DOK.fest München 2022

15.05.22 11:45

DOK.fest München 2022: Preise

VIKTOR Main Competition DOK.international

Im internationalen Wettbewerb hat der Film TRENCHES von Loup Bureau gewonnen. Der Film dokumentiert, wie im Donbass junge ukrainische Soldaten versuchen, einen halbwegs normalen Alltag aufrecht zu erhalten.

Der Film läuft noch am Sonntag, den 15.5., um 15h im Filmmuseum

VIKTOR DOK.deutsch

Im deutschen Wettbewerb konnte sich der österreichische Beitrag ZUSAMMENLEBEN durchsetzen. In vielen Nahaufnahmen filmt Thomas Fürhapter beeindruckend wie sich Imigrant*innen in Integrationskursen, die von der Stadt Wien in verschiedenen Landessprachen angeboten werden, mit der Kultur ihrer neuen Heimat auseinanderzusetzen (Sonntag, 15.5., 20h, City 3).

VIKTOR DOK.horizonte

Der Preis DOK.horizonte wird von der Petra Kelly-Stiftung vergeben und zeichnet Filme aus, die ihr Augenmerk auf Länder mit instabilen Strukturen richten. In diesem Jahr wurde NO SIMPLE WAY HOME von Akuol de Mabior ausgezeichnet. Die Regisseurin Akuol de Mabior begibt sich auf die Suche nach ihrer Heimat in den Südsudan. Es ist das Land ihrer Eltern, in dem sie selbst noch nicht gelebt hat (Sonntag, 15.5., 18:30h, Rio 2).

Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

Den Preis des Goethe-Instituts geht dieses Jahr an LIEBE, D-MARK UND TOD von Cem Kaya. Kaya widmet sich in seinen mitreißendem Musik- und Gesellschaftsfilm der Entwicklung der deutsch-türkischen Musikszene über ein Zeitraum von 50 Jahren (Sonntag, 15.5., 22:00h, Atelier 1).

DOK.fest München 2022 - Impressionen: NACH DER ARBEIT von Alexander Riedel

director alexander riedel with two of his main characters

Im Neuhauser Kino Neues Maxim stellte am Samstag den 14.5. Regisseur Alexander Riedel gemeinsam mit zwei seiner Protagonistinnen seinen neuen Film vor.

14.05.22 17:33

DOK.fest München 2022: DRAGON WOMAN von Frédérique de Montblanc

Finance manager Laetitia and colleagues

Frauen sind in den Führungsetagen von großen Firmen eine Seltenheit. Umso interessanter ist es, wenn Frédérique de Montblanc Frauen ins Zentrum ihres Dokumentarfilms stellt, die es geschafft haben.

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13.05.22 11:32

DOK.fest München 2022: WE MET IN VIRTUAL REALITY von Joe Hunting

Virtual avatars of hunting and the users he followd on VRChat

Alle sprechen über das Metaversum, ein Oberbegriff für das Verschmelzen von virtuellen und realen Welten. Für Non-Gamer wird das Metaversum bei genauem Hinschauen aber schnell zu einem undurchdringbaren Etwas, auf dessen Oberfläche viele Erwartungen projiziert werden. WE MET IN VIRTUAL REALITY hilft hier weiter.

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11.05.22 16:55

DOK.fest München 2022: INTENSIVE LIFE UNIT von Adéla Komrzý

 Kateřina Rusinová in conversation with a patient

Dokumentarfilme öffnen Welten, zu denen man sonst keinen Zugang hat. Dabei geht es nicht nur um Ausflüge in weit entfernte Regionen, sondern auch um Räume mit Grenzerfahrungen, die uns zwar sehr nah sind, die wir aber bewusst auf Distanz halten. Eine dieser Grenzerfahrungen ist der Tod.

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09.05.22 9:06

DOK.fest München 2022: DOK.edit Award

Filmstill SOLDAT_AHMET
Filmstill von SOLDAT AHMET

Die Montage ist eine der zentralsten und kritischsten Phasen in der Entstehung jedes Dokumentarfilms. Um die Bedeutung der Montage im Dokumentarfilm hervorzuheben, wird mit dem DOK.edit Award zum zweiten Mal ein Schnittpreis beim DOK.fest München verliehen. Gesponsert wird der Preis von der Firma Adobe, die seit über 30 Jahren das professionelle Schnittprogramm Adobe Premiere Pro herausbringt.

2022 sind der Film DAUGHTERS von Jenifer Malmqvist, SOLDAT AHMET von Jannis Lenz und ULTRAVIOLETTE AND THE BLOOD-SPITTERS GANG von Robin Hunzinger nominiert.

Am Montag den 9. Mai wird es im Silbersaal des Deutschen Theaters nach der Filmvorführung Publikumsgespräche mit Editor*innen von zwei der nominierten Filme geben. Um 18:30h gibt es einen Austausch zwischen der dreiköpfigen Jury des DOK.edit Awards mit den Editor*innen von DAUGHTERS Åsa Mossberg und Line Schou. Um 21h folgt der Austausch mit Jannis Lenz (SOLDAT AHMAD).

