CROSSING EUROPE 2022: A PILE OF GHOSTS von Ella Raidel

filmstill from the movie a pile of ghosts

In vielleicht keinem anderen Land nivellieren sich Städte in einem so atemberaubenden Tempo wie in China. Die Folge des geschäftigen Bauens ist eine urbane Überproduktion. Die Filmregisseurin und Künstlerin Ella Raidel hat sich dieser in dem Forschungsprojekt OF HAUNTED SPACES über mehrere Jahre gewidment und ihre Beobachtungen 2021 mit dem Film A PILE OF GHOSTS vorläufig abgeschlossen.

Ohne Off-Kommentar sehen wir leere Hochhausschluchten, Abbrucharbeiten und reale Verkaufstouren in Wohnparks, ironisch gebrochen mit nachgestellten Spielszenen. Darin eingewoben ist die fiktive Geschichte von Charles, der am Rande der Millionenstadt Chongquing in einem vom Abbruch bedrohtem, leerem Hotel wohnt.

Verschiedenen Erzählebenen fließen ineinander. Wenn die Regisseurin die Hauptfigur Charles durch reale Abbruchszenarien wandern lässt, vermischen sich Realität und Fiktion auf mehrfache Weise. So wohnt der Schauspiele tatsächlich in einem leerstehenden Hotel. Es gehörte seinen Eltern und steht trotz einer vor Jahren zugestellten Abrissbenachrichtigung noch immer.

Ella Raidel hat die Bilder in China ohne Drehgenehmigung aufgenommen. Der unzensierte Blick, und die Öffnung eines diskursiven Raums durch die Spielszenen, machen A PILE OF GHOSTS bemerkenswert.

Sehr aufschlussreich war bei Crossing Europe die anschließende Q&A mit der Regisseurin. Sie lieferte wichtige Hintergrundinformationen zum Verständnis des experimentellen Dokumentarfilms. Wenn der Film außerhalb des Festivalkontext gezeigt wird, könnte daher die Einbettung in einen größeren Zusammenhang wie z.B. in Form eine Ausstellung den Zugang zu A PILE OF GHOSTS erleichtern.

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Titel

Orignaltitel

A Pile of Ghots

Credits

Regisseur

Ella Raidel

Schauspieler

Yakira Cang

Charles Yang

Land

Flagge ÖsterreichÖsterreich

Flagge SingapurSingapur

Jahr

2021

Dauer

70 min.

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