Panorama

Panorama Publikumspreis

Jenseits von Filmkritik und Jury Diskussionen hat jedes Jahr im Panorama das Publikum das Wort. Es ist schon bemerkenswert, wie vor jeder Vorstellung im Panorama u.a. von Sektionsleiter Wieland Speck die Zuschauer animiert werden, die Stimmkarten auszufüllen. Die prämierten Filme sind immer sehenswert und oft zeigte das Publikum mehr Kompetenz als prominent besetzte Jurys. Letztes Jahr hat Lucy Walkes "Blindsight" gewonnen. Dieses Jahr war die israelisch-deutsch-französische Co-produktion "Lemon Tree" am beliebtesten.

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„Sharon“ von Dror Moreh

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Ethnografisches Portrait eines Stammesführers


Eine israelische Dokumentation über Sharon? Muss das sein? Das Besondere an dem Film von Dror Moreh ist, dass er Sharon sechs Jahre lang begleiten konnte. Aus hunderten Stunden Material machte er einen Dokumentarfilm, der erklären soll, warum Arik Sharon 2003 den Abzug aus dem Gazastreifen anordnete. Ausgerechnet Sharon, der größte Vorreiter und Unterstützer der Siedlerbewegung seit ihren Anfängen 1967. Ausgerechnet Sharon, als Verteidigungsminister für den blutigen Libanonfeldzug und die Morde von Sabra und Shatila mitverantwortlich.

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"Derek" von Isaac Julien

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Ich habe noch nie einen Film von Derek Jarman gesehen, aber Mitte der Neunziger tauchte der Name Derek Jarman immer wieder auf, sei es in Gesprächen mit Freunden, in Artikeln oder in Interviews mit Künstlern. Besonders faszinierte mich die Idee seines Films "Blue". Als Ausdruck für die Situation des damals durch seine HIV-Erkrankung fast erblindeten Jarman sieht man die ganze Zeit nur eine blaue Leinwand. Aus dem Off erklärt Jarman seine "Sicht" der Dinge. Seit Jarmans Tod 1994 ist das Werk des wegweisenden Künstlers langsam in Vergessenheit geraten. Ehemalige Mitstreiter von Derek Jarman, allen voran die Schauspielerin Tilda Swinton und der Regisseur Issac Julien, versuchen nun mit "Derek" dieser kulturellen Amnesie entgegenzuwirken.

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"Megane" (Glasses) von Naoko Ogigami

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Hurra! Wir sind im Urlaub!!!! Mitten im Berliner Winter im Cinestar 8. Das blaue Meer strahlt uns entgegen, wir spüren den Strand unter unseren Füssen und zu den entspannten Menschen möchten wir uns sofort dazugesellen. 90 Minuten leben wir ein Leben, das aus nicht vielmehr besteht als aus Morgengymnastik, viel gesundem japanischem Essen und Gespräche ohne viel Sinn.

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"With Gilbert & George" von Julian Cole

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Dokumentarfilme über Künstler sind immer dann eine spannende Angelegenheit, wenn sie nicht nur das künstlerische Werk nachzeichnen, sondern auch dem Menschen jenseits seiner Kunst auf der Spur sind. Das ist bei dem Gilbert & George natürlich nicht so einfach, schließlich begreift das Künstlerduo, das insbesondere durch seine großformatigen Fotocollagen bekannt wurde, auch sein Leben selbst als Kunstwerk.

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"Filth and Wisdom" von Madonna

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In Cinema with Madonna

Vom besonderen Erlebnissgehalt des gestrigen Madonnawatchings ist an dieser Stelle ja schon ausführlich berichtet worden, deshalb nur soviel: Ja, es war schon toll, als Gemeinschaftserlebnis mit "ihr" in einem Kino zu sitzen, um dann als Teil einer riesigen Fangemeinde ihr Werk anschauen zu dürfen. Während der Filmvorführung erging es mir dann genauso, wie dem Pärchen neben mir, das sich ungefähr nach der ersten Hälfte des Films sehr überrascht zuflüsterte: "Du, der Film ist ja wirklich nicht schlecht". Das trifft es schon ziemlich genau.

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Madonna Happening: Berlinale turns wild

Nachdem ich beim Eingang zu der Pressekonferenz von Madonnas Film "Filth and wisdom" von der Meute der wartenden Journalisten fast zerquetscht worden wäre und nach zwei Stunden Warten und Sitzplatzverteidigung, stelle ich mir schon die Frage, ob die Wirkung des Berlinalefiebers nicht doch ein wenig schädlich ist. Als der Tross um Madonna aber endlich Einzug hält, werde ich für alles Leid entschädigt. Der Begeisterungspegel im Saal geht in den roten Bereich. Ohne auch nur ein Ton gesagt zu haben, wird Madonna von den Journalisten begrüßt wie nach einem besonders gelungenen Gig.

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"Bananaz" von Ceri Levy

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Ein echtes Jungsding

Comic-Figuren als Bandmitglieder mit Starallüren, auf Live-Konzerten sieht das Publikum eine große Leinwand, auf der diese animierten Charaktere wilde Abenteuer bestehen, und im Hintergrund spielen die „echten“ Musiker: das ist die geniale Idee von „Gorillaz“, einem leicht durchgeknallten Projekt des Blur-Sängers Damon Albarn und seines Kollegen Jamie Hewlett. Ceri Levy, wiederum ein Kumpel von Albarn und Hewlett, hat die Entwicklung der „Gorillaz“ über mehrere Jahre hinweg mit der Digicam begleitet und daraus eine wunderbare Dokumentation gebastelt. Unter dem Titel „Bananaz“ ist sie im Panorama zu sehen.

