GABI von Michael Fetter Nathansky (Berlinale 2017)

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"Hey! Bleib doch mal stehen! Ich sprech mit Dir!" Die Kamera folgt einem breitem Rücken, auf dem ein großer Sack Zement liegt. Die Stimme scheint von jemandem zu kommen, der hinter dem Rücken läuft. Es muss eine Frau sein, klar, denn die Tonlage der Stimme ist recht hoch, und die Frau will ihren Mann oder Freund zur Rede stellen. Dann aber dreht sich "der Rücken um" und es ist nicht ganz so, wie man es sich gedacht hat.

Gisa Flake spielt Gabi. Flake hat ein außergewöhnliches Charaktergesicht und eine außergewöhnliche Statur. Beides passt hervorragend zu Gabi. Gabi arbeitet auf dem Bau als Fliesenlegerin. Hinter ihr lief keine Frau, sondern ihr Geselle Marco (Florian Kroop). Marco ist eher schmächtig und hat starke Ähnlichkeit mit Jan Böhmermann. Gabi dient ihm als "Anspielpartnerin". Er will üben, wie er mit seiner Freundin Schluss machen könnte. Gabi macht stoisch mit.

Regisseur Michael Fetter Nathansky hat ein gutes Gespür für Beziehungskonstellationen. Er zeigt, wie Gabi von ihrer Schwester ausgenutzt wird, wie sie ihren Vater pflegt und ihren Freund erträgt. Was auch kommt, Gabi lässt es über sich ergehen. Doch im Laufe des Films legt Gabi ihre passive Art ab und dreht den Spieß um. Sie fängt an, auf sehr amüsante Art und Weise mit den manipulativen Mechanismen unserer Alltagskommunikation zu spielen.

Fetter Nathansky nutzt GABI für ein Experiment, in 30 Minuten eine Filmidee umzusetzen. Als solches ist GABI, insbesondere Dank einer hervorragenden Gisa Flake, sehr gelungen.

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Titel

Orignaltitel

Gabi

Credits

Regisseur

Michael Fetter Nathansky

Schauspieler

Gisa Flake

Florian Kroop

Martin Neuhaus

Britta Steffenhagen

Land

Flagge DeutschlandDeutschland

Jahr

2017

Festival

Berlinale 2017

Festivalplakat Berlinale 2016

Berlin, 09.02. - 19.02.2017

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