videokassetten von Godard und Truffaut aus einem Karton hervorholen oder liegen gebliebenes Filmzelluloid in einem stillgelegten Kino durch ihre Hände gleiten lassen, dann wird dies nicht nur zum Kristallisationspunkt über Zukunft und Vergangenheit des Kinos sondern auch zum Spiegel des wechselhaften politischen Schicksals des Sudans.

In der Wahl der filmischen Mittel ist TALKING ABOUT TREES nicht außergewöhnlich. Aber Regisseur Suhaib Gasmelbari stellt das Versprechen des Kinos in einen Zusammenhang, der uns bis dahin unbekannt war. Zur Begeisterung des Publikums fördert er Anrührendes und Erstaunliches an die Oberfläche des Cinestar 7. MODERN TIMES funktioniert z.B. auch bei einer improvisierten Filmaufführung in der Wüste. Das Lachen über Chaplin überdauert die Zeit. Oder Kinos im Sudan - sie haben wenig mit unserer Vorstellung von Kinogebäuden gemeinsam. Es sind riesige Freiluftarenen, bei den klimatischen Bedingungen eigentlich naheliegend.

Der Regisseur und die Hauptdarsteller werden nach der Vorstellung mit überwältigendem Applaus empfangen. Das hat etwas sehr Beruhigendes. Auch für Geschichten und Geschichte, die im öffentlichen Kommunikationsraum keinen Platz haben, gibt es also ein Kinopublikum gibt.

PETER LINDBERGH – WOMEN'S STORIES von Jean Michel Vecchiet (Berlinale 2019)

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Bild Supermodels - Copyright Peter Lindbergh

Peter Lindbergh macht keine großen Worte um seine Kunst. Es scheint ihm zu widerstreben, sein Werk zu hinterfragen. Lieber lässt er seine Fotos für sich sprechen.

Allein der Ansatz von PETER LINDBERGH – WOMEN'S STORIES sorgt daher für einen schalen Nachgeschmack. Da Jean Michel Vecchiet von Lindbergh nicht die Antworten bekommt, die er für seinen Dokumentarfilm braucht, interviewt er Schlüsselfiguren aus seinem Leben, u.a. Lindberghs Schwester und seine Ehefrauen.

Die Herangehensweise von Vecchiet ist der Arbeitsweise des berühmten Fotografen diametral entgegengesetzt. Tänzelnd und mit viel Empathie löst Lindberg die Stimmung am Set. Obwohl er eine Vorstellung hat, was er fotografieren möchte, versucht er nichts zu erzwingen. Das psychologisierende Aufbereiten der Familiengeschichte Lindberghs in Vecchiets Film fühlt sich dagegen an wie eine permanente Grenzüberschreitung.

Natürlich gibt es auch Interessantes zu sehen. Eine Schlüsselszene ist, wie der Fotograf Naomi Campbell mit seinem Charme motiviert, in einen Pool zu steigen. Campbell konnte damals nicht schwimmen, geht dann aber dann doch in den Pool und weiß am Ende nicht, ob sie aus Furcht vor dem Wasser weinen oder über Lindberghs Scherze lachen soll.

Leider fügen sich die verschiedenen Episoden in der Dokumentation nicht zu einem Ganzen. Vecchiet fängt Erzählstränge an, diese dann aber nicht zu Ende. Die Versuche, Zusammenhänge zwischen Interviews, biographischen Ereignissen und Lindbergs Fotos herzustellen, wirken gewollt.

Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass er die Interviewten, wo immer es geht, Französisch sprechen lässt, obwohl dies nicht ihre Muttersprache ist. Das mag für die Auswertung auf den französischen Markt hilfreich sein. In Deutschland ist es das sicherlich nicht.

Vecchiet greift in seiner Dokumentation auf Material zurück, das Lindbergh selbst gedreht hat. Allerdings macht der Regisseur nicht kenntlich, welche Passagen von ihm selbst und welche von Lindbergh stammen - ein zumindest fragwürdiges Vorgehen.

Wer Lindbergs Arbeiten liebt, sollte sich überlegen, ob er mit einem Ticket zu einer Lindbergh Ausstellung vielleicht besser bedient ist. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass PETER LINDBERGH – WOMEN'S STORIES bei der Berlinale Premiere im Haus der Berliner Festspiele trotz allem bejubelt wurde.

