Wettbewerb: "Wu Ji" (The Promise) von Chen Kaige

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Klar muss er sich messen. Schliesslich schwimmt „Wu Ji“ (The Promise) auf der Welle, die Zhang Yimou mit „Hero“ und Ang Lee mit „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ losgeschlagen haben. Seitdem gibt es für historische Mystik-Filme aus dem alten China mit einer kräftigen Brise Martial Arts auch in Europa und den USA ein breites Publikum.
Also sehen wir in „Wu Ji“ alles wieder: fliegende Helden, eine Schönheit a la Zhang Zi Yi, colorierte Landschaftaufnahmen, die unscharfe Line zwischen Gut und Böse.

Es beginnt mit einer scheinbar poetischen Ausgangsgeschichte: das Mädchen Qingcheng gibt einer Fee das Versprechen (ja, sehr gut aufgepasst...“The Promise“) auf ihr Glück in der Liebe zu verzichten, wenn es Ihr ansonsten an nichts fehlt. Soweit, so gut.

Aber bald taucht auf der Cinemascope-Leinwand eine Horde Barbaren auf, mit Kostümen, die mehr an Kindergeburtstag erinnern, als an einen Historienfilm. Mir wird klar: dies ist kein Film für die Spätvorstellung, nein, Sonntags 15:00, Jugendvorstellung, ab 6 Jahren. Der Plot ist nach „westlichen Maßstäben“ natürlich wieder absolut überzogen, aber das ist ja nichts neues bei asiatischen Filmen. Allerdings wird auch jede Poesie im Film durch digitiale Trickeffekte kaputt gemacht. Sie sind derart, dass ich instinktiv nach meinen Play Station 2 Controller greifen möchte. Verlieren wir also nicht viele Worte: wer sich ein Bild davon machen will, wie sich „Wu Ji“ zu „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ verhält, der denke an die alten Star Wars Folgen und stellt den neuen George Lucas Star Wars Bombast dagegen.
Interessanter als der Film sind die Hintergruende. Wu Ji ist die teuerste chinesische Produktion aller Zeiten und hat mehrere Box Office Rekorde in China gebrochen. Beigetragen hat dazu ganz sicher Darsteller Nicolas Tse, zumindest vom Aussehen her ein Johnny Depp Hong Kongs, in der Rolle des Bösewichts Wuhuan. Ihm zur Seite stehen der japanische Darsteller Hiroyuki Sanada als General Guangming und Dong-Kun Jang aus Korea als der Sklave Kunlun. Eine Zusammensetzung, die wie auch Chen Kaige nach Ende der Vorstellung sagt, außergewöhnlich ist.
In den USA ist Wu Ji noch nicht angelaufen. Die Rechte an den Film wurden zunächst von den Weinstein Brothers (ehemals Miramax) gekauft, dann aber wieder zurückgegeben. Sie wollten den Film nicht so gross rausbringen wie Chen Caige & Co. sich das gedacht haben. In den vegangenen Tagen hat Warner Brothers schliesslich die Rechte für USA und Europa erworben. Mal sehn ob sie mit viel Werbegeld den Film zum kommerziellen Erfolg führen können.

Kommentare ( 1 )

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Titel

Orignaltitel

Wuji

Englischer Titel

The Promise

Credits

Regisseur

Chen Kaige

Schauspieler

Cecilia Cheung

Jang Dong-Gun

Hiroyuki Sanada

Land

Flagge ChinaChina

Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten

Jahr

2005

Dauer

103 min.

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