Forum

"Sweetgrass" von Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbash

Das Blöken der Schafe

Das Schaf hat es nicht einfach. Es muss mit dem Klischee leben ziemlich verblödet zu sein. Dabei stimmt das gar nicht. Schafe sind nicht dumm. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie die gleichen Hirnstrukturen besitzen wie Menschen. Mit „Sweetgrass“ bringen uns die Regisseure Lucien Castaing-Taylor und Ilisa Barbasheine eine weitere unbekannte Seite des Schafs näher. Nach zwei Stunden ihres Films, sind wir auch von der Ästhetik unser wolligen Freunde begeistert.

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"Letters to the President" von Petr Lom

Briefe an den Weihnachtsmann

Es war klar: es geht um Iran und da schlagen die Emotionen hoch. Meist aus Uninformiertheit, oft aus Ignoranz, fast immer dogmatisch. Dem Filmemacher wird der total unlogisch Doppelvorwurf gemacht: 1. DASS er den Film gemacht hat und 2. regten sich Leute auf, dass er NICHT gezeigt hat, was sie sehen wollten. Was wir alle aber doch wissen: die Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von Homosexuellen, Intellektuellen, von Opposition und kritischen Geistlichen. Sie kritisieren die Todesstrafe und die Zensur. Diese Leute meinen es ja gut. Aber bekanntermaßen ist das Gegenteil von „gut“ sehr oft „gut gemeint“. Sie kritisieren richtige Dinge, nur ging es in diesem Film um etwas anderes. Und hätten sie zugeschaut, hätten die Aktivisten etwas lernen können.

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"My Dear Enemy" von Lee Yoon-Ki

"My Dear Enemy" ist eine Hommage des Regisseurs Lee Yoon-Ki an Woody Allen und man kann ihm gratulieren. Er hat es geschafft, Seoul gegen Allens New York auszutauschen. Herausgekommen ist eine intelligente Großstadtkomödie über Seoul und die Überlebensstrategien seiner Bewohner

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"Mitte Ende August" von Sebastian Schipper

Ein Häuschen im Grünen, davon träumt er der Großstädter. Rückzug ins Private, selbst renovieren und in trauter Zweisamkeit der ekligen Entfremdung entkommen – das muss so schön sein. In der Auftaktszene von Sebastian Schippers "Mitte Ende August“ sitzen Hanna (Marie Bäumer) und Thomas (Milan Peschel) beim Notar und kaufen ein heruntergekommenes Haus auf dem Land. Dann sieht man sie leicht irre vor Glück durch das neue Eigentum taumeln und Pläne schmieden. Von da an geht’s bergab.

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"Happiest Girl in the World" von Radu Jadu

Girl Nicht Happy, Zuschauer auch nicht

Der Film ist ein kleiner Betrug und enttäuscht deshalb. Er wurde im Programm hochgejazzt zu einem Einblick in das postkommunistische Rumänien, kann am Ende aber weder das, noch adäquaten filmischen Ersatz liefern.
Es geht um ein übelgelauntes Mädchen, das ein Auto in einem Preisausschreiben gewonnen hat und mit Mama&Papa nach Bukarest fährt, um dort während eines Filmdrehs den Wagen in Empfang zu nehmen. Und das ist auch die ganze Geschichte. Autobahnfahrt und dann der absurde Filmdreh. Ende.

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"The Exploding Girl" von Bradley Rust Gray

Bereits der erfolgreiche Independent Film June hat uns gezeigt, wir tough junge Amerikaner sein können. Auch in „The Exploding Girl“ haben die Heranwachsenden eine Lebenstüchtigkeit und ein Einfühlungsvermögen, das man vielen Erwachsenen wünschen würde.

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"H:r Landshövding" von Måns Månsson

Anders Björck ist Gouverneur der Provinz Uppsala. Gouverneur, eigentlich ein schöner Titel, doch in Schweden ist die politische Macht der Gouverneure gleich Null. Vergleichbar mit den Königshäusern in westlichen Demokratien besteht ihre einzige Aufgabe im Repräsentieren. Wer je dachte, man hat da ein feines Leben, wird immer zu tollen Banketten eingeladen und bekommt gutes Essen serviert, der hat bestimmt recht....und doch möchte man um nichts in der Welt mit Anders Björck tauschen.

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Forum gibt Teil des Programm bekannt: verlässlich Off-Off

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Das Forum gibt einige Titel bekannt und zeigt sich in der Auswahl verlässlich, den kleinen, unspektakulären, unabhängigen Film zu präsentieren. Die vielen Debüts und Weltpremieren sind Beleg für den Anspruch die Nebenpfade des Kommerzbetriebs Film ebenfalls eine Öffentlichkeit zu verschaffen.

Calimucho von Eugenie Jansen über einen kleinen Wanderzirkus in Holland. Es geht um eine junge Frau, die Doppelgänger ihrer verstorbenen Schwester wird, mit ihren Schwager was anfängt und auch deren Zirkus- und Mutterrolle übernimmt.

Ai no mukidashi (Love Exposure) von Sono Sion klingt nach versponnenem japanischem Kino par exzellence: eine junger Mann will durch ein Lotterleben die Aufmerksamkeit seines Vaters (eines katholischen Priesters!) erlangen, trifft auf seine große Liebe Maria (!), die nicht nur „Vamp“, sondern auch in einer Sekte gefangen ist. Das ganze dauert vier Stunden. Well…(hier ein vielsagendes Interview mit dem Regisseur)

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