Pressekonferenz zu "Kabei" mit Yoji Yamada

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Wenn Filme von Yoji Yamada auf der Berlinale aufgeführt werden, dann haben die anschließenden Pressekonferenzen immer etwas ehrfurchtsvolles. Der Respekt vor dem Werk des 76 jährigen japanischen Regisseurs liegt in der Luft. Verstärkt wurde diese Aura noch durch die Anwesenheit der Hauptdarstellerin Sayuri Yoshinaga und der Autorin Teruyo Nogami, deren autobiographische Geschichte "Requiem for a father" die Vorlage für "Kabei" bildete. Für die in Japan sehr populäre Schauspielerin Sayuri Yoshinaga ist "Kabei" bereits der 112ter Film. Teruyo Nogami ist Teil der japanischen Kinogeschichte. Die 81-jährige Autorin und ehemalige Managerin von Kurosawa Production hat seit "Rashomon" (1950) über 40 Jahre lang mit dem Akira Kurosawa als script supervisor zusammengearbeitet.

Der geschichtliche Aspekt stand dann auch im Vordergrund der Pressekonferenz. Es gäbe zu wenig Filme über die Zeit vor und während des pazifischen Krieges, so Yoji Yamada und ihm sei es daher ein besonderes Anliegen gewesen einen Film darüber zu machen. Der Regisseur wollte seinen Film auch als Denkanstoß für die Gegenwart verstanden wissen und mahnte: "Wenn man Geschichte vergisst, wiederholt sie sich." Er kritisierte (so direkt wie es japanische Konventionen eben erlauben) die zunehmende militärische Aufrüstung seines Landes, die nicht durch die Verfassung gedeckt ist.

Auch wenn sich „Kabei“ mit der Zeit um den pazifischen Krieg beschäftigt, zeigt er dennoch nicht direkt die Gewalt des Krieges. Er hätte das Gefühl gehabt, dass dieses zu seinem Film nicht gepasst hätte, so Yamada. Außerdem wolle er nur über Dinge des Lebens drehen, die er auch selbst erlebt habe. Er sei z. B. noch nie dabei gewesen, wenn jemand von einer Kugel getroffen worden sei und deshalb könne er dieses auch nicht verfilmen. Wichtig sei ihm gewesen, den Mut und die Kraft der Frauen in Erinnerung zu rufen, die unter Entbehrungen der damaligen Zeit die Familie zusammengehalten hätten.

Sehr zufrieden zeigte sich die Autorin Nogami mit der Verfilmung ihrer Vorlage. Yamada habe einen großen Film aus ihrer kleinen Geschichte gemacht. Einige biografische Details wie den Briefwechsel zwischen dem Vater Nagomis, der wie die Hauptfigur Anfang der vierziger Jahre auf Grundlage des Peace Preservation Laws inhaftiert worden war, hatte Yamada unverändert übernommen. Auch die Hauptdarstellering Sayuri Yoshinaga fühlte sich dem Film persönlich verbunden. Sie sah in dem Zusammenhalt der kleinen Familie im Film ein Sinnbild für die globale Verbundenheit der Menschheit.

Bei soviel Einigkeit auf dem Podium und im Saal wirkte die Schärfe mit der die "Berlinale-Ordner " auf Fotos von Journalisten ohne Fotoakkreditierung vorgingen etwas deplatziert. So wurde eine Frau, die die Ermahnungen der Saalordner nicht zu fotografieren wiederholt ignoriert hatte, am Ende der Pressekonferenz von den Saalordnern gebeten mitzukommen. Was hinter den Kulissen dann mit ihr geschah, wird wohl Berlinale Geheimnis bleiben.

Kommentare ( 1 )

Schön!
Der film scheint sich zu lohnen.

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Titel

Orignaltitel

KABEI

Englischer Titel

KABEI - Our Mother

Credits

Regisseur

Yoji Yamada

Schauspieler

Tadanobu Asano

Mitsugoro Bando

Rei Dan

Sayuri Yoshinaga

Land

Flagge JapanJapan

Jahr

2007

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