Der Tag empfängt mich wie immer am Ende des Festivals in San Sebastian mit Regen. Heute geht mit dem Festival auch die Saison in San Sebastian zu Ende, die Touristen verschwinden, aus den Pensionen werden Studenten-WGs und es wird so lange regnen, bis die jährliche Niederschlagsmenge von 1500 mm (Berlin hat 580mm) erreicht ist.
Eigentlich ein guter Tag, um den düsteren Film von Todd Robinsson "Lonley Hearts" zu sehen. Doch der Abschlussfilm des diesjährigen Festivals war schon auf dem Filmfest in München zu sehen und wird sicherlich bald in deutsche Kinos kommen. Anstelle des Blockbusters mit John Travolta und James Gandolfini steht daher ein chinesischer Film aus der Zabaltegi Reihe auf dem Vormittags-Programm.
Mehr: "One foot on the ground von Daming Chen" »
Die Wertungen von Filmen liegen gerade bei Internationalen Festivals weit auseinander. Heute Morgen, als ich bei Croissant und "Café con leche" einen Blick in die Filmkritiken spanischer Zeitungen warf, fragte ich mich wie so oft, ob ich denselben Film gesehen hatte. Es scheint eine Trennungslinie zu geben, nicht nur zwischen nationalen Kulturen, sondern auch zwischen dem "normalen" Kinopublikum und Filmkritikern.
Die Reaktion auf die Tragikomödie "Singapore Dreaming" ist dafür ein gutes Beispiel. Schauplatz des Films ist, unschwer zu erraten, Singapur, Thema sind die Sorgen einer chinesischen Familie.
Mehr: ""Singapore Dreaming" von Yen Yen Woo und Colin Goh" »
Der dichte Wald im bergigen baskischen Hinterland, unweit vom Austragungsort des Festivals San Sebastian, hat diese geheimnisvolle und verwunschene Athmospäre, die diese Landschaftsform zum beliebten Schauplatz von Horror- und Thriller-Filmen macht.
Mehr: ""The Backwoods" von Koldo Serra" »
Nach “Ghosts” wieder ein Film, der mich an London Supermärkte erinnert. Hier sind Ladenschlussgesetze ausgehebelt und in einigen Supermärkte von Tesco, Sainsbury & Co. kann man die ganze Nacht hindurch alles kaufen, was das Herz begehrt. Dieses kommt auch dem an Schlaflosigkeit leidenden Ben entgegen. Seine Schlaflosigkeit setzt er an der Kasse von Sainsbury in bare Münze um. Das Problem bei Nachtarbeit ist meist aber nicht die Arbeit, sondern die Zeit zwischen 24h und 8h morgens irgendwie totzuschlagen. Ben entwickelt dazu wie alle anderen in der Sainsbury Nachtschicht seine eigene Methode. Er stellt sich vor, die Zeit wäre angehalten und er könnte als einziger zwischen allen Supermarktkunden, die wie Statuen erstarrt scheinen, umher wandeln. "Zufällig" sind die Kunden alle Kundinnen und dazu auch noch ziemlich gut aussehend.
Mehr: ""Cashback" von Sean Ellis" »
Alfonso Cuarón entwirft in seiner Adaption des Romans von P.D. James ein Horrorscenario der nahen Zukunft:
London im Jahre 2027. Großbritannien hat sich in ein totalitäres System verwandelt, in dem die Staatsgewalt allgegenwärtig ist und jede Form von Widerstand brutal unterdrückt wird. Die Menschheit steht aufgrund einer mysteriösen globalen Unfruchtbarkeit vor ihrem Ende. Der jüngste Mensch der Welt ist mit 18 Jahren soeben gestorben. Flüchtlinge aus allen Teilen der Welt versuchen, illegal nach Großbritannien einzureisen. In allen Medien wird die britische Bevölkerung in einer Art Dauerberieselung dazu aufgefordert, jeden illegalen Einwanderer sofort den Behörden zu übergeben.
Mehr: ""Children of Men" von Alfonso Cuarón" »
"Babel" ist ein faszinierender Film, der beim Zuschauer noch lange nachwirkt. Als Abschluss seiner Trilogie über Liebe und Schmerz (die mit "Amores Perroes" und "21 Gramms" begonnen wurde) beschäftigt sich Gonzáles Jnárritu Acaba auch in seinem neuen Film mit menschlichen Grundfragen. Vor dem Hintergrund von Terrorismusangst und Globalisierung führt er den Zuschauer auf einer beklemmenden, weltumspanneden Reise durch unterschiedliche Länder und verschiedene Sprachen.
Mehr: ""Babel" von González Jnárritu Acaba" »