The kids are all right von Lisa Cholodenko

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Patchworking Californian Style

Was passieren kann, wenn sich ein Außenstehender in das Gleichgewicht einer gut eingespielten Familiengemeinschaft drängt, davon erzählt Lisa Cholodenko in ihrem amüsant-intelligenten Beziehungsfilm aus dem sommerlichen Kalifornien, der im Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wurde.

Die Ärztin Nic und die verhinderte Architektin Jules sind ein langjähriges lesbisches Ehepaar und leben mit Sohn und Tochter in einem netten Bungalow irgendwo in Kalifornien. Ihre beiden Kinder, die einstmals mittels einer Samenspende gezeugt wurden, sind schon fast erwachsen, die 18jährige Tochter steht kurz davor, das Elternhaus zu verlassen und aufs College zu gehen. Zusätzlich zu der schon für sich genommen nicht eben einfachen Konstellation der Abnabelung der Kinder vom Elternhaus, kommen auf Nic und Jules aber noch weitere Probleme zu. Ihr Sohn Laser möchte nämlich gerne wissen, wer sein biologischer Vater ist und er recherchiert mit Hilfe seiner Schwester dessen Adresse. Die beiden nehmen Kontakt zu Paul auf, der ein angesagtes Biorestaurant betreibt und sehr schnell Gefallen an seiner neuen Vaterrolle findet. Während Nic und Jules zunächst noch planen, Paul mit entwaffnender Freundlichkeit gemeinsam in seine Schranken zu weisen, entwickelt sich rasch eine Eigendynamik der Ereignisse, die das Leben der Kleinfamilie in eine handfeste Krise stürzt.

Diese Thematik hätte durchaus Potential für einen ernsten Problemfilm gehabt, Lisa Cholodenko, die auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, entscheidet sich aber für eine komödiantische Herangehensweise, die dennoch Tiefgang besitzt. Dabei zeigt sie neben einigen gelungenen Seitenhieben auf den kalifornischen Way of Life inklusive Gesundheitswahn auch auf sehr amüsante Weise, welche Mechanismen sich in Langzeitbeziehungen nahezu zwangsläufig entwickeln und wie schwierig es ist, auf Dauer als Paar einigermaßen glücklich zusammen zu leben. Angenehm auch die Vielschichtigkeit der Charaktere, die sich einer Schwarz/Weiß-Malerei verweigert. Hier ist keiner eindeutig gut oder böse, jeder wird aus seinem Umfeld heraus skizziert und so in seiner Handlungsweise nachvollziehbar gemacht. Ein weiterer Pluspunkt sind die mit Annette Bening, Julianne Moore und Mark Ruffalo wirklich hervorragend besetzten Rollen. Zwar bietet das alles durch die konventionelle Inszenierung filmisch keine Überraschungen, der Film könnte aber als leichtfüßiger Familienfilm der etwas anderen Art durchaus auch ein größeres Publikum erreichen.

Kommentare ( 1 )

Feelgood-Movie und sehr sentimental. Die Botschaft ist schon verdammt konservativ: We are family und Mutti bestimmt, wer dazugehört! Aber Annette Bening und Juliane Moore sind schon klasse.

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Titel

Orignaltitel

The Kids Are All Right

Credits

Regisseur

Lisa Cholodenko

Schauspieler

Annette Bening

Julianne Moore

Mark Ruffalo

Land

Flagge FrankreichFrankreich

Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten

Jahr

2009

Dauer

104 min.

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