15.02.19 11:55

MONȘTRI (Monsters) von Marius Olteanu (Berlinale 2019)

Ein Filmstill aus Monstri. Der Ausschnitt zeigt die Hauptfigur Dana gefilmt durch eine Autoscheibe, wie sie im Dunkeln telefoniert. Sie schweigt.

Vor langer Zeit habe ich mal eine Postkarte bekommen. Darauf stand "In der Liebe gibt es immer drei Wahrheiten: meine, deine und die Gottes". Es muss nicht gleich Gott sein, aber ja - es gibt eine Ebene der dritten Wahrheiten.

Es ist daher folgerichtig, wie Marius Olteanu seinen Film MONȘTRI aufbaut. Im ersten Teil widmet er sich Dana. Sie fährt in einem Taxi durch die Nacht. Vor ihrem Wohnhaus wartet sie, zusammen mit einem wortkargen und frustrierten Taxifahrer.

Im zweiten Teil geht es um Christian. Es ist die gleiche Nacht. Gepeinigt von seinem schlechten Gewissen, folgt Christian einer unterdrückten Sehnsucht.

Marius Olteanu nutzt zur Beobachtung von Dana und Christian nur ein Drittel der Leinwand. Die anderen beiden Drittel rechts und links eines quadratischen Ausschnitts bleiben Schwarz. Erst als Dana und Christian im dritten Teil gemeinsam gezeigt werden, weitet sich der Ausschnitt über die gesamte Leinwand.

Die künstlerische Form funktioniert. Wie in einen Tryptichon laufen linke und rechte Seite auf eine dritte Ebene zu.

Olteanu nimmt sich Zeit, verschenkt beim Erzählen aber auch keinen Augenblick. Alles ist wichtig. Es entsteht eine Geschichte über Liebe als unverwirklichte Verheißung, an der man festhält, weil die Welt um einen herum trostlos und leer ist.

Fast nebenbei baut Regisseur Marius Olteanu in die große Geschichte weitere kleine ein. Er streift die Schicksale von Menschen im rumänischen Alltag. Sie sind unglücklich, unzufrieden oder beides.

Dramaturgisch und ästhetisch ist alles gelungen. Allein die Darstellung von Schwulen und Schwulsein bleibt fragwürdig. Darüber hätte ich nach dem Film gerne mehr gehört, aber da musste ich dann leider bereits zur nächsten Berlinale-Vorstellung.

13.02.19 18:21

FUKUOKA von Zhang Lu (Berlinale 2019)

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In unseren Vorstellungen folgen Raum und Zeit nicht Distanz und Sequenz. Sie fallen zusammen, auseinander und ordnen sich dann wieder selbst. "Letztes Jahr war ich in Fukuoka. Es kommt mir sehr lange her vor" sagt Zhang Lu nach dem Film. "Dagegen fühlt sich der Besuch von vor 10 Jahren noch ganz frisch an."

Vor 28 Jahren haben sich die Wege der ehemaligen Freunde Hae-hyo und Jea-moon getrennt. Nun führt die junge So-dam die beiden in der japanischen Stadt Fukuoka wieder zusammen.

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Was Hae-hyo und Jea-moon trennte, verbindet sie nun auch wieder: die Liebe zur einstigen Studienfreundin Soon-yi.

Gemeinsam mit Hae-hyo, Jea-moon und So-Dam ziehen wir durch die Straßen Fukuokas, trinken mit ihnen an der Bar und reiben uns wie sie die Augen, wenn wieder etwas Geheimnisvolles passiert. Liebe ist ein Geist, der die Zeit überdauert - insbesondere, wenn die Liebe plötzlich endet und sich nicht entfalten konnte. Sie ist weiterhin lebendig und gefühlt. Aber als etwas Vorgestelltes wechselt sie traumhaft ihre physikalische Entsprechung in der Welt.

FUKUOKA ist eine schöne, koreanisch-japanische Variante einer Mé·nage-à-trois. Zhang Lu erzählt die Geschichte empathisch, leicht, mit viel Augenzwinkern und meistert dabei gekonnt die Verschiebung von Raum und Zeit.

ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec (Berlinale 2019)

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Philip sitzt im Zimmer des Schuldirektors. Der Direktor schaut aus dem Fenster auf den Schulhof. Er sieht, wie eine Frau über den Schulhof rennt. Sie kommt zur Tür hinein. Er geht aus dem Zimmer, lässt beide allein. Die Frau kniet auf dem Boden und umklammert die Beine des sitzenden Jungen. Es wird kein Wort gesprochen.