07.05.22 9:07

DOK.fest München 2022: African Encounters

AFRICAN_MOOT.jpg

Seit 9 Jahren hat das DOK.fest einen Afrika Schwerpunkt. Dieses Jahr laufen noch bis zum 8. Mai vier Filme unter der Kategorie African Encounters. Mit dabei ist u.a. AFRICAN MOOT von Shameela Seedat. Die südafrikanische Regisseurin schildert wie die besten Jurastudent*innen aus ganz Afrika an einer simulierten Verhandlung vor dem Afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte teilnehmen. Die weiteren Filme sind LEND ME YOUR VOICE von Claudine Ndimbira, HOME AGAIN von Babucarr Manka und NO SIMPLE WAY HOME von Akuol de Mabior.

In einer Podiumsdiskussion stellen sich die Filmemacher*innen am 7. Mai um 10h im HFF Audimax den Fragen des Publikums.

06.05.22 13:14

Eröffnung des DOK.fest München mit NAWALNY

alexei nawalny


1.450 Gäste feierten am 5.5. im voll besetzten Deutschen Theater die Eröffnung des DOK.fest München. Gezeigt wurde die Deutschlandpremiere von NAWALNY. Regisseur Daniel Roher und mehrerer Mitglieder seines Filmteams waren anwesend.

Roher begleitete Alexei Nawalny, während er sich in Deutschland von den Folgen des Mordanschlags erholte. Er war auch dabei, als Nawalny seine mutmaßlichen Mörder aufspürte, diese unter fingierter Identität anrief – und so einen seiner Attentäter überführte.

Daniel Roher, Kameramann Niki Waltl und Tonmeister Marcus Vetter schilderten auf der Premiere, wie sie die Szene erlebten: Obwohl sie kein Russisch sprechen, konnten sie an den Gesichtsausdrücken und Reaktionen der anderen Menschen im Raum erkennen, welch außergewöhnlichen Moment sie filmten.

Das Publikum feierte den Eröffnungsfilm mit minutenlangen Standing Ovations. „Dokumentarfilm ist eine Königsdiziplin der Kultur“, sagte Festivalleiter Daniel Sponsel in seiner Eröffnungsrede. „NAWALNY beweist, Dokumentarfilm ist Filmkunst und Aufklärung im besten Sinne.“

Treffend beschrieb Münchens 2. Bürgermeister Katrin Habenschaden im Anschluss an die Premiere die große Leistung des Filmfests: "Während der Pandemie hat sich das DOK.fest nicht unterkriegen lassen, sondern zwei erfolgreiche Jahre im digitalen Raum absolviert und startet jetzt erstmals als duale Edition durch. Damit hält das DOK.fest zum einen die Sichtbarkeit der vielen Kulturorte in unserer Stadt hoch, zum anderen ermöglicht es weiterhin eine breite Teilhabe. Denn die digitalen Formate sind in ihren Chancen für Inklusion für viele Menschen ein großartiges Mittel.“

05.05.22 18:21

DOK.fest München 2022: kinokino Publikumspreis

photo of boxes to collect votes for the audience award


Die Boxen für den kinokino Publikumspreis sind schon präpariert. Der Preis wird von BR und 3sat gestiftet und ist mit 2000 Euro dotiert. Vielleicht wichtiger für den Gewinner ist aber, dass der Film später mit dem Preis beworben werden kann.

Alle Langfilme und Kurzfilmprogramme, die im regulären Filmprogramm des DOK.fest laufen, sind nominiert. In besagte Boxen, die am Kinoausgang aufgestellt werden, kann man einfach am Ende des Films sein Ticket einwerfen. Aber auch online können die Festivalbesucher*innen "voten". Über ein Popup-Fenster im Videofenster können bis zu fünf Punkte vergeben werden.

04.05.22 14:50

DOK.fest München 2022

DOKfest_2022_klein.jpg

Heute, am 4.5.2022, startet das 37. DOK.fest München und es ist wieder voll präsent. Mit gewohnt frischem Elan bespielt es vom 4. bis zum 15. Mai die bayerische Hauptstadt und viele Spielstätten öffnen wieder ihre Kinosäle. Mit 1450 Plätzen wird das Deutsche Theater zu einem würdigen Hauptspielort. Doch auch viele andere Spielstätten gibt es zu entdecken. Neben den inzwischen etablierten Festivalkinos City, Rio und Neues Maxim kommt das Neues Rottmann in der Maxvorstadt hinzu. Außerdem werden so unterschiedliche wie herausragende Orte der Münchner Kulturlandschaft wie das Bellevue di Monaco, die Pinakothek der Moderne, das NS-Dokumentationszentrum oder das Harry Klein bespielt.

Filmstill, showing Nawalny in front of a computer, possibly in a telephone call, an a woman that put her hand in front of her mouth
Filmstill from NAWALNY

Das Programm ist wie die Jahre zuvor wieder exquisit und widmet sich hoch aktuellen Themen. Heute startet das Filmfest mit der Deutschlandpremiere von NAWALNY. Daniel Roher hat den russischen Oppositionellen Alexei Nawalny begleitet und u.a. auch das aufsehenserregende Telefongespräch zwischen Nawalny und seinen Attentäteter gefilmt.

alice_schwarzer_klein.jpg
Filmstill from ALICE SCHWARZER

Außerdem steht die Premiere des Porträtfilms ALICE SCHWARZER im Programm. Die Aktivistin, die erst vergangene Woche mit ihrer Unterschriftenaktion gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine für Schlagzeilen sorgte, wird am 7. und 8. Mai auf dem DOK.fest anwesend sein.

