IN DEN GÄNGEN von Thomas Stuber (Kritik 1, Berlinale 2018)

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Endlich! Ein Film, der alles richtigmacht. Vor allem, ein Film, der es am Ende nicht verreißt. In der Geschichte gibt viele Möglichkeiten, ein großes Drama zu entfachen. Doch IN DEN GÄNGEN bleibt eben dort. Regisseur Thomas Stuber opfert seine Figuren nicht einem oberflächlichen Effekt, sondern begleitet sie mit großer Sensibilität.

Empathie. Ein Schlüsselwort für den Stuber. Auf der Pressekonferenz sagt er: "Es geht um Menschen, die sich abgehängt fühlen...Ich könnte mir auch vorstellen, dass drei von fünf Leuten das völlig Falsche wählen. Aber ich mag sie trotzdem…Ich wollte einen Film machen, der völlig empathisch mit all diesen Figuren umgeht.“ Das gelingt. Publikum und Presse haben sich in den Film verliebt.

Der Supermarkt ist ein kleiner Mikrokosmos. Er könnte irgendwo auf der Welt sein. Getränkeabteilung, Süßwarenabteilung und Gefrierwaren bilden kleine, abgegrenzte Territorien. Wer hier arbeitet, gehört zu einer von ihnen. Für manche ist der Supermarkt ein letzter Rückzugsort.

Wie Thomas Stuber diese kleine Welt beobachtet, ist beeindruckend. Die Entwicklung der Figuren, die Dialoge, die Kameraperspektiven und der Erzählrhythmus: alles fügt sich harmonisch ineinander.

Es sind nicht nur die Hauptdarsteller Franz Rogowski und Sandra Hüller, die den Film tragen. Bis in die kleinsten Nebenrollen füllen die Schauspieler ihre Rollen so authentisch mit Leben, dass man nie das Gefühl hat, hier ist etwas gespielt.

Letztes Jahr hat die Berlinale-Jury die Gebete der Presse erhört. BODY AND SOUL gewann den Goldenen Bären. Dieses Jahr steht es in den Sternen, aber ich wünsche es diesen Film wirklich sehr.

Kommentare ( 2 )

Ja, ein toller Film. Und ich habe Stubers Perspektive Film TEENAGE ANGST von 2008 überhaupt nicht gemocht. Jetzt werden die Leute vielleicht meinen Wutausbrauch von vor zehn Jahren lesen. Auch gut.

Kinostart von IN DEN GÄNGEN ist der 26.4.2018.

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Titel

Orignaltitel

In den Gängen

Credits

Regisseur

Thomas Stuber

Schauspieler

Sandra Hüller

Peter Kurth

Franz Rogowski

Land

Flagge DeutschlandDeutschland

Jahr

2018

Dauer

125 min.

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