Die Bilder von Angela Schanelec sind eine Aneinanderreihung von Gemälden. Ihre Komposition ist ästhetisch bestechend. Es wird wenig gesprochen. Wenn gesprochen wird, dann in einem künstlichen Rezitationsstil, wie bei einer Theateraufführung. ICH WAR ZUHAUSE, ABER würde unglaublich gut als Comic funktionieren. Auch der Comic reduziert aus der Begrenztheit seiner Form heraus.

Die Szenen sind disparat und setzen sich beim Zuschauer zusammen. Eingewoben wird, wie eine Schulklasse im Klassenzimmer Hamlet aufführt. Die Kinder tun dies mit regungslosen Gesichtern und fast monotoner Stimme. Eindrucksvoll.

Im Zentrum steht eine Familienkonstellation, die in ihrer alltäglichen Dramatik nah und intensiv von der Schauspielerin Maren Eggert sowie den beiden Kindern Jakob Lassalle und Clara Möller gespielt wird. Zusammenhalten, aufeinander bauen, einander tragen.

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Unterdrückter Schmerz ist eines der Leitmotive im Film. Astrid trifft zufällig ihren Kunstprofessor vor dem Supermarkt. Gemeinsam tragen sie ein Stück des Weges ihre Einkäufe nach Hause. Astrid beginnt über einen Kunstfilms des Professors zu reden. In ihrer Ablehnung steigert sie sich immer mehr in ihre Argumente hinein, bis sie wütend fast den Tränen nahe ist. Intellekt als Ventil für die Verzweiflung an der Welt.

Manche Filme brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Wie ein Wein nach seiner Öffnung. Man sollte daher versuchen, sich nicht sofort nach dem Film eine Meinung zu bilden. Am besten geht man daher auch allein ins Kino. Dann Bilder wirken lassen. Nach 1-2 Tagen noch einmal auf die Bilder schauen.

12.02.19 18:15

DAS INNERE LEUCHTEN von Stefan Sick (Berlinale 2019)

Filmstill aus dem Berlinale Beitrag das innere Leuchten. Man sieht Manfred Volz wie er mit geschlossenen Augen die Hände hochhält.

Manfred Volz singt. Eigentlich summt er mehr; in sich hinein. Als ob er Musik durch einen Kopfhörer hört. Dazu beschreibt er mit seinen Armen harmonische Kreise wie ein Tai-Chi Dirigent. Das macht er den ganzen Tag. Volz ist die Hauptfigur in Stefan Sicks überzeugender Dokumentation über die Bewohner in einem Heim für Demenzkranke.

Demenz - ein Thema, zu dem man lieber Distanz hält. Die Angst es könnte einen selbst oder einen liebgewonnenen Menschen treffen schwingt mit. Sick löst das Thema aus dem Kreislauf der Verdrängung und leuchtet es aus einem zutiefst menschlichen Blickwinkel neu aus.

Der Regisseur nähert sich den Heimbewohnern auf Augenhöhe. Die Kamera beobachtet in langen Einstellungen ihren Alltag. Es gibt keine Fragen, Interviews oder Off-Kommentare. So kommen wir sehr nah an das heran, was die Demenzkranken erleben: den Moment.

Eine der Pfleger*innen sagt später im Publikumsgespräch, dass es auch weniger schöne Momente gab. Sie sei aber dankbar, dass sich Sick auf das Positive konzentriert hätte.

Natürlich ist die Bildauswahl selektiv. Dadurch kann aber auch das gezeigt werden, was schon im Titel beschrieben wird: DAS INNERE LEUCHTEN.

11.02.19 12:23

WHAT SHE SAID: THE ART OF PAULINE KAEL von Rob Garver (Berlinale 2019)

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Mehrfachspiegelung. Eine Filmkritikerin geht ins Kino. Sie schaut einen Film. Danach schreibt sie über den Film. Mit dem Geschriebenen wird sie berühmt. Ein Film wird über die Filmkritikerin gemacht. Ich gehe ins Kino. Schaue diesen Film. Danach schreibe ich über den Film.