Influencer Leonie in the car together with her father. He makes an exciting phase while Leonie seems not very excited.
Filmstill from LEONIE

Zwei Filme widmen sich dem Phänomen der Influencer und "Amateurstars". Regina Meurer beobachtet in GIRL GANG die Teenie-Influencerin Leonie und Joshua Bongard zeigt in PORNFLUENCER, wie ein junges Paar durch Amateurpornografie Geld verdienen will.

Seit Beginn der Pandemie hat das DOK.fest München wie kein anderes deutsches Filmfestival bewiesen, dass Streaming für Filmfestivals nicht Konkurrenz sondern eine gewinnbringende Weiterentwicklung sein kann. Der Erfolg 2020 und 2021 gab dem DOK.fest recht und auch in der jetzigen Ausgabe zeigt das DOK.fest fast 90% seines Filmangebots auf einer Streaming-Plattform (leicht zeitversetzt vom 9. bis zum 24.5.2022).

Das DOK.fest München macht dieses Jahr, wo fast alle Pandemiebeschränkungen gefallen sind, wieder vieles richtig und kann in seiner Innovationskraft dem Münchner Filmfest als zukunftsweisendes Vorbild dienen.

AŞK, MARK VE ÖLÜM (Love, Deutschmarks and Death) von Cem Kaya

A fan shows his collection on audio tapes

Gibt es eigentlich ein Archiv der wichtigsten Kulturgüter Deutschlands? Bestimmt! In jedem Fall muss (!!) AŞK, MARK VE ÖLÜM in dieses Archiv. Der Film ist ein mitreißender Soundtrack über den langen Weg Deutschlands zu einem Einwanderungsland.

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CROSSING EUROPE 2022: ULTRAVIOLETTE ET LE GANG DES CRACHEUSES DE SANG (Ultraviolette and the Blood-Spitters Gang) von Robin Hunzinger

Filmstill showing a photo from Emma and Marcelle

Briefe als unendliche Spiegelung: als Akt der Selbstvergewisserung eine Erzählung an die Briefeschreiberin, Worte an eine Erinnerung, die man bereits lange Zeit nicht mehr gesehen hat, die Aufnahme durch Dritte, die dann die Worte in einen Film wandeln, ein Zuschauer, der das Gesehene in sich projiziert und wie ich, darüberschreibt, was wiederum jemand liest und mit in den Kinosaal nimmt, wenn sie den Film selbst sieht.

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03.05.22 14:37

CROSSING EUROPE 2022: A PILE OF GHOSTS von Ella Raidel

filmstill from the movie a pile of ghosts

In vielleicht keinem anderen Land nivellieren sich Städte in einem so atemberaubenden Tempo wie in China. Die Folge des geschäftigen Bauens ist eine urbane Überproduktion. Die Filmregisseurin und Künstlerin Ella Raidel hat sich dieser in dem Forschungsprojekt OF HAUNTED SPACES über mehrere Jahre gewidment und ihre Beobachtungen 2021 mit dem Film A PILE OF GHOSTS vorläufig abgeschlossen.

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CROSSING EUROPE 2022: NELLY & NADINE von Magnus Gertten

Filmstill from a black and white newsreel filmed in April 1945, showing Nadine Hwang as one of the survivors that arrived in Malmö


Nach HARBOUR OF HOPE war EVERY FACE HAS A NAME Magnus Gerttens zweiter Film über die Ankunft von Überlebenden deutscher Konzentrationslager im schwedischen Hafen Malmö im April 1945. Ausgehend von Filmmaterial, das Gertten in Archiven gefunden hatte, recherchierte er die Geschichten der Überlebenden und versuchte sie so vor dem Vergessen zu retten. Als er EVERY FACE HAS A NAME 2016 in Paris zeigt, meldet sich eine Frau aus dem Publikum: "Ich kann etwas zu der chinesischen Frau im Film erzählen."

In dem Projektionsraum beginnt das Filmprojekt NELLY & NADINE. Wie in Woody Allens THE PURPLE ROSE OF CAIRO steigt Sylvie Bianchi aus dem Zuschauerraum auf die Leinwand und Sylvies eigene Geschichte beginnt sich im Film zu verändern.

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01.05.22 21:47

CROSSING EUROPE 2022: Preise

BEST FICTION FILM

CICHA ZIEMIA (Silent Land) von Aga Woszczyńska

Filmstill von CICHA ZIEMIA

AUDIENCE AWARD - BEST FICTION FILM

UN MONDE (Playground) von Laura Wandel

Filmstill von UN MONDE

SOCIAL AWARENESS AWARD - BEST DOCUMENTARY FILM

TVORNICE RADNICIMA (Factory to the Workers) von Srđan Kovačević

Filmstill von Factory to the Workers

YAAAS! JUGENDJURY

YOUTH TOPIA von Dennis Stormer

Filmstill von YOUTH TOPIA

LOCAL ARTIST

STORIES FROM THE SEA von Jola Wieczorek

Filmstill von STORIES FROM THE SEA

30.04.22 19:47

CROSSING EUROPE 2022: MOON, 66 QUESTIONS von Jacqueline Lentzou

Filmstill from  MOON, 66 QUESTIONS, Paris und Artemis

Es gibt Situationen im Leben, in denen sich wie bei einem Prisma die Vergangenheit in einem situativen Punkt bündelt, um von dort aus wieder neu in die Zukunft auszustrahlen. Eine solche Situation kann entstehen, wenn sich das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern umkehrt.

