Berlinale 2026: DAO von Alain Gomis

Da ist er wieder – dieser eine Berlinale-Moment. Ich sitze in seeeeehr bequemen Kinosesseln, die Berlinale-Eröffnungssequenz läuft – Sterne fallen auf mich herunter – ich fühle mich aufgehoben und zu Hause. Es folgen Monologe über Monologe, lange Einstellungen und dann passiert es…langsam fallen mir die Augen zu und ich komme in diesen Zwischenzustand zwischen Filmwirklichkeit, Kinosituation und Traum – der Berlinale-Powernap beginnt.

Natürlich hat es oft mit dem Film zu tun…aber auch nicht immer. Manche Filme – wie auch DAO – brauchen einen ausgeruhten und geduldigen Blick. Den habe ich gerade einfach nicht. Nach der Hälfte des Films – mit 90 Minuten immerhin früher mal die übliche Spielfilmlänge – schließe ich mich meinen Vorgängern an und verlasse den Saal.

Aber doch auch noch etwas zum Film: Er versucht. Das ist immer lobenswert. Es sind nicht die typischen Filmkonventionen, die Alain Gomis bedient, und das macht er gleich zu Beginn klar: Er zeigt Ausschnitte aus Interviews mit seinen Schauspielern, die aus dem Casting zu DAO stammen könnten (oder sind auch sie fiktional?). Die Schauspieler erzählen von ihrem wirklichen Leben. Die Form taucht im Film immer wieder auf. Dann tritt die Geschichte von Béa und ihrer Tochter Nour in den Vordergrund.

Im Wechsel werden zwei Geschichten erzählt: einmal, wie beide das Dorf ihrer Vorfahren in Guinea-Bissau besuchen, danach, wie Nour in Frankreich heiratet und mit Freunden und Familie feiert. Das Interessante: Die Spielszenen wirken wie eine Dokumentation und die Themen Migration und Heimat sind gut in die Bilder hineingeschrieben. Ich kann einiges mit meinen eigenen Erfahrungen verbinden.

Wie ich das so schreibe, ist DAO vielleicht doch ein ganz interessanter Film? Man muss sich ihn jedenfalls gut ausgeschlafen und mit viel Neugier anschauen…und in kleinen Happen über den Tag verteilt?

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