Perspektive Deutsches Kino

GABI von Michael Fetter Nathansky (Berlinale 2017)

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"Hey! Bleib doch mal stehen! Ich sprech mit Dir!" Die Kamera folgt einem breiten Rücken, auf dem ein großer Sack Zement liegt. Die Stimme scheint von jemandem zu kommen, der hinter dem Rücken läuft. Es ist eine Frau sein, klar, denn die Tonlage der Stimme ist recht hoch, und die Frau will ihren Mann oder Freund zur Rede stellen. Dann aber dreht sich "der Rücken um" und es ist nicht ganz so, wie man es sich gedacht hat.

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"Drifter" von Sebastian Heidinger

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Aufzeichnungen über Unsichtbare

Die meisten Filme handeln vom Leben. Sie kreieren fiktive Figuren und Situationen, die vielleicht ungewöhnlicher sind als das, was wir aus unserem Alltag kennen - aber in der Regel kann das Publikum das „gespielte Leben“ im Film nachvollziehen. Darin liegt ein wesentlicher Reiz des Kinos. Daneben gibt es eine kleinere Anzahl von Filmen, die sich mit Extremen beschäftigen: Dann geht es oft ums Überleben. Das Überleben ist das große Thema, aus dem zum Beispiel Action- und Kriegsfilme ihre Spannung ziehen. Die Emotionen, die in diesen Filme eine Rolle spielen, sind so grundlegend, dass es dem Publikum trotz der oft realitätsfernen Geschichten leicht fällt, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. In dem Dokumentarfilm „Drifter“ zeigt Sebastian Heidinger etwas völlig Anderes: Den Alltag von Aileen (16), Angel (23) und Daniel (25), die in der Drogenszene des Berliner „Bahnhof Zoo“ im existenziellen Niemandsland zwischen Leben und Überleben treiben.

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"Die Dinge zwischen uns" von Iris Janssen

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Aufgepasst und mitgedacht!

Geneigte Leserin, geneigter Leser! Zu Beginn eine kleine Denksportaufgabe: Was ist das Wichtigste für einen guten Film? Denken Sie nach. In der Zwischenzeit erzähle ich Ihnen eine kleine Geschichte:

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"Jesus liebt Dich" von Lilian Franck, Matthias Luthardt, Michaela Kirst, Robert Cibis

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Jesus was a Crowd Surfer

Berliner Olympiastadion, Menschenmassen, rhythmisches Klatschen, Sprechchöre... Kennt man, reicht trotzdem wieder nicht für drei Punkte. „Jesus-Jesus-Jesus!“. Halt. Die Hertha-Anhänger mögen ja verzweifelt sein, aber sie können nicht im Ernst glauben, dass Jesus sich für das gewöhnungsbedürftige Hauptstadt-Gekicke interessiert. Die, die wie Fußballfans aussehen, sind gar keine. Es sind evangelikale Christen, die aus aller Welt gekommen sind, um zur Weltmeisterschaft 2006 die Fans zu missionieren.

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festivalblog-Interview mit Sebastian Heidinger, Regisseur von "Drifter"

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Sebastian Heidinger ist Regisseur der Dokumentation „Drifter“ (Kamera: Henner Besuch). Der Film zeigt das Leben dreier Jugendlicher in der Drogenszene am Berliner „Bahnhof Zoo“. Heidinger studierte Film- und Fernsehregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Der 29-jährige ist Gesellschafter der „Boekamp und Freunde Filmproduktion“. festivalblog.com sprach mit ihm über seinen Film „Drifter“, der am Sonnabend, 16. Februar, um 21:30 Uhr im Cinemaxx 3 und am Sonntag, 17. Februar, um 13 Uhr im Colosseum in der Sektion Perspektive Deutsches Kino gezeigt wird.

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"Football Under Cover" von David Assmann und Ayat Najafi

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Marlene aus Kreuzberg lernt 2006 auf dem Berlinale Talentcampus den iranischstämmigen Ayat kennen. Beide hatten gerade einen Kurzfilm über Fußball gedreht, Marlene über ihre Kreuzberger Mannschaft BSV Al-Dersimspor, Ayat über eine Fußballspielerin in Iran. Die beiden Fußballbegeisterten haben eine gemeinsame Idee: Ein Fußballspiel von Marlenes Mannschaft in Teheran zu organisieren, gegen die iranische Frauen-Fußballnationalmannschaft. Die existiert, spielt aber unter erschwerten Bedingungen: In der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, in der Halle - wegen der strengen „Sittenbestimmungen“, die Frauen vieles verbieten, was Männern erlaubt ist.

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"Die Besucherin" von Lola Randl

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Dass etwas im Leben von Agnes nicht in Ordnung ist, merkt man gleich in den ersten Minuten. Sie überfährt einen Mann, der sich nach ihrer Version vom Balkon gestürzt haben muss. Wo soll der Mann auch sonst auf einmal hergekommen sein?

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„Teenage Angst“ von Thomas Stuber

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Das sind Nihilisten, die wollen nur foltern

Jugendliche mit dem Y-Chromosom neigen als Teenager zu Männlichkeitswahn und zur Gewalt. Thomas Stuber schafft in „Teenage Angst“ eine Konstellation, in der vier Internatsschüler eine Art nihilistische Variante des „Clubs der toten Dichter“ durchspielen. Das Streben nach den hehren Idealen der Poesie ersetzen sie durch eine möglichst totale Absage an Werte und Moral.

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