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CROSSING EUROPE 2022: LA LIGNE von Ursula Meier

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Eine Frau rastet aus. Erst fliegt Geschirr und Essen an die Wand, dann wirft sich die grazile junge Frau wie ein Raubtier auf ihre Mutter. Mit Mühe nur kann sie von zwei erwachsenen Männern gebändigt werden. Sie reißt sich los, die Mutter versucht erst, sich hinter dem teuren Flügel zu verschanzen, dann hält sie plötzlich inne, blickt halb zärtlich, halb verächtlich auf ihr Kind und streichelt ihr die Wange. Offenbar die falsche Geste. Zack – eine heftige Ohrfeige wirft die Ältere fast um, sie knallt mit dem Kopf auf die Tastatur. Mit diesem Prolog ohne Ton und in Zeitlupe beginnt Ursula Meiers Wettbewerbsbeitrag LA LIGNE. Der Vorfall hat zur Folge, dass Margaret, die Tochter, für die nächsten drei Monate einen Abstand von hundert Meter zu ihrer Mutter Christina einhalten muss.

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29.04.22 23:19

CROSSING EUROPE 2022: EUROPE von Philip Scheffner

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Zu Beginn von EUROPE blickt die Kamera aus einem Krankenhaus herab auf eine Bushaltestelle und einen Krankenwagen. Eine Frauenstimme sagt aus dem OFF: „Der Film hört nicht auf. Selbst wenn sie den Film verlässt, lebt sie immer noch das, was sie gespielt hat.“ Das sagt die Darstellerin Rhim Ibrir über die Figur Zohra – eine Frau algerische Frau, die seit Jahren in Jahren in Frankreich lebt und dort wegen einer schweren Wirbelsäulenerkankung behandelt wird. Nun hat sich ihre Gesundheit verbessert, es sind keine Operationen mehr notwendig. Diese gute Nachricht wird zur katastrophalen Botschaft, als der französische Staat Zohra die Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert.

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CROSSING EUROPE 2022: Impressionen

Nach zwei cineastisch entbehrungsreichen Jahren nehmen Linzer und wie angereiste Filmenthusiasten bei blendenden Wetter drinnen wie draußen die Angebote des CROSSING EUROPE Filmfestivals dankend an.

Vorplatz des Festivalgeländes mit installierten Sitzmöglichkeiten


Crossing Europe Festivalflagge

28.04.22 14:26

CROSSING EUROPE 2022: AEIOU DAS SCHNELLE ALPHABET DER LIEBE von Nicolette Krebitz

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Anna (Sophie Rois) ist als Schauspielerin nicht mehr so gefragt. Das heißt noch lange nicht, dass sie sich bei einer Hörspielproduktion vom widerwärtigen Kollegen antatschen lässt. Da geht sie lieber. Aber Anna hat einen Scheißtag. Vor der Paris Bar klaut ihr auch noch ein Jugendlicher die Handtasche. Doch ein junges Paar stellt den Dieb nach einer Verfolgungsjagd, lässt ihn laufen und bringt Anna die Handtasche zurück. Nur ein paar Tage später entpuppt sich eben dieser Dieb als der gehemmte Adrian (Milan Herms), dem Anna für ein Schultheaterprojekt richtiges Sprechen beibringen soll. Einen Auftrag, den sie nur widerwillig annimmt, aber sie braucht das Geld.

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27.04.22 19:51

CROSSING EUROPE 2022

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Heute startet in Linz das wunderbare CROSSING EUROPE Filmfestival. Nachdem in den letzten beiden Jahren das Festivalteam alles getan hat, um auch unter erschwerten Pandemiebedingungen dem Publikum ein Festivalerlebnis zu ermöglichten, findet CROSSING EUROPE dieses Jahr wieder zu gewohnter Zeit als rein "physisches" Festival statt. 148 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 34 verschiedenen Ländern gibt es zu entdecken. Vieles wurde schon auf anderen Festivals wie der Berlinale vorgesichtet, was die Chancen auf ein spannendes Filmerlebnis deutlich erhöht.

Nach dem Wechsel der langjährigen Festivalleiterin Christine Dollhofer in die Geschäftsführung des Filmfonds Wien hat CROSSING EUROPE mit Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler seit diesem Jahr eine neue Doppelspitze. Beide Festivalleiterinnen sind schon seit langem Teil des Festivalteams. Wir wünschen an dieser Stelle viel Glück für ihre erste Festival-Ausgabe.

16.02.22 19:14

Die Bären 2022

GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM

ALCARRÀS von Carla Simón

Filmstill von ALCARRÀS

© LluisTudela

SILBERNER BÄR GROSSER PREIS DER JURY

SO-SEOL-GA-UI YEONG-HWA (THE NOVELIST’S FILM) von Hong Sangsoo

Filmstill von SO-SEOL-GA-UI YEONG-HWA (THE NOVELIST’S FILM)

© Jeonwonsa Film Co. Production

SILBERNER BÄR PREIS DER JURY

ROBE OF GEMS von Natalia López Gallardo

Filmstill von ROBE OF GEMS

© Visit Films

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE

Claire Denis für die Regie von AVEC AMOUR ET ACHARNEMENT

Filmstill von Avec amour et acharnement

© Curiosa Films 2022

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE SCHAUSPIELERISCHE LEISTUNG IN EINER HAUPTROLLE

Meltem Kaptan für die Rolle in RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH von Andreas Dresen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush)

© Andreas Hoefer / Pandora Film

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE SCHAUSPIELERISCHE LEISTUNG IN EINER NEBENROLLE

Laura Basuki für die Rolle in NANA von Kamila Andini

Filmstill von NANA

© Batara Goempar

SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH

Laila Stieler für RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH von Andreas Dresen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush)

