Wettbewerb - Berlinale 2026

Berlinale 2026: Die Bären

Goldener Bär für den Besten Film

Gelbe Briefe von İlker Çatak

Filmstill © Ella Knorz / if Productions / Alamode Film

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Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle

Sandra Hüller für die Hauptrolle in ROSE

Filmstill © 2026 Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz

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Silberner Bär Großer Preis der Jury

KURTULUŞ (Salvation) von Emin Alper

filmstill © Liman Film

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Silberner Bär Preis der Jury

QUEEN AT SEA von Lance Hammer

filmstill © Seafaring LLC

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Silberner Bär für die Beste Regie

Grant Gee für die Regie von EVERYBODY DIGS BILL EVANS

filmstill © Shane O’Connor 2026 Cowtown Pictures / Hot Property

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Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle

Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay für ihre Rollen in QUEEN AT SEA

queen_at_sea_schauspielerinnen.jpg © Seafaring LLC

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Silberner Bär für das Beste Drehbuch

Geneviève Dulude-de Celles für das Drehbuch von NINA ROZA

nina-roza.jpg © Alexandre Nour Desjardins

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Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung

YO (LOVE IS A REBELLIOUS BIRD) von Anna Fitch, Banker White

love_rebellious_bird.jpg © Mirabel Pictures

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Berlinale 2026: NINA ROZA von Geneviève Dulude-de Celles

nina-roza.jpg
© Alexandre Nour Desjardins

Michel hieß früher mal Mihail. Doch das war in einem anderen Leben, mit dem der Kunsthändler abgeschlossen zu haben scheint. Nun lebt er in Montreal und reagiert unwirsch, wenn seine erwachsene Tochter sich wünscht, dass er mit ihrem kleinen Sohn bulgarisch sprechen soll. Als in einem kleinen Dorf in der bulgarischen Pampa ein achtjähriges Maler-Talent „entdeckt“ wird, soll Michel dorthin reisen, um zu überprüfen, ob es sich dabei um ein Fake oder ein echtes Wunder handelt.

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Berlinale 2026: ETWAS GANZ BESONDERES von Eva Trobisch

Filmstill
© Adrian Campean / Trimafilm

Ein kleiner Ort in Thüringen. Ein junges Mädchen bewirbt sich heimlich bei einer Gesangs-Casting-Show. Ihr Vater kommt nicht so gut mit der Trennung von der Mutter klar, die von ihrem neuen Partner ein Kind erwartet. Die Großeltern kämpfen über das Überleben ihres familiengeführten Waldhotels und miteinander. Die Tante hat ein altes Schloss saniert und ein Museum zur Industriegeschichte des Ortes aufgebaut. Ein Pferd wird durch ein CT untersucht. Das sind ganz schön viele Erzählstränge in Eva Trobisch Wettbewerbs-Beitrag ETWAS GANZ BESONDERES. Dass der Film sich nicht entscheiden kann, welche Geschichte er erzählen will, ist sein großes Manko.

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Berlinale 2026: Pressekonferenz zu MEINE FRAU WEINT von Angela Schanelec

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Während gerade noch der Saal für die Presskonferenz bei Juliette Binoche gut gefüllt war, schaut die deutsche Ausnahmeregisseurin Angela Schanelec auf leere Stuhlreihen. Sie lässt sich nicht anmerken, ob es sie enttäuscht, und scheint zunächst guter Dinge. Nachdem eine Journalistin aber fragt, warum sie denn auf der Pressekonferenz auf Englisch und nicht auf Deutsch spreche, wirkt sie zunehmend entgeistert. Bei einer Frage zur Finanzierung des Films bricht es dann aus ihr heraus.

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Berlinale 2026: WO MEN BU SHI MO SHENG REN (WE ARE ALL STRANGERS) von Anthony Chen

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© Giraffe Pictures

Erst kommen Eier in den Wok, dann Nudeln und Brühe, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln, Tintenfischringe und schließlich Shrimps. Die Handgriffe sind geübt, Mr. Lim ernährt mit dem Verkauf von Hokkien Nudeln seit Jahrzehnten seine Familie. Sein kleiner Imbiss in Singapur ist so etwas wie ein Nachbarschafts-Restaurant, das Geborgenheit und ein Auskommen bietet. Doch Mr. Lim hat einen 21-jährigen Sohn, Junyang, der seinen Weg im Leben noch finden muss und keine Lust aufs Nudelbraten hat. Und Mr. Lim hat Schulden.

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Berlinale 2026: ROSE von Markus Schleinzer

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© 2026 Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz

Es gibt diese Filme, die sich nicht einschmeicheln. ROSE ist so einer. Schon die erste Einstellung setzt den Tonfall des nun Folgenden: dampfende Äcker in hartem Schwarz-Weiß, Nebel, aus dem sich die Silhouette einer einzelnen Gestalt löst. Ein unbekannter Fremder kommt in ein abgelegenes Dorf. Ein Motiv, das fast so alt ist wie das Erzählen selbst. Doch hier verschiebt sich alles. Die weibliche Off-Stimme erklärt ruhig und sachlich: Die Gestalt heißt Rose (Sandra Hüller) und sie hat viele Jahre im Militärdienst unter anderen Soldaten gelebt. Nun kommt sie in die Dorfgemeinschaft, um einen heruntergekommenen Bauernhof für sich zu beanspruchen. Sie hat die rechtmäßigen Papiere dafür. Was das Dorf aber nicht weiß – und der Film von Beginn an offenlegt – ist Roses existenzielle Tarnung. Rose ist eine Frau, die seit langer Zeit als Mann lebt. Nicht als Pose oder Provokation, sondern als pure Überlebensstrategie.

