
Domination ist he name of the game,
in bed or in life, it’s always the same.
Die Berlinale feiert den 40. Geburtstag des Teddy Awards mit der Sonderreihe TEDDY 40, in der sechs Kurzfilme und acht Langfilme gezeigt werden. Der Eröffnungsfilm des Geburtstagsprogramms ist dabei älter als der Teddy Award selbst. Mit VERFÜHRUNG – DIE GRAUSAME FRAU versetzten Elfi Mikesch und Monika Treut im Jahr 1985 große Teile des Forum-Publikums eher in Empörung als in Erregung. (Neugierig? Hier ist der Trailer.) Denn wie Wanda (Mechthild Grossmann) mit ihren Sklav*innen umsprang, das hatten Mann und Frau auf bundesrepublikanischen Leinwänden noch nicht gesehen, es sei denn, sie kannten sich in speziellen Nischen der Kinoszene gut aus.
Die beiden Regisseurinnen, Elfi Mikesch führte zudem die Kamera, inszenieren Wanda als eine Tyrannin, die Gregor (Udo Kier), Justine (Sheila McLaughlin) und alle anderen, die sich nach Erniedrigung sehnen, nicht nur in Bühnenshows zu opulenten Tableaus zusammenstellt und damit Geld verdient, sondern zu einigen von ihnen auch noch private Beziehungen pflegt. Das macht das Domina-Leben zwar kompliziert und anstrengend, gibt dem Film aber eine emotionale Dimension, die diejenigen, die sich über den Film 1985 aufgeregt haben und ihn verbieten wollten, nicht verstehen (diese Verbotsphantasien gibt es immer noch und ich fürchte es werden täglich mehr). VERFÜHRUNG – DIE GRAUSAME FRAU ist nicht nur subversiv, weil eine Frau in der dominanten Rolle ist, sondern auch weil Menschen ihre sexuellen Wünsche formulieren und ausleben. Der Film ist spannend und macht Spaß beim Zuschauen, weil Mechthild Grossmann genau dieses Selbstbewusstsein verkörpert und die beiden Regisseurinnen das mit großer Freude an Dramaturgie und Bildgestaltung in Szene setzen.