Berlinale Gewinner verhaftet!

Einer der renormiertesten Regisseure Irans, Jafar Panahi, wurde dieser Tage mit seiner Familie und Gästen seines Hauses verhaftet. Die Anreise zur Berlinale 2010, wo er als Gewinner eines Silbernen Bären 2006 für seinen Film Offside an einer Podiumsdiskussion teilnehmen sollte, war ihm bereits verboten worden.

Die iranische Diktatur weiß sehr genau, wen sie aus dem Spiel nehmen muss, um die Zensur im Land zu verschärfen, denn Panahi hat in sämtlichen seiner Filme gesellschaftliche Themen angesprochen - und das nicht metaphorisch oder hochsymbolisch wie sonst häufig im Kino Irans, sondern klar, verständlich und eindeutig: In "The Circle" (für den er 2000 den Goldenen Löwen in Venedig erhielt) ging es um die Befreiung der iranischen Frau aus dem Geschlechterturm, in den sie von Gesetzen und gesellschaftlichen Normen des Landes gesperrt ist, in dem Berlinale Sieger-Film "Offside" um die Absurdität der Geschlechtertrennung am Beispiel des Fußballs und in "Crimson Gold" von 2003 um die katastrophale Lage der ärmeren Schichten Irans - die allerdings in ihrer Mehrheit 2005 nicht im Sinne von Regisseur Panahi die Reformer, sondern Mahmud Ahmadinedschad wählten.

Nun hat man ihn mit 18 anderen Gästen einer Versammlung in seinem Haus verhaftet und sein Aufenthalt ist noch unbekannt.

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