STORKOW KALIFORNIA von Kolja Malik

Pandabär flieht vor Mutti

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Das Storkow in Kolja Maliks STORKOW KALIFORNIA bedient alles andere als das erwartbare Bild von Brandenburg. Vielmehr scheint man in diesem Beitrag zur „Perspektive Deutsches Kino“ Hals über Kopf in einem Andy Warhol Film aus den wilden 1970er Jahren gelandet zu sein: Harte Drogen, gieriger Sex, grellbunte Lichter und eine recht vernebelte Sicht auf das Leben finden hier zu einem Roadmovie der besonderen Art zusammen. Ein junger Mann, optisch eine Art Kreuzung aus Kurt Cobain und Pandabär (Augenringe), verbringt seine berauschten Nächte in trostlosen Raststätten-Kneipen bei Storkow, wünscht sich aber verständlicherweise nach Kalifornien. Im Schlepptau hat er eine verlebte ältere Frau, in der man zunächst seine Geliebte vermutet. Aber es ist seine Mutti.

Pandabär entflieht Mutti schließlich mittels einer seltsamen amour fou zu einer Polizistin. Traum? Wirklichkeit? Egal, hauptsache bedutsam schnoddrig klingende Dialoge und - siehe oben - bunte Lichter und Wackeloptik. Doch rauschhafte Bilder allein machen noch keinen guten Film aus. Was bei Andy Warhol vor 40 Jahren funktionierte, lässt sich nicht ohne Weiteres auf Brandenburg übertragen. Storkow ist nicht die Factory und der Versuch, sich diese Art von gewachsener Coolness auszuleihen, wirkt hier leider sehr provinziell.


Foto: © Filmakademie Baden-Württemberg / Jieun Yi

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