Berlinale 2022: À PROPOS DE JOAN (ABOUT JOAN) von Laurent Larivière

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Gleich zu Beginn blickt uns Joan (Isabelle Hubbert) direkt in die Augen: Sie werde uns jetzt auf eine Erinnerungsreise durch ihr Leben mitnehmen und manches werde erfunden sein. In der ersten Szene durchbricht Regisseur Laurent Larivière also die vierte Wand. Damit setzt er die Zuschauer auf eine Fährte. Bei allem was Joan uns erzählt, ist die Frage: Was ist die Fiktion in der Fiktion? Die Reise beginnt, als sich die junge Joan (Freya Mavor), die in den 70er Jahren Au-Pair-Mädchen in Dublin ist, in den Taschendieb Doug (Éanna Hardwicke) verliebt. Joan bekommt ein Kind von Doug, aber das wird Doug nie erfahren. Sie zieht Nathan allein groß.

À PROPOS DE JOAN springt mehrfach zwischen verschiedenen Zeitpunkten der Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Das geschieht aber nicht in der Form von Rückblenden. Joan blickt nicht auf ihr Leben zurück. Wie sehen Joan immer im hier und jetzt, egal wie alt sie ist: als junge Mutter, als erfolgreiche Verlegerin zusammen mit ihrem Autor Tim Ardenne (Lars Eidinger), mit dem sie eine Beziehung hat. Und wie sehen Joan mit ihrem Sohn Nathan: als kleiner Junge, als Teenager (Dimitri Doré), als junger Mann (Swann Arlaud).

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Welche Bilder und Geschichten sind aus Joans „echtem“ Leben, welche Aspekte hat Joan „nur erfunden“? Larivières Kunstgriff vom Beginn des Films zahlt sich aus: Wir folgen dem Geschehen mit großer Aufmerksamkeit. Zum einen liegt das an der Schauspielkunst des Ensembles, zum anderen daran, dass Regie, Schnitt und Kamera so mit filmischen Mitteln arbeiten, dass die erzählerische Konstruktion nie verwirrend oder langweilig wird.

Filmstills: 247films.

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Titel

Orignaltitel

À propos de Joan

Englischer Titel

About Joan

Credits

Regisseur

Laurent Larivière

Schauspieler

Swann Arlaud

Louis Broust

Dimitri Doré

Lars Eidinger

Eanna Hardwicke

Isabelle Huppert

Florence Loiret Caille

Freya Mavor

Fabrice Scott

Stanley Townsend

Jahr

2021

Dauer

101 min.

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