Film - Schrift - Film - Schrift. Die Schrift hat es viel leichter. Sie ist die beste Form, um die Gedanken zu einem Film wiederzugeben. Es ist viel schwieriger, etwas Geschriebenes zu befilmen. Eigentlich ungerecht.

Hintertür. Filme, über die geschrieben wurde, als Ausschnitte einbauen. Filmzitate gibt es daher reichlich: LIMELIGHT, BONNIE AND CLYDE, MEAN STREETS, THE GODFATHER, STAR WARS...

Problem. Die Bilder von ikonischen Filmen sind zu stark. Die bruchstückhaft aus dem Off eingesprochenen Kritiken von Kael kommen nicht zur Geltung.

Und sonst? Kaum Überraschungen. Interviews mit Weggefährten, Familienmitgliedern, Verehrern und Experten werden gegen Archivaufnahmen geschnitten. Wir folgen Oberflächenbewegungen. Wo hat Kael ihre kritische Stimme erhoben hat, bevor sie beim New Yorker zu einer der einflussreichsten Filmkritikerinnen der USA geworden ist? Wer mochte sie, wer nicht? Es sind Facetten. Der Persönlichkeit von Kael kommen wir nur ein wenig näher.

Fazit. Wenn man hungrig ist, dann ist etwas zu Essen besser als kein Essen. Ich wusste vorher nichts über Pauline Kael. Jetzt weiß ich mehr. Mit dem Wissen von nach dem Film, würde ich wieder in den Film gehen, wenn ich nicht bereits drin gewesen wäre.

04.07.18 21:24

Filmfest München: JANE FONDA IN FIVE ACTS von Susan Lacy

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Täglich laufen auf irgendeinem Sender Schauspieler-Dokus. Oft werden Filmzitate lieblos mit Interviews zusammengeschnitten. Meine Erwartungen an die HBO Dokumentation über Jane Fonda sind also nicht hoch. Doch dann werden sie bei weitem übertroffen.

Mit großer Offenheit beleuchten Regisseurin Susan Lacy und Jane Fonda herself das Leben von Jane Fonda. Dabei werden die dunklen Ecken nicht ausgelassen. Das ist ergreifend und spannend zugleich. Fonda hat über viele Jahrzehnte Zeitgeschichte mitgeschrieben.

1968 dreht sie BARBERELLA. Kurz darauf wird sie zur politischen Aktivistin. Im Vietnamkrieg protestiert sie öffentlichkeitswirksam gegen die Politik von Robert Nixon. Ende der 70ger macht sie mit ihren Videos Aerobic populär. JANE FONDA'S WORKOUT wird zur meist verkauften VHS Kassette aller Zeiten. Anfang der 90er trennt sie sich vom Bürgerrechtsaktiviten Tom Hayden und heiratet CNN Gründer Ted Turner, ...

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Allein die Aneinanderreihung der Ereignisse macht einen sprachlos. Doch etwas anderes macht JANE FONDA IN FIVE ACTS besonders wertvoll. Lacy und Fonda stellen die Zusammenhänge her. So entsteht ein Psychogramm über den Menschen Jane Fonda und eine einfühlsame Reflektion, wie Familiengeschichte uns zu dem macht, wer wir sind.

Filmfest München: IT MUST SCHWING - THE BLUE NOTE STORY von Eric Friedler

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Jazz hält jung. Das bewies auf dem Filmfest München Jazz-Sängerin Sheila Jordan. Sie war aus New York zur Premiere des Jazz Dokumentarfilms IT MUST SCHWING angereist. Die spontane Gesangseinlage der 89-jährigen Sängerin war beeindruckend.

Die weite Anreise von Jordan ist eine Verneigung vor den Gründern des Jazz-Labels Blue Note Records: Frank Wolf und Alfred Lion. Beiden ist der Film gewidmet. Jazz Größen wie Herbie Hancock, Sonny Rollins und Quincy Jones erzählen aus den Gründungsjahren von Blue Note. Aus allen spricht Bewunderung und Dankbarkeit. Mit viel Herz und Idealismus haben Lion und Wolf Jazz-Musiker in ihre Obhut genommen und mit Ihnen Meilensteine der Jazzmusik veröffentlicht.

Die Interviews werden durch Trick-Animationen verbunden. Anschaulich untermalen sie biographische Stationen der beiden Label-Gründer: von der Emigration aus Deutschland in den 30ern, über die ersten entbehrungsreichen Jahre in den USA bis zu den die nächtlichen Aufnahmen im Haus des legendären Tontechnikers Rudy Van Gelder in New Jersey.

