"Bananaz" von Ceri Levy

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Ein echtes Jungsding

Comic-Figuren als Bandmitglieder mit Starallüren, auf Live-Konzerten sieht das Publikum eine große Leinwand, auf der diese animierten Charaktere wilde Abenteuer bestehen, und im Hintergrund spielen die „echten“ Musiker: das ist die geniale Idee von „Gorillaz“, einem leicht durchgeknallten Projekt des Blur-Sängers Damon Albarn und seines Kollegen Jamie Hewlett. Ceri Levy, wiederum ein Kumpel von Albarn und Hewlett, hat die Entwicklung der „Gorillaz“ über mehrere Jahre hinweg mit der Digicam begleitet und daraus eine wunderbare Dokumentation gebastelt. Unter dem Titel „Bananaz“ ist sie im Panorama zu sehen.

Eins wird recht schnell klar - die Gorillaz sind ein echtes Jungsprojekt. Das geht dann so: Tüfteln, rumspinnen, dabei ganz perfektionistisch sein und trotzdem mächtig viel Spaß dabei haben. Den haben wir als Zuschauer auch, denn wir werden geradezu in die Begeisterung der Gorillaz-Macher mit eingesogen. Wir erleben hautnah mit, wie 2-D, Noodles, Murdoc und Russel aus ersten Ideen und ein paar Strichen entstehen, wie sich Albarn und Hewlett über ihre Charaktere die Köpfe heiß reden, wie die Figuren erst animiert und später mit Synchronstimmen versehen werden. Wie sie schließlich ihre ersten „Bühnenauftritte“ absolvieren.

Sehr lustig ist auch die Zusammenarbeit mit diversen Gastmusikern anzuschauen. Die Gorillaz haben mit dem Buena Vista Social Club Star Ibrahim Ferrer und mit Ike Turner zusammen Lieder aufgenommen, jeweils recht kurz bevor die Herren das Zeitliche gesegnet haben. Die Hip Hop Veteranen De La Soul sind ebenso mit dabei, wie Dennis Hopper, der zwar nicht singen kann, dafür aber schön eindrucksvoll die düstere Geschichte vom Affenberg erzählt. Immer wieder erleben wir mit, wie die Musik entsteht – manchmal wird einfach mal rumprobiert, und plötzlich ist eine neue Melodie da. Dabei präferiert Damon Albarn seltsame Instrumente – er hat vor allem eine Vorliebe für schrill quietschende Flöten – sehr zum Leidwesen der anderen Bandmitglieder.

Ach ja: Und wir lernen außerdem, dass bei den Gorillaz nicht nur viel gelacht und gefrotzelt wird, sondern auch gerne gefurzt und gekotzt. Besonders Albarn scheint vor Live-Auftritten seinen nervösen Magen nicht immer so ganz im Griff zu haben. Naja, was soll ich sagen, die Kamera ist immer dabei. Ceri Levy hat erzählt, dass er zum Schluss an die 300 Stunden Material beisammen hatte, dann wurde das von einem Kollegen in einer wahren Herkulesarbeit auf 22 Stunden heruntergekürzt. Ganz zum Schluss standen dann die anderthalb Stunden, die jetzt auf der Berlinale zu sehen sind – und hoffentlich auch bald im Kino.

Kommentare ( 3 )

und man versteht nach dem film auch, was mit britischem humor gemeint ist: manchmal derbe, dreckig, Jungsumkleide beim Sport, aber immer mit selbstironie und einer beachtlichen schlagfertigkeit.

Und es ist diese selbstironie, dieses sich selbst nicht so verdammt wichtig nehmen, aber die Musik, die man macht schon, woraus tolle Sachen entstehen. Das bekommen amerikanische Bands mit ihrer Verbissenheit (I can do it!) oder Deutsche mit ihrer Erdenschwere (auße den Ärzten :-) nur selten hin. Glaub nicht, dass die soviel Spass haben wie diese Irren. Viel gelacht, aber Untertitel hätt ich auch manchmal gebraucht...was für ein Englisch. Herr Kuwert (mein Englischlehrer) hat mir davon nix erzählt.

Ah, the lads, luve them, wee tossers.

Vielleicht gibt es ja die 22 Stunden-Version
als DVD-Box.

ich fand ja auch die beiden platten die sie mit dem projekt gemacht haben immer ziemlich lässig. ob der wohl ins kino kommt?

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