ALBATROS (DRIFT AWAY) von Xavier Beauvois (Berlinale 2021)

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Laurent ist ein guter Polizist. In dem kleinen Ort Étrétat an der Küste der Normandie sorgt er dafür, dass die Jugendlichen beim Mofafahren ihren Helm aufsetzen, kümmert sich um gestohlene Rasenmäher – muss aber auch schon mal einen Selbstmörder am Strand bergen. Zuhause sind seine Freundin und die gemeinsame Tochter wichtiger Halt und Ausgleich zum Job. Laurents Vater ist noch zur See gefahren, und diese Sehnsucht nach der Weite des Meeres lebt auch in ihm fort: Hokusai-Bild im Wohnzimmer, Schiffsmodell auf der Anrichte, gelegentliche Segeltörns mit dem Kollegen. Als ihn ein furchtbar schief gelaufener Einsatz aus der Bahn wirft, hilft ihm nur die Flucht auf den Atlantik, sein seelisches Gleichgewicht wiederzufinden.

Xavier Beauvois hat in Jérémie Renier einen genialen Darsteller für seinen Laurent gefunden. Mit leisen Tönen und kleinen Gesten macht er die Figur greifbar, lässt uns seine Freude und seine Verzweiflung intensiv erleben. Guter Plot, prima Nebendarsteller, stimmig erzählte Geschichte. Auch wenn das Ende ein bisschen zu kitschig inszeniert ist, ist das ein gelungener Film. Allerdings wäre er auf dem Fernsehbildschirm ebenso gut aufgehoben. Ein zwingender Wettbewerbsbeitrag ist er nicht wirklich.

Foto: © Guy Ferrandis

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Titel

Orignaltitel

Albatros

Englischer Titel

Drift Away

Credits

Regisseur

Xavier Beauvois

Land

Flagge FrankreichFrankreich

Jahr

2020

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