Filmfest München 2026

04.07.26 17:00

Filmfest München 2026: Die Preise

Filmstill

Das FILMFEST MÜNCHEN 2026 hat seine Preise vergeben. Den mit 100.000 Euro höchstdotierten CineCoPro Award gewann STRANGE RIVER von Jaume Claret Muxart.

Als bester internationaler Film wurde VON SCHAM UND GELD von Visar Morina mit dem CineMasters Award ausgezeichnet. Der CineVision Award für den besten internationalen Debütfilm ging an A GIRL UNKNOWN von Jing Zou.

Der CineRebels Award für innovative Regiearbeiten wurde an HAIR, PAPER, WATER… von Nicolas Graux und Minh Quý Truong vergeben. Den CineKindl Award für den besten Kinderfilm erhielt MEIN SOMMER BEI NONNA von Margherita Spampinato. Der Young Jury Award ging an LOS NADADORES von Sol Iglesias SK.

Den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik gewann SCHÖNE SEELEN von Tom Schreiber.

Bei den Audience Awards setzte sich national LIEBLINGSMENSCHEN – DIE AUSSERGEWÖHNLICHE FREUNDSCHAFT VON AGNES & AMIR von Helena Hufnagel durch, international gewann IF ONLY THE YEAR HAD 364 DAYS von Almourad Aldeeb. Der CineKindl Audience Award ging an PLITSCH PLATSCH FOREVER! von Natascha Beller.

Bereits vor der offiziellen Preisverleihung wurden außerdem die Auszeichnungen des Förderpreises Neues Deutsches Kino vergeben. Als beste Regisseurinnen wurden Ella Cieslinski und Nina Wesemann für ERZÄHL MIR DEIN MORGEN ausgezeichnet. Christoph Otto erhielt den Preis für die beste produzentische Leistung für DIE BALLADE VON MITTWOCH AUF DONNERSTAG. Susanne Heinrich gewann mit DIE MISERABLE MUTTER den Preis für das beste Drehbuch sowie ein Mentoring-Programm der Bavaria Fiction. Ricarda Seifried wurde für ihre Rolle in ERZÄHL MIR DEIN MORGEN als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Filmfest München 2026: ERINNERUNGEN EINES WALDES von Katharina Rabl

Abfotografiertes Plakat des Films Erinnerungen eines Waldes

ERINNERUNG EINES WALDES erzählt von einer Rückkehr. Nach dem Tod ihrer Großmutter kommt Frieda aus Wien wieder auf den Bauernhof ihrer Familie. Dort trifft sie nach längerer Zeit nicht nur ihre Eltern, sondern auch auf unabgeschlossene Beziehungen. Aus der einfachen Ausgangssituation entwickelt der Film eine vielschichtige Geschichte über Familie, Herkunft und die Frage, wie sich Erfahrungen von einer Generation auf die nächste übertragen.

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Filmfest München 2026: Filmgespräch Tony Servillo

tony servillo auf der bühne mit zigarre

Nach der Verleihung des CineMerit Awards beim Filmfest München stellte sich der italienische Schauspieler Tony Servillo am darauffolgenden Tag einem Publikumsgespräch im Amerikahaus – und überraschte dabei weniger als Filmstar denn als reflektierter Künstler.

Schon sein Auftritt hatte etwas Eigenwilliges: Mit Strohhut und kalter Zigarre in der Hand betrat er die Bühne. Während des Gesprächs nahm er die Zigarre immer wieder in den Mund, ohne sie anzuzünden. Es wirkte wie eine vertraute Geste, ein Teil seines persönlichen Habitus. Anders als einst bei Helmut Schmidt musste die Zigarre auf der Bühne allerdings kalt bleiben.

Wer Servillo nur aus seinen Filmrollen kennt, hätte ihn auf den ersten Blick kaum wiedererkannt. Auf der Leinwand verkörperte er eindrucksvoll Figuren wie Giulio Andreotti in IL DIVO, Silvio Berlusconi in LORO oder zuletzt den italienischen Präsidenten in LA GRAZIA. Im Gespräch zeigte er sich als ein ruhiger, nachdenklicher Mensch, der sich Zeit für seine Antworten nahm und das Publikum an seinen Überlegungen teilhaben ließ.

Dabei machte Servillo deutlich, dass solche Filmgespräche für ihn weit mehr sind als ein Pflichttermin im Rahmen eines Festivals. Sie seien, wie er sagte, eine Gelegenheit, selbst über seine Arbeit und über das Schauspiel nachzudenken.

Besonders interessant war seine Beschreibung des Unterschieds zwischen Theater und Film. Servillo steht nach wie vor jede Spielzeit auf der Theaterbühne und dreht zusätzlich Filme. Im Theater, so Servillo, existiert der Moment nur ein einziges Mal: Er entsteht vor dem Publikum und vergeht unwiederbringlich. Im Film hingegen werde dieser Moment festgehalten – allerdings nicht vom Schauspieler selbst.

Mit einem schönen Bild beschrieb Servillo das Verhältnis zwischen Schauspiel und Regie: Der Schauspieler schenke dem Regisseur den Augenblick. Dieser nehme ihn später gewissermaßen an sich, fast wie ein Dieb. Die endgültige Form einer Filmszene entstehe erst im Schneideraum. Dort würden Rhythmus, Perspektive und Wirkung festgelegt – auf diesen Prozess habe der Schauspieler keinen Einfluss mehr.

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01.07.26 8:16

Filmfest München: Pedro Almodóvar

amlovdovar auf der bühne des deutschen theaters. er legt die hand auf sein herz berührt von dem publikumsapplaus

Als Pedro Almodóvar im Deutschen Theater die Bühne betrat, wurde er vom Publikum mit großer Begeisterung empfangen. Am Ende des Gesprächs erhoben sich die Zuschauerinnen und Zuschauer zu lang anhaltenden Standing Ovations. Almodóvar wirkte sichtlich bewegt.
Schon in ihrer Begrüßung machte die Moderatorin deutlich, welche Bedeutung der Besuch des spanischen Regisseurs für das Festival hatte. Es sei eine große Ehre, ihn in München begrüßen zu dürfen, und man habe lange versucht, ihn für das Filmfest zu gewinnen.

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