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Berlinale 2026: GELBE BRIEFE von Ilker Çatak

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© Ella Knorz_ifProductions_Alamode Film

Eine Frau rennt verzweifelt zwischen Menschen in Käfigen hin und her. Sie stürmt nach vorne, stößt anklagende Worte über die Grausamkeit des Gefangenseins hervor und umklammert mit beiden Händen ihren Hals. Als wollte sie sich selbst erwürgen. Stille. Applaus. Vorhang. Mit dieser dramatischen Schlussszene eines Theaterstücks beginnt Ilker Çataks Wettbewerbsbeitrag GELBE BRIEFE. Und es ist dieser Abend, mit dem sich alles im Leben der Schauspielerin und ihres Mannes, dem Autor des Stücks, ändern soll.

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Berlinale 2026 - Pressekonferenz der Internationalen Jury

Traditionell ist die erste Pressekonferenz auf der Berlinale die Vorstellung der Internationalen Jury.

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Hintere Reihe von links: Shivendra Singh Dungarpur, Bae Doona, Ewa Puszczyńska, Reinaldo Marcus Green, Tricia Tuttle; vorder Reihe: Wim Wenders, HIKARI, Min Bahadur Bham

Wim Wenders

foto wim wenders

Der Regisseur Wim Wenders ist eine Ikone des deutschen Films. Letztes Jahr ist er 80 geworden. Als ihm der Vorsitz der Wettbewerbsjury der diesjährigen Berlinale angeboten wurde, hat er zunächst gezögert, dann aber doch zugesagt. Wie er dem Tagesspiegel in einem Interview erzählt, steckt er mitten in der Fertigstellung seines neuen Films über den Architekten Peter Zumthor. Doch wie oft wird sich ihm noch die Gelegenheit bieten, bei dem wichtigsten Filmfestival in "seiner" Stadt Jurypräsident zu sein? Also lässt er die Arbeit im Schneideraum für einen Monat ruhen und schaut mit seinen Filmkolleg:innen in zehn Tagen 22 Filme.

Zu Beginn des Festivals wirkt er noch etwas angestrengt und auch etwas nervös. Kein Wunder, wenn er gerade mitten aus seinem Schaffensprozess gerissen wird. Zum Schluss macht er aber auch noch einmal klar, warum er sich seiner Aufgabe stellt: Die Berlinale sei das Festival, auf dem man die meisten Facetten des Weltkinos sehen kann.

Shivendra Singh Dungarpur

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Der indische Regisseur Shivendra Singh Dungarpur scheint vollkommen in sich zu ruhen. Danach gefragt, was Kino für ihn bedeutet, sagt er ohne zu zögern: "Mein ganzes Leben". Dungarpur hat u.a. eine fast siebenstündige Doku über den tschechischen Regisseur Jiří Menzel gedreht und das indische Filmarchiv gegründet.

Ewa Puszczyńska

Foto Ewa Puszczyńska von der PK

Ewa Puszczyńska war unter anderem als Produzentin an ZONE OF INTEREST und A REAL PAIN beteiligt. Sie brachte eine angenehme Nüchternheit in die Pressekonferenz mit. Als jemand wissen wollte, ob die Jury die deutsche Politik im Gaza-Konflikt unterstütze, wies sie die Frage als unfair zurück. Man wolle mit Filmen zum Denken anregen und Empathie wecken. Als Filmschaffende könne man jedoch nicht die Verantwortung für politische Entscheidungen tragen.

Bae Doona

Foto Bae Doona

Die koreanische Schauspielerin Bae Doona hat in Filmen von Park Chan-wook und Hirokazu Koreeda gespielt. Sie war am ersten Tag noch etwas "lost". Das mag auch am Jetlag liegen.

Min Bahadur Bham

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Vor zwei Jahren brachte Min Bahadur Bham seinen Film SHAMBALA zur Berlinale. Mit SHAMBALA wurde erstmals ein nepalesischer Film im Wettbewerb eines internationalen Filmfestivals gezeigt. Auch die Einladung in die Wettbewerbsjury der Berlinale sei eine große Ehre für Nepal und habe viel Aufmerksamkeit bekommen, so Bahadur Bham.

Hikari

Foto Hikari


Miyazaki Mitsuyo, aka Hikari, hatte bestechend gute Laune und strahlte eine so positive Energie aus, dass sie für alle Jurymitglieder gereicht hätte. Auch Hikari hat eine Berlinale-Vergangenheit. Ihr Debüt 37 SECONDS wurde 2019 im Panorama gezeigt. 2025 wurde ihr letzter Film RENTAL FAMILY (mit Brandon Fraser) international im Kino gezeigt.

Reinaldo Marcus Green

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Als Vertreter des US-amerikanischen Hollywood-Kinos komplettiert Reinaldo Marcus Green die Riege der Wettbewerbsjury. International bekannt wurde er mit KING RICHARD, einer Filmbiografie über den Vater von Serena und Venus Williams. Von einem Reporter des Branchenmediums Screen International nach den Umwälzungen in der amerikanischen Filmverwertung gefragt, hob er hervor, dass es für einen Filmemacher wichtig sei, dass seine Filme von möglichst vielen Menschen gesehen würden. Er habe KING RICHARD zwar für das Kino gemacht, der Film habe jedoch vor allem online viele Zuschauer gefunden.

Berlinale 2026 - Der Wettbewerb

22 Filme werden 2026 im Berlinale Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren. Darunter sind ein Debütfilm, ein Animationsfilm und eine dokumentarische Form. 20 Filme werden als Weltpremiere gezeigt.

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