© Andreas Hoefer / Pandora Film

SILBERNER BÄR FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG

Rithy Panh für EVERTHING WILL BE von Rithy Panh

Filmstill von EVERTHING WILL BE

Copyright CDP, Anupheap Production

Berlinale 2022 - Liebes Tagebuch oder: ratlos vor der Bärenfrage

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Foto: Dirk Michael Deckbar / Berlinale 2014

Auf keiner Berlinale stand ich bislang so ratlos vor der Bärenfrage wie in diesem Jahr. Zum einen, ich muss es gestehen, habe ich es nicht geschafft, alle, oder wenigstens fast alle Wettbewerbs-Filme zu sehen. Irgendwie fehlte mir dazu der Drive, auch die lieben Kolleginnen und Kollegen an der Seite, die einen sonst einfach mitziehen. Viele waren gar nicht erst angereist. Und meine Kinokollegenkumpels, die da waren, saßen nicht neben mir – weil die Sitzplatzvergabe online erfolgte. Ich will jetzt gar nicht rumheulen und bin durchaus in der Lage, mich bei Bedarf auch mit mir unbekannten Menschen neben mir über Filme auszutauschen. Tatsächlich habe ich das auch schon ein, zweimal im Leben getan. Aber früher war eben mehr Lametta.

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Berlinale 2022 - Impressionen

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Diese Berlinale war anders. Fotos vom Roten Teppich habe ich keine. Aber ein paar Impressionen vom Festivalblog-Alltag zwischen Maske, Test, Kino und Kaffee. Sie geben einen kleinen Einblick, wie sich die Berlinale in diesem Jahr angefühlt hat - jenseits der Filme. Normalerweise warten wir einen beträchtlichen Teil unseres Berlinale-Tages in den Schlangen vor den Kinos oder den Ticket-Schaltern. Jetzt haben wir auch gewartet. Aber anders.

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Berlinale 2022: À PROPOS DE JOAN (ABOUT JOAN) von Laurent Larivière

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Gleich zu Beginn blickt uns Joan (Isabelle Hubbert) direkt in die Augen: Sie werde uns jetzt auf eine Erinnerungsreise durch ihr Leben mitnehmen und manches werde erfunden sein. In der ersten Szene durchbricht Regisseur Laurent Larivière also die vierte Wand. Damit setzt er die Zuschauer auf eine Fährte. Bei allem was Joan uns erzählt, ist die Frage: Was ist die Fiktion in der Fiktion? Die Reise beginnt, als sich die junge Joan (Freya Mavor), die in den 70er Jahren Au-Pair-Mädchen in Dublin ist, in den Taschendieb Doug (Éanna Hardwicke) verliebt. Joan bekommt ein Kind von Doug, aber das wird Doug nie erfahren. Sie zieht Nathan allein groß.

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Berlinale 2022: SO-SEOL-GA-UI YEONG-HWA (THE NOVELIST’S FILM) von Hong Sangsoo

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Beim Filmeschauen kann man manchmal ganz ungewöhnliche Dinge lernen. "Es ist ein heller Tag. Bald wird es dunkel. Lass uns spazieren gehen." Wer Hong Sangsoos SO-SEOL-GA-UI YEONG-HWA (THE NOVELIST’S FILM) gesehen hat, kann diese drei Sätze danach in koreanischer Gebärdensprache sagen. Um am Ende des Films festzustellen: Der Regisseur hat uns gerade auf eben diesen Spaziergang mitgenommen. In seinem vierten Berlinale-Wettbewerbsbeitrag seit 2017 schickt Hong Sangsoo seine Protagonistin, die titelgebende Schriftstellerin (Lee Hyeyoung), in einem Vorort von Seoul durch einen Reigen von Begegnungen, an deren Ende sie wieder am Ausgangspunkt, einem kleinen Buchladen, ankommt. Aber: mit der Idee für ein kleines Filmprojekt in der Tasche. Schauspielerin und Kameramann hat sie an diesem Tag sozusagen am Wegesrand gefunden. Sie wird den Film umsetzen, und wir bekommen zuletzt einige Minuten daraus zu sehen. Er zeigt einen Spaziergang in der Sonne.

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15.02.22 19:40

Berlinale 2022: LEONORA ADDIO von Paolo Taviani

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Luigi Pirandello wird 1934 der Nobelpreis für Literatur verliehen. Da sitzt er nun in Stockholm, geschniegelt und gebügelt, aber richtig glücklich sieht er nicht aus. In der Tat: "Ich habe mich noch nie so einsam und traurig gefühlt", sagt die Stimme aus dem Off; Pirandello selbst hat das so in einem Brief geschrieben. Im selben Jahr kehrt er nach Rom zurück, zwei Jahre später ist er tot. Seine Asche, so hat er verfügt, soll "in einen groben Stein eingelassen" in seiner Heimat Agrigent auf Sizilien bestattet werden. Der Duce sieht das anders. Die Asche bleibt in Rom. Erst zehn Jahre später, der Weltkrieg ist vorbei, Mussolini-Italien ist untergegangen, wird die Urne nach Sizilien überführt. Die Geschichte dieser Reise liefert den Stoff für den ersten Teil von LEONORA ADDIO, dem Wettbewerbsbeitrag des 90-jährigen Paolo Taviani.