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Nicht immer bleibt die Kontinuität der Erzählung gewahrt. Manchmal verliert man beim Sprung durch die Jahre den Überblick. Insgesamt ist der Film aber sehr sehenswert und das nicht nur für Jazz Fans. Er zeigt, wie aus inniger Liebe zur Musik große Kunst wird. Das ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch sehr ermutigend.

03.07.18 19:43

Filmfest München: WACKERSDORF von Oliver Haffner

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Sommer in München. Ein Fest, auch für den deutschen Film. Wackersdorf hat die 80er Jahre in der BRD stark geprägt. Der gleichnamige Film fasst das Phänomen gekonnt in zwei Stunden zusammen. Oliver Haffner entwickelt eine dramaturgisch geschlossene Geschichte rund um den Landrat Schuierer. Dieser hatte sich damals gegen die bayerische Strauß-Regierung gestellt.

Zur Seite steht Haffner ein herausragendes Schauspielerensemble. In der Hauptrolle brilliert Johannes Zeiler. Aber auch die anderen Rollen sind fantastisch besetzt. Nebenfiguren erwachen zum Leben, wirken durchgezeichnet. Eine Qualität, die heutzutage vielen Kinofilmen abgeht.

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WACKERSDORF ist oberpfälzisch unaufgeregt und doch emotional mitreißend. Zuschauer, die den Protest direkt oder indirekt mitbekommen haben, werden eine Gänsehaut bekommen. Der Film ist außerdem hochaktuell, fast ein politisches Statement. Wackersdorf hat großen Anteil am deutschen Atomausstieg. Die Bürgerrechtsbewegung steht wie kaum eine andere in Deutschland für Zivilcourage und Zivilgesellschaft.

Auf der anderen Seite zeigt der Film eine bayerische Landespolitik, die mit Unnachgiebigkeit und Gewalt zweifelhafte Politik umsetzt. Die Ergebnisse stehen für sich. Wer mag, kann bald daraus seine Schlüsse ziehen.

24.02.18 20:02

Bears

GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM

TOUCH ME NOT von Adina Pintilie

Filmstill of the movie TOUCH ME NOT

SILBERNER BÄR GROSSER PREIS DER JURY

TWARZ von Małgorzata Szumowska

Still of the movie TWARZ

SILBERNER BÄR ALFRED-BAUER-PREIS

LAS HEREDERAS von Marcelo Matinessi

Filmstill for the movie LAS HEREDERAS

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE

Wes Anderson für die Regie von SLE OF DOGS

Still of ISLE OF DOGS

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN

Ana Brun für ihre Rolle in LAS HEREDERAS von Marcelo Matinessi

Filmstill for the movie LAS HEREDERAS

SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER

Anthony Bajon für seine Rolle in LA PRIÈRE von Cédric Kahn

Still of the movie LA PRIÈRE

SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH

Drehbuch von MUSEO von Alonso Ruizpalacios

Still of the movie MUSEO

SILBERNER BÄR FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG

Kostüm und Design in DOVLATOV von Alexey German Jr.

Still of the movie DOVLATOV

GLASHÜTTE ORIGINAL DOKUMENTARFILMPREIS

THE WALDHEIM WALTZ von Ruth Beckermann

Still from the movie THE WALDHEIM WALTZ

Wer fängt den Bären?

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Der visuelle Pressespiegel zeigt ein sehr durchmischtes Bild: zu fast gleichen Teilen gab es Lieblinge, Ärgernisse und Mittelmaß. Doch wer wird die Bären-Preise heute in den Händen halten? Wir tippen.

Preise der Unabhängigen Jurrys

PANORAMA PUBLIKUMSPREIS

Spielfilm: Profile von Timur Bekmambetov

Dokumentation: The Silence of Others von Robert Bahar und Almudena Carracedo

AMNESTY INTERNATIONAL FILMPREIS

Zentralflughafen THF von Karim Aïnouz

PREISE DER ÖKUMENISCHEN JURY

Wettbewerb: In den Gängen von Thomas Stuber

Panorama: Styx von Wolfgang Fischer

Forum: Teatro de guera von Lola Arias

GILDE FILMPREIS

In den Gängen von Thomas Stuber

CICAE ART CINEMA AWARD

Panorama: Tinta bruta (Hard Paint) von Filipe Matzembacher und Marcio Reolon

Forum: Teatro de guera von Lola Arias

PREIS DER LESERJURY DER BERLINER MORGENPOST

Dovlatov von Alexey German Jr.

