TIGER GIRL von Jakob Lass (Berlinale 2017)

Fight Club im Tengelmann

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Maggie und Tiger im Supermarkt: Tiger stopft sich alles vorne in ihre Jacke, Maggie schaut entgeistert zu. Mal ist Tiger ganz nah bei Maggie, dann ist sie wieder wie vom Erdboden verschluckt. Es ist eine der ersten Begegnungen zwischen den beiden jungen Frauen. Tiger (Ella Rumpf) - cool, selbstbewusst, schlagkräftig - und Maggie (Maria Dragus) - brav, unsicher und schüchtern. Die Wandlung von Maggie beginnt. Die Nähe von „Tiger“ zu „Tyler“ kann kein Zufall sein. Am Ende ist Maggie vieles, aber eines bestimmt nicht mehr: brav.

Selten hat ein deutscher Film so viel Spaß gemacht. Er hat Drive und Rhythmus, etwas, was vielen deutschen "Schema F - Filmen" komplett abgeht. Schnitte, Kamera, Darsteller - es passt einfach alles zusammen. Gefilmt wurde an "Realschauplätzen" mit Menschen von den "Realschauplätzen". Der Lehrer in der Security-Ausbildung ist auch Ausbilder, die Lehrgangsteilnehmer sind auch seine Schüler. Basis für für den Film war kein konventionelles Drehbuch, sondern ein "Skeleton" von 32 Szenen mit jeweils 2 Sätzen nur knapp beschrieben. Der Rest wurde am Set improvisiert. Dadurch wirken die Dialoge ungekünstelt und "nah an der Straße".

Ist der Film brutal? Nun ja, es gibt schon einige handfeste Schlägereien, aber mehr im Martial Arts Stil. Es fließt kaum Blut. Aus Tiger Girl könnte man auch einen Comic machen mit „Bang“, „Zong“ und "Aaarrgh" Sprechblasen.

Nach LOVE STEAKS hat Jakob Lass wieder einen Volltreffer gelandet. Berlin und die Berlinale lieben TIGER GIRL bereits jetzt.

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Titel

Orignaltitel

Tiger Girl

Credits

Regisseur

Jakob Lass

Schauspieler

Maria Dragus

Ella Rumpf

Land

Flagge DeutschlandDeutschland

Jahr

2017

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