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Berlinale 2022: PK zu LEONORA ADDIO von Paolo Taviani

Ciao, Paolo! Das Leben ist eine Theatervorstellung! Wissenswertes zur Pressekonferenz Teil 3

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Paolo Taviani, 90 Jahre alt, zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Vittorio Goldbären-Gewinner im Jahr 2012, hat der Presse soeben seinen Wettbewerbsbeitrag LEONORA ADDIO auf der Berlinale vorgestellt. Er wollte, so sagt er, in jeder Minute des Films deutlich machen, dass es sich dabei um ein "spettacolo", eine Art Theatervorstellung also, handelt. Getreu diesem Motto hatte auch die Pressekonferenz durchaus etwas von einem spettacolo.

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Berlinale 2022: TA FARDA (UNTIL TOMORROW) von Ali Asgari

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Fereshteh (Sadaf Asgari) studiert in Teheran und hat ein zwei Monate altes Baby. Jetzt wollen ihre Eltern nach Teheran kommen und bei ihr übernachten, weil ein Verwandter einen Unfall hatte. Das Problem: Die Eltern wissen nichts von dem Kind und der Vater des Kindes ist keine Hilfe. Nun hat Fereshteh auf einmal 1000 Dinge zu regeln. Nicht nur die Betreuung für den Sohn, sondern auch alle Spuren, die in ihrer kleinen Wohnung auf ein Baby hinweisen, müssen verschwinden. Ihre einzige Unterstützung dabei ist ihre Freundin Atefeh (Ghazal Shojaei).

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Berlinale 2022: PK zu LA LIGNE von Ursula Meier

Oh lala, Benjamin! Bonjour, Valeria!

Wissenswertes aus der Pressekonferenz – Teil 2

In Ursula Meiers Wettbewerbsfilm LA LIGNE spielt die Musik eine große Rolle – sie ist Heilerin, aber auch Ursache eines tiefen familiären Zewürfnisses.

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Dann die Überraschung auf der Pressekonferenz: Benjamin Biolay (der mit der schönen Stimme und den tollen Chansons) saß leibhaftig auf dem Podium! Oh lala. Das ist doch mal was. Natürlich saß er nicht aus dekorativen Zwecken da, sondern weil er in dem Film mitgespielt hat – und zwar einen Musiker, der dann auch mal (ein von Biolay komponiertes Lied) singen darf. Gesungen hat er auf der PK leider nicht – aber seine Sprechstimme ist fast genauso schön. Seufz.

Eine sehr interessante Stimme hat auch Valeria Bruni Tedeschi, ein bisschen heiser, recht hell, und in Kombination mit der ganzen Frau einfach umwerfend. Allerdings...

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14.02.22 22:12

Berlinale 2022: KEIKO, ME WO SUMASETE (SMALL, SLOW, BUT STEADY) von Shô Miyake

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Das sind die Momente, die ein Filmfestival besonders machen: Shô Miyakes KEIKO, ME WO SUMASETE (SMALL, SLOW, BUT STEADY) ist eine echte Entdeckung auf der diesjährigen Berlinale. Der 1984 in Sapporo geborene Regisseur erzählt darin die Geschichte von Keiko (Yukino Kishii), einer gehörlosen jungen Frau aus Tokio, die trotz aller Widrigkeiten auf dem Weg zur Profiboxerin ist. Ein kleiner, schäbiger Boxclub um die Ecke ist ihre zweite Heimat, der ältere Betreiber des Klubs gibt ihr Halt und fordert sie zugleich. Doch dann ändern sich schleichend, fast unmerklich, kleine Dinge in ihrem Leben und Keiko kommt ins Wanken – im Ring ebenso wie im eigentlichen Leben. Was will sie wirklich? Ist der Kampf in Boxhandschuhen womöglich eine Flucht vor den wahren Herausforderungen des Lebens? Wohin soll ihr Weg sie führen?

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Berlinale 2022: THE OUTFIT von Graham Moore

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Um einen richtig guten Anzug zu schneidern braucht es die richtigen Materialien, hunderte von präzisen Arbeitsschritten – Maß nehmen, Schnittmuster zeichnen, den Stoff zuschneiden, nähen – bevor sich zuletzt alles zusammenfügt: im Finish. Leonard hat das Handwerk vor dem Krieg in Londons Savile Row gelernt. Jetzt, im Jahr 1956, fertigt er Hochklasse-Outfits für Chicagoer Mobster an, die es sich leisten können. Als eines Nachts zwei der Gangster in seinen Laden kommen und ihn um einen Gefallen bitten, den er nicht ablehnen kann, setzt ein undurchschaubares Spiel um Macht, Betrug und das Überleben ein. Graham Moore, Autor des Romans „The Sherlockian“ und Drehbuchautor von THE IMITATION GAME, gibt hier sein Regie-Debut. Mark Rylance (BRIDGE OF SPIES, WOLF HALL) spielt Leonard, den formvollendeten Englishman in New York, der mit Nadel und Faden ebenso präzise und virtuos umgehen kann wie mit der Schere.

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Berlinale 2022: LES PASSAGERS DE LA NUIT von Mikhaël Hers

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Es lohnt sich immer, Charlotte Gainsbourg dabei zuzusehen, wie sie Verletzlichkeit und Stärke raffiniert kombiniert. In Mikhaël Hers Wettbewerbsbeitrag LES PASSAGERS DE LA NUIT füllt sie, wieder einmal, eine solche Paraderolle mit Bravour aus. Paris, 1980er Jahre: Elisabeth wird von ihrem Ehemann verlassen, nun muss sie ihr Leben neu sortieren – zum Beispiel eine Arbeit finden, das lähmende Gefühl, absolut nutzlos zu sein, überwinden und ihren heranwachsenden Kindern Orientierung in Zeiten des Umbruchs geben. Die Arbeit in einer Late Night Radio Talk Show erweist sich dabei als unerwarteter Rettungsanker.