PREIS DER LESERJURY DES TAGESSPIEGEL

L'empire de la perfection (In the Realm of Perfection) von Julien Faraut

KOMPASS-PERSPEKTIVE-PREIS

Überall wo wir sind von Veronika Kaserer

PREISE DER FIPRESCI JURY

Wettbewerb: Las herederas (The Heiresses) von Marcelo Martinessi

Panorama: River’s Edge von Isao Yukisada

Forum: An Elephant Sitting Still von Hu Bo

CALIGARI-FILMPREIS

La casa lobo (The Wolf House) von Cristóbal León und Joaquín Cociña

FRIEDENSFILMPREIS

The Silence of Others von Robert Bahar und Almudena Carracedo

IN DEN GÄNGEN von Thomas Stuber (Kritik 1, Berlinale 2018)

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Endlich! Ein Film, der alles richtigmacht. Vor allem, ein Film, der es am Ende nicht verreißt. In der Geschichte gibt viele Möglichkeiten, ein großes Drama zu entfachen. Doch IN DEN GÄNGEN bleibt eben dort. Regisseur Thomas Stuber opfert seine Figuren nicht einem oberflächlichen Effekt, sondern begleitet sie mit großer Sensibilität.

Empathie. Ein Schlüsselwort für den Stuber. Auf der Pressekonferenz sagt er: "Es geht um Menschen, die sich abgehängt fühlen...Ich könnte mir auch vorstellen, dass drei von fünf Leuten das völlig Falsche wählen. Aber ich mag sie trotzdem…Ich wollte einen Film machen, der völlig empathisch mit all diesen Figuren umgeht.“ Das gelingt. Publikum und Presse haben sich in den Film verliebt.

Der Supermarkt ist ein kleiner Mikrokosmos. Er könnte irgendwo auf der Welt sein. Getränkeabteilung, Süßwarenabteilung und Gefrierwaren bilden kleine, abgegrenzte Territorien. Wer hier arbeitet, gehört zu einer von ihnen. Für manche ist der Supermarkt ein letzter Rückzugsort.

Wie Thomas Stuber diese kleine Welt beobachtet, ist beeindruckend. Die Entwicklung der Figuren, die Dialoge, die Kameraperspektiven und der Erzählrhythmus: alles fügt sich harmonisch ineinander.

Es sind nicht nur die Hauptdarsteller Franz Rogowski und Sandra Hüller, die den Film tragen. Bis in die kleinsten Nebenrollen füllen die Schauspieler ihre Rollen so authentisch mit Leben, dass man nie das Gefühl hat, hier ist etwas gespielt.

Letztes Jahr hat die Berlinale-Jury die Gebete der Presse erhört. BODY AND SOUL gewann den Goldenen Bären. Dieses Jahr steht es in den Sternen, aber ich wünsche es diesen Film wirklich sehr.

23.02.18 16:04

PARTISAN von Matthias Ehlert, Lutz Pehnert und Adama Ulrich (Berlinale 2018)

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Ich habe lange in Berlin gelebt. Es war die Hochzeit der Castorf-Ära. Ich war an der Volksbühne bei Schlingensief Events oder Kitty-Yo Konzerten, aber nie bei einer der sagenumworbenen Theater-Inszenierungen. Jetzt würde ich gerne.

Nach der Premiere im Kino International, noch am selben Abend, gehe ich am Rosa-Luxemburg-Platz vorbei. Luftlinie sind es nur 1000 Meter. Recht schmucklos liegt das Theater da. Ganz anders als ich es in Erinnerung hatte. Ohne das "OST" im Scheinwerferlicht.

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Wehmut, und in diesem Film gibt es sehr viel davon, ist ein zuckersüßer Rausch am Verlust. Ist man damit nicht auch einer der Totengräber?

