WERNER NEKES – DAS LEBEN ZWISCHEN DEN BILDERN von Ulrike Pfeiffer (Berlinale 2017)

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Werner Nekes ist am 22.01.2017, zwei Wochen vor Eröffnung der Berlinale, verstorben. Die Vorführung von WERNER NEKES – DAS LEBEN ZWISCHEN DEN BILDERN ist daher mehr als eine Premiere. Sie ist eine Veranstaltung im Andenken an den Experimentalfilmer. Berlinale Festivalleiter Dieter Kosslick kommt vorbei und spricht ein paar einführende Worte. Der Filmkritiker Daniel Kothenschulte hält eine Laudatio.

In ihrem Dokumentarfilm nähert sich die Regisseurin Ulrike Pfeiffer behutsam dem Werk von Werner Nekes. Sie zeigt Ausschnitte aus seinen Experimentalfilmen und Teile aus Nekes umfangreicher Sammlung zu den Frühformen des bewegten Bildes. Teile aus dieser Sammlung werden von Nekes kommentiert. Er macht dies eloquent und treffsicher, jedes Wort sitzt. Seine Neugier auf die Prinzipien des filmischen Sehens ist ansteckend.

Zusammengehalten wird der Film von Gesprächen mit seinem ehemaligen Kameramann Bernd Upnmoor und mit Alexander Kluge, der sich wie gewohnt als Meister der assoziativen kulturgeschichtlichen Konversation erweist.

Für diejenigen, die sich bisher wenig mit Nekes Werken auseinandergesetzt haben, bringt der Film auch Überraschendes. So ging Christoph Schlingensief bei dem Filmkünstler praktisch in die Lehre und Helge Schneider war nicht nur mit Nekes befreundet, sondern spielte auch in Nekes Spielfilm JOHNNY FLASH die Hauptrolle. Ein Foto zeigt Nekes zusammen mit Joseph Beuys. Im Publikumsgespräch stellt sich heraus, dass Nekes einen 11-minütigen Kurzfilm mit und über Beuys gedreht hat. Der Titel ist der gleiche wie der diesjährige Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale: BEUYS.

Regisseurin Ulrike Pfeiffer und ihr Kameramann Bernd Meiners finden einen guten Rhythmus. Sie lassen Nekes ausreichend Raum, seinen Bewegtbild-Ansatz zu erklären oder direkt zu demonstrieren. So wird WERNER NEKES – DAS LEBEN ZWISCHEN DEN BILDERN zu einer eindrucksvollen wie auch anschaulichen Hommage.

Kommentare ( 2 )

Kann ich bestätigen. der Film ist mit viel Verständnis für die Arbeit von Werner Nekes gemacht, die Regisseurin findet wundervollen Rhythmus, der zu seiner Arbeit passt. Kompliment!!!

Bleibt zu hoffen, dass der Film bald im Kino oder zumindest im Fernsehen zu sehen sein wird.

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Festival

Berlinale 2017

Festivalplakat Berlinale 2016

Berlin, 09.02. - 19.02.2017

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