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Madonnawatching

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Für die Trendsportart Promiwatching finden sich immer mehr Anhänger. Am Zoopalast ist die Hölle los - Madonna kommt! Auf der Bühne sagt sie kurz ein paar Worte über ihren ersten Film. Gut, sagt sie, du bist schon Popstar, also fragen die Leute warum willst du auch noch einen Film machen? Es war ein langgehegter Wunsch: "And it became a mantra for me that dreams come true" sagt sie und wir staunen. Und dann ist auch noch der Film richtig kurzweilig (Kritik folgt..). Toll. Es gibt tatsächlich noch Stars ohne Peinlichkeitsfaktor.

"Otto; or, up with Dead People" von Bruce LaBruce

Otto

Schwuler Polit-Porno-Zombie-Splatter-Streifen

oder: "The dead look so dead, when they are dead"

Bruce LaBruce's neuer Film hat zwar ein paar Längen, ist aber so ein durchgeknallter Quatsch, den anzuschauen einfach irrsinnig Spaß macht. Die Story ist dabei gar nicht wichtig, man kann die immer neuen, immer absurderen Ideen genießen, die sich auf der Leinwand entfalten.

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"Sleep Dealer" von Alex Rivera

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Plug in, turn on, drop out!

Es klang wie nach einem Film, gemacht für uns Internet-Arbeiter, uns W-Lan Junkies und Blogger, Online-Angestellte, digitale Boheme oder was auch immer. Mexiko in der nahen Zukunft, Amerika hat seine Grenze geschlossen, die dritte Welt, überhaupt die ganze Welt arbeitet online. W-Lan ist jetzt Körper Plug In.
Der Norden bekämpft außerdem noch immer Terroristen. Das sind jetzt Leute, die das von den USA rationierte Wasser haben wollen. Bei einer Antiterror Aktion mit Dronen, kommt der Vater des Computerfricklers Memo um. Memo haut ab und will als Online-Arbeiter in Tijuana anheuern.

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"Chiko" von Özgür Yildirim

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Der Pate aus Hamburg-Dulsberg

Chiko lebt in einer heruntergekommenen Vorstadtsiedlung in Hamburg und arbeitet gemeinsam mit seinen Kumpels Tibet und Curley an der Verwirklichung von Karriereträumen eigener Art. Alle drei wollen ganz oben in der Hierachie der örtlichen Drogendealer mitmischen, um sich dann endlich den Luxuslebensstil leisten können, den sie bis dato nur aus Gansterfilmen kennen. Getreu ihrem Motto, dass Respekt nur durch die Furcht der anderen zu erreichen ist, sind sie in der Wahl ihrer Mittel dabei alles andere als zimperlich. Als es Chiko durch den Einsatz besonderer Brutalität dann tatsächlich gelingt, den Drogendealer Brownie auf sich aufmerksam zu machen, scheint der Traum vom großen Geld zum Greifen nahe. Allerdings erweisen sich seine Kumpels immer mehr als Hemmschuh auf der Karriereleiter und Chiko muss sich schließlich entscheiden.

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"Jesus Christus Erlöser" von Peter Geyer

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Vielleicht isser das, der Berlinale 08 Remember Film. Hatte die Wahl zwischen James Bennings „RR“, 37 Güterzüge, die an verschiedenen Orten der USA durchs Bild fahren (no shit!) oder „Jesus Christus Erlöser“ von und mit Klaus Kinski.
Ich hab mich gegen das Meditative und für den den Monolog des Egomanen entschieden. Grandios! Und er hat mich offenbar so sehr verstört, dass ich im Kino noch meine Akkreditierung verlor, auf der Heimfahrt geblitzt wurde - naja und falsch geparkt hatte ich natürlich auch. Sei‘s drum. Die Ausgaben und Mühen habe sich gelohnt. Was für ein Abend mit Kinski!

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"Transsiberian" von Brad Anderson

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Wettrennen der Fieslinge

Ben Kingsley als fieser FSB-Agent Grinko – das ist ziemlich beeindruckend. Von dem Film insgesamt kann man das nicht unbedingt sagen. Als kleiner Psycho-Schocker für zwischendurch ist das vielleicht mal eine schöne Abwechslung für Berlinale-Kritiker, die zuviel verkopftes Zeugs gesehen haben. Aber der große Wurf ist dieser Film ganz sicher nicht geworden.

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"Patti Smith: Dream of Life" von Steven Sebring

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Keine Frage: Patti Smith ist eine einzigartige, charismatische Künstlerin, die seit mehr als 30 Jahren erfolgreich als Musikerin, Dichterin, Photographin und Malerin arbeitet. Ihre Platten "Horses", "Radio Ethiopia" und "Easter" sind längst fester Bestandteil der Punk- und Rockmusikgeschichte geworden, die Live-Auftritte von Patti Smith waren und sind bis heute legendär.

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Genenet al asmak (The Aquarium) von Yousry Nasrallah

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Youssef und Laila gehen in Kairo ziemlich unterschiedlichen Berufen nach: Sie moderiert eine Radiosendung, in der Menschen ihr Herz ausschütten, er ist Anasthäsist und befördert seine Patienten in den Dämmerzustand. Um diese beiden Charaktere wird ein höchst ungewöhnlicher ägyptischer Film erzählt.

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