PARTISAN macht uns zum Teil einer Bande. Anführer Castorf ist umringt von seinen tollkühnen Kriegern: ganz vorne Sophie Rois, Kathrin Angerer und Martin Wuttke, dahinter Souffleusen, Lichttechniker und Bühnenbauer. Sie sitzen auf einem riesigen Volksbühnen-Sofa und ringen nach Worten, versuchen die Essenz eines Phänomens in Worte zu fassen. Ob auch Castorf auf dem Sofa saß, weiß ich nicht mehr. Von ihm gibt es jede Menge Fernsehmaterial, das ausgiebig in Partisan verwendet wird. In jedem Fall ist es ein Genuss zuzuschauen.

Zusammen mit den Archiv-Aufnahmen von Aufführungen und Proben ergibt sich eine stimmige Collage. Das ist zwar eher konventionell gemacht und weniger aufrührerisch als an der Volksbühne, wird dadurch aber auch nahbar und zugänglich. Für alle, die nie bei einer Castdorf-Inszenierung waren (und nun auch nicht mehr sein werden), ist PARTISAN bereits heute ein wichtiger Teil des imaginären Volksbühnen-Museums.

Fotos: u.a. © solo:film / Wolfgang Gaube

22.02.18 17:09

THE BEST THING YOU CAN DO WITH YOUR LIFE von Zita Erffa (Berlinale 2018)

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Die Legionäre Christi ist eine südamerikanische Version von Opus Dei. Eine christliche Bewegung, ein Orden. Andere würden sagen Sekte. Der Bruder der Filmstudentin und Regisseurin Zita Erffa hat sich den Legionären angeschlossen. Seitdem gibt es ein sehr restriktives Kontaktverbot. Die Familie darf Lázló höchstens einmal pro Jahr sehen. Briefe werden vom Orden mitgelesen. Unerwartet bekommt die Regisseurin nicht nur die Erlaubnis ihren Bruder länger zu besuchen, sondern auch sein Leben im Orden filmen. Ich erwarte einen Enthüllungsfilm.

Ein sektenähnlicher Orden kann nichts Gutes haben. Wie die Regisseurin suche ich daher die ganze Zeit nach dem Schlechten. Man sieht aber recht gut aufgelegte und reflektierte junge Männer. Klar, sie spielen nicht nur Fußball. Sie beten und singen viel. Sie reden auch über Gott und Jesus. Das kann jeder so finden, wie er will. Deswegen aber Anklage erheben? Wohl schwerlich. Es ist das Beste am Film, dass die Bilder gegen die Erwartung von Zuschauer und Regisseurin stehen. Zita Erffa hat eigentlich eine Rechnung offen. Die Legionäre haben ihr den Bruder weggenommen.

Der Film ist sehr persönlich. Es ist kein Film über die Legionäre Christi. Es geht darum, wie die Regisseurin mit ihrem persönlichem Konflikt umgehen kann, gerade wenn sich dieser nicht auflöst. Für Zuschauer wie mich ist THE BEST THING YOU CAN DO WITH YOUR LIFE eine Aufforderung: Immer genau hinschauen und wo immer es geht, sich ein eigenes Bild zu machen. Dann kann man urteilen oder Dinge einfach mit einem Fragezeichen stehen lassen.

RYUICHI SAKAMOTO: ASYNC AT THE PARK AVENUE ARMORY

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Natürlich ist es ein Film über die Musik. Viel spannender fand ich es aber, in die Gesichter der Zuhörer zu schauen. Manche andächtig oder konzentriert, andere abwesend und indifferent. Sie spiegeln uns als Zuschauer im Kinosaal. Konzentration wäre auch hier gut. Ich rutsche eher unruhig auf meinen Sitz hin und her. Wie bei vielen Filmen auf der Berlinale sollte man ausgeschlafen sein. Ein nicht zu lösender Widerspruch. Auch wenn der Film nur 65 Minuten dauert, durchlebe ich ihn sehr intensiv.

Ich stelle mir vor, ich wäre konzentriert und ausgeschlafen. Dazu wäre ich auch noch der Musik von Sakamoto sehr zugetan. Vielleicht würden sich dann die Töne, die der Filmkomponist einer Handvoll Instrumenten entlockt, zu etwas wie einem Klangbild zusammenfinden. Trotzdem würde ich mich aber fragen: Muss man das im Kino zeigen? Ist es nicht erst die künstliche Verknappung (es waren zum Konzert nur 200 Zuschauer zugelassen), die den Film interessant machen? Nach dem Abspann ist für eine Minute noch ein Flickern auf der Leinwand zu sehen ist. Eine Zuschauerin hinter mir murmelt: "Ja, und?"

