Panorama

FÜNF STERNE von Annekatrin Hendel (Berlinale 2017)

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Bei Ines wurde Krebs diagnostiziert und die Ärzte geben ihre nicht mehr viel Zeit. Ihre Freundin, die Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel beschliesst, zusammen mit Ines mehrere Wochen in einem Fünf Sterne Hotel an der Ostsee zu verbringen. Sie hat ein Stipendium vom Hotel. Sie nutzt es für einen Dokumentarfilm über Ines und filmt ihre Hotelzimmergespräche mit der Freundin.

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DREAM BOAT von Tristan Ferland Milewski (Berlinale 2017)

Let's take the boys to sea!

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Eine Kreuzfahrt ist das ultimative Klischee von Spießertum. Ältere, gut betuchte Paare, die sich am Buffet vollessen und ab und zu mal an Land gehen um eine Kirche oder einen Tempel zu besuchen. Höhepunkt: Das Essen mit dem Kapitän.

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REVOLUTION OF SOUND. TANGERINE DREAM von Margarete Kreuzer (Berlinale 2017)

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Wer in den 70er oder 80er Jahren aufgewachsen ist, der ist an Tangerine Dream (abgekürzt oft mit T.D.) nicht vorbei gekommen. Sie waren damals eine der wenigen deutschen Bands von internationalem Rang. Einerseits waren sie ihrer Zeit voraus, andererseits aber auch schon zu Lebzeiten berühmt. Man übertreibt nicht, wenn man T.D. als Pioniere der elektronischen Musik beschreibt.

REVOLUTION OF SOUND. TANGERINE DREAM ist da wie ein Geschenk und das nicht nur für Fans.

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ISTIYAD ASHBAH (GHOST HUNTING) von Raed Andoni (Berlinale 2017)

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Mach kaputt was Dich kaputt macht (oder bau es auf...)!

Raed Andoni nähert sich dem Thema der palästinensischen Gefangenen auf seine eigene künstlerische Weise. Was machen die Extremerfahrung der Haft mit einem Menschen? Raed Andoni hat sie während der ersten Intifada Ende der der 1980er Jahre, als Tausende gegen die Besatzung protestierende Palästinenserinnen und Palästinenser verhaftet wurden, selbst machen müssen.

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INSYRIATED von Philippe van Leeuw (Berlinale 2017)

Das Ende der Moral oder als der Krieg in die Wohnung kam

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Der Applaus ist langanhaltend und aufrichtig. „Der beste Film, den er auf der Berlinale gesehen hat“, sagt einer nach der Aufführung. Die Voraussage, dass Insyriated den Publikumspreis gewinnt ist alles andere als gewagt.

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COMO NOSSOS PAIS (Just like our Parents) von Laís Bodanzky (Berlinale 2017)

Auf der Suche nach dem Leben

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Vorbemerkung: Beim lesen dieser Rezension bitte dieses Lied hören!

„Somos tudos fudidos“ sagt Rosas Mann Dado. „Wir sind alle im Arsch.“ Rosa lebt in São Paulo und ist in einer fundamentalen Lebenskrise, die sie nicht mehr verdrängen kann.

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TIGER GIRL von Jakob Lass (Berlinale 2017)

Fight Club im Tengelmann

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Maggie und Tiger im Supermarkt: Tiger stopft sich alles vorne in ihre Jacke, Maggie schaut entgeistert zu. Mal ist Tiger ganz nah bei Maggie, dann ist sie wieder wie vom Erdboden verschluckt. Es ist eine der ersten Begegnungen zwischen den beiden jungen Frauen. Tiger (Ella Rumpf) - cool, selbstbewusst, schlagkräftig - und Maggie (Maria Dragus) - brav, unsicher und schüchtern. Die Wandlung von Maggie beginnt. Die Nähe von „Tiger“ zu „Tyler“ kann kein Zufall sein. Am Ende ist Maggie vieles, aber eines bestimmt nicht mehr: brav.

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I AM NOT YOUR NEGRO von Raoul Peck (Berlinale 2017)

James Baldwin, pointierte Stimme Amerikas

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„Die Weißen in diesem Land müssen versuchen, tief in ihrem Herzen herauszufinden, warum es überhaupt notwendig war, einen Nigger zu kreieren, denn ich bin kein Nigger, ich bin ein Mensch. Wenn Sie denken, dass ich ein Nigger bin, dann bedeutet das, dass Sie einen Nigger brauchen. Und Sie müssen sich die Frage stellen, warum das so ist.“ James Baldwin, als Essayist, Schriftsteller und intellektueller Gesellschaftskritiker eine der klügsten Stimmen Amerikas, formulierte diese prägnante Einsicht in den Rassismus der Vereinigten Staaten von Amerika in der 1960er Jahren – während der Zuspitzung der Auseinandersetzung um Rassentrennung, Rassismus und die daraus resultierende Gewalt. 1979 begann Baldwin einen Essay, in dem er eben diese Zeit und sein Verhältnis zu den Bürgerrechtlern Medgar Evers, Martin Luther King und zu Malcolm X, die alle in der 1960er Jahren ermordet wurden, rekapitulierte. Der Aufsatz wurde nie vollendet. Baldwin starb 1987 in Frankreich. Der haitianische Filmemacher Raoul Peck hat, unter dem Eindruck der frappierenden Aktualität des Themas, das textliche Fragment zu einem beeindruckenden filmischen Essay über Baldwin und den Kern des Rassismus „made in the USA“ verwoben.

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