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Berlinale 2022: THIS MUCH I KNOW TO BE TRUE von Andrew Dominik

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Nick Caves Band The Bad Seeds feiert im Jahr 2023 ihren 40. Geburtstag. In ihrer langen Geschichte haben neben Cave 13 Musiker in der Band gespielt. Wichtige Kollaborateure beim Songwriting waren in der Vergangenheit Mick Harvey und Blixa Bargeld. Warren Ellis spielt schon seit dem Album Let Love In mit den Bad Seeds, aber seit 2005 wurde er zum wichtigsten kreativen Mitstreiter Caves – nicht nur im Rahmen der Band, sondern auch beim Komponieren von mehr als 20 Soundtracks und Theatermusiken. THIS MUCH I KNOW TO BE TRUE besteht im Kern aus Performances von Songs des Nick Cave & The Bad Seeds Albums Ghosteen von 2019 und dem gemeinsamen Album Carnage von Nick Cave und Warren Ellis aus dem vergangenen Jahr.

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13.02.22 22:03

Berlinale 2022: AEIOU – DAS SCHNELLE ALPHABET DER LIEBE von Nicolette Krebitz

Wissenswertes aus der Pressekonferenz

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Die Regisseurin und ihre beiden Stars: Sophie Rois, Milan Herms, Nicolette Krebitz

Sophie Rois hat eher keine so gute Erinnerung an die Sprecherziehung an der Schauspielschule. Ihr wurde damals recht brutal erklärt: "Du gehörst nicht auf die Schauspielschule, Du gehörst ins Krankenhaus!" Wir freuen uns, dass Frau Rois auf dieses Verdikt gepfiffen hat. Und sich nun mit einer großartigen Rolle in Nicolette Krebitz‘ wunderschönem Wettbewerbsfilm AEIOU – DAS SCHNELLE ALPHABET DER LIEBE mit Verve und Charme für diese frühe Schmach rächt. Sie spielt dort eine Schauspielerin, die als Sprecherzieherin in mehrerer Hinsicht erstaunliche Erfolge erzielt.

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Berlinale 2022: NANA (BEFORE, NOW & THEN) von Kamila Andini

Bis der Knoten sich löst

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Die Kunst, sich einen perfekten Haarknoten zu drehen, beherrscht in Indonesien in den 1960er Jahren jede Frau im Schlaf. So auch Nana (Happy Salma): Ziehen, drehen, wirbeln, feststecken – die Frisur sitzt. Und mit ihr das Lächeln, die Haltung, die Gesten und Worte der liebevollen und fürsorglichen Ehefrau und Mutter. Im Haarknoten einer Frau lassen sich ihre tiefsten Geheimnisse perfekt verstecken, so erklärt Nana ihrer kleinen Tochter einmal lächelnd. Das ist mehr als eine kindgerechte Antwort auf die Frage "Warum tragen Frauen ihr Haar eigentlich lang, Mama?" Es ist ein Bild für die Selbstkontrolle und Verleugnung, mit der Nana tagein, tagaus lebt. Kamila Andinis Wettbewerbsfilm NANA löst diesen Knoten, Windung um Windung, auf ganz eigene, poetische Weise.

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12.02.22 21:06

Berlinale 2022: L’ÉTAT ET MOI von Max Linz

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Wenn Sophie Rois nicht nur die Gerichtspräsidentin von Berlin-Mitte mit dem wunderbaren Namen Josephine Praetorius-Camusot spielt, sondern auch die in einer Ausstellung zum Geburtstag der deutsch-französischen Freundschaft zum Leben erwachte Wachsfigur eines Kommunarden der Pariser Commune namens Hans List (seines Zeichens Komponist oder Kommunist – darüber herrscht einige Verwirrung), dann ist der Ton nicht Pathos wie in Brechts Gedicht Resolution der Kommunarden, sondern eher Screwball. L’ÉTAT ET MOI ist ein ganz seltenes Exemplar im Forum der Berlinale: eine echte Komödie. Zum weiteren Personal gehören Wachtmeister Detlev D. Detlevsen (Bernhard Schütz), der überaus ungeschickte und verliebte Rechtsreferendar Yushi Lewis (Jeremy Mockridge) und der scharf-konservative aber nicht besonders helle Staatsanwalt Donnerstrunkhausen (Hauke Heumann).

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Berlinale 2022: EVERTHING WILL BE OK von Rithy Panh

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"Das Archiv bin ich", sagt die Frauenstimme, die die Bilder von Rithy Panhs EVERYTHING WILL BE OK über den gesamten Film hinweg kommentiert. Die Stimme ist Erzählerin, Deuterin, Anklägerin. Es ist nicht klar, aus welcher Perspektive sie spricht. Ist sie Teilnehmende am durchgängigen Narrativ des Films – dem Zerfall der Herrschaft der Menschen über die Tiere und dem Aufstieg der Tiere zu Herrschern über die Menschen – oder ist sie Beobachterin?

