Berlinale Team stellt sich hinter Tricia Tuttle

Die Berlinale hat bereits zu kämpfen. Es wird zunehmend schwieriger, die großen Regisseur:innen des Arthouse-Kinos nach Berlin zu locken. Im Wettbewerb um internationale Aufmerksamkeit muss die Berlinale nicht nur mit anderen Filmfestivals konkurrieren, sondern zugleich auch für das Überleben des Kinos einstehen.

In diese ohnehin angespannte Situation kommen die politischen Stellvertreterdebatten rund um Meinungsäußerungen zum Palästina-Konflikt auf der letzten Berlinale daher zur Unzeit. Sie gipfelten zuletzt in der Frage, ob die seit 2024 amtierende Festivalchefin Tricia Tuttle die Berlinale weiterhin leiten sollte.

Dabei ist die Festivaldirektorin ein Glücksfall für das größte deutsche Filmfestival. Sie wirkt ausgleichend und hat in ihren zwei Amtsjahren bereits spürbare Verbesserungen im Festivalalltag angestoßen. Die Reaktionen auf die öffentliche Debatte zeigen nun jedoch auch, wie groß ihr Rückhalt ist: In einem offenen Brief stellen sich mehr als 500 Mitarbeiter:innen der Berlinale hinter Tricia Tuttle. Zuvor hatte sich die Deutsche Filmakademie für die Meinungsfreiheit auf der Berlinale starkgemacht und vor politischer Einflussnahme gewarnt. Zudem drohte der Regisseur des diesjährigen Gewinnerfilms, İllker Çatak, künftig keine weiteren Filme mehr zur Berlinale zu bringen, sollte Tuttle abberufen werden.

Auch wir von festivalblog können den positiven Einfluss von Tricia Tuttle nur bestätigen. Eine vorzeitige Beendigung ihres Vertrags würde die Berlinale tatsächlich in ihren Grundfesten erschüttern und möglicherweise sogar ihre langfristige Existenz gefährden.

Inzwischen hat sich Tricia Tuttle auch gegenüber dpa geäußert: Sie möchte ihre Arbeit fortsetzen. Heute, am 4.3.2026, tagt der Aufsichtsrat der Berlinale , um die weitere Zukunft der Berlinale zu beraten.

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