Weltpremiere in Berlin Ost: PARTISAN (Berlinale 2018)

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Von links: Regisseur Lutz Pehnert, Volksbühnen Souffleuse, Alexander Scheer, Herbert Fritsch, Henry Hübchen und Regisseurin Adama Ulrich

Das Kino International ist für Berlin Filme der beste Ort. Es hat Leben. Es atmet. Im Saal mischen sich Film-Menschen, gefilmte Menschen und Menschen, die zuschauen. Oft teilen sie eine gemeinsame Geschichte. An Abenden wie heute ist Kino noch Kollektiverfahrung. Man lacht gemeinsam, schweigt oder applaudiert an den gleichen Stellen. Oder vergießt auch hier und da eine Träne.

PARTISAN ist ein Film über die Volksbühne. Er wurde sehr gefeiert. Es ist eine Hommage, ein Nachhall des Schlussakkords. Mehr zum Film später.

19.02.18 18:00

MINATOMACHI von Kazuhiro Soda (Berlinale 2018)

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Du bist zur Ausstellungseröffnung eines Freundes eingeladen. Du schaust dir die Kunstwerke an. Dann kommt der Moment. Dein Freund hat Zeit gefunden. Er steht neben Dir. Ihr unterhaltet Euch. Es arbeitet in Dir. "Ich muss jetzt irgendetwas zu seiner Kunst sagen.…Super?... Großartig? … Geht gar nicht. Ist doch Kunst." Warum muss man zu allem und jedem eine Meinung haben? Insbesondere zur Kunst? Oder zu Filmen? Fragt mich also bitte nicht:

"Wie fandst Du MINATOMACHI ?"

Meine Bitte ist gleichzeitig auch eine Auszeichnung. Es macht MINATOMACHI zur Kunst.

Vor der Vorstellung verliest der Regisseur seine zehn Prinzipien für das Filmemachen. Zwei davon sind Warnungen: "Lange Takes" und "Dreh solange es geht." MINATOMACHI geht über zwei Stunden. Die Aufnahmen sind wirklich sehr lang. Kazuhiro Soda beobachtet die Bewohner eines überalterten Fischerdorfes. Er läßt sie sprechen, hört ihnen geduldig zu und zeigt sie bei ihrer Arbeit.

Als ich aus dem Film komme, habe ich keine Meinung. Aber ich weiß, dass etwas bleiben wird. Szenen aus dem Film werden wieder auftauchen, in Träumen, am Tag oder in der Nacht. Vielleicht ist ein Film wie MINATOMACHI so wie ein guter Wein. Ich bin sein Lagerhaus. Über die Jahre wird er immer besser werden.

Fotos: © 2018 Laboratory X, Inc

DIE DEFEKTE KATZE von Susan Gordanshekan (Berlinale 2018)

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Arrangierte Ehen gehen oft nicht gut. Heirat aus Liebe geht aber auch oft nicht gut. Offene Partnerschaften enden dann auch so. Liebe ist kompliziert. Zusammen wohnen, zusammen arbeiten ist auch nicht einfach. Jede engere und auf längere Zeit ausgelegte Interaktion zwischen zwei Menschen ist ein Prozess mit viel Arbeit. Es gibt vier Phasen im Teambuilding: Warming, Storming, Norming, Performing. Das kann man auch auf die Liebe anwenden, zumindest was unter "Partnerschaft" läuft. Hört sich nicht schön an, passt aber.

Arrangierte Ehen gehören in diesem Pool an zwischenzeitlich unglücklichen Zweisamkeiten. Sie sind ein Typ dieser Gattung. Die Storming-Phase dieses Typs folgt einem Muster. Gerne wird sie herausgegriffen und ein Film daraus gemacht. Zugespitzt wird es gerne noch durch einen Untertyp: Arrangierte Ehe aus Kulturkreis A wird gelebt in Kulturkreis B. Beispiel: DIE FREMDE.

DIE DEFEKTE KATZE treibt es nicht auf die Spitze wie der Film von Feo Aladag. Alles entwickelt sich langsam. Es gibt keinen Schuldigen. Behutsam wird man durch die ersten beiden Phasen mitgenommen. Die Schauspieler vertrauen der Geschichte und die Geschichte ihnen.

Foto: © Glory Film / Julian Krubasik

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