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11.02.22 22:31

Berlinale 2022: RIMINI von Ulrich Seidl

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Ulrich Seidl schaut hin, bis es weh tut. Und darüber hinaus. Das macht er gut, das tut er gern. In RIMINI, dem diesjährigen Wettbewerbs-Beitrag auf der Berlinale, schaut er Richie Bravo beim Schnulzensingen, Saufen, Rauchen, Vögeln und Verzweifeln zu. Die Schauplätze dieses Dramas vom dicken Gigolo, armen Gigolo: das winterliche Rimini mit seinen maroden, leer stehenden Betonklötzen von Hotels und Richies vermeintlich zurückgelassene Heimat in Österreich. Alte Nazis kommen auch vor (Hallo, Österreich!), aber sie sind auf dem Höhepunkt ihrer Demenz (jetzt aber wirklich!) und kurz vor dem Exitus.

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Berlinale 2022: WIR KÖNNTEN GENAUSO GUT TOT SEIN von Natalia Sinelnikova

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Foto: Jakob Reinhardt

Wo liegt der Hund begraben?

Natalia Sinelnikova hat in Babelsberg Filmregie studiert. Ihr Abschlussfilm WIR KÖNNTEN GENAUSO GUT TOT SEIN eröffnet die Reihe "Perspektive Deutsches Kino" auf der diesjährigen Berlinale.

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10.02.22 20:00

Berlinale 2022: PETER VON KANT von François Ozon

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Französischer Star-Regisseur macht einen Film über das toxische Liebesleben eines deutschen Star-Regisseurs. Dabei erinnert die Hauptfigur stark an einen realen, bereits verstorbenen deutschen Star-Regisseur, der seinerzeit die Vorlage, im Theater und Film, für die Neuinterpretation des Franzosen geschaffen hat. Die drei Hauptfiguren sind nun Männer, wo es vorher Frauen waren - aber im Grunde waren es auch damals schon verpuppte Männer, denn der deutsche Star-Regisseur hatte in seinem Film seine eigene, komplizierte Liebesbeziehung zu einem seiner Hautdarsteller verarbeitet. Alles klar? Der Eröffnungsfilm des Berlinale-Wettbewerbs, François Ozons PETER VON KANT, nennt sich Adaption, ist aber vielmehr ein intelligentes Vexierspiel, das sich auf Rainer Werner Fassbinders DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT bezieht.

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09.02.22 17:21

Berlinale 2022: Der Wettbewerb

Ich kann mir nicht helfen. Ich habe einfach immer das Cover des Bananarama Hits „Robert de Niro’s waiting“ von Tocotronic und Fettes Brot im Ohr: "Nicolette Krebitz wartet - spricht italienisch...". Als der Song 1998 geschrieben wurde, war Nicolette Krebitz vor allem als Schauspielerin bekannt. Inzwischen hat sich Krebitz auch im Regiefach etabliert und 2016 in Sundance mit WILD einen viel beachteten Beitrag gezeigt. Sechs Jahre später ist sie nun mit A E I O U - DAS SCHNELLE ALPHABET DER LIEBE im Wettbewerb der Berlinale.

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© Reinhold Vorschneider / Komplizen Film


Sophie Rois gibt als ehemalige Schauspielerin Anna dem als Problemfall eingestuften Halbwüchsigen Adrian Sprechunterricht. Ihr zur Seite steht neben Milan Herman als Adrian auch die Eminenz des Independent Films Udo Kier. Auf der anderen Seite der Kamera befinden sich ebenfalls bekannte Namen. Maren Ade ist Co-produzentin und für den Schnitt zeigt sich Christoph Schlingensiefs ehemalige Lieblingscutterin Bettina Böhler verantwortlich.

Auf der Webseite von Komplizenfilm wird die Geschichte von A E I O U schön in drei kurzen Sätzen zusammengefasst:

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Berlinale 2022: Als die Männchen laufen lernten

Das wird der Star der Berlinale: Das laufende Männchen im Ticketshop - wenn es rechts angekommen ist, gibt es Tickets. Mit ein bisschen Geduld klappt alles prima bisher.

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24.01.22 19:51

Berlinale 2022: Das rosa Band der Sympathie

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Hu-äh-hurra??? Hu-äh-hurra!!! Die 72. Berlinale läuft vom 10. bis zum 20. Februar - mit Journalist*innen im Kinosaal. Und was noch besser ist, nicht nur Journalist*innen dürfen kommen, sondern sogar ganz normale Menschen wie du, sie, er und ihr da hinten. Das komplette Programm wird am 1. Februar veröffentlicht. Der Wettbewerb mit seinen 18 Filmen wurde ja schon wie üblich allgemein üblich von den Leitmedien benöckelt, bekrittelt und beklagt: Ein Film der schon auf dem Sundance Festival gelaufen ist im Wettbewerb! Wo sind die Stars? Zweitklassig! Das würde in Cannes nie passieren usw. usw. - weh' Dir Berlinale!

festivalblog freut sich einfach und war schon geboostert und mit Corona-App (ohne die geht nix) bei Pressevorführungen. Für Presse wie Publikum gilt 2G+ entweder geboostert oder frisch getestet und für alle gibt's bunte Bändchen. Tickets für das Publikum kommen ab dem 7. Februar in den Vorverkauf und zwar - ACHTUNG - ausschließlich online. Das geliebte Ritual des Schlangestehens vor den Berlinale-Kassen muss also leider entfallen.

Weitere Details hier in den nächsten Tagen - bleiben Sie an den Empfangsgeräten!

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