"The other man" von Richard Eyre

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"En el amor no nos pertenecemos" - In der Liebe besitzen wir uns nicht. So beschrieb Hauptdarsteller Antonio Banderas gestern mehrmals seine Idee von "The other man". Man sollte es sich daher in der Liebe nicht zu gemütlich machen, denn sonst könnte es sein, dass mediterrane Liebhaber oder Liebhaberinnen plötzlich harmonisch geglaubte Zweisamkeiten aufmischen.

Peter gespielt von Liam Neeson staunt dennoch nicht schlecht, als er zufällig auf dem Anrufbeantworter des Handys seiner Ehefrau Lisa (Laura Linney), die Nachricht eines schmachtenden Liebhabers mit starkem spanischen Akzent abhört. Wie so oft braucht es manchmal nur einen kleinen Tick, um Menschen den sicher geglaubten Boden zu entziehen und sie dem freien Fall zu überlassen. Peter verliert das Gleichgewicht. Er ist getroffen, verletzt, wütend. Läuft in seiner Ehe nicht alles perfekt? Lisa und er wohnen in einem idyllischen Landhaus bei London, sie sind beide beruflich erfolgreich und, da besteht kein Zweifel, sie lieben sich. Rast- und kopflos macht er sich auf die Suche nach dem Störenfried.

"The Other Man" basiert auf der Kurzgeschichte "Der Andere" von Bernhard Schlink und entsprechend wirkt auch Richard Eyres neuester Film, obwohl er über 90 Minuten geht, wie ein Kurzfilm. Atemlos durchschreitet Eyre die Geschichte mit Meilenstiefeln und zwischen den sich überschlagenden Ereignissen bleibt Liam Neeson und Antonio Banderas nicht viel Raum, um ihre Personen mit Leben zu füllen. Ihr Spiel ist daher sehr intensiv, manchmal fast übertrieben, so als ob sie das Innenleben ihrer Charaktere auch für Zuschauer auf den hinteren Theaterrängen sichtbar machen müssten. Emotionen werden herausgeschrien, herausgeflucht oder mit südländischen Akzent herausgezischelt. Trotzdem bleibt man als Zuschauer zunächst ein wenig unbeteiligt. Man wundert sich über die Ausbrüche des eifersüchtigen Ehemanns und hält sie für überzogen. Auch kann man(n) nicht recht verstehen, was Lisa an dem von Antonio Banderas gespielten Liebhaber findet, der wie die Pomade in seinem Haar etwas schmierig daherkommt. Doch die Geschichte hält einige Überraschungen parat, die erst zum Schluss die intelligente Erzählstruktur des Films hervortreten lassen. So fühlt man sich am Ende von diesem Gedankenspiel über Liebe und Lebensglück trotz einiger Ungereimtheiten nicht nur gut unterhalten sondern auch berührt.

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Titel

Orignaltitel

The Other Man

Credits

Regisseur

Richard Eyre

Schauspieler

Antonio Banderas

Romola Garai

Laura Linney

Liam Neeson

Land

Flagge Vereinigtes KönigreichVereinigtes Königreich

Dauer

90 min.

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