Berlinale 2026: HAN YE DENG ZHU (LIGHT PILLAR) von Xu Zao

Filmstill
© Fengduan Pictures

Die Basilius Kathedrale steht neben Big Ben, die Verbotene Stadt grenzt an Sacre Coeur und im Hintern der Sphinx ist der Aufenthaltsraum der Angestellten untergebracht. Die Filmkulissenstadt in der chinesischen Provinz hat schon bessere Tage gesehen – Filmcrews kommen schon lange nicht mehr hierher. Ein einsamer Hausmeister verbringt hier seine Tage mit Schneeschippen und kleinen Ausbesserungsarbeiten. Nachts träumt er sich in eine bessere, wärmere, virtuelle Welt – in einen digital erzeugten Sommerabend auf dem Dorf.

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LIGHT PILLAR von Xu Zao zeigt eine Welt, in der alles aus billiger Kulisse besteht: das zerbröckelnde Sammelsurium aus Großstädten dieser Welt genauso wie die virtuelle Idylle mit Plastikschmetterlingen und bunten Glitzerlichtern. Am Himmel schrauben sich farbige Lichtsäulen in die Welt der Sterne – wer genug Geld hat, kann hier als Tourist ins All fliegen. Eine verführerische Frau aus der virtuellen Welt will den Hausmeister genau dahin mitnehmen. Und so setzt er alles daran, mehr Geld zu verdienen, besorgt sich einen schicken weißen Anzug und ist bereit für ein neues Leben. Dass das nicht ganz so einfach sein kann, wird einem recht schnell klar.

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Lustigerweise zeigt Xu Zao die „echte“ Welt als schlicht gezeichneten Zeichentrick, die virtuelle Welt hingegen als grobkörnigen Film, was einen netten Verschiebungseffekt erzeugt. Die Story ist recht hübsch und nicht ohne Tiefe, putzige Tierchen und verschrobene Menschen verleihen ihr humoristisches Flair. Trotzdem wollen die Lichtsäulen nicht so recht abheben.

Für Fans von

...Sciencefiction, Filmkulissen und Anime.

Lieblingsmoment

Die besoffene Katze beim Katzen-Casting.

Besonders gefallen hat mir...

Dass die "echte" Welt als Zeichentrick, die virtuelle Welt als Film dargestellt ist. Netter Handgriff.

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