LA ROUTE D’ISTANBUL (Road to Istanbul) von Rachid Bouchareb

Wenig Antworten, aber auch kaum Fragen

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Im Panorama Special läuft der Spielfilm über eine junge Belgierin, die zum Islam übergetreten ist und von zu Hause abhaut, um in Syrien zu kämpfen. Das Thema ist in aller Mundes, aber der Film wird ihm nicht wirklich gerecht. Die erste Hälfte, in der wir die Mutter Elisabeth und ihre Tochter Elodie in ihrer vermeintlich heilen Welt kennenlernen, ist eigentlich ein guter Einstieg. Allerdings wissen wir viel zu wenig über Elodie – außer, dass sie einen nordafrikanischen Freund namens Kader hat und viel Zeit vor dem Internet verbringt – um den plötzlichen Aufbruch nachvollziehen zu können.

Die zweite Hälfte des Films ist deshalb ziemlich unglaubwürdig. In einem Skypgespräch berichtet Elodie der Mutter bereits aus Istanbul, dass sie in den Jihad ziehen will und ihre Bestimmung gefunden hat. Sie ist in einen schwarzen Schleier gehüllt und verkündet sie heiße nun „Um Qana“. Die Mutter macht sich voller Sorgen und Ängste in die Türkei auf und sucht ihre Tochter im Grenzgebiet. Wie sie mit einem kleinen Rucksack im Grenzgebiet steht und immer wieder von türkischen Posten weggeschickt wird, während in der Nähe Detonationen zu hören sind, ist ebenso grotesk wie das Ende des Film (das an dieser Stelle nicht verraten wird).

Sicher, ein wichtiges Thema; aber es ist zu aktuell, um einen Film zu machen, der keine Antworten liefert, aber leider auch wenige Fragen stellt.

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Titel

Orignaltitel

La Route d'Istanbul

Englischer Titel

The Road to Istanbul

Credits

Schauspieler

Pauline Burlet

Patricia Ide

Abel Jafri

Astrid Whettnall

Land

Flagge BelgienBelgien

Jahr

2016

Dauer

97 min.

Festival

Berlinale 2016

Festivalplakat Berlinale 2016

Berlin, 11.